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Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika. Die Deutschen Kammerspiele

Title: Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika. Die Deutschen Kammerspiele

Thesis (M.A.) , 2006 , 130 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicola Lange (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Mittelpunkt der Exilforschung stand bislang das Exil- und Emigrationstheater, also die Zeit von 1933 bis 1945. Das deutschsprachige Theater der sich anschließenden Phas ist jedoch bisher kaum betrachtet worden. In diesem Themengebiet liegt ausschließlich die Arbeit von Anne Lemmer vor, die die Geschichte der „Freien Deutschen Bühne“ von Paul Walter Jacob zum Thema hat und sich insbesondere auf die Zeit zwischen 1949 und 1965 konzentriert.

Im Zentrum dieser Magisterarbeit steht die zweite große Bühne, die ebenfalls in dem genannten Zeitraum in Lateinamerika deutschsprachiges Theater spielte: die Deutschen Kammerspiele von Reinhold K. Olszewski. Diese Bühne ist von der Forschung bislang nur wenig registriert worden, obwohl sie als „einzig bedeutendes ständiges deutsches Auslandstheater“ zwischen 1949 und 1974 den ganzen lateinamerikanischen Kontinent mit deutscher Theaterkultur auf hohem künstlerischen Niveau versorgte. Ziel der Arbeit ist es, die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen und Probleme dieses Theaters wissenschaftlich aufzuarbeiten und die außerordentlichen Leistungen des Intendanten Olszewski und der Ensemblemitglieder zu würdigen.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

