E-Learning in der stationären Krankenversorgung. Umsetzung von E-Learning-Methoden in der Weiterbildung


Forschungsarbeit, 2020

31 Seiten, Note: 1.3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionelle Phase
2.1 Herleitung der Forschungsfrage
2.2 Motivation für das Thema

3 Literaturanalyse
3.1 Zusammenfassung der Aussagen aus der Literaturanalyse
3.2 Definition
3.2.1 E-Learning
3.2.2 Erklärung der betrieblichen Weiterbildung

4 E-Learning-Formen
4.1 Computer-Based Training/Web-Based Training
4.1.1 Virtual Classroom
4.2 Blended Learning
4.3 Simulationslernen

5 Design und Planungsphase
5.1 Entwickelte Methode
5.2 Quantitative Studie
5.3 Querschnittstudie
5.4 Identifikation der Grundgesamtheit
5.5 Stichprobenerhebung
5.6 Bias

6 Daten
6.1 Spezifische Daten
6.2 Validität der Daten

7 Entwicklung des Fragebogens
7.1 Festlegung des Inhaltskonstrukts
7.2 Formulierung der Frage zum Inhaltskonstrukt
7.2.1 Art der Information
7.2.2 Formale Struktur der Fragen und Antwortvorgaben
7.2.3 Antwortformate
7.2.4 Formulierung
7.3 Prätest
7.4 Empirische Phase
7.5 Datenerhebung
7.6 Vorbereitung der Datenanalyse

8 Analysephase
8.1 Datenanalyse aus den Fragebögen
8.1.1 Frage1
8.1.2 Frage 2
8.1.3 Frage 3
8.1.4 Frage 4
8.1.5 Frage 5
8.1.6 Frage 6
8.1.7 Frage 7
8.2 Zusammenfassung der Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfrage
8.3 Zusammenfassung der Ergebnisse im Kontext der Literatur

9 Anwendung der Ergebnisse

10 Fazit und Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: MMB-Studie, zurzeit eingesetzte Lernformen(MMB , 2013, S.8 )

Abbildung 3: Beruf (eigene Darstellung)

Abbildung 4: Berufserfahrung in Jahren (eigene Darstellung)

Abbildung 5: Themenfelder (eigene Darstellung)

Abbildung 6: E-Learning-Methoden (eigene Darstellung)

Abbildung 7: Ort der Fortbildung (eigene Darstellung)

Abbildung 8: Bevorzugung des E -Learnings (eigene Darstellung)

Abbildung 9: Unterstützung durch E-Learning (eigene Darstellung)

Abbildung 10: Erfolgskontrolle (eigene Darstellung)

Abkürzungsverzeichnis:

BLN. Blendet Learning Network

BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung

CBT. Computer Based Training

DVD. Digital Video Disc

EDV. eletronische Datenverarbeitung

IWK. Institut für Wirtschaft Köln, Institut für Wirtschaft Köln

KMU. kleine und mittelständige Unternehmen

KOFA Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

MMB. Institut für Medien- und Kompetenzforschung

PC. Personal Computer

URL. Uniform Resource Locator

VC. Virtual Classroom

WBT. Web Based Training

z.B. zum Beispiel

1 Einleitung

Im Gesundheitssystem ist durch die stetige wissenschaftliche Weiterentwicklung der Medizin und der Pflege sowie aufgrund des technischen Fortschritts wie in kaum einem anderen Bereich ein großer Fort- und Weiterbildungsbedarf vorhanden (Erbe, 2010, S. 740 ff.). Außerdem erfordert die Zunahme an rein funktionsorientierten Aufgabenprofilen oder einer Spezialisierung bestimmter Arbeitsaufgaben eine breite Vielfalt an Weiterbildungsmöglichkeiten (Pundt, 2006, S. 2 f.). Um auf die komplexen und zunehmend schneller voranschreitenden Entwicklungen in der Medizin und in der Pflege reagieren zu können, müssen die Krankenhäuser die Implementierung aktuellen evidenzbasierten Wissens sicherstellen.

