Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bodentiefe Fenster
2.1 Haus – Raum – Fenster – Rahmen
2.2 Unter ständiger Beobachtung: Der Fensterblick als ,Durchsicht‘
2.3 Die Gemeinschaft hinter den Fenstern

3 Fazit und Ausblick

4 Literaturverzeichnis
4.1 Untersuchte Primärliteratur
4.2 Sekundärliteratur
4.3 Internetquellen

„Die Gesellschaft ist der allergrößte Mordschauplatz.“

Ingeborg Bachmann: Malina (1971)

1 Einleitung

Fensterblicke haben lange Zeit keine besondere Beachtung in der Literaturwissenschaft erhalten.1 Erst in den letzten Jahren wurde es immer mehr zu einem zentralen kulturwissenschaftlichen Interessengebiet.2 Dass Fensterblicke in Literatur und Kunst von hohem Stellenwert sind und sogar eine eigene Geschichte besitzen, zeigen sowohl Selbmann als auch Neumann auf. Im Verlauf der Jahre hat sich die Art und Weise der Fenstermotivik verändert. Ebenso wie in der Literatur sind Fensterblicke epochalen Änderungen unterworfen und unterliegen spezifischen Zeitkontexten.3

Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivik des Fensterblickes in der Gegenwartsliteratur. Wie werden Fensterszenen in der Literatur der post-bürgerlichen Ära dargestellt und wie können diese gedeutet werden? Auch stellt sich die Frage danach, ob sich die Fenstermotivik der literarischen Traditionslinie von Fensterblicken fügt oder ob sie sich gewandelt hat. Hierzu soll Anke Stellings Roman Bodentiefe Fenster4 als paradigmatisches Beispiel dienen. Nicht nur die Art und Weise des Erzählens, sondern auch die Rolle des Individuums in der Gesellschaft ist einem spezifischen Kontext unterworfen, was sich letztendlich in der Darstellung der Fensterszenen niederschlägt. Inwiefern dies der Fall ist, wird in der Analyse der vorliegenden Arbeit anhand eines Close-Readings Verfahren verdeutlicht. Argumentiert wird zum einen auf einem soziologischen Ansatz, der das Individuum in Verhältnis zu seiner sozialen Stellung setzt, und zum anderen auf einer psychologischen Deutungsebene, die das Innenleben der Protagonistin fokussiert.

Im Anschluss wird im zweiten Kapitel der Roman vorgestellt und die Darstellung der Fensterszenen sowie Möglichkeiten der Deutungsebenen erläutert. Die Analyse der vorliegenden Arbeit beginnt mit der Untersuchung und dem Versuch einer Verortung der Ich-Erzählerin im Kontext von Raum, Haus, Fenster und Rahmen. Dabei wird der Gefühlszustand der Erzählerin näher beleuchtet und untersucht, welche Auswirkungen ihr gegenwärtiges Zusammenleben darauf hat. Ebenfalls wird analysiert, inwiefern sich ihr emotionaler Zustand in der Erzählung ihrer Wohnumgebung widerspiegelt und welche Motivik in den Fensterszenen zum Ausdruck kommt.

Doch worin genau liegt die Bedeutung von ‚bodentiefen‘ Fenstern im Roman? Im Kapitel 2.2 wird schließlich anhand eines weiteren Close Readings untersucht, welche Position die Fenster im Verhältnis zur Raumgestaltung einnehmen und welche Funktion ihnen zukommt. Ebenfalls wird deutlich, dass die bodentiefen Fenster als Beobachtungsdispositiv fungieren und auf das permanente Vorhandensein gesellschaftlicher Zwänge hinweisen. Auch wird deutlich, dass es sich bei den Problemen der Ich-Erzählerin mehr um ein generelles Systemproblem handelt und nicht nur um ein Einzelschicksal. Zudem wird verdeutlicht, wie anhand von Mutterschaft Rollenzuschreibungen in der Gesellschaft verhandelt werden.

Schließlich wird in Kapitels 2.3 der Roman als eine umfassende Gesellschaftskritik thematisiert. Indem Hierarchien und Machtmechanismen aufgedeckt werden, wird deutlich, in welchem sozialen Spannungsgefüge die Romanfiguren sich bewegen. Innerhalb der gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen wird das Wohnumfeld immer mehr Teil der eigenen Identität. Die bodentiefen Fenster gelten innerhalb dieses Systems vor allem als Statussymbol. Schließlich wird damit auf die politischen Qualitäten privater Räume hingewiesen.

Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit wird die Bedeutung des Fensters in der Gegenwartsliteratur abschließend kontextualisiert und in die epochale Entwicklung des Fensterblicks in der Literatur eingeordnet. Die Fenstermotivik im Roman fügt sich einerseits traditionellen Wirkungsweisen von Fensterblicken, gleichzeitig finden sich in den Fensterszenen auch neue motivische Ausgestaltungen. Es wird verdeutlicht, dass die Erzählerin innerhalb der Romanhandlung zwar ohne Alternative bleibt, der Roman dennoch eine Doppelbödigkeit besitzt, die auf narrativer Ebene doch Perspektiven eröffnet.

2 Bodentiefe Fenster

Die Gegenwart ist allgemein geprägt von Digitalisierung und virtuellen Räumen. Anders als bei bisherigen Fensterblicken scheint sich mit der neuen digitalen Welt der Fenstertechnik der Blick auf und durch das Fenster allerdings verschoben zu haben. Über Literaturepochen hinweg galt das Fenster als Reflexionsmedium, an dem subjektive Wahrnehmung hinterfragt wurde. Szenen am Fenster thematisierten das Spiel von innen und außen.5 Doch „[d]ie über die Epochen gültige Dialektik von Draußen und Drinnen, an deren zentraler Schnittstelle das Fenster angesiedelt war, ist endgültig Vergangenheit geworden.“6 Das Fenster sei nach Selbmann „leer“ geworden und würde eine Selbstreflexivität nur noch vortäuschen.7 Der Roman von Anke Stelling trägt bereits im Titel einen deutlichen Verweis auf die Fensterthematik mit sich. Jedoch geht es weniger um digitale Räume, sondern um ganz andere Dimensionen, die sich in der gesellschaftlichen Gegenwart eröffnen. Doch wie die Fensterszenen im Roman gedeutet werden können und ob die Fenster im Roman wirklich leer sind und keine Reflexionsmomente mehr enthalten, gilt es im weiteren Verlauf zu untersuchen.

Was den formalen Aufbau des Romans betrifft, gibt es 13 Abschnitte, in denen die Ich-Erzählerin Sandra durch ihr Leben führt. Die Zeitfolge ist chronologisch, wird aber immer wieder durch Schilderung der Gedankengänge und Erinnerungen der Erzählerin unterbrochen. Das Erzählgeschehen wird ausschließlich aus Sicht der Ich-Erzählerin geschildert, es liegt damit eine feste interne Fokalisierung und eine autodiegetische Erzählerposition vor. Sandra ist zweifache Mutter und wohnt zusammen mit ihrem Mann Hendrik und den Kindern Lina und Bo in einer Wohnung am Prenzlauer Berg in Berlin. Das Besondere an ihrer Wohnsituation ist, dass sie in einem Gemeinschaftsprojekt eines Mehrgenerationenhauses wohnen. Zusammen wollen sie den Individualisierungstendenzen der Gegenwart eine Wertegemeinschaft entgegensetzen. Doch wird im Verlauf der Erzählung immer deutlicher, wie brüchig das Gerüst dieser Gemeinschaft ist und welche negativen Konsequenzen damit einhergehen. Die Ich-Erzählerin reflektiert Eltern in der heutigen Gesellschaft und ihre Stellung als Frau und Mutter und vergleicht diese in retrospektiver Hinsicht mit der Müttergeneration davor. Nachdem sich ein Erschöpfungszustand bereits mehrmals angedeutet hat, bricht die Erzählerin am Ende zusammen und wird mit der Diagnose eines Erschöpfungssyndroms auf Kur geschickt. Doch auch die Kur trägt nicht erkenntlich zur Gesundung von Sandra bei. Der Roman endet damit ohne ersichtliche Perspektive für sie.

Im folgenden Verlauf der Analyse werden die Ursachen der Überforderung und Verunsicherung der Erzählerin untersucht. Sowohl inhaltlich als auch erzähltechnisch wird im Roman deutlich, dass es der Protagonistin schwierig erscheint, sich von der öffentlichen Meinung abzugrenzen und ein eigenes Ich zu formulieren. Die Verwischung von Innen- und Außenwelt führt zur Verunsicherung der Ich-Erzählerin, die sich stets den öffentlichen Blicken ausgesetzt gefühlt. Daraus ergibt sich ein Zwang, den sie als Angst verinnerlicht hat (vgl. BF 65). Besonders deutlich wird die zunehmende Durchlässigkeit im sozialen Gefüge in der modernen Architektur, in der ‚man‘ dazu neigt Häuser mit bodentiefen Fenstern zu bauen (vgl. BF 52-53).

