Neben den traditionellen Medien wie der Schultafel, dem Schulbuch und anderen bedruckten Materialien werden immer häufiger auch technische Medien im Fremdsprachenunterricht eingesetzt. In dieser Arbeit ist mit Fremdsprachenunterricht der Englischunterricht gemeint. Technische Medien sind z.B. das Tonbandgerät, der Schulfunk, das Sprachlabor, der Fernseher, der Videorecorder oder der Computer.
Da viele Lehrkräfte sich aufgrund der ihnen fremden Technik scheuen, Medien regelmäßig, systematisch, mediengerecht und didaktisch begründet in den Unterricht zu integrieren, um bestimmte Lernziele zu erreichen, ist die Anzahl der Unterrichtsentwürfe noch recht gering und aktuelle Fachliteratur zu diesem Themenbereich schwer zu bekommen.
Oftmals wird davon ausgegangen, dass Medien für den Fremdsprachenunterricht nicht unbedingt notwendig, sondern eher schmückendes Beiwerk sind, das den Unterricht gelegentlich auflockert. Dagegen spricht, dass der Fremdsprachen-unterricht, der sich als oberstes Lernziel Kommunikationsfähigkeit setzt, nicht um technische Medien herumkommt, denn nur so können optimale Lernvoraussetzungen zum Erlangen der kommunikativen Kompetenz geschaffen werden.
Als ein weiteres Argument gegen den Einsatz von Medien wird der enorme Zeitaufwand angeführt, der angeblich nicht im Verhältnis zu dem steht, was mit Hilfe von Medien erreicht werden kann. Natürlich muss ein gewisses Maß an Zeit eingeplant werden, um z.B. Hörspiele, Videoprojekte usw. zu erarbeiten, dafür können durch diese technischen Medien jedoch sprachspezifische Lernziele umgesetzt, Medienkompetenz aufgebaut und Handlungskompetenz gewonnen werden, die in diesem Umfang im traditionellen Fremdsprachenunterricht nicht erreicht werden können.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Hörspiel
2.1 Geschichtlicher Exkurs
2.2 Zum Begriff „Hörspiel“
3. Didaktische und methodische Aspekte des Hörspiels
3.1 Didaktische Begründung und Lebensweltbezug
3.2 Lehrplanbezug
3.3 Methodische Überlegungen zur Arbeit mit Hörspielen
3.4 Möglichkeiten der Umsetzung im Unterricht
4. Handlungsorientierter Unterricht
4.1 Das Prinzip des handlungsorientierten Unterrichts
5. Medien in der Schule
5.1 Medienpädagogische Überlegungen
5.2 Zum Begriff „Medienkompetenz“
5.3 Medien im Fremdsprachenunterricht
6. Praktische Einheit
6.1 Lerngruppe
6.2 Begründung der Themenauswahl
6.3 Auswahl der Texte
6.4 Voraussetzungen
6.4.1 Technische Voraussetzungen
6.4.2 Pädagogische Voraussetzungen
6.5 Probleme
6.6 Lernziele und Schlüsselqualifikationen
6.6.1 Ziele im medienpädagogischen Bereich
6.6.2 Fachbezogene Ziele
6.6.3 Übergreifende Ziele
6.7 Planung des Hörspielprojektes
6.7.1 Planungsübersicht
6.8 Durchführung des Hörspielprojektes
6.8.1 Beschreibung der durchgeführten Stunden
7. Schlussbetrachtung
8. Reflection
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Hörspielproduktionen als handlungsorientierte Methode im Englischunterricht der Sekundarstufe I, um Kommunikationsfähigkeit, Hörverstehen und Medienkompetenz bei Schülern gezielt zu fördern.
