In der vorliegenden Arbeit versuche ich die spezielle Eigenart eines Roboter- Menschen zu charakterisieren. Um einen etwas anderen Analyse-Weg als sonst zu gehen, wird der Serien-Part „ Das Duplikat „ als Kern und andere ausgewählte Teile des Serails als Rahmen genutzt. Im ersten Kapitel werden Assoziationen gesammelt und mit daraus resultierenden Quellen konfrontiert. Im zweiten Kapitel formuliere ich einige Thesen, die sich vom ersten Kapitel her rekrutieren. Das Ganze hat sich schlüssig über Verifikationen oder Falsifikationen abzurunden. „Mein Freund Data – Sie erleben alles mit dem Erstaunen eines Kindes. Dadurch sind Sie menschlicher als die meisten von uns". Da gerade Kinder und Jugendliche, also Mit-Menschen ab dem zehnten oder zwölften Lebensjahr diese Serie konsumieren, bleibt für mich als doch schon Erwachsenen immer das hintergründige Fragen nach dem Reiz oder der Faszination solcher ausserirdischer Abenteuer. Gerade auf den Prototypen DATA habe ich mein Augenmerk gerichtet. Ihm, dem wie vorhin zitiert, ein kindlicher Zugang zu allen Dingen der Welt innewohnt, gelingt es auch stets das Interesse der jugendlichen Rezipienten auf sich zu ziehen. Aus diesem, aber auch dem Prinzipiellen Grunde, dass "Technik" automatische Anziehung auf Männer ausübt, beobachte ich jetzt nachfolgende "Datas Lebensgeschichte".
Inhaltsverzeichnis
1. Die Zweiwege - Komponente medialer Aufarbeitung
1.1. Möglichkeiten der Rezeption
1.2. Zwei filmanalytische Mittel als Weggefährten
1.2.1. Die Einstellungsgrösse
1.2.2. Das Sequenzprotokoll
2. Quellen
2.1. Direkte Quellen
2.1.1. Hamlet
2.1.2. Kain und Abel
2.2. Indirekte Quellen
2.2.1. Das Motiv des Doppelgängers
2.2.2. Das Motiv des Homunkulus im Roboterthema
3. Die Figur Datas und deren Lebensgeschichte
3.1. Das innere Leben
3.2. Das äussere Leben
3.2.1. Der Name
3.2.2. Die Erscheinung
4. Thesen zur assoziativen Methodik
5. Resümee
6. Anlagen
Anlage 1 Der Typus des Homunkulus
Anlage 2 Datas Handlungslinie und deren biblische Relation
Anlage 3 Vorstellungsebenen der Science Fiction
Anlage 4 Synopsenversuch einzelner Genres
Anlage 5 Typologie des Unterwegsseins
Anlage 6 Episodenliste
Anlage 7 Offiziersverortung an bezeichnenden Lokalen
Anlage 8 Typologische Gesichtspunkte der Crew
Anlage 9 Drei Menschen-Typen seelischer Unausgeglichenheit
Anlage 10 Zehn Gebote für den Umgang mit Kindern
Anlage 11 Fragebogen zur Serie …
Anlage 12 „Korrelatives Malen“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die spezifische Eigenart des Roboter-Menschen Data aus der Science-Fiction-Serie "Star Trek – The Next Generation". Ziel ist es, durch einen assoziativen filmanalytischen Ansatz, der serielle Elemente wie "Das Duplikat" als Kern nutzt, die Figur Datas und ihre Lebensgeschichte zu charakterisieren, wobei die Forschung dem Bedürfnis nach intertextuellen Zusammenhängen zwischen populärkulturellen Inhalten und klassischen literarischen bzw. biblischen Motiven folgt.
- Charakterisierung von Data als Roboter-Mensch
- Analyse der Serie mittels filmanalytischer Methoden (Einstellungsgrößen, Sequenzprotokoll)
- Untersuchung von Mythen und biblischen Grundmustern in der Science Fiction
- Erstellung einer Typologie des Unterwegsseins und der Konfliktstrukturen
- Pädagogische Reflexion zur Rezeption durch Kinder und Jugendliche
Auszug aus dem Buch
3.1. Das innere Leben
Datas Vorleben bleibt bis auf einige Episoden in einem Schleier des Geheimen gefangen. Im konkreten Fall gehe ich auf seine ( Haupt-)Episode „ Data/Lore / Das Duplikat „ ein, um den Lebensweg dieses Robot-Golems zu markieren.