Fortwährend wurde eine höhere Anzahl an Informations- und EDV-Systemen in den beruflichen Alltag einer Pflegekraft integriert. Aus diesen Gründen der mehr Anwendung von EDV und durch den chronischen Fachkräftemangel besteht ein hoher Bedarf an gut aus-, fort- und weitergebildeten Pflegekräften, die sich diesen Herausforderungen stellen können. In diesem Kontext spielt der Bedarf an einer kostengünstigen, effizienten und effektiven Weiterbildung eine große Rolle (Menche & Lauster, 2007, S. 47f.)

Insgesamt hat die deutsche Wirtschaft in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investiert, die Hälfte dieser Investitionen wurden in E-Learning-Formen umgesetzt. Computergestützte Lernprogramme, wie z. B. Lernvideos oder Onlinekurse, aber auch Apps, bilden einen bedeutenden Teil der Weiterbildung. Im Durchschnitt kommt jeder Mitarbeiter auf eine Weiterbildungszeit von 17,3 Stunden pro Jahr (Seyda & Placke, 2017, S. 2). In den 2010er Jahren zeigt sich, dass sich der Anteil der E-Learning-Weiterbildungsmethoden von 69,8 % im Jahr 2007 auf 76,5 % im Jahr 2016 stetig erhöht (Seyda & Placke, 2017, S. 5).

Laut einer Studie aus dem Jahre 2018 wird das E-Learning in der stationären Krankenversorgung von 77 % der Teilnehmer zur Weiterbildung der Mitarbeiter genutzt. Dieser Anteil bedeutet einen leichten Rückgang zum Jahr 2016, in dem das E-Learning in 79 % der Krankenhäuser angewandt wurde (Schoch & Kimmisch, 2020, S. 54 ff.). Diese spezifischen Daten zum E-Learning in der stationären Krankenversorgung zeigen, dass Online Lernen dort häufiger benutzt wird, als in der Gesamtwirtschaft. In dieser Studie soll untersucht werden, wie das E-Learning angewendet und umgesetzt werden wird.

2 Konzeptionelle Phase

In diesem Teil wird die Forschungsfrage erläutert und auch erklärt weshalb der Verfasser dieses Thema bearbeitet.

2.1 Herleitung der Forschungsfrage

Aktuell befassen sich nur wenige Studien direkt mit dem Einsatz des E-Learnings in der Pflege. Diese vorliegende Studie hat zum Ziel, dem Leser einen aktuellen Überblick über die Umsetzung des E-Learnings in Unternehmen der stationären Krankenversorgung zu verschaffen.

Die Frage, die sich stellt, lautet daher:

In welcher Form wird das E-Learning in der fachlichen Fort- und Weiterbildung bei Pflegekräften in der stationären Krankenversorgung umgesetzt?

2.2 Motivation für das Thema

In den letzten zehn Jahren meiner Karriere konnte ich miterleben, wie innerhalb der krankenhausinternen Organisation zahlreiche Abläufe von EDV-Diensten übernommen wurden. Die letzte große Änderung im Pflegebereich bestand in der Umstellung der Pflegedokumentation von der handschriftlichen zur EDV-basierten Dokumentation. Jedoch wurde bis dato bezüglich der Weiterbildung des Personals bis zum heutigen Zeitpunkt lediglich eine Veränderung vorgenommen: Seit einigen Jahren sind das Angebot, die Uhrzeiten und das Datum der Fortbildungen einzusehen. In der näheren Zukunft sollen die Teilnahme an Fortbildungen sowie Anfragen und Einschreibungen auch online vorgenommen werden können.

Aktuell werden Fortbildungen in Form des Präsenzunterrichts angeboten. Diese Form des Unterrichts stellt üblicherweise einen hohen Ressourcenaufwand dar, weil für jede Zweigstelle der drei Krankenhäuser jeweils ein Termin angeboten wird. In dieser Situation werden hohe zeitliche und personelle Ressourcen verbraucht.