Der Hauptteil ist unterteilt in drei Abschnitte. Die Kapitel sind durch verschiedene Analyseebenen strukturiert. Zum einen zeigt der Roman eine Reflexionsebene auf, die auf einer psychischen bzw. psychologischen Ebene gedeutet werden kann. Hier geht es um die menschliche Innenwelt in Abgrenzung und im Austausch mit der Außenwelt bis hin zum Versuch der Selbstfindung. Auf einer weiteren Ebene lässt sich die Dichotomie von außen und innen materiell und architektonisch analysieren. Und letztlich gilt es auf einer weiteren Ebene die narrativen Muster zu analysieren und zu berücksichtigen. Dabei stehen die Analyseebenen in Wechselwirkung zueinander und verstärkten sich, können also nicht gänzlich unabhängig voneinander betrachtet werden.

2.1 Haus – Raum – Fenster – Rahmen

Vor der Untersuchung der Fensterszenen im Roman gilt es vorab die Frage nach der Wohnsituation der Protagonistin zu stellen. So stehen Fenster nicht für sich alleine dar, sondern sind Teil eines Gebäudes, welches damit ebenfalls im Kontext zu betrachten ist und nicht unberücksichtigt bleiben darf. Bollnow schreibt über die Bedeutung des Hauses, dass es ein Ort der Geborgenheit ist. Das Haus ist der Ort der Mitte des Menschen. Das Haus wird es dadurch, dass der Mensch nicht nur räumlich die Mitte findet, sondern einen auch einen Raum, in dem er selbst zu seiner eigenen persönlichen Mitte finden kann. Diese Mitte zu schaffen, sei entscheidende menschliche Aufgabe, die durch das Errichten und Bewohnen eines Heims, sei es ein Haus oder eine Wohnung, erfüllt werde. Ausschlaggebend dabei ist allerdings nicht unbedingt der äußere Besitz von Eigentum, sondern vielmehr das innere Verhältnis zum bewohnten Raum. Denn nur im Wohnen kann der Mensch zur „Erfüllung seines wahren Wesens gelangen“.8 In welchem Verhältnis steht nun die Protagonistin des Romans zu ihrem Wohnraum? Wie wird der Wohnraum in der Erzählung beschrieben und welche Gefühle sind damit verbunden?

Zunächst lässt sich feststellen, dass die Wohnsituation der Ich-Erzählerin eine besondere ist. Sandra wohnt in einem „generationsübergreifenden Hausprojekt“ (BF 13). Seit drei Jahren wohnt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in diesem Wohnprojekt, dessen Grundstück die Bewohner einer Stiftung überschrieben haben (vgl. BF 15). Dabei war die ursprüngliche Idee des Wohnprojekts, sich durch gemeinsames genossenschaftliches Wirtschaften gegen eine „von Profitgier und Entsolidarisierung geprägte Gesellschaft“ zu wenden und ein alternatives Modell zu entwickeln (vgl. BF 15). Es sollte die „richtige Mischung aus Nähe und Distanz“ bieten, indem es sich gegen ein anonymes Leben in der Großstadt wendet, gleichzeitig aber auch nicht in permanente Kontrolle umschlägt (vgl. BF 53).

Doch schnell stellt sich innerhalb der Erzählung heraus, dass dies eine Illusion war und die versprochene Wirkung nicht eingetreten ist. Die Erzählerin berichtet, dass es mittlerweile vor allem darum ginge „im Wohnprojekt darum [zu] konkurrieren, wer die lustigsten Bekannten, die besten Argumente, die begabtesten Kinder und die schönste Balkonbegrünung hat“ (BF 14). Die regelmäßigen Plenumssitzungen unter den Bewohnern seien reine „Kampfarenen“ und die Diskussionen stellen ebenfalls nur einen „Machtkampf“ dar (vgl. BF 96). Die Protagonistin fühlt sich nicht wohl in der Wohngemeinschaft und steht permanent unter Druck.

Dass Sandra Probleme hat ihre eigene Mitte zu finden, wird besonders dadurch deutlich, dass sie sich über die Schwierigkeit, sich in ihrer Wohnung einzurichten, beschwert: „Aber die bodentiefen Fenster erschweren, ehrlich gesagt, das Einrichten […]“ (BF 52). Und auch die stets offenen Türen, tragen nicht gerade zum „Familienfrieden“ bei (vgl. BF 75). So sind auch die bodentiefen Fenster schnell verflucht (vgl. BF 59). Der Alltag ist geprägt von Konflikten. Konflikte, die vor allem das Zusammenleben und die Erziehung der Kinder betreffen (vgl. BF 75, 82, 93, 140-147). Stattdessen findet die Protagonistin dagegen in ganz anderen Räumen als den privaten Zuflucht. Sie scheint nahezu aus den eigenen vier Wänden fliehen zu müssen, um etwas Ruhe zu bekommen:

