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Bilanzierung passiver (negativer) Unterschiedsbeträge im Konzernabschluss nach HGB/DRS und IFRS

Titel: Bilanzierung passiver (negativer) Unterschiedsbeträge im Konzernabschluss nach HGB/DRS und IFRS

Bachelorarbeit , 2019 , 42 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Alexander Schoen (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem passiven (negativen) Unterschiedsbetrag und gibt Einblicke in die Entstehung, die Ursachen und die bilanzielle Behandlung nach deutschem Handelsrecht sowie internationalem Recht.

Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs kommt es selten dazu, dass sich Kaufpreis und übernommenes Nettovermögen des erworbenen Unternehmens entsprechen. In den meisten Fällen wird hierbei mehr bezahlt, als das Unternehmen an tatsächlichem Wert besitzt und es bildet sich ein sog. Goodwill. Seltener hingegen wird ein Unternehmen unter Wert erworben und es kommt zum Auftreten eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages. Dieser passive bzw. negative Unterschiedsbetrag wird im bisherigen Schrifttum weitaus weniger intensiv behandelt als der Goodwill.

Die Regelungen des deutschen Handelsrechts werden im Handelsgesetzbuch (HGB) beschrieben und durch das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) erweitert. Das DRSC hat am 25. September 2015 den deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 23 (DRS 23) verabschiedet, welcher ab dem 01. Januar 2017 verpflichtend für alle Unternehmen anzuwenden ist. In diesem DRS 23 wird die Entstehung und bilanzielle Behandlung des passiven Unterschiedsbetrages nach HGB konkretisiert.

Das internationale Recht wird durch das "International Accounting Standards Board" (IASB) repräsentiert. Den hier für den negativen Unterschiedsbetrag relevanten Standard stellt der "International Financial Reporting Standard" (IFRS 3) dar. Er ist auf Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden, "bei denen der Erwerbszeitpunkt zu Beginn der ersten Berichtsperiode des Geschäftsjahres, das am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnt, oder danach liegt".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Ermittlung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages nach HGB/DRS und IFRS

2.1 Ermittlung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages im Rahmen der Vollkonsolidierung

2.1.1 Entstehung des passiven (negativen) Unterschiedsbetrages

2.1.2 Anschaffungskosten/Wert der übertragenen Gegenleistung

2.1.3 Neubewertetes Eigenkapital

2.2 Ermittlung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages im Rahmen weiterer Verfahren

3 Ursachen und bilanzielle Konsequenzen der Entstehung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages nach HGB/DRS und IFRS

3.1 Ursachen und bilanzielle Konsequenzen der Entstehung eines passiven Unterschiedsbetrages nach HGB/DRS

3.1.1 Ausweis des passiven Unterschiedsbetrages

3.1.2 Ursachen und Fortschreibung des passiven Unterschiedsbetrages

3.1.2.1 Fremdkapitalcharakter

3.1.2.1.1 Ursachen

3.1.2.1.2 Bilanzierung

3.1.2.2 Eigenkapitalcharakter

3.1.2.2.1 Ursachen

3.1.2.2.2 Bilanzierung

3.1.2.3 Technischer Charakter

3.1.2.3.1 Ursachen

3.1.2.3.2 Bilanzierung

3.1.3 Anhangangaben

3.2 Ursachen und bilanzielle Konsequenzen der Entstehung eines negativen Unterschiedsbetrages nach IFRS

3.2.1 Ursachen für die Entstehung eines negativen Unterschiedsbetrages

3.2.1.1 Günstiger Erwerb

3.2.1.2 Bewertungsausnahmen

3.2.1.3 Ansatz- oder Bewertungsfehler

3.2.2 Reassessment

3.2.3 Bilanzierung des negativen Unterschiedsbetrages

3.2.4 Anhangangaben

4 Analyse der DAX 30-Unternehmen und der Aareal Bank hinsichtlich des Auftretens eines negativen Unterschiedsbetrages

4.1 Analyse der DAX 30-Unternehmen

4.2 Analyse der Aareal Bank

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bilanzierung und wirtschaftliche Bedeutung des passiven (negativen) Unterschiedsbetrages, der bei Unternehmenskäufen im Konzernabschluss nach den Vorschriften des HGB/DRS und der IFRS entstehen kann, und analysiert deren Auftreten in der Praxis.

  • Methoden der Kapitalkonsolidierung und deren Einfluss auf den Unterschiedsbetrag
  • Ursachenanalyse nach HGB/DRS (Fremdkapital-, Eigenkapital- und technischer Charakter)
  • Ursachenanalyse nach IFRS (Bargain Purchase, Bewertungsunterschiede)
  • Bilanzielle Behandlung und Anhangangaben im direkten Vergleich
  • Empirische Analyse des Auftretens bei DAX 30-Unternehmen und der Aareal Bank