- Didaktische und methodische Fundierung der Hörspielarbeit
- Integration technischer Medien in den Fremdsprachenunterricht
- Umsetzung handlungsorientierter Prinzipien in der Praxis
- Förderung von Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz und Kreativität
Auszug aus dem Buch
2.1. Geschichtlicher Exkurs
Als Geburtsstunde des europäischen Hörspiels gilt heute die Erstausstrahlung von Richard Hughes „A Comedy of Danger“ am 15. Januar 1924 in London. Die Handlung dieses kurzen Hörspiels spielt im Stollen einer Kohlegrube, in dem infolge eines Kurzschlusses völlige Dunkelheit herrscht. Hughes „ließ das Licht ausgehen und auf der Szene begann zu agieren, was nichts als Stimme hat. (…) Was nichts als Stimme hat, gewann im Rampenlicht der Finsternis Gestalt, der Hörer wurde zum Regisseur, Dramaturgie und Psychologie verschmolzen in eins.“
Das erste deutsche Hörspiel ließ nicht lange auf sich warten. Noch im selben Jahr wurde Hans Fleschs „Zauberei auf dem Sender“ vom öffentlichen Rundfunk realisiert und ausgestrahlt. Viele Kritiker bezeichneten jedoch Rolf Gunolds 1925 entstandenes Werk „Spuk“ als erstes und der Weiterentwicklung dienendes deutsches Hörspiel, da es sich auf funkadäquate Mittel wie Geräusche und Stimmen konzentrierte und deshalb eine nur auditive Rezeption vom Hörer verlangte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung technischer Medien im Englischunterricht und setzt sich mit Vorurteilen gegenüber deren Einsatz auseinander.
2. Das Hörspiel: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung des Hörspiels und definiert dessen mediale Besonderheiten und Gattungsmerkmale.
3. Didaktische und methodische Aspekte des Hörspiels: Hier werden der Lebensweltbezug, Lehrplananforderungen sowie konkrete didaktische Wege zur Integration des Hörspiels in den Unterricht diskutiert.
4. Handlungsorientierter Unterricht: Das Kapitel erläutert das pädagogische Prinzip des ganzheitlichen, schüleraktiven und produktorientierten Unterrichts als Rahmen für das Projekt.
5. Medien in der Schule: Es wird die medienpädagogische Notwendigkeit thematisiert, Schüler zu einem kritischen und kompetenten Umgang mit Massenmedien zu befähigen.
6. Praktische Einheit: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die konkrete Planung, Durchführung und Reflexion eines Hörspielprojektes mit einer 6. Klasse.
7. Schlussbetrachtung: Die Autorin zieht ein positives Fazit über den Projekterfolg und betont die motivierende Wirkung der schülereigenen Medienproduktion.
8. Reflection: Eine englischsprachige Zusammenfassung und Reflexion des Projekts im Hinblick auf die Sprachkompetenzentwicklung.
Schlüsselwörter
Hörspiel, Englischunterricht, Handlungsorientierter Unterricht, Medienkompetenz, Fremdsprachenerwerb, Schülereigene Produktion, Audiovisuelle Medien, Kommunikationsfähigkeit, Hörverstehen, Medienpädagogik, Projektarbeit, Gruppenarbeit, Sprachkompetenz, Kreativität, Motivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktiven, produktionsorientierten Einbindung des Mediums Hörspiel in den Englischunterricht, um Lernziele wie Hörverstehen und Kommunikationsfähigkeit handlungsorientiert zu erreichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Mediendidaktik, das Prinzip des handlungsorientierten Unterrichts sowie die praktische Anwendung von Hörspielprojekten in der Sekundarstufe I.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch die eigene Produktion von Kurzhörspielen in der Fremdsprache nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch eine höhere Medienkompetenz entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur Medientheorie sowie einer eigenen, empirisch dokumentierten Unterrichtseinheit (Aktionsforschung) mit einer 6. Klasse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Aspekten des Hörspiels und Medienbegriffen die konkrete Planung, die technischen und pädagogischen Voraussetzungen sowie die Durchführung der Unterrichtseinheit inklusive der Bewältigung organisatorischer Probleme beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Hörspielproduktion, handlungsorientierter Englischunterricht, Medienkompetenz, produktives Lernen und kommunikative Kompetenz.
Wie wurden die Schüler in das Projekt eingebunden?
Die Schüler waren als aktive Gestalter tätig: Sie verfassten nach Vorgaben eigene Hörspieltexte, übernahmen Sprecherrollen, produzierten Geräusche und setzten sich in Gruppen mit der Tontechnik auseinander.
Welche Rolle spielt die Technik für die Schüler?
Die Technik dient als Motivationsfaktor und Werkzeug; durch die Arbeit mit Vierkanalrecordern und Computern lernen die Schüler, mediale Produkte bewusst zu gestalten und zu manipulieren, anstatt nur passive Konsumenten zu sein.
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- Anna Werner (Author), 2005, Hörspielproduktion im Englischunterricht. Handlungsorientierter Unterricht am einem Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92056