Der Tee ist kalt geworden. Ich schreibe dem Redakteur eine E-Mail, dass mein Beitrag später käme, lösche die E-Mail, weil er’s ohnehin nicht bemerken oder froh sein wird, und lege mich im Hinterzimmer, unserem Pausenraum, aufs Sofa. Wenn niemand außer mir im Büro ist, liege ich da oft. Tagsüber kann ich besser schlafen als nachts, und das Haus ist ein Altbau, das Fenster hier im Pausenraum ist schmal und vergittert. Es zeigt auf einen Hof, den nur Leute durchqueren, die im Hinterhaus wohnen, die ich allesamt nicht kenne und auch nicht kennen muss. Morgen wird es besser werden. […] Ich werde in der S-Bahn unter echten Berufstätigen sitzen und etwas lesen in der Art, wie ich es schreiben soll. Wie ich es schreiben kann, wenn ich mich endlich mal zusammenreiße – Ich schlafe. (BF 199-200)

Ein schmales, vergittertes Fenster im Pausenraum steht im Kontrast zu den sonst bodentiefen Fenstern. Doch anstatt sich aufgrund der Gitter eingesperrt zu fühlen, weist es ganz im Gegenteil eher auf Freiheit und Entspannung hin. Für die Protagonistin stellt der Pausenraum schließlich keinen Raum dar, den sie nicht jederzeit freiwillig wieder verlassen könnte. Sie scheint sich eher in einem Raum zu verstecken, der das ‚feindselige Außen‘ von ihr fernhält. Ein Raum, in dem das vergitterte Fenster das Äußere von dem Inneren trennt und Sandra so Ruhe verschafft und die Möglichkeit Distanz zum Außen aufzubauen. Der Tee ist kalt, die Zeit vergessen, entschleunigt und ohne Druck kommt sie hier zur Ruhe und kann sogar besser schlafen als zu Hause. Insgesamt scheint das Verhältnis der Ich-Erzählerin zum bewohnten Raum also gestört. Dadurch verliert der Wohnraum seine haltgebende Wirkung. Die Ich-Erzählerin wirkt ruhelos und hat es schwer inneren Frieden zu finden, was sich auch in ihrer konfliktgeladenen Wohnumgebung widerspiegelt. Welche Funktion spielen dabei die bodentiefen Fenster? In welchem Zusammenhang können sie gedeutet werden?

Neumann schreibt, dass in der Geschichte des Fensters der Blick aus dem Fenster in der Literatur ein Orientierungsritual darstellt. Am Fenster nimmt das Subjekt die Welt fokussiert wahr und setzt sich mit ihr in ein Verhältnis. Durch den wechselnden Blick von innen nach außen erkenne das Individuum die Welt und – in Wechselwirkung damit – sich selbst. Mit dem Fensterblick ergebe sich somit die Funktion Ungeordnetes in eine Ordnung zu bringen und Eindrücke durch die „Rahmung des Blicks“ zu verarbeiten.9 Und auch Wagner-Egelhaaf schreibt: „Überall da, wo es um Verstehen und Interpretation geht, sind Rahmungen am Werk.“10 Bei bodentiefen Fenstern dagegen fehlt der Rahmen bzw. er ist so weit gefasst, dass er nicht zwingend den Blick rahmt. Auf einer übergeordneten Ebene fehlt auch der Ich-Erzählerin der Rahmen, um sich zu orientieren und an etwas festzuhalten. Wer kein schlüssiges Gesamtkonzept mitbringt, der steht bereits auf verlorenem Posten und ist hilflos ausgeliefert, doch genau dieses Konzept fehlt (vgl. BF 81). Symbolisch könnte dies durch die bodentiefen Fenster anhand der fehlenden Rahmung ausgedrückt werden. Es fehlt die Perspektive durch die Konzentrierung des Blicks anhand eines Fensters, ebenso wie es der Erzählerin an einer Perspektive für die Zukunft mangelt. Unvorstellbar ist es für Sandra, wie sie so weitermachen soll oder wie es weitergehen kann. Sie ist überfordert und kann sich nicht vorstellen ihr Leben so weiterzuleben (vgl. BF 114, 117).