Als Beispiel kann die Fortbildung im Zusammenhang mit der Einführung neuer Spritzenpumpen genannt werden. An der Handhabung haben sich nur kleine Details verändert, die in einem Tutorial-Video über das Intranet aufgezeigt werden könnten. In diesem Fall wurde jedoch an allen drei Standorten eine Materialfortbildung an jeweils zwei Tagen angeboten, sodass alle Arbeitnehmer die Möglichkeit erhielten, an der Fortbildung teilzunehmen. Bedingt durch die Räumlichkeiten war die Teilnehmerzahl auf 13 Teilnehmer begrenzt. Für die Fortbildung wurde eine Dauer von einer Stunde angegeben. Um das gesamte medizinische Personal in diesem Thema fortzubilden, musste ein Mitarbeiter der Rehabilitation für sechs Stunden von seinem regulären Einsatzort freigestellt werden. Nach der Fortbildung gab ein Großteil der Teilnehmer an, dass die Dauer der Fortbildung als zu hoch angesetzt war, diese hätte in zehn bis fünfzehn Minuten durchgeführt werden können.

Diese Erkenntnis wurde nach verschiedenen Fortbildungen bereits häufiger erlangt. Die Leitung der Personalabteilung, die für die Weiterbildung der Mitarbeiter zuständig ist, lehnte bis jetzt jedoch ab, E-Learning-Weiterbildungsmethoden einzusetzen. Diese Studie soll aufzeigen, welche E-Learning-Methoden in anderen Einrichtungen verwendet werden. Um das E-Learning im Bereich der Weiterbildung in Zukunft stärker zu integrieren und zu vereinfachen, soll aufgezeigt werden, wie andere Unternehmen E-Learning-Methoden in ihr Weiterbildungsprogramm integriert haben.

3 Literaturanalyse

Recherchiert wurde in Literaturdatenbanken für die Pflege wie MEDLINE, GEROLIT., www.dimdi.de, der Datenbank LISK , CareLit® sowie in aktuellen Lehrbüchern und Standardwerken aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum, in Fachzeitschriften, einschließlich dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung und seiner Datenbank WIESE (Datenbank für wissenschaftliche Schriften in der Pflege) unter www.dip.de. Als Schlagwörter wurden E-Learning, Weiterbildung, Fortbildung, Online-Lernen, Blended Learning und Web-Based- Training (WBT) benutzt.

Erkennbar ist, dass größere Unternehmen im Gegensatz zu kleineren oder mittleren ihren Mitarbeitern mehr Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung anbieten (Seyda & Placke, 2017, S. 5). In den letzten Jahren zeigt sich, dass sich der Anteil an E-Learning-Weiterbildungsmethoden von 69,8 % im Jahr 2007 auf 76,5 % im Jahr 2016 stetig erhöht hat (Seyda & Placke, 2017, S. 5).

In einer Studie aus dem Jahr 2018, welche seit 2014 in einem Zweijahres-Rhythmus am Institut für Health Care und Public Management der Universität Hohenheim durchgeführt wurde, wurde untersucht, inwieweit sich E-Learning in deutschen Krankenhäusern etabliert hat. Dabei ist zu erkennen, dass im Jahr 2014 58 % und 2018 bereits 77 % der Teilnehmer angaben, E-Learning zu benutzen. Jedoch konnte zum Jahr 2016 im Vergleich zu 2014 ein leichter Rückgang von 2 % festgestellt werden. Ein Anteil von 76 % der Teilnehmer verwies darauf, sowohl Präsenzunterricht als auch E-Learning als Weiterbildungsmethoden zu benutzen, Blended Learning und virtuelle Seminare wurden von 15 Teilnehmern verwendet. Von den Teilnehmern teilten 23 % mit, ausschließlich auf Präsenzunterricht zu setzen. Jedoch wird bei sechs Teilnehmern aktuell E-Learning eingeführt (Shoch & Kimmisch, 2020, S. 54 ff.).

