Die Nationalparkidee konnte zuerst in Kanada, Australien und Neuseeland Fuß fassen. In diesen relativ jungen Nationen mit spät von „Weißen“ besiedelten Landschaften bestand die Chance, bislang noch weitgehend unbeeinflusste Gebiete von menschlicher Nutzung auszunehmen und sie so der Nachwelt zu erhalten. Etwas länger dauerte es, bis der Funken nach Europa überspringen konnte. 1909 wurden in Schweden die ersten neun europäischen Nationalparke gegründet, darunter der 197.000 ha umfassende Sarek- Nationalpark in Lappland. Fünf Jahre später folgte mit der Gründung des Schweizer Nationalparks der erste Nationalpark der Alpen und Mitteleuropas. Erst als sich der Naturschutzgedanke etablierte, wurden auch in anderen europäischen Ländern Nationalparke ausgewiesen, vor allem in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg.
In der vorliegenden Seminararbeit sollen an drei Fallbeispielen aus unterschiedlichen Kontinenten das Management und die daraus resultierenden Zielkonflikte des jeweiligen Nationalparks skizziert werden. Hierbei ist es sinnvoll, zunächst einen Blick auf die internationalen Kriterien zur Anerkennung eines Nationalparks zu werfen. Das Hauptaugenmerk der Seminararbeit liegt dann auf der Betrachtung der drei Fallbeispiele hinsichtlich des Managements und der Zielkonflikte, und schließlich sollen die Unterschiede zwischen den Fallbeispielen erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fallbeispiele zu Management und Zielkonflikten der ausgewählten Nationalparke
2.1 Der South Luangwa Nationalpark
2.1.1 Der Naturraum
2.1.2 Historische Entwicklung des Wildschutzgebietes und der Großwildpopulationen
2.1.3 Ressourcennutzung im Nationalpark und in den angrenzenden Jagdgebieten
2.1.4 Zusammenfassung: Management und Zielkonflikte im South Luangwa
2.2 Der Yellowstone Nationalpark
2.2.1 Daten und Geschichte
2.2.2 Nutzungskonflikte aufgrund steigender Besucherzahlen
2.2.3 Managementprobleme anhand des Beispiels „Problem Winternutzung“
2.3 Nationalparks in Deutschland
2.3.1 Der Nationalpark Berchtesgaden
2.3.2 Lage
2.3.3 Beispiel: Managementplan „Barrierefreiheit 2006“
3 Zusammenfassung: Managementstrategien für Großschutzgebiete
4 Unterschiede der Fallbeispiele hinsichtlich des Managements und der Zielkonflikte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Managementstrategien und daraus resultierende Zielkonflikte in Nationalparks anhand von drei internationalen Fallbeispielen zu untersuchen und deren Unterschiede vergleichend darzustellen.
- Internationale Kriterien und Definitionen für Nationalparks
- Konfliktpotenziale zwischen Naturschutz und indigener Bevölkerung
- Herausforderungen durch steigenden Tourismus und Besuchernutzung
- Managementansätze wie „Over-Management“ und partizipative Strategien
- Barrierefreiheit als zeitgemäßes Managementziel in Großschutzgebieten
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Der Naturraum
Der South Luangwa Nationalpark ist einer von insgesamt 19 Nationalparks, die sich in Sambia befinden. Diese bedecken etwa 8 % der gesamten Landesfläche Sambias (diese beträgt 752 614km²). Zusätzlich gibt es 31 sogenannte game management areas, die 22 % der Landesfläche einnehmen (DRESCHER 1998). In diesen Jagdgebieten, die meist direkt an den Park anschließen, wird die Jagd kontrolliert. Daher sind diese Flächen als Pufferzonen zu verstehen, die die Jagd im Park eindämmen sollen. Nach MÄCKEL (1976) sollen game management areas eine kontrollierte Zu- und Abwanderung des Wildes ermöglichen und anthropogene Übergriffe von außen verhindern. Der South Luangwa Nationalpark ist beispielsweise von einer game management area umgeben, die dreimal so groß ist wie der Park selbst.
Der Park hat eine Fläche von 9.050 km² und liegt im mittleren Luangwatal in Ost-Sambia. Er wird im Westen durch das Muchinga Escarpment und im Osten durch den Luangwa-Fluss begrenzt. Die Konzentration an Tieren rund um den Luangwa- Fluss und die zahlreichen umliegenden Wassertümpel und Teiche ist eine der größten von ganz Afrika. Der Nationalpark beherbergt über 100 Säugetiere, darunter 22 Großherbivore (GLAWION 2003). Charakteristisch für die Einzigartigkeit des South Luangwa sind die Endemiten Lechwe Antilope und das Schwarze Nashorn.
Der South Luangwa Nationalpark liegt im Vergleich zum umgebenden Zentralafrikanischen Hochplateau (1000-1500 m ü. NN) auf einem Höhenniveau von nur 550 m - 740 m ü. NN. Folglich ist das Klima im Parkgebiet tropisch-heiß und kann im Oktober über 40°C erreichen (GLAWION 2003). Aufgrund der relativ hohen Jahresniederschläge von 800 - 900 mm kann der South Luangwa Nationalpark erst ab Mai für den Besucher geöffnet werden, da große Teile noch überschwemmt sind. MÄCKEL (1976) beschreibt, dass ergänzend zu den sicheren Touren in der Trockenzeit gegen Ende der Regenzeit auch „River Safaris“ angeboten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Nationalparkidee ein und erläutert die globalen Unterschiede im Verständnis von Wildnis und Schutz.
2 Fallbeispiele zu Management und Zielkonflikten der ausgewählten Nationalparke: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Gegebenheiten, Konflikte und Managementansätze in den drei gewählten Parks in Sambia, den USA und Deutschland.
3 Zusammenfassung: Managementstrategien für Großschutzgebiete: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Akteure und Managementansätze, wie etwa „Under-“ oder „Over-Management“ sowie partizipative Modelle.
4 Unterschiede der Fallbeispiele hinsichtlich des Managements und der Zielkonflikte: Hier findet ein direkter Vergleich der behandelten Gebiete statt, um die unterschiedlichen Prioritäten und Lösungsstrategien der Parkverwaltungen hervorzuheben.
Schlüsselwörter
Nationalpark, Management, Zielkonflikte, South Luangwa, Yellowstone, Berchtesgaden, Wilderei, Tourismus, Naturschutz, Großschutzgebiete, Partizipatives Management, Artenschutz, Nachhaltigkeit, IUCN, Barrierefreiheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Managementstrategien und die damit verbundenen Zielkonflikte in drei verschiedenen Nationalparks weltweit.
Welche Nationalparks werden als Fallbeispiele betrachtet?
Die Arbeit konzentriert sich auf den South Luangwa Nationalpark in Sambia, den Yellowstone Nationalpark in den USA und den Nationalpark Berchtesgaden in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Umgang mit Zielkonflikten in Großschutzgebieten zu skizzieren und die unterschiedlichen Managementansätze im internationalen Vergleich gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Fallstudienanalyse, die auf internationalen Kriterien und publizierten Managementplänen basiert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den historischen Hintergründen, den spezifischen ökologischen sowie sozialen Nutzungskonflikten und den jeweiligen Lösungsstrategien der Parkverwaltungen.
Welche