1. Problemorientierung

2. Literatur- und Quellenlage

3. Aufbau der Arbeit

II. Thematische Einführung: Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika

1. Die Theatergründer Reinhold K. Olszewski und Sylva Denzler

2. Auswanderung und Anfangszeit in Chile

Exkurs: Kulturpolitische Grundlagen

1. Deutsche Einwanderer in Lateinamerika

1.1 Die Exilländer Chile und Argentinien

1.2 Deutsches Theater in Lateinamerika bis 1945 im Überblick

1.2.1 Deutsches Theater in Santiago de Chile: Die „S.C.I.“

1.2.2 Deutsches Theater in Buenos Aires: Die „Freie Deutsche Bühne“

1.3 Phase der Umorientierung 1945 – 1950: Deutsche Kulturpolitik in Lateinamerika nach 1945

III. Die Deutschen Kammerspiele

1. Die Entwicklung der Bühne: Abriss

1.1 Gründung und Anfangszeit der Deutschen Kammerspiele (1949 bis 1954)

1.2 Vom Standorttheater zum Tournee-Ensemble (1955 bis 1964)

1.3 Umsiedlung nach Buenos Aires (1965 bis 1971)

2. Die Struktur und Organisation des Unternehmens

2.1 Personalfragen I: Sekretariat

2.1.1 Administrative Aufgaben

2.1.1.1 Beschaffung von Textbüchern, Kostümen, Requisiten und technischem Equipment

2.1.1.2 Räumlichkeiten (Proben, Theater, Fundus)

2.1.1.3 Werbung

2.1.2 Die Organisation der Tourneen

2.1.2.1 Gastländer und Reiseroute

2.1.2.2 Logistik und Transport

2.1.3 Unterstützung durch die deutschen Botschaften und Kulturinstitute

2.2 Personalfragen II: Schauspieler

2.2.1 Auswahl und Rekrutierung

2.2.2 Initiativ-Bewerbungen

2.2.3 Vorbereitung der Schauspieler auf das Engagement in Lateinamerika

2.2.4 Arbeitsbedingungen und Aufgaben der Schauspieler

2.2.4.1 Arbeitszeiten

2.2.4.2 Unterkunft

2.2.4.3 Durchführung der Proben- und Premierenphase

2.2.4.4 Aufgaben der Ensemblemitglieder im Tournee-Alltag

2.2.4.5 Der Ablauf am Gastspielort

2.2.5 Repräsentative Aufgaben der Ensemblemitglieder

2.2.5.1 Allgemeine künstlerisch-kulturelle Öffentlichkeitsarbeit

2.2.5.2 Olszewskis Vorträge und spanischsprachige Gastinszenierungen

2.2.6 Die Deutschen Kammerspiele in Deutschland

3. Die Finanzierung der Bühne

3.1 Einkünfte

3.1.1 Förderung durch Kulturabteilung (Auswärtiges Amt)

3.1.2 Entwicklung der Einkünfte aus Abendkasse und Abonnements

3.1.3 Sonstige Einkünfte

3.2 Ausgaben

3.2.1 Betriebskosten

3.2.1.1 Die Theatermieten

3.2.1.2 Veranstaltungskosten

3.2.1.3 Reise- und Frachtkosten

3.2.2 Personalkosten

3.2.2.1 Das Einkommen der Schauspieler

3.2.2.2 Die monetäre Situation der Schauspieler in Lateinamerika

3.2.2.3 Die Konsequenzen der geringen Gagen

3.3 Vergleich mit bezuschussten Bühnen in Deutschland

3.4 Auswirkungen der Geldentwertung in Lateinamerika

3.5 Die Rolle des Förderausschusses

4. Künstlerische Aspekte - Olszewskis Idee vom Theaterspielen

4.1 Die Zusammensetzung der Spielpläne

4.1.1 Höhepunkte der Spielzeiten

4.1.2 Erstaufführungen

4.2 Theaterkritiken und Kritikerpreise

4.3 Vergleich mit den Spielplänen deutscher Bühnen

4.4 Kulturpädagogische Aufgaben

4.5 Zur Frage der Zensur (für die Kammerspiele)

3.6 Die Publikumsstruktur

3.7 Publikumswünsche und der Spielplan – eine Zusammenführung

5. Die neue Kulturpolitik und ihre Konsequenzen für die Bühne

5.1 Das Pausenjahr 1970

5.2 Die letzte reguläre Spielzeit und das Ende der Kammerspiele

5.3 Die Brasilien-Tournee 1974

6. Anstelle einer Schlussbemerkung: Olszewski als Führungskraft

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die institutionsgeschichtlichen, organisatorischen und finanziellen Aspekte der „Deutschen Kammerspiele“, eines bedeutenden deutschen Auslandstheaters, das zwischen 1949 und 1974 durch Lateinamerika tourte und unter der Leitung von Reinhold K. Olszewski einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Präsenz Deutschlands auf dem Subkontinent leistete.

  • Gründungsgeschichte und Entwicklung der Deutschen Kammerspiele
  • Organisatorische Herausforderungen eines Tournee-Betriebs
  • Finanzierung, Subventionspolitik und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Künstlerische Konzeption und Spielplangestaltung
  • Rolle der deutschen Kulturpolitik und der Auslandsvertretungen

Auszug aus dem Buch

1. Die Theatergründer Reinhold K. Olszewski und Sylva Denzler

Reinhold Kurt Olszewski wird am 19. April 1917 als Sohn des Münchner Malers Karl Ewald Olszewski und der aus dem Elsass stammenden Opernsängerin Lite Thomasius-Olszewski in München geboren. Er besucht das Maximilians-Gymnasium und das Alte Realgymnasium in München, allerdings ohne die Schulzeit mit dem Abitur abzuschließen. Von 1936 bis 1939 ist er Schüler an der Staatlichen Schauspielschule des Bayerischen Staatsschauspiels in München, wo er von Arnulf Schröder und Ernst Fritz Fürbringer unterrichtet wird. Beim Vorsprechen lernt er seine spätere Ehefrau Sylva Denzler kennen, die er am 25. Juni 1942 heiraten wird.