Das Institut für Medien und Kompetenzforschung führte 2013 eine Studie durch, in der 103 Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen sowie 97 Großunternehmen mit über 500 Mitarbeitern teilnahmen. Nur 23 % bis 29 % der Firmen sagten aus, E-Learning aktuell und in Zukunft nicht einsetzen zu wollen.

Bei den kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU) finden die Weiterbildungen bei 72 % der Teilnehmer im WBT statt. An zweiter Stelle kommen die virtuellen Klassenräume/Webinare bei 56 % der Anwender zum Einsatz. Blended Learning, eine Mischform von Präsenz und E-Learning, findet bei 45 % der KMU eine Anwendung. Die Simulation findet sich mit 15 % auf Platz sieben wieder. Im Vergleich zu den KMU fallen bei den Großunternehmen die ersten fünf Stellen der Lernformen identisch aus, jedoch in einer anderen Reihenfolge. Auf dem ersten Platz mit 66 % verwenden Großunternehmen das WBT als Hauptweiterbildungsmaßnahme. Auf Platz drei folgt das Blended Learning mit 52 %. Der virtuelle Klassenraum oder das Webinar ist auf Platz vier mit 49 % zu finden. Die Simulation wird mit 33 % mehr als doppelt so oft angewendet wie bei den KMU. Wenn die Themen betrachtet werden, welche hinsichtlich des E-Learnings angeboten werden, ist festzustellen, dass IT-Anwendungen bei den KMU sowie bei Großunternehmen an erster Stelle stehen. Produktschulungen in E-Learning-Formen werden eher in Großunternehmen vermittelt (MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung, 2013, S. 8 ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: MMB-Studie, zurzeit eingesetzte Lernformen(MMB , 2013, S.8 )

Das Institut für Wirtschaft Köln (IWK) führte 2018 eine Studie namens KOFAA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) durch, in der untersucht wurde, wie KMUs E-Learning nutzen und wo diese noch Unterstützung benötigen. Insgesamt wurden 1336 Unternehmen zu diesem Thema befragt. Acht von zehn befragten Unternehmen wendeten in dieser Studie E-Learning-Formen in der Weiterbildung an. In dieser Studie benutzen 52,6 % der Befragten WBT oder Computer-based Training (CBT). Virtuelle Klassenräume wurden von 55,5 % der Studienteilnehmer verwendet. Ein Anteil von 62 % der Befragten gab an, dass ihre Mitarbeiter dem E-Learning nicht skeptisch gegenüberstehen. Laut den Studienteilnehmern eignen sich E-Learning-Methoden besonders, um sich berufliches Fachwissen und IT-Anwenderkenntnisse anzueignen (Flake, Malin, Meinhard & Müller, 2019, S. 10 ff.).

Diese Trends bezüglich des Einsatzes der verschiedenen Medienformate wurden bereits im Jahr 2016 in der Studie des Ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) prognostiziert, in der rund 3000 Betriebe in Deutschland zu digitalen Medien befragt wurden. Dabei ergab sich, dass die Simulation, das virtuelle Klassenzimmer sowie WBT/CBT in den nächsten drei Jahren an Bedeutung gewinnen werden (Biliger & Strauß, 2016, S. 64 f.).

3.1 Zusammenfassung der Aussagen aus der Literaturanalyse

Bei der Betrachtung, wie stark das E-Learning in der gesamten Wirtschaft etabliert ist, kommen das Institut der deutschen Wirtschaft (IWK) und das BMBF zu unterschiedlichen Resultaten. Das BMBF gibt an, dass jeweils nur 31 % der Befragten an E-Learning-Weiterbildungen teilgenommen haben. Das IWK kommt auf eine Teilnehmerzahl von 76,5 % im Jahr 2016. In der Studie der Universität Hohenheim wurde der Schluss gezogen, dass 2018 77 % der Studienteilnehmer an E-Learning-Methoden teilgenommen haben. Somit wurde das Ergebnis der Studie der IWK bestätigt.

