Die Grundlagen eines effektiven Lernprozesses

Wie effektives und nachhaltiges Lernen gelingt


Hausarbeit, 2020

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Forschungsmethode
1.4 Aufbau der Arbeit

2. Neurophysiologische Grundlagen des Lernprozesses
2.1 Anatomischer Aufbau des Gehirns
2.2 Gedächtnis
2.3 Kommunikation zwischen Nervenzellen
2.4 Neuronale Plastizität
2.5 Das Lernmodell des Nürnberger Trichters
2.6 Faktoren des erfolgreichen Lernens

3. Gestaltung eines effektiven Lernprozesses
3.1 Lerntypen
3.2 Persönlichkeitstypen
3.3 Faktoren zur Gestaltung einer effizienten Wissensvermittlung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Vorwort

Im Sinne einer verbesserten Lesbarkeit wird auf eine geschlechterspezifische Sprache verzichtet. Der Text richtet sich allerdings gleichermaßen und ungeachtet des Wortlauts an Frauen, Männer und diverse Personen.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: https://slideplayer.org/slide/4836449/ [letzter Aufruf: 21.04.2020, 10:03]

Abbildung 2: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Markowitsch 2005

Abbildung 3: https://www.repetico.de/card-67838438 [letzter Aufruf: 20.04.2020, 12:08]

Abbildung 4: https://www.gehirnlernen.de/s/cc_images/cache_2420751093.jpg?t=1316184711 [letzter Zugriff: 27.04.2020, 19:32]

Abbildung 5: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c2/Nuremberg_Funnel_-_ad_stamp_1910.jpg [letzter Aufruf: 02.05.2020, 17:27]

Abkürzungsverzeichnis

bzw. beziehungsweise

etc. et cetera

z.B. zum Beispiel

1. Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Lernen ist einer der wichtigsten Prozesse, den wir regelmäßig durchlaufen. Lernen und Bildung stehen im Mittelpunkt unserer Kindheit und Jugend. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie man diesen jahrelangen Lernprozess möglichst effektiv gestalten kann, damit unser Wissen langfristig abgespeichert und angewendet werden kann. Forscher versuchen fortlaufend solche Prozesse zu erforschen und zu optimieren, damit sie zu schulischen Zwecken und an Universitäten effektiv genutzt werden können.

1.2 Ziel der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, den Lernprozess aus neurophysiologischer Sicht zu beschreiben und zu erklären. Weiterhin sollen die Faktoren für einen effizienten Unterricht herausgestellt und mit den Faktoren der Persönlichkeit und den verschiedenen Lerntypen in Verbindung gebracht werden.

1.3 Forschungsmethode

Die gewählte Forschungsmethode ist die systematisch durchgeführte Literaturanalyse. In dieser Art der Forschung wird ausschließlich bereits bestehende Literatur in Form von Büchern, Artikeln und Internetquellen herangezogen und wissenschaftlich ausgewertet und zu eigenen Zwecken argumentativ eingesetzt.

1.4 Aufbau der Arbeit

Im ersten Kapitel wird die Ausgangssituation beschrieben. Nach der Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst die neurophysiologischen Grundlagen des Lernens, wie der anatomische Aufbau des Gehirns, das Gedächtnis, die Kommunikation zwischen Nervenzellen sowie der damit verbundenen neuronalen Plastizität beschrieben. Nach der Vorstellung des Lernmodells des Nürnberger Trichters werden die Faktoren des erfolgreichen Lernens schlussfolgernd zusammengefasst. Im dritten Kapitel werden zunächst die Lerntypen genannt, erklärt und mit Persönlichkeitstypen verknüpft. Letztlich werden die Grundfaktoren für effiziente Unterrichtsmethoden vorgestellt und erklärt. Abschließend folgt noch ein Fazit mit einem Ausblick.

2. Neurophysiologische Grundlagen des Lernprozesses

2.1 Anatomischer Aufbau des Gehirns

Die menschliche Großhirnrinde kann in vier Hirnlappen eingeteilt werden: den Frontallappen, den Parietallappen, den Okzipitallappen und den Temporallappen (Rohen 1985, S. 330).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: https://slideplayer.org/slide/4836449/ (letzter Aufruf: 21.04.2020, 10:03)

Jeder der Hirnlappen hat wichtige Funktionen. Im Frontallappen befindet sich das motorische Zentrum, im Parietallappen alle sensorischen Funktionen, im Okzipitallappen und im hinteren Parietallappen das Sehzentrum, im oberen Abschnitt des Temporallappens das Hörzentrum und in den vorderen Abschnitte des Temporallappens die Speicherfunktionen, also das Gedächtnis und die Erinnerungen (Rohen 1985, S. 264).

Somit sind vor allem die vorderen Abschnitte des Temporallappens und der Parietallappens mit seinen sensorischen Funktionen für den Lernprozess von entscheidender Bedeutung.