Das Motiv, dass Data und Lore existieren, liegt eindeutig im damit selbst gesetzten Denkmal ihres geistigen Vaters Dr. Noonian Soong. Data besitzt keine Erinnerungen an Dr. Soong oder die Kolonisten, aber in ihm sind die Erkenntnisse jener 411 Menschen abgespeichert.
Wohin der Weg Data führt, ist offenbar ganz klar. Er dient in der Sternenflotte als einzigartiger Offiziersandroid, ein von allen Armeen der Welt geträumter Traum.
Damit unterstützt er die Menschen und anderen menschenähnlichen Rassen im Kampf gegenüber Feinden oder untersucht fremde Lebensformen, ohne dass Menschen in Gefahr kommen.
Sein persönliches Ziel liegt darin, menschlicher zu werden. Er hat nämlich z.B. mit dem menschlichen Humor grosse Schwierigkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Zweiwege - Komponente medialer Aufarbeitung: Einführung in die methodische Herangehensweise der Arbeit, welche subjektive Assoziationsmethoden mit filmanalytischen Begriffen wie Einstellungsgröße und Sequenzprotokoll kombiniert.
2. Quellen: Differenzierung zwischen direkten Quellen wie Hamlet oder Kain und Abel und indirekten Quellen, die das Motiv des Doppelgängers und des Homunkulus im Kontext von Robotern behandeln.
3. Die Figur Datas und deren Lebensgeschichte: Detaillierte Untersuchung des inneren und äußeren Lebens von Data, eingebettet in seine Familiengeschichte und Funktion innerhalb der Enterprise-Crew.
4. Thesen zur assoziativen Methodik: Formulierung und Überprüfung von Thesen zur Erzählstruktur der Serie sowie zur Konversion zwischen Technik und religiösen Grundmustern.
5. Resümee: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse mit einem Fokus auf dem didaktischen Nutzen von Symbolarbeit zur Förderung des Dialogs über Identität und Hoffnung bei Jugendlichen.
6. Anlagen: Anhang mit ergänzenden Tabellen, Skizzen und Fragebögen zur Vertiefung der in den Hauptkapiteln besprochenen Themen.
7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Sekundär- und Primärliteratur sowie weiterer Quellen.
Schlüsselwörter
Data, Star Trek, Android, Science Fiction, Filmanalyse, Doppelgänger, Homunkulus, Symbolik, Religion, Medienpädagogik, Rezeption, Technik, Erlösung, Anthropologie, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit charakterisiert die Identität und Lebensgeschichte des Androiden Data aus "Star Trek – The Next Generation" und verknüpft diese mit literarischen sowie biblischen Archetypen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Analyse medialer Aufarbeitungen in Science-Fiction-Serien, die philosophische Einordnung künstlicher Intelligenz und die medienpädagogische Betrachtung der Wirkung auf jugendliche Zuschauer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Entschlüsselung der Figur Data durch eine assoziative Methode, um zu zeigen, wie modernste Technik in der Science Fiction als Träger für klassische menschliche Fragen nach Leben, Tod und Ethik fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen subjektiv-orientierten, assoziativen Ansatz, der durch filmanalytische Instrumente (wie Sequenzprotokolle) und eine thesenbasierte Prüfung im Sinne von Karl Popper ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herangehensweise, die Herleitung von Quellen (direkt/indirekt), die detaillierte Figurenanalyse von Data sowie die Formulierung von Thesen zur Science Fiction als Konversionsraum zwischen Technik und Religion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Data, Science Fiction, Anthropologie, Symbolik, Identität, Medienpädagogik und der Golem/Homunkulus-Mythos.
Inwieweit spielt die Bibel eine Rolle für die Analyse der Science Fiction?
Der Autor argumentiert, dass Science-Fiction-Serien wie Star Trek in einem "populärkulturellen Kontext" moderne Mythen verarbeiten und biblische Grundmuster (Ursprung, Heil, Bestimmung) korrelativ in ein Gespräch mit zeitgemäßen Technologien bringen.
Warum widmet sich die Arbeit intensiv dem Thema "Kinder und Fernsehen"?
Da die Serie ein jugendliches Publikum anspricht, sieht der Autor die elterliche Aufgabe darin, den Rezeptionsprozess pädagogisch zu begleiten, um die Faszination für Technik in einen reflektierten Dialog über menschliche Werte zu überführen.
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- Eberhard Küpfer (Author), 1992, Die Lebensgeschichte des Roboter-Menschen DATA aus der U.S.-amerikanischen Science-Fiction-Serie "Star Trek - The Next Generation" oder "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92084