Bei den Studien im Hinblick auf die Anwendungen der Lernmethoden ist ersichtlich, dass sich die Methoden der E-Learning-Weiterbildungen sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der Pflege vergleichen lassen. Blended Learning sowie virtuelle Klassenräume stellten sich in beiden Studien als die am häufigsten angewendete Methoden.

3.2 Definition

3.2.1 E-Learning

Für das E-Learning finden sich in der Literatur zahlreiche und uneinheitliche Definitionen, die sich oftmals nur in kleinen Details unterscheiden (Hensge & Ulmer, 2004, S. 96). Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Verständnis für E-Learning ständig verändert. Die Definition von Seuffert und Mayr (2002) scheint am besten geeignet zu sein, da sie sowohl Technologie, Lehr- und Lernprozesse als auch Wissens- und Lerninhalte abdeckt.

Seuferts Definition lautet: «E-Learning findet statt, wenn Lernprozesse in Szenarien ablaufen, in denen gezielt multimediale und telekommunikative Technologien integriert sind» (Seufert & Mayr, 2002, S. 45 ff.).

Die aktuell charakteristischen Aspekte beim E-Learning sind die Verwendung des Internets als primäres Medium sowie die zeitliche und räumliche Trennung des Lernenden und des Ausbilders.

3.2.2 Erklärung der betrieblichen Weiterbildung

Laut des BMBF ist eine Weiterbildungsmaßnahme eine Maßnahme das an einer Einarbeitungs- oder Anpassungsweiterbildung, einer Umschulung, einer Aufstiegsfortbildung oder einer sonstigen Weiterbildung in Bezug auf seinen Arbeitsplatz teilgenommen hat (Bilger & Strauß, 2005, S. 20). «Unter Weiterbildung ist die Gesamtheit aller direkten und indirekten Maßnahmen zu verstehen, mit deren Hilfe eine Erweiterung oder Veränderung der Fähigkeiten der Mitarbeiter und deren Anpassung an neue Erkenntnisse erfolgen soll» (Gropp, 2020, S. 269). Die betriebliche Weiterbildung ist ein Baustein der beruflichen Weiterbildung, bei dem das Unternehmen bestimmt, welchen Anforderungen seine Mitarbeiter gerecht werden müssen. Das Unternehmen legt auf diese Weise den Qualifikationsbedarf der Angestellten fest (Gillen & Meyer, 2010).

4 E-Learning-Formen

In diesem Kapitel werden verschiedene Ausprägungen des selbstgesteuerten, digitalen Lernens vorgestellt.

4.1 Computer-Based Training/Web-Based Training

Diese beiden Formen (CBT/WBT) sind die am häufigsten benutzten E-Learning-Methoden, um Weiterbildungsinhalte zu vermitteln. Beim CBT sind die Daten auf einer DVD oder einem Massenspeichergerät abgespeichert. Dieser Lernform ermöglicht daher, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten, sofern die nötige Hardware zur Verfügung steht.

Beim WBT werden die Daten über das Internet oder über das Intranet der Firma bereitgestellt. Dies Vorgehen bietet dem User die Möglichkeit, an jedem Ort und zu jeder Tageszeit mit einem PC, einem Tablet oder einem Smartphone auf die Daten zurückzugreifen, um die Weiterbildung durchzuführen (Meier, 2006, S. 43). Gegenwärtig ist es fast jedem gegeben, an jedem Ort einen Zugang zum Internet zu erhalten, worin der größte Vorteil im Vergleich zum CBT besteht. Außerdem ermöglicht das Internet eine bessere Möglichkeit zur Kommunikation während der Fortbildungsmaßnahmen. Bei der CBT-Variante muss der User über E-Mail, ein Forum oder über das Telefon Kontakt zu den Ausbildern aufnehmen und kann keinen interaktiven Kontakt zu seinen Kollegen herstellen. Bei der WBT-Variante kann der User über einen Videostream oder einen Chat mit den Ausbildern oder den anderen Teilnehmern in Kontakt treten. Diese Vorgehensweise gestattet den Teilnehmern, zusammen zu lernen (vgl. Klein, 2004, S. 159).