Die unbegrenzten Perspektiven, die sich anhand der Fensterblicke bieten, könnten zu einem Teil auch die Tendenzen der Gegenwart widerspiegeln, in denen das Individuum ebenfalls vor eine Vielzahl an möglichen Lebensentwürfen gestellt wird, was zu einer großer Verunsicherung führt.11 Die Rahmung fehlt, die Perspektive wird nicht mehr auf einen Fixpunkt in der Ferne konzentriert, stattdessen steht alles offen. Als Fensterwand sind bodentiefe Fenster zugleich auch eine gläserne Wand und in der Regel fungieren sie zusätzlich als Tür und ermöglichen ein Durchgehen. Das Individuum steht folglich etwas gegenüber, das Fenster, (Glas-)Wand, Tür und Raumbegrenzung bedeutet und gleichzeitig doch nicht, da die Grenze transparent und durchlässig ist. Stattdessen bewegt sich das Individuum in paradoxen Räumen, die wenig Halt und Orientierung bieten. Die Ich-Erzählerin versucht sich über „diverse Widersprüchlichkeiten klarzuwerden“ (BF 198), weiß jedoch nicht, wie sie die Dinge einzuordnen habe und was richtig und was falsch ist (vgl. BF 198). Es bleibt die Furcht (vgl. BF 198).

Diese Unsicherheiten zeigen sich auch in der Art des Erzählens. Auf der Erzählebene findet eine immer stärkere Verwischung der Innen- und Außenwelt der Erzählerin statt. Zum einen projiziert die Protagonistin ihre Gedanken auf die Realität und auf andere Menschen und zum anderen introjiziert sie zugleich Forderungen der Außenwelt und verinnerlicht diese, sodass sie als eigener Antrieb wahrgenommen werden. Es scheint einen Austausch und eine Durchlässigkeit von außen und innen in beide Richtungen zu geben. So kann die Erzählerin zu Anfang noch unterscheiden, was vermeintlich ‚real‘ ist und was nur ihrer Gedankenwelt entspringt. Doch immer mehr sieht sie ihre eigenen Gedanken als die Meinung anderer Leute. Immer mehr werden ihre eigenen Gedanken für sie zur Wahrheit. Sie glaubt beispielsweise damit reale Ereignisse beeinflussen zu können und durch ihre Gedanken Schlimmes verhindern zu können (vgl. BF 45). Selbstvorwürfe projiziert sie auf andere: „Die Erzieherinnen sind überzeugt, dass jemand, der sein Kind erst nach neun bringt, ohnehin nicht ernsthaft arbeitet, sondern nur zu faul sei, es zu Hause zu betreuen. Oder ich denke, dass sie das denken. Weil ich es selbst denke.“ (BF 101; Hvh. entsprechen dem Original) Auch habe sie sich angewöhnt sich etwas „trottelig“ anzustellen, da sie sich einbilde, dass das die Erzieherinnen so gerne mögen (vgl. BF 104). Schließlich muss sie sich sogar eingestehen, dass sie Angst vor ihren Gedanken hat (vgl. BF 60).

Eine Steigerung erfährt die Verwischung von Innen und Außen zum Ende der Erzählung hin. Dort kann man als Leser zum Teil nicht mehr unterscheiden, ob das Erzählte tatsächlich stattgefunden hat oder nicht. Es folgen auch keine Besinnungsmomente mehr seitens der Erzählerin, die klarstellen, woher die Inhalte stammen. So wird die Angst vor Tod und die Szenen, in denen Sandra sich den Tod ihrer Freundin oder ihrer Familienangehörigen ausmalt immer schlimmer. Die Beschreibung der Situationen wird zunehmend detaillierter und grausamer in der erzählerischen Ausgestaltung. Zum Beispiel beschreibt die Erzählerin, wie ihre Schwester, nachdem ihr Mann sie verlassen hat, aus lauter Überforderung ihre beiden Kinder tötet und schließlich Selbstmord begeht (vgl. BF 223-226). Ob ihre Schwester und ihre Nichten nun wirklich gestorben sind oder noch am Leben sind, bleibt bis zuletzt unklar und wird nicht aufgelöst.