2.2 Gedächtnis

Gedächtnis und Erinnerung sind essentiell wichtig für den Lernprozess. Dabei können unterschiedliche Einteilungen des Gedächtnisses vorgenommen werden (Schütz et al. 2015, S. 88).

Die zeitliche Einteilung des Gedächtnisses in Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis wurde von Atkinson und Shiffrin 1968 entwickelt und von Schütz et. al. beschrieben.

Das Ultrakurzzeitgedächtnis, das auch ikonisches1 bzw. echoisches2 oder sensorisches Gedächtnis genannt wird, hat nur eine Speicherzeit von wenigen Millisekunden. Da es Wahrnehmungen aufnimmt und verarbeitet, spricht man von einem Speicher der Wahrnehmungserfahrungen (Schütz et. al. 2015, S. 88). Die geringe Speicherzeit lässt sich dadurch begründen, dass unser Gehirn eine begrenzte Kapazität hat. Diese reicht für die große Menge an sensorischen Informationen, die wir dauerhaft aufnehmen, nicht aus. Um eine sensorische Information längerfristig abzuspeichern, muss gerichtete Aufmerksamkeit vorhanden sein, woraufhin jene an höher gelegene Gedächtnissysteme, wie z.B. das Kurzzeitgedächtnis weitergegeben und dort abgespeichert werden kann (Gruber 2018, S. 18).

Das Kurzzeitgedächtnis hat eine Speicherdauer von maximal wenigen Minuten, wobei ebenfalls die Aufnahmekapazität von vier Einheiten beschränkt ist (Cowan 2001, S. 87-114). Informationen gelangen aus dem Kurzzeitgedächtnis entweder direkt ins Langzeitgedächtnis oder sie werden vergessen bzw. gelöscht (Schütz et. al. 2015, S. 88). Um ins Langzeitgedächtnis zu gelangen, müssen Informationen allerdings nicht zwingend zuvor im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert worden sein. Das Arbeitsgedächtnis kann genauso einen solchen Zwischenschritt darstellen (Gruber 2018, S. 23). Dort können multiple temporär gespeicherte Informationen transformiert und manipuliert werden. Ein Beispiel für eine solche Manipulation ist eine Rechenaufgabe mit mehreren Rechenschnitten, wobei die jeweiligen Zwischenergebnisse kurzfristig im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert werden. Mit Hilfe von Informationen aus dem Langzeitgedächtnis, z.B. Rechenregeln etc. können die abgespeicherten Ergebnisse aus dem Kurzzeitgedächtnis manipuliert und somit auch komplexere Rechenregeln im Kopf gelöst werden. Gedächtnissysteme können somit nicht nur der Speicherung von Informationen, sondern auch der Repräsentation und Manipulation von relevanten Gedächtnisinhalten dienen (Gruber 2018, S. 28 f.).

Das Langzeitgedächtnis hat eine unbegrenzte Speicherkapazität und enthält Informationen, die jederzeit abgerufen werden können (Schütz et. al. 2015, S. 88). Je nach Art des Abrufs, d.h. freiem Abruf, Abruf mit Hinweisreizen oder Rekognition3, dauert es länger oder kürzer eine Information abzurufen (Schütz et al. 2015, S. 93).

Eine sehr bekannte Darstellung der Einteilung des Gedächtnisses wurde 1987 von Larry Squire veröffentlicht (Squire 1987). Er unterschied das Gedächtnis nach dem deklarativen und non-deklarativen Gedächtnis. Im deklarativen Gedächtnis befindet sich nach Squire z.B. Faktenwissen, an das man sich explizit erinnern und verbal abrufen kann. Dazu gehört auch die eigene Biografie. Das non-deklarative Gedächtnis enthält Inhalte, an die man sich implizit erinnert, z.B. Handlungsmuster, die unbewusst das Verhalten beeinflussen (Schütz 2015, S. 90 f.).

Endel Tulving hingegen unterteilte allein das Langzeitgedächtnis in fünf sich inhaltlich unterscheidende Systeme (Tulving 2005). Diese Unterscheidung wurde von Markowitsch 2005 aufgegriffen und modifiziert (Schütz et. al. S. 91):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gedächtnisstrukturen (eigene Darstellung in Anlehnung an: Markowitsch 2005)

Atkinson und Shiffrin haben diese Erkenntnisse 1968 in ihrem Mehrspeicher- bzw. Multispeichermodell zusammengefasst. Sie wollen damit zeigen, dass sich das Gedächtnis in mehrere voneinander differenzierten Strukturen aufteilen lässt (Gruber 2018, S. 4 f.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: https://www.repetico.de/card-67838438 (letzter Aufruf: 20.04.2020, 12:08)

Aufgrund der Fülle an Theorien, die rund um das Gedächtnis bestehen, können in dieser Arbeit nicht alle relevanten Theorieansätze aufgeführt werden. Daher wurde sich auf die wichtigsten Theorien beschränkt, welche sich hauptsächlich mit den möglichen Einteilungen des Langzeitgedächtnisses beschäftigen. Allerdings ist für das Lernen nicht nur das Gehirn und das Gedächtnis von entscheidender Bedeutung.