4.1.1 Virtual Classroom

Der Virtual Classroom (VC) ist eine besondere Form des WBT. In dieser E-Learning-Methode sind Lernende und Lehrende über eine Videokonferenz miteinander verbunden, die Teilnehmer sind jedoch räumlich voneinander getrennt. Ein VC kann jedoch auch nur unter Lernenden stattfinden, bei dem Ergebnisse oder Probleme untereinander erläutern werden können (Dittler, 2002, S. 217). Das Haupterkennungsmerkmal besteht darin, dass zeitgleich alle Teilnehmer mit der gleichen Software arbeiten. Dieses Online-Tool (VC) kann mit einem Präsenzunterricht verglichen werden, vom sozialen Aspekt bis hin zur Evaluation der Ergebnisse. Es bietet vor allem Unternehmen mit mehreren Zweigstellen eine effektive und kostengünstige Alternative zur betrieblichen Weiterbildung.

4.2 Blended Learning

Wenn das Blended Learning direkt aus dem Englischen übersetzt wird, bedeutet es gemischtes Lernen. Hierbei handelt es sich um eine didaktisch sinnvolle Verschmelzung zwischen Präsenzunterricht und E-Learning im Rahmen einer Weiterbildung. Die beiden Lernformen werden so verknüpft, dass die jeweiligen Nachteile einer Lernform durch die andere Lernform positiv beeinflusst werden (Blended Learning Network, o. J.). Im Rahmen des Blended Learning Network (BLN) konnten sich die beteiligten Firmen auf folgende Definition einigen:

Um Blended Learning handelt es sich, wenn alle beteiligten Lernformen und die dafür geeigneten Medien auf der Basis eines integrativen Konzeptes eingesetzt werden. Weiterhin handelt es sich bei Blended Learning um organisiertes und durchgängig betreutes Lernen. Die verschiedenen Lernformen werden dabei so miteinander verzahnt, dass jede gemäß ihrer spezifischen Stärken zur Erreichung bestimmter Lernziele beiträgt. Internet-bzw. Intranet-Technologien kommen dabei ebenso zum Einsatz wie Präsenztraining. Art und Umfang orientieren sich an den jeweiligen Lernzielen. Blended Learning fördert den individuellen Lernprozess und ein selbstverantwortliches Lernen. Durch das Zusammenwirken dieser Aspekte wird das Ganze mehr als die Summe seiner Teile und ermöglicht einen größtmöglichen Lernerfolg und Lerntransfer.“ (Bazmbach, Kronmayer, Volkmer & Winter, 2004, S. 26)

4.3 Simulationslernen

Simulationslernen kann mit einer Theatervorstellung verglichen werden: Wie im Theater besteht in der Simulation ein Ort, welcher mit der Bühne gleichgesetzt werden kann, auf der die Handlung stattfindet. Die Handlungen werden von den Zuschauern oder den Weiterbildungsteilnehmern beobachtet. Ein weiterer Ort aus dem Theater ist die Regie, aus welchem die Technik bedient und die Situation so real wie möglich dargestellt wird. Eine möglichst realitätskonforme Situation lässt einen hohen Lernerfolg zu (Robert & Greene, 2011, S. 694 ff.). Die Methode des Simulationslernen stellt einen idealen Theorie-Praxis-Transfer für Teilnehmer einer Weiterbildung dar (Robert & Greene, 2011, S. 694 ff.). In der Pflege werden die Lerninhalte oft an lebensechten Puppen praktisch dargestellt. Um diese Situation so real wie möglich zu vermitteln, wird mit der Puppe kommuniziert und diese wird wie eine reale Person behandelt (Robert & Greene, 2011, S. 694 ff.).