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 Günstiger Erwerb

Wird das Unternehmen von dem Erwerber zu einem Preis erworben, der unterhalb des eigentlichen Wertes liegt, handelt es sich hier um einen sog. „bargain purchase“. Dieser Fall ist vergleichbar zum „lucky buy“ nach HGB/DRS, denn auch hier wird der daraus resultierende negative Unterschiedsbetrag durch die gute Verhandlungsposition oder durch das Verhandlungsgeschick des Erwerbers im Rahmen der Kaufpreisverhandlung begründet. Dabei handelt es sich jedoch nach Auffassung des IASB um eine absolute Ausnahme, da Unternehmenseigentümer ihr Unternehmen üblicherweise nicht wissentlich und willentlich zu einem Preis unter dem Fair Value verkaufen würden. In der Regel ist ein „bargain purchase“ also auszuschließen; es wird hingegen eine Ausgeglichenheit zwischen Leistung und Gegenleistung unterstellt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es hier jedoch durchaus zu solchem Ausnahmefall kommen. So kann sich ein günstiger Kauf zum einen dadurch ergeben, dass die beiden an der Transaktion beteiligten Parteien voneinander unabhängig sind und anderen dadurch, dass sich der Verkäufer gemäß IFRS 3.35 in einer Notlage befindet. Er sieht sich daher zu einem Verkauf unter Fair Value gezwungen. Beispiele für eine solche Notlage sind Zahlungsprobleme des Verkäufers, wodurch dieser dringend einen neuen Investor sucht, um eine drohende Insolvenz abzuwenden, oder dass die rentable Fortführung des Unternehmens nicht mehr möglich ist. Auch der Tod eines maßgeblichen Unternehmers kann eine Notlage darstellen und zu einem Zwangsverkauf des Unternehmens führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, grenzt es ein und erläutert den Gang der Untersuchung zur Behandlung des passiven Unterschiedsbetrages.

2 Ermittlung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages nach HGB/DRS und IFRS: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen zur Ermittlung des Unterschiedsbetrages innerhalb der verschiedenen Konsolidierungsmethoden.

3 Ursachen und bilanzielle Konsequenzen der Entstehung eines passiven (negativen) Unterschiedsbetrages nach HGB/DRS und IFRS: Hier werden die spezifischen Ursachen und die daraus resultierenden unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften nach HGB/DRS einerseits und IFRS andererseits detailliert analysiert.

4 Analyse der DAX 30-Unternehmen und der Aareal Bank hinsichtlich des Auftretens eines negativen Unterschiedsbetrages: Das Kapitel bietet eine praxisorientierte Untersuchung anhand von DAX 30-Daten und einer spezifischen Fallstudie zur Aareal Bank.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und bewertet die praktische Relevanz des Themas.

Schlüsselwörter

Passiver Unterschiedsbetrag, Negativer Unterschiedsbetrag, Goodwill, Badwill, Kapitalkonsolidierung, HGB, DRS, IFRS, Kaufpreisallokation, Fair Value, Bargain Purchase, Reassessment, Aareal Bank, Unternehmenserwerb, Konzernabschluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung und Entstehung des sogenannten passiven (negativen) Unterschiedsbetrages, der auftritt, wenn bei einem Unternehmenskauf der Kaufpreis niedriger ist als das neu bewertete Eigenkapital des erworbenen Unternehmens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Unterschiede zwischen dem deutschen Handelsrecht (HGB/DRS) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) hinsichtlich der Ermittlung, Ursachenzuordnung und bilanziellen Fortschreibung dieses Betrags.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehung und bilanzielle Konsequenz des passiven Unterschiedsbetrages unter beiden Regelwerken transparent zu machen und seine praktische Bedeutung für Unternehmen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Analyse, ergänzt durch eine empirische Untersuchung der DAX 30-Unternehmen und einer detaillierten Fallbetrachtung der Aareal Bank.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Bilanzierungsvorschriften (HGB vs. IFRS) und die praktische Analyse des Auftretens in Geschäftsberichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kapitalkonsolidierung, Badwill, Bargain Purchase, Kaufpreisallokation sowie die Differenzierung zwischen Eigenkapital-, Fremdkapital- und technischem Charakter.

Warum ist das "Reassessment" nach IFRS für den Unterschiedsbetrag so wichtig?

Nach IFRS 3 ist vor der Anerkennung eines negativen Unterschiedsbetrages als Ertrag zwingend ein Reassessment durchzuführen, um sicherzustellen, dass Ansatz und Bewertung aller identifizierten Vermögenswerte und Schulden korrekt sind und keine Fehler vorliegen.

Wie unterscheidet sich der Ausweis nach HGB von dem nach IFRS?

Nach HGB/DRS wird der passive Unterschiedsbetrag als eigener Posten bilanziell ausgewiesen und fortgeschrieben, während er nach IFRS nach einem Reassessment in der Regel unmittelbar ergebniswirksam als Ertrag vereinnahmt wird.

Welche Rolle spielt die Aareal Bank in der Analyse?

Die Aareal Bank dient als spezifisches Fallbeispiel, an dem aufgezeigt wird, dass ein negativer Unterschiedsbetrag trotz seiner theoretischen Seltenheit für bestimmte Branchen – insbesondere Banken – erhebliche Auswirkungen auf das operative Ergebnis haben kann.

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Details

Titel
Bilanzierung passiver (negativer) Unterschiedsbeträge im Konzernabschluss nach HGB/DRS und IFRS
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Alexander Schoen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
42
Katalognummer
V920459
ISBN (eBook)
9783346241221
ISBN (Buch)
9783346241238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
HGB IFRS Badwill negativer Unterschiedsbetrag Konzern Konzernabschluss
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Schoen (Autor:in), 2019, Bilanzierung passiver (negativer) Unterschiedsbeträge im Konzernabschluss nach HGB/DRS und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920459
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Leseprobe aus  42  Seiten
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