Die Gedanken Sandras scheinen mit der Realität zu verschmelzen. Die Erschöpfung der Erzählerin nimmt überhand, sie taucht immer mehr in ihre negative Gedankenwelt ab. Diese scheinen für sie auf eine bestimmte Art und Weise auch durchaus real zu sein. Auch die Strategie sich einzureden, dass es ihr trotz allen Umständen im Vergleich dennoch besser geht als anderen Menschen auf der Welt, funktioniert am Ende nicht mehr (vgl. BF 15, 26, 30, 34). Eine Abgrenzung scheitert, innen und außen sind nicht voneinander trennbar. Kurz bevor sie zusammenbricht, stellt sie sich den Tod ihres eigenen Sohns vor, der unbeobachtet in der Badewanne ertrinkt. Die Szenen entspringen lediglich ihren Gedanken, aber die Angst davor ist für sie real und übermannt sie dermaßen, dass sie nicht mehr handlungsfähig ist (vgl. BF 229-231). Auch der Erzählstrang kann immer weniger eingehalten werden. Ebenso wie ihr die Bewältigung des Alltags entgleitet, desto mehr entgleitet ihr der Erzählfaden. Konnte sie am Anfang noch weitestgehend strukturiert von Erlebnissen berichten, wie von Tinkas Party (vgl. BF 38-51), so sind ihre Erzählungen mehr und mehr durch ihre Gedankenfragmente und durch Erinnerungen unterbrochen. Die Erzählung wird zunehmend fragmentarisch und die Erzählerin dreht sich zunehmend mit ihren Gedanken im Kreis.

Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass die Ich-Erzählerin mit einer großen Verunsicherung zu kämpfen hat. Das Fenster scheint mehr dahingehend zu deuten, dass es ein Medium der ‚Durchsicht‘ darstellt.12 Eine Annahme, die sich daraus ergibt, ist, dass die äußere Hülle mehr und mehr transparent wird. Der Mensch wird durchlässiger, was sich in seinen Bauten widerspiegelt. Die Notwendigkeit eines Rahmens und einer perspektivischen Fokussierung durch das Fenster entfällt. Stattdessen wird man bis in sein tiefstes Inneres ausgeleuchtet. Indem sich die Fenster zur Innenwelt immer weiter öffnen, findet man keinen geschützten Reflexionsraum mehr. Dies schlägt sich einerseits in Sandras Wohnsituation nieder und in ihrer Positionierung in Alltagsräumen und wird nicht zuletzt über die Darstellung der Fenster ausgedrückt. Auch erzähltechnisch fehlt ihr der Rahmen und die Orientierung. Immer mehr entgleitet ihr der rote Faden in ihrem Leben und auch beim Erzählen. Es „fehlt die Idee, fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept“ (BF 81).

2.2 Unter ständiger Beobachtung: Der Fensterblick als ,Durchsicht‘

Fenster können als Wahrnehmungsdispositiv verschiedene Funktionen erfüllen.13 Man kann sowohl von innen heraus durch ein Fenster schauen als auch von außen in Bewohntes hineinblicken. In Bodentiefe Fenster wird die erstmalige Nennung der Fenster in dem Roman mit einem Beobachtungs- und Bedrohungscharakter eingeführt: „‚Ja, wir haben’s schon schön hier‘, sagt sie. ‚Reizende Kinder waren das, die Kinder von deinen Freunden, ich hab‘ sie im Garten beobachtet ‘. Wir haben Balkons nach hinten raus und überall riesige Fenster.“ (BF 16; Hvh. VM14 ) Weiter heißt es zudem: „Missgünstig spähen die Nachbarn durch ihre bodentiefen Fenster.“ (BF 145) Hier wird das Beobachtungmoment sehr deutlich und als erstes Merkmal in Zusammenhang mit den „riesigen Fenster“ betont. Dementsprechend können die Fenster als eine Interpretationsmöglichkeit als Beobachtungsdispositiv gedeutet werden.

Im weiteren Verlauf der Erzählung nimmt das Bedrohungs- und Beobachtungsmoment größere Ausmaße an und wird immer stärker thematisiert. Im Schlafzimmer bauscht sich die Gardine. […] Wir haben bodentiefe Fenster, das hat man jetzt so im Neubau. Die bodentiefen Fenster standen nie zur Diskussion. Sie sind dreifach verglast und entsprechen unseren hohen, ökologischen Standards, für die automatische Belüftung sind sie mit Ventilatoren ausgestattet, aber heute Nacht ist es so warm, dass Hendrik sie einfach aufgerissen hat. Sieht sicher schön aus von außen, wie die Vorhänge winken. Überhaupt sieht das Haus von außen genau so aus, wie man’s heutzutage haben will. Aber die bodentiefen Fenster erschweren ehrlich gesagt, das Einrichten, zumindest, wenn man nicht schon bei der Grundrisserstellung wusste, wer wo schlafen soll und mit wie vielen Menschen und Möbeln man einzieht. Die Fenster verlangen ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Außerdem verlangen sie nach einer Putzfrau, regelmäßigem Aufräumen und Aussortieren, aber auch das ist etwas, das man heutzutage hat und tut. Und wenn ich das nicht will, muss ich eben damit leben, dass man es von außen sieht. Muss zu mir und meinen Möglichkeiten stehen, Selbstbewusstsein haben, ein dickes Fell, eine Haut, die keine Male behält, nur weil einer zu doll draufdrückt. […] Claudia, durch die wir zum Projekt gekommen sind, ist noch während der Planungsphase wieder ausgestiegen – zu viel Streit, fand sie, über Geld und Geschmack, Transparenz und politischen Anspruch. Über alles eigentlich, außer über die Fenstergröße. Die schien von vorneherein abgemacht zu sein. (BF 52-53)