5 Design und Planungsphase

Nachdem das Ziel dieser Arbeit festgelegt wurde und die Forschungsfragen konkretisiert wurden, folgt der nächste Schritt der Arbeit. Ein Untersuchungsplan wurde erstellt, bei dem überlegt und geplant wurde, wie weiter vorgegangen wird. Ein Untersuchungsplan besteht aus folgenden Punkten:

- Untersuchungsdesign/Wahl der Methode
- Bestimmung der Stichprobe
- Ethische Aspekte
- Finanzielle und personelle Ressourcen
- Erlangen von Erlaubnissen (Mayer, 2015, S. 319).

5.1 Entwickelte Methode

Um die aktuelle Umsetzung der E-Learning-Methoden in der Weiterbildung der stationären Krankenpflege zu erfahren, wurde eine schriftliche Befragung von Mitarbeitern im Gesundheitsbereich durchgeführt. Die Umfrage fand online auf einer spezifischen URL namens www.umfrageonline.com statt. Der Online-Fragebogen wurde per E-Mail an 64 Teilnehmer versendet. Durch diese Methode konnte sichergestellt werden, dass ausschließlich Berufsgruppen aus der stationären Krankenversorgung teilnehmen konnten. Die Probanden kannte der Verfasser aus seinem beruflichen Umfeld, durch Kontakte während der Ausbildung oder der Weiterbildung. Durch einen ersten Kontakt via E-Mail wurde die Zustimmung der Teilnehmer zur Teilnahme an der Studie eingeholt. Dabei wurde darum gebeten, den aktuellen Arbeitsplatz zu nennen. Diese Methode ermöglicht es, eine große Menge an Daten schnell und effizient zu sammeln. Die Teilnahme an der Umfrage war freiwillig. Wegen der überschaubaren Größe des Fragebogens ging der Verfasser von einer hohen Teilnahme an der Studie aus.

5.2 Quantitative Studie

„Das Ziel des quantitativen Paradigmas ist das Erklären der kulturell/sozial geschaffenen Wirklichkeit. Mit Hilfe quantifizierender Methoden werden Strukturen über überindividuelle Zusammenhänge und Regeln zwischen Begebenheiten aufgedeckt, indem soziale Gegebenheiten über einen Operationalisierungsvorgang messbar gemacht werden, um dann statistische Analysen anzugeben“ (Raithel, 2008, S. 11–12). Theorien gelten solange als gültig, bis sie widerlegt werden. Außerdem lässt sich in allen quantitativen Methoden erkennen, dass ein Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung besteht. In meiner Umfrage zur Teamentwicklung werden messbare Daten anhand eines Fragebogens erhoben, um aufzuzeigen, dass Teamentwicklungsmaßnahmen unzureichend umgesetzt werden.

5.3 Querschnittstudie

Im Vergleich zu einer Längsschnittstudie, bei welcher die Datenerhebung mit denselben Studienteilnehmern und derselben Messmethode an zwei verschiedenen Zeitpunkten stattfindet, werden bei der Querschnittstudie alle zu untersuchenden Phänomene mit einer Datenerhebung zu nur einem Zeitpunkt erhoben. Bei der vorliegenden Arbeit handelte es sich folglich um eine Querschnittsstudie, bei der die Teilnehmer befragt wurden, wie sie die Umsetzung des E-Learnings als Weiterbildungsmaßnahme erlebten.

5.4 Identifikation der Grundgesamtheit

Die angesprochene Gruppe setzte sich aus verschiedenen Berufsgruppen der stationären Pflege zusammen. Da es sich bei dieser Arbeit um eine Online-Umfrage handelte, konnten die Teilnehmer theoretisch nicht eingegrenzt werden. Bei dieser Studie wurde jedoch eine E-Mail an siebzig Teilnehmer versendet, die diese zu dieser Befragung einlud, nur 64 Personen wollten an der Studie teilnehmen. Durch diese Methode wurde sichergestellt, dass ausschließlich Berufsgruppen aus der stationären Krankenversorgung teilnehmen konnten. Da sich die Umfrage auf Erfahrungen von Probanden im Zusammenhang mit dem E-Learning in der Weiterbildung bezog, kamen nur Personen infrage, die tatsächliche Erfahrungen in diesem Bereich vorweisen konnten. Die Teilnehmer mussten zudem in einem Gesundheitsunternehmen arbeiten und erhielten die Möglichkeit, in einem Zeitraum vom 01/03/2020 bis zum 31/03/2020 an dieser Studie teilzunehmen. Insgesamt war die Studie während eines Zeitraumes von einem Monat online abrufbar.