2.3 Kommunikation zwischen Nervenzellen

Eine weitere neurologische Grundvoraussetzung für das Lernen ist die Verknüpfung, Kommunikation und ständige Veränderung von Synapsen an den Nervenzellen (Kiebler 2017, S. 1).

Michael Kiebler beschrieb 2017 den Zusammenhang zwischen den molekularen Mechanismen und dem Lernen folgendermaßen:

„Gedächtnisleistungen hinterlassen im Gehirn Spuren: Lernen und Erinnern sind nur möglich, weil die Verbindungen zwischen Nervenzellen – die Synapsen – fortwährend umgebaut werden.“

(Kiebler 2017, S. 1)

Er geht mit diesem Zitat auch auf die neuronale Plastizität ein, welche später noch einmal aufgegriffen werden wird.

Die Zellen des Nervensystems unterliegen einer perfekten Anpassung an ihre Aufgaben. Diese sind vor allem Informationsverarbeitung und Informationsweiterleitung. Ein Neuron4 kann mit bis zu weiteren 10 000 Neuronen in Verbindung stehen. Die Erregungsweiterleitung erfolgt über das Axon (Schäfers A. o.J.).

Der Aufbau eines Neurons wird von Andrea Schäfers folgendermaßen beschrieben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: https://www.gehirnlernen.de/s/cc_images/cache_2420751093.jpg?t=1316184711 [letzter Zugriff: 27.04.2020, 19:32]

Bei der Reizweiterleitung muss man zwischen der elektrischen und der chemischen Informationsweiterleitung unterscheiden (Schäfers o.J.).

Für die elektrische Informationsweiterleitung sind vor allem das Ruhe- und Aktionspotential von Bedeutung (Schäfers o.J.).

Vom Ruhepotential spricht man, wenn sich die Zelle sozusagen „im Ruhezustand“ befindet. Es ist zu vergleichen mit dem Membranpotential, das jede Köperzelle besitzt. Das Potential entsteht durch eine bestimmte Ionenverteilung, wobei sich im Inneren der Zelle ein Überschuss an negativ geladenen Proteinen und positiv geladenen Kaliumionen befindet. Im Äußeren der Zelle sind negativ geladene Chloridionen und positiv geladenen Natriumionen überschüssig. Dieses Ungleichgewicht ist dauerhaft vorhanden bzw. wird nach Veränderungen immer wieder hergestellt. Es wird als Ruhepotential bezeichnet (Schäfers o.J.).

Das Membranpotential bzw. das Ruhepotential kann durch Reize verändert werden. Dabei kommt es zu einer Depolarisation5, wobei sich die Ionenverteilung kurzzeitig umkehrt. Diesen Vorgang nennt man Aktionspotential. Selbiges kann nur in eine Richtung an der Nervenzelle entlang verlaufen, da die Natrium-Kalium Kanäle, welche durch Fähigkeit des aktiven Transports für die Umkehr der Ionenverteilung entscheidend sind, eine Refraktärzeit besitzen, d.h. für eine bestimmte Dauer inaktiv sind (Schäfers o.J.).

Bei Nervenzellen mit Myelinscheide spricht von einer saltatorischen Reizweiterleitung, da das Aktionspotential von Schnürring zu Schnürring „springt“ (Schäfers o.J.).

Die chemische Informationsweiterleitung erfolgt nach der Ankunft des Aktionspotentials über die Freilassung von spezifischen Neurotransmittern, welche durch den synaptischen Spalt diffundieren und von Rezeptoren an der postsynaptischen Membran verarbeitet werden. Die Reize werden weitergeleitet, wobei ein postsynaptisches Potential entsteht. Im Nervensystem gibt es neben erregenden Synapsen noch hemmende Synapsen. Dementsprechend entsteht ein erregendes postsynaptisches Potential (EPSP) oder ein inhibitorisches6 postsynaptisches Potential (IPSP). Erregende und hemmende Signale werden summiert und je nachdem, ob die erregende oder die hemmende Information überwiegt, wird die Information von der Zelle weitergeleitet oder nicht (Schäfers o.J.).

Kommunikation zwischen Neuronen ist die Grundlage für die Vernetzung von Nervenzellen und für die Bildung neuer bzw. stärkerer Verbindungen.

[...]


1 Gedächtnis mit visuellen Inhalten

2 Gedächtnis mit auditiven Inhalten

3 Wiedererkennung

4 Nervenzelle

5 Verminderung des Membranpotentials

6 hemmendes postsynaptisches Potential

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Grundlagen eines effektiven Lernprozesses
Untertitel
Wie effektives und nachhaltiges Lernen gelingt
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V921006
ISBN (eBook)
9783346229069
ISBN (Buch)
9783346229076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, lernprozess, lernen
Arbeit zitieren
Katharina Auer (Autor), 2020, Die Grundlagen eines effektiven Lernprozesses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/921006

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