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Inszenierung des Fremden innerhalb europäischer Völkerschauen. Völkerschauen und Wissenschaften

Titre: Inszenierung des Fremden innerhalb europäischer Völkerschauen. Völkerschauen und Wissenschaften

Dossier / Travail , 2019 , 24 Pages , Note: 1,2

Autor:in: Hannah Rudolf (Auteur)

Histoire de l'Europe - Époque guerres mondiales
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Diese Arbeit setzt sich mit der Inszenierung von Völkerausstellungen in Europa, der wissenschaftlichen Erforschung der ausgestellten Menschen unter dem Motiv der Rassenhierarchie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die europäische Fremd- und Eigenwahrnehmung auseinander. Da es sich um ein gesamteuropäisches Phänomen handelte und sich die Inszenierungen und Ausstellungsbedingungen innerhalb der europäischen Völkerschauen kaum unterschieden, liegt der Fokus dabei weniger auf Einzelschicksalen oder spezifischen Ausstellungen. Es wird aufgezeigt, wie diese Inszenierungen des Fremden zur Bildung und Festigung falscher Vorstellungen führten, Stereotype konsolidierten und die Überlegenheit der weißen Rasse demonstrierten.

Im ersten Schritt wird dabei die Frage geklärt, wie und unter welchen Bedingungen Angehörige fremder Völker nach Europa kamen, wie man diesen auf europäischer Seite begegnete und welche Instanzen an dem Transfer beteiligt waren. Da Völkerausstellungen und deren Darstellungen von fremden Völkern eng mit dem wissenschaftlichen Rassismus des 19. Jahrhunderts verknüpft sind, wird dieser Zusammenhang im dritten Gliederungspunkt aufgezeigt.

Der Hauptteil der Arbeit wird sich ausführlich mit der Art der Inszenierung des Fremden im Rahmen der Völkerausstellungen beschäftigen. Dabei wird neben den rassespezifischen Darstellungen auch auf die verschiedenen Ausstellungstypen, die Erfolgskriterien der Ausstellungen, deren Instrumentalisierung zu Zwecken der Kolonialpropaganda und die Rolle der Werbung eingegangen. Der Effekt dieses Zusammenspiels von stereotypen Inszenierungen und Legitimierung durch den wissenschaftlichen Rassismus auf die europäische Fremdwahrnehmung wird im letzten Gliederungspunkt herausgearbeitet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg nach Europa

3. Völkerschauen und Wissenschaft

4. Die Inszenierung des Fremden

4.1 Ausstellungsgenres

4.2 Erfolgskriterien

4.3 Rassenspezifische Darstellungen

4.4 Kolonialpropaganda

4.5 Werbung

5. Auswirkungen auf die europäische Fremdwahrnehmung

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der europäischen Völkerschauen zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Zweiten Weltkrieg. Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, wie diese Massenveranstaltungen durch die Inszenierung des „Fremden“ und deren pseudowissenschaftliche Legitimierung rassistische Stereotype festigten und die europäische Fremd- und Eigenwahrnehmung nachhaltig prägten.

  • Strukturen der Anwerbung und des Transfers von Menschen nach Europa
  • Wechselwirkung zwischen Völkerschauen und dem wissenschaftlichen Rassismus
  • Unterschiedliche Inszenierungstypen und deren kolonialpropagandistische Funktion
  • Die Rolle der Werbung bei der Etablierung von Fremdbildern
  • Langfristige Auswirkungen auf das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein

Auszug aus dem Buch

4.3 Rassenspezifische Darstellungen

Auf welche Art die außereuropäischen Menschen im Rahmen von Völkerausstellungen portraitiert und inszeniert wurden hing maßgeblich von ihrer Rasse und dem ihr zugeteilten Grad an Zivilisiertheit bzw. Kultiviertheit ab. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch wie sich ihr Aussehen in Bezug auf das europäische Schönheitsideal verhielt. Anne Dreesbach arbeitet in ihrer Dissertation „Gezähmte Wilde - Zur Zuschaustellung exotischer Menschen in Deutschland 1870-1940“ die rassenspezifischen Darstellungen innerhalb der deutschen Völkerschauen heraus. Andere Quellen verdeutlichen, dass sich diese auch auf sämtliche Ausstellungen in ganz Westeuropa übertragen lassen und zumindest bei den kommerziellen, privat organisierten Schauen kaum nationalen Unterschiede festzustellen sind.