5.5 Stichprobenerhebung

Im Zeitraum vom 01/03/2020-31/03/2020 fand eine Gesamterhebung der beschriebenen Gruppe aus Kapitel 7.5 statt. Bei dieser Gelegenheitserhebung werden diejenigen Personen befragt, welche am leichtesten zugänglich sind. Diese Vorgehensweise stellt in der Pflegeforschung eine gebräuchliche Form dar, um Stichproben zu gewinnen. Jedoch bringt diese Methode den Nachteil mit sich, dass die Verzerrungen grösser sind und die Repräsentativität daher geringer ausfallen kann (Mayer, 2015, S. 326).

5.6 Bias

Die Methode der Online-Befragung kann zu einer Beeinflussung (Bias) der Ergebnisse führen. Da die Befragung ohne persönlichen Kontakt durchgeführt wurde, konnte es vorkommen, dass wegen der Anonymität des Internets auf die Fragen bewusst falsch geantwortet wurde. Weil keine Möglichkeit bestand, direkt mit dem Autor der Studie zu kommunizieren, konnte es passieren, dass die Studienteilnehmer die Fragestellung missverstehen oder falsch interpretieren konnten. Die Teilnehmer konnte jedoch nur einmal an der Umfrage teilnehmen, da www.umfrageonline.com die Möglichkeit besaß, die Teilnehmer an ihrer IP-Adresse zu erkennen, und so ein erneutes Teilnehmen an der Umfrage ausschließen konnte. Ebenfalls wurde die Anonymität der Teilnehmer durch die persönliche Einladung per E-Mail eingegrenzt.

6 Daten

6.1 Spezifische Daten

Die Datenerhebung wurde anhand eines standardisierten Fragebogens durchgeführt. Diese Methode wird oft im Gesundheitswesen angewendet. Zu den offensichtlichen Vorteilen dieser Methode gehören die niedrigen Kosten, eine hohe Standardisierung und die Möglichkeit, die Daten anonym zu erheben. Über das Internet besteht die Möglichkeit, eine große Menge an Daten schnell und effizient zu sammeln. Durch die Online Befragung wird außerdem Zeit eingespart, da sich nicht eigens getroffen werden muss, um an die gewünschten Daten zu gelangen. Bei Unklarheiten im Zusammenhang mit dem Fragebogen konnten die Teilnehmer bei Gelegenheit stets Kontakt mit dem Verfasser per E-Mail aufnehmen. Dennoch konnte nicht sichergestellt werden, wer an dieser Studie teilnimmt. Trotz direkten Anschreibens der potenziellen Teilnehmer konnte nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, wer den Fragebogen ausgefüllt hat. Als Nachteil kann der Aufwand verstanden werden, der benötigt wurde, um den Fragebogen in digitaler Form zu erstellen. In diesem Fall dauerte es vier bis fünf Stunden bevor die Funktionsweise des Internetfragebogens durchdrungen werden konnte.

6.2 Validität der Daten

Der Validität der Daten wurde bei dieser Studie keine Bedeutung zugesprochen. Diese wäre erst bei einer erneuten Erfassung der Daten in einer Vergleichsstudie oder zu einem späteren Zeitpunkt bedeutsam. Die interne und die externe Validität sind bei der Ermittlung eines Ist-Zustandes nicht relevant.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
E-Learning in der stationären Krankenversorgung. Umsetzung von E-Learning-Methoden in der Weiterbildung
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1.3
Jahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V920329
ISBN (eBook)
9783346243799
ISBN (Buch)
9783346243805
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Learning, Weiterbildung
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, E-Learning in der stationären Krankenversorgung. Umsetzung von E-Learning-Methoden in der Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920329

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