Während Sylva Denzler in Basel Theater spielt, wird Olszewski 1940 als Anfänger am Stadttheater Ingolstadt angenommen und drei Monate später als Schauspieler mit Regieverpflichtung an das Deutsche Theater in Prag unter Generalintendant Walleck engagiert. 1942 hält sich Olszewski zur Kur in der Schweiz auf. Von diesem Kuraufenthalt kehrt er zunächst nicht nach Deutschland zurück: Oskar Wälterlin verpflichtet ihn, als einzigen neu engagierten Nicht-Schweizer neben dem Berliner Hans Delss, als Schauspieler und Regisseur ans Stadttheater Basel. Zum 1. Mai 1943 erhält Olszewski den Einberufungsbefehl aus Deutschland. Die Deutsche Botschaft droht für den Fall der Nichtbefolgung mit negativen Folgen für seine Eltern und Verwandten. Olszewski kehrt nach Deutschland zurück, wird allerdings nicht sofort eingezogen und kann vorübergehend ein Engagement am Landestheater in Hannover wahrnehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Das Kapitel erläutert die bisher vernachlässigte Rolle der „Deutschen Kammerspiele“ in der Exilforschung und definiert die Forschungsziele sowie die Quellenbasis der Arbeit.

II. Thematische Einführung: Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika: Hier wird der biographische Hintergrund der Gründer und die schwierige Anfangszeit in Chile sowie die kulturpolitische Einbettung in den lateinamerikanischen Kontext beleuchtet.

III. Die Deutschen Kammerspiele: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die organisatorischen, finanziellen und künstlerischen Strukturen, die Entwicklung zum Tournee-Ensemble und die Auswirkungen der deutschen Kulturpolitik auf das Fortbestehen der Bühne.

Schlüsselwörter

Deutsche Kammerspiele, Reinhold K. Olszewski, Sylva Denzler, Lateinamerika, Tourneetheater, Exiltheater, Auswärtige Kulturpolitik, Auslandsdeutsche, Spielplangestaltung, Finanzierung, Bühnenorganisation, Kulturarbeit, Sprachbarrieren, Migration, Identitätsstiftung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der Geschichte und Struktur der „Deutschen Kammerspiele“, die über zwei Jahrzehnte hinweg als bedeutendes deutsches Tournee-Theater durch Lateinamerika reisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen, die kulturpolitische Bedeutung sowie das künstlerische Wirken des Intendanten Reinhold K. Olszewski und seines Ensembles.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die institutionsgeschichtlichen Bedingungen des Theaters wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Leistungen des Ensembles in einem komplexen politischen und ökonomischen Umfeld zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine institutionsgeschichtliche Analyse, die den Nachlass von Olszewski sowie Archivmaterialien des Auswärtigen Amtes auswertet und durch Zeitzeugeninterviews ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Entwicklung der Bühne, die detaillierte Organisation des Spielbetriebs, die komplexen Finanzierungswege und die künstlerische Ausrichtung der Spielpläne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Tourneetheater, Auswärtige Kulturpolitik, deutsche Emigration, Lateinamerika und das institutionelle Wirken der Deutschen Kammerspiele.

Welche Rolle spielte die Unterstützung durch Botschaften und Kulturinstitute?

Diese Institutionen fungierten als Postfächer, organisierten Empfänge und leisteten logistische sowie diplomatische Hilfe, waren aber auch zentrale Partner in der administrativen Abwicklung und Finanzierung.

Wie wirkten sich Geldentwertungen und wirtschaftliche Krisen auf den Theaterbetrieb aus?

Die Inflation in verschiedenen Gastländern stellte das Ensemble vor immense finanzielle Herausforderungen, die oft nur durch geschickte Währungsmanagement-Strategien und den Verzicht auf private Sicherheiten der Ensemblemitglieder bewältigt werden konnten.

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Details

Title
Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika. Die Deutschen Kammerspiele
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Nicola Lange (Author)
Publication Year
2006
Pages
130
Catalog Number
V92093
ISBN (eBook)
9783668338210
Language
German
Tags
Tournee-Ensemble Lateinamerika Deutschen Kammerspiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicola Lange (Author), 2006, Ein deutschsprachiges Tournee-Ensemble in Lateinamerika. Die Deutschen Kammerspiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92093
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