Auf der untersten Stufe der Rassenhierarchie standen die sogenannten „Natur“- bzw. „Urmenschen“, die als „culturlose Völker“ charakterisiert wurden. Zu ihnen zählten die Feuerländer, „Austral-neger“ (Aborigines), „Hottentotten“ (Südafrikaner) und Patagonier. Der Wissenschaftler Waitz beschreibt sie als träge, faule Kannibalen und Kindermörder und betont die „fast gänzliche Abwesenheit moralischer Vorstellungen.“ Vielen „Naturvölkern“ wurden fälschlicherweise kannibalistische Praktiken nachgesagt, die genutzt wurden um deren animalischen Charakter zu veranschaulichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Völkerschauen ein und skizziert die Fragestellung nach deren Einfluss auf die europäische Fremdwahrnehmung sowie die wissenschaftliche Einbettung.

2. Der Weg nach Europa: Dieses Kapitel thematisiert die Anwerbungspraktiken, die Rolle von Tierfängern als Agenten und die vertraglichen sowie teils gewaltsamen Bedingungen des Transfers von Menschen nach Europa.

3. Völkerschauen und Wissenschaft: Hier wird die enge Verflechtung zwischen Völkerschauen und anthropologischer Forschung beleuchtet, welche der Zurschaustellung eine wissenschaftliche Legitimation verlieh.

4. Die Inszenierung des Fremden: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Ausstellungstypen, Erfolgskriterien, rassenspezifische Darstellungen sowie die Instrumentalisierung durch Kolonialpropaganda und Werbung.

5. Auswirkungen auf die europäische Fremdwahrnehmung: Das Kapitel untersucht die langfristigen Folgen der in Menschenzoos propagierten Fremdbilder auf das kollektive europäische Bewusstsein und die rassistische Identitätsbildung.

6. Schluss: Der Schluss bilanziert das Ende des Zeitalters der Völkerschauen und fordert eine kritische wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik im öffentlichen Geschichtsbewusstsein.

Schlüsselwörter

Völkerschauen, Menschenzoos, Kolonialismus, Rassismus, Europäische Fremdwahrnehmung, Stereotype, Hagenbeck, Exotismus, Wissenschaftlicher Rassismus, Anthropologie, Kolonialpropaganda, Authentizitätsmythos, Rassenhierarchie, Identitätsbildung, Postkoloniale Studien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das historische Phänomen der europäischen Völkerschauen als Instrumente zur Festigung rassistischer Fremdbilder.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Inszenierung des „Fremden“, die Rolle der Wissenschaft bei der Legitimierung von Rassentheorien und die Instrumentalisierung der Ausstellungen für koloniale Zwecke.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung fragt danach, wie Völkerschauen zur Bildung und Festigung falscher Vorstellungen über außereuropäische Völker beitrugen und wie sie das europäische Überlegenheitsgefühl gegenüber der „weißen Rasse“ demonstrierten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse vorhandener wissenschaftlicher Literatur und Quellen zur Geschichte der Völkerausstellungen und des Kolonialismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Genres der Schauen, den Erfolgskriterien der Veranstalter und der Art und Weise, wie unterschiedliche Völkergruppen rassenspezifisch inszeniert wurden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Völkerschauen, Kolonialismus, Rassismus, Fremdwahrnehmung und Anthropologie zählen zu den zentralen Begriffen.

Welche Rolle spielte Carl Hagenbeck?

Hagenbeck gilt als ein Hauptprotagonist und Organisator, der das Modell der „anthropologisch-zoologischen“ Schauen maßgeblich etablierte.

Warum wird die „Authentizitätsillusion“ so betont?

Veranstalter inszenierten ihre Schauen als „authentisch“, um den Bildungsanspruch zu unterstreichen und das voyeuristische Vergnügen des Publikums zu legitimieren.

Inwiefern beeinflusste die Werbung die Wahrnehmung?

Durch einen sogenannten „Stereotypenkreislauf“ aktivierte die Werbung beim Publikum Klischees, die in der Ausstellung anschließend scheinbar bestätigt wurden.

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Résumé des informations

Titre
Inszenierung des Fremden innerhalb europäischer Völkerschauen. Völkerschauen und Wissenschaften
Université
University of Hagen
Note
1,2
Auteur
Hannah Rudolf (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
24
N° de catalogue
V920360
ISBN (ebook)
9783346303226
ISBN (Livre)
9783346303233
Langue
allemand
mots-clé
inszenierung fremden völkerschauen wissenschaften
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Hannah Rudolf (Auteur), 2019, Inszenierung des Fremden innerhalb europäischer Völkerschauen. Völkerschauen und Wissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920360
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Extrait de  24  pages
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