Management und Zielkonflikte in Nationalparks im internationalen Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Fallbeispiele zu Management und Zielkonflikten der ausgewählten Nationalparke
2.1 Der South Luangwa Nationalpark
2.1.1 Der Naturraum
2.1.2 Historische Entwicklung des Wildschutzgebietes und der Großwildpopulationen
2.1.3 Ressourcennutzung im Nationalpark und in den angrenzenden Jagdgebieten
2.1.4 Zusammenfassung: Management und Zielkonflikte im South Luangwa
2.2 Der Yellowstone Nationalpark
2.2.1 Daten und Geschichte
2.2.2 Nutzungskonflikte aufgrund steigender Besucherzahlen
2.2.3 Managementprobleme anhand des Beispiels „Problem Winternutzung“
2.3 Nationalparks in Deutschland
2.3.1 Der Nationalpark Berchtesgaden
2.3.2 Lage
2.3.3 Beispiel: Managementplan „Barrierefreiheit 2006“

3 Zusammenfassung: Managementstrategien für Großschutzgebiete

4 Unterschiede der Fallbeispiele hinsichtlich des Managements und der Zielkonflikte

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Nationalparkidee hat in Nordamerika ihren Ursprung, genauer gesagt in Wyoming, wo sich über 90% Fläche des ersten Nationalparks der Welt, des Yellowstone Nationalparks, befinden.

Die Geschichte der Nationalparke liegt über 100 Jahre zurück. Die ursprüngliche Idee, besonders einzigartige und beeindruckende Naturlandschaften als Nationalparke zu schützen, hat heute noch genauso Bestand und hat sich global durchgesetzt. Das Ziel dabei ist der Schutz natürlicher Entwicklungen, der Schutz ökologischer Prozesse und der Naturerhalt. Zudem sollten eindrucksvolle Wildtierbestände vor Ausbeutung bewahrt werden.

Mit der Gründung des Yellowstone Nationalparks in Nordamerika im Jahre 1872 wurde eine Lawine unaufhaltsam ins Rollen gebracht. Für die Begründer lag der Zweck darin, die Naturwunder zur Erholung und zur Freude gegenwärtiger und zukünftiger Generationen des amerikanischen Volkes zu schützen und vor jeglicher Nutzung natürlicher Ressourcen zu bewahren. Zu diesen Bestrebungen war es gekommen, nachdem große Teile des Westens des Landes in einem maßlosen Raubbau erschlossen wurden, und befürchtet wurde, dass auch die Naturschönheiten kommerziellen Interessen zum Opfer fallen würden.

Die Nationalparkidee konnte zuerst in Kanada, Australien und Neuseeland Fuß fassen. In diesen relativ jungen Nationen mit spät von „Weißen“ besiedelten Landschaften bestand die Chance, bislang noch weitgehend unbeeinflusste Gebiete von menschlicher Nutzung auszunehmen und sie so der Nachwelt zu erhalten. Etwas länger dauerte es, bis der Funken nach Europa überspringen konnte. 1909 wurden in Schweden die ersten neun europäischen Nationalparke gegründet, darunter der 197.000 ha umfassende Sarek- Nationalpark in Lappland. Fünf Jahre später folgte mit der Gründung des Schweizer Nationalparks der erste Nationalpark der Alpen und Mitteleuropas. Erst als sich der Naturschutzgedanke etablierte, wurden auch in anderen europäischen Ländern Nationalparke ausgewiesen, vor allem in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg.

Folglich sind auch in Afrika die ersten Nationalparks von amerikanisch-europäischem Gedankengut geprägt worden. Nach dem US-Wilderness-Gesetz von 1964 wird jedoch in der Wildnis der Mensch nur als „durchziehender Gast geduldet“ (GLAWION 2003, S.117). Dies hatte zur Folge, dass in afrikanischen Nationalparks die indigene Bevölkerung häufig zwangsumgesiedelt wurde. Hier entsteht aufgrund der verschiedenen Auffassungen zur Nutzung eines Nationalparks ein Konflikt, der nicht nur ethisch, sondern auch ethnisch begründet ist.

In der vorliegenden Seminararbeit sollen an drei Fallbeispielen aus unterschiedlichen Kontinenten das Management und die daraus resultierenden Zielkonflikte des jeweiligen Nationalparks skizziert werden. Hierbei ist es sinnvoll, zunächst einen Blick auf die internationalen Kriterien zur Anerkennung eines Nationalparks zu werfen. Das Hauptaugenmerk der Seminararbeit liegt dann auf der Betrachtung der drei Fallbeispiele hinsichtlich des Managements und der Zielkonflikte, und schließlich sollen die Unterschiede zwischen den Fallbeispielen erläutert werden.