Diese zentrale Textstelle ist wesentlich dafür, wie die Fenstermotivik gedeutet werden kann. Zunächst lässt sich feststellen, dass die Fenster „verlangen“. Das Fenster scheint Ausdruck einer nahezu personifizierten Kontrollinstanz zu sein, die permanent vorhanden ist, Druck ausübt und Forderungen stellt. Durch die sich bauschende Gardine gewinnt das offenstehende Fenster nahezu körperliche Präsenz und der Übertragungsvorgang von außen nach innen wird deutlich illustriert.15 Dadurch könnte die gesellschaftliche Erwartungshalten von außen angedeutet werden. Die Protagonistin scheint einen ständigen Druck zu verspüren, nach außen hin ein gutes Bild von sich und ihrer Familie abzugeben. Denn thematisiert wird stark der Außenblick. Das Haus sieht von außen aus, „wie man’s heutzutage haben will“ (BF 52) und es sieht sicher „schön aus von außen, wie die Vorhänge winken“ (BF 52). Dass die Fenster dagegen bei der Inneinrichtung stören, wird billigend in Kauf genommen, solange der harmonische Außeneindruck stimmt.

Auffällig an der Erzählweise ist zudem, dass die Ich-Erzählerin oft in dritter Person spricht, davon dass „man“ jetzt bestimmte Dinge zu besitzen hat oder zu tun hat. Dieses ‚man‘ stellt eine Distanzierung dar. Die Aussagen der Erzählerin scheinen nicht ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen zu entsprechen. Vielmehr scheint eine außenstehende treibende Kraft ausschlaggebend für bestimmte Entscheidungen zu sein. Was dies bedeutet, reflektiert die Erzählerin sogar selbst im Roman:

Ich kann nicht glauben, dass das Zufall ist. Das hat System, man will mir den Zugriff verwehren, die Sicht verstellen. […] Wer ›man‹ ist?

Derselbe, der mich davon abhält, auf der Stelle Hendrik zu wecken, die Kinder aus dem Bett zu holen, Claudia rauszuklingeln, Kerstin anzuschreien, Alarm zu schlagen, zum Aufbruch zu rufen:

Der fehlende Dritte.

Der Anstand.

Die Angst. (BF 64-65)

Die Protagonistin fühlt sich aufgrund gesellschaftlicher Zwänge wie gelähmt und unfähig zu handeln. Sie muss sich stets selbst disziplinieren, um nicht aufzufallen und sich regelkonform zu verhalten. So wie ‚man‘ es von ihr erwartet, dem fügt sie sich auch. „›Angst und Ohnmacht und Unfähigkeit‹“ (BF 70) bestimmen den Alltag der Ich-Erzählerin.

Zudem kommt, dass Sandra auf einer bildlichen Ebene deutlich macht, dass man ihr „die Sicht verstelle“. Ist der Blick durch die bodentiefen Fenster ein verstellter Blick? Möglicherweise könnte hier ein Verweis auf die die perspektivische Verschiebung des Blicks der Protagonistin durch den Fensterblick anhand der bodentiefen Fenster Ausdruck finden. So dient das Fenster nicht mehr als Reflexionsraum und ist kein Ort der Selbstfindung. Vielmehr verweisen die Fenster permanent auf den „fehlenden Dritten“ (BF 65) und damit auf das Gefühl unter ständiger Beobachtung zu stehen. Auch Veranstaltungen innerhalb des Bekannten- und Freundeskreises sieht Sandra als „Arenen der Repräsentation“, bei denen gewissen impliziten Spielregeln eingehalten werden müssen (vgl. BF 38). Die Protagonistin verspürt den Druck, nach außen hin gut auszusehen und eine perfekte Oberflächenrepräsentation zu wahren.

[...]


1 Vgl. Selbmann, Rolf: Eine Kulturgeschichte des Fensters. Berlin: Reimer 2010 , S. 9.

2 Vgl. Zimmermann, Elias: Wo auch immer ist jetzt. Ein Einstieg anstelle einer Einführung. In: Fenster - Korridor – Treppe. Architektonische Wahrnehmungsdispositive in der Literatur und in den Künsten. Hg. v. Lena Abraham, Kira Jürjens, Edith Anna Kunz & Elias Zimmermann. Bielefeld: Aisthesis Verlag 2019, S. 7.