Eine der wichtigsten internationalen Naturschutzorganisationen ist die International Union for the Conversation of Nature and Natural Resources, die sich die Koordination des globalen Naturschutzes zur Aufgabe gemacht hat. Sie hat ihren Hauptsitz in Gland/Schweiz und ist unter anderem der Veranstalter des World Park Congress, der alle zehn Jahre stattfindet, zuletzt 2003 in Durban (Südafrika). Die IUCN, die 1948 gegründet wurde, verfolgt das Ziel, „unterschiedliche Kategorien von Schutzgebieten klar und verständlich sowie international gültig darzustellen“ (WEIZENEGGER 2003, S.9). 1994 entwarf die IUCN ein System mit sechs unterschiedlichen Schutzgebietskategorien, das bis heute die Grundlage für die UN List of National Parks and Protected Areas darstellt. Die Schutzkategorien werden über die Management-Ziele, die man mit den Schutzgebieten erreichen will, definiert. Diese sechs Schutzgebietskategorien sind: Kategorie I a: Strenges Naturreservat, Kategorie I b: Wildnisgebiet, Kategorie II: Nationalpark, Kategorie III: Naturmonument, Kategorie IV: Biotop/Artenschutzgebiet mit Management, Kategorie V: Geschützte Landschaft/Geschütztes marines Gebiet und Kategorie VI: Ressourcenschutzgebiet mit Management. (à siehe Tab. 1)

Nationalparks fallen unter die zweite Kategorie und die vorrangigen Ziele können folgendermaßen zusammengefasst werden:

Erstens der Artenschutz und der Erhalt der genetischen Vielfalt, zweitens der Erhalt der Wohlfahrtswirkungen der Umwelt und drittens der Tourismus und die damit verbundene Erholung. Nachrangige Ziele von Nationalparks sind die Wissenschaftliche Forschung, der Schutz der Wildnis, der Schutz bestimmter natürlicher oder kultureller Erscheinungen und die Bildung. Ein unter besonderen Umständen einschlägiges Ziel ist die nachhaltige Nutzung von Ressourcen aus natürlichen Ökosystemen (WEIZENEGGER 2003, S.11).

Tabelle 1: IUCN-Managementziele und Managementkategorien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: WEIZENEGGER 2003, S.11

Auf zwei Konferenzen in Neu Delhi (1969) und Banff (1972) legte die IUCN die Grundlage für eine weltweit einheitliche Auslegung der Nationalparkidee.

Erstmals wurden offiziell die Ziele und Aufgaben von Nationalparken definiert. Die 1972 verabschiedeten Bestimmungen lauten:

Ein Nationalpark ist ein verhältnismäßig großes Gebiet, in dem

- ein oder mehrere Ökosysteme nicht wesentlich durch menschliche Nutzung oder Inanspruchnahme verändert sind, in dem Pflanzen und Tierarten, geomorphologische Erscheinungen sowie Biotope von besonderer Bedeutung für Wissenschaft, Bildung und Erholung sind oder das eine besonders schöne natürliche Landschaft aufweist;
- die oberste zuständige Behörde des betreffenden Landes Maßnahmen getroffen hat, im gesamten Gebiet so früh wie möglich die wirtschaftliche Nutzung oder jede andere Inanspruchnahme zu verhindern oder zu beseitigen und wirksam sicherzustellen, dass die ökologischen, morphologischen und ästhetischen Eigenschaften, die zur Ausweisung des Schutzgebiets geführt haben, unantastbar bleiben; und
- Besuchern unter bestimmten Bedingungen zur Erbauung, Bildung, Kulturvermittlung und Erholung Zutritt gewährt wird.

Nationalparke unterscheiden sich damit hinsichtlich Flächenausdehnung (die geforderte Mindestgröße liegt bei 100 qkm), Naturnähe und Zielsetzung ganz wesentlich von Naturschutzgebieten.[1]

2 Fallbeispiele zu Management und Zielkonflikten der ausgewählten Nationalparke

2.1 Der South Luangwa Nationalpark

2.1.1 Der Naturraum

Der South Luangwa Nationalpark ist einer von insgesamt 19 Nationalparks, die sich in Sambia befinden. Diese bedecken etwa 8 % der gesamten Landesfläche Sambias (diese beträgt 752 614km²). Zusätzlich gibt es 31 sogenannte game management areas, die 22 % der Landesfläche einnehmen (DRESCHER 1998). In diesen Jagdgebieten, die meist direkt an den Park anschließen, wird die Jagd kontrolliert. Daher sind diese Flächen als Pufferzonen zu verstehen, die die Jagd im Park eindämmen sollen. Nach MÄCKEL (1976) sollen game management areas eine kontrollierte Zu- und Abwanderung des Wildes ermöglichen und anthropogene Übergriffe von außen verhindern. Der South Luangwa Nationalpark ist beispielsweise von einer game management area umgeben, die dreimal so groß ist wie der Park selbst.

Der Park hat eine Fläche von 9.050 km² und liegt im mittleren Luangwatal in Ost-Sambia. Er wird im Westen durch das Muchinga Escarpment und im Osten durch den Luangwa-Fluss begrenzt. Die Konzentration an Tieren rund um den Luangwa- Fluss und die zahlreichen umliegenden Wassertümpel und Teiche ist eine der größten von ganz Afrika. Der Nationalpark beherbergt über 100 Säugetiere, darunter 22 Großherbivore (GLAWION 2003). Charakteristisch für die Einzigartigkeit des South Luangwa sind die Endemiten Lechwe Antilope und das Schwarze Nashorn.

[...]


[1] Vgl. http://www.nationalpark-berchtesgaden.de/html/aufgaben.html (3.01.2007)

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Details

Titel
Management und Zielkonflikte in Nationalparks im internationalen Vergleich
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Umweltplanung und Landschaftsbewertung
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V92125
ISBN (eBook)
9783638058704
Dateigröße
1325 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
22 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 9 Internetquellen.
Schlagworte
Management, Zielkonflikte, Nationalparks, Vergleich, Umweltplanung, Landschaftsbewertung
Arbeit zitieren
Lukas Glaser (Autor), 2006, Management und Zielkonflikte in Nationalparks im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92125

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