3 Vgl. Selbmann: Eine Kulturgeschichte des Fensters & Neumann, Gerhard: Die Welt im Fenster. Erkennungsszenen in der Literatur. In: Hofmannsthal-Jahrbuch zur europäischen Moderne. Hg. v. Maximilian Bergengruen, Alexander Honold, Gerhard Neumann, Ursula Renner, Günter Schnitzler, Gotthart Wunberg & Hugo-von-Hofmannsthal-Gesellschaft. Freiburg: Rombach Verlag 2010 (Bd. 18). S. 215-257.

4 Stelling, Anke: Bodentiefe Fenster. 3. Auflage. Berlin: Verbrecher Verlag 2015. Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit wird der Roman im Text als Sigle mit BF abgekürzt.

5 Vgl. Selbmann: Eine Kulturgeschichte des Fensters, S. 211-213.

6 Selbmann: Eine Kulturgeschichte des Fensters, S. 212.

7 Vgl. Selbmann: Eine Kulturgeschichte des Fensters, S. 214.

8 Vgl. Bollnow, Otto Friedrich: Mensch und Raum. 10. Auflage. Stuttgart: Kolhammer 2004, S. 124-126.

9 Vgl. Neumann: Die Welt im Fenster, S. 217, 238-239.

10 Wagner-Egelhaaf, Martina: Rahmen-Geschichten. Ansichten eines kulturellen Dispositivs. In: Deutsche Vierteljahrs Schrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (2008). H. 1. S. 113.

11 Individualisierungstendenzen sind beispielsweise bei Beck beschrieben. Er schreibt, dass durch Individualisierungstendenzen in der Gesellschaft sich einerseits neue Freiräume und neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung eröffnen, aber zugleich durch die Loslösung von traditionellen Lebensformen die Unsicherheiten für das Individuum steigen. Das Individuum kann einerseits mehr Entscheidungen selbstständig treffen, andererseits steigt aber auch der Druck. Denn die Verantwortung für das Gelingen des eigenen Lebens liegt zumindest dem Anschein nach immer mehr in den eigenen Händen. Dies führe letztlich auch dazu, dass Krisen und Krankheiten in ihren gesellschaftlichen Dimensionen nur noch bedingt wahrgenommen werden, sondern eher als Einzelschicksale gedeutet werden. Vgl. Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1996.

12 Dabei ist anzumerken, dass das Fenster als Dispositiv der „Draufsicht“ nicht zwingend eine neuartige Erscheinung darstellt. So hat Jürjens bereits im 19. Jahrhundert Fensterblicke mit Draufsicht anhand von Anette von Droste Hülshoffs Romanfragment Ledwina herausgearbeitet. Allerdings fungiert das Fenster als Draufsicht hier in einem ganz anderen Kontext. Bei Ledwina wird es in den aufgeführten Stellen durch das Vorhandensein von Stoffen als Bildfläche, auf die man „drauf sieht“, interpretiert. Vgl. Jürjens, Kira: Fenster mit Draufsicht. Opake Fenster-Szenen im 19. Jahrhundert. In: Fenster - Korridor - Treppe. Architektonische Wahrnehmungsdispositive in der Literatur und in den Künsten. Hg. v. Lena Abraham, Kira Jürjens, Edith Anna Kunz & Elias Zimmermann. Bielefeld: Aisthesis Verlag 2019, S. 107-114. Für die vorliegende Analyse scheint allerdings der Begriff der ‚Durchsicht‘ angemessener. So geht der Blick durch bodentiefe Fenster eher von außen durch das Fenster ins Innere hinein. Es geht eher darum etwas zu ‚durchblicken‘, als auf etwas ‚drauf zu blicken‘.

13 Vgl. Zimmermann: Wo auch immer ist jetzt, S. 9.

14 Hvh. VM = Hervorhebungen von mir, Viktoria Merk.

15 Vgl. Jürjens, Kira: Fenster mit Draufsicht, S. 116.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V920630
ISBN (eBook)
9783346241368
ISBN (Buch)
9783346241375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anke Stelling, Bodentiefe Fenster, Fensterblicke in der Literatur, Fenstermotivik, post-bürgerlich, Gegenwartsliteratur, Frauenliteratur, Haus, Raum, Gesellschaftskritik, Frauenrollen, Status
Arbeit zitieren
Viktoria Merk (Autor), 2019, Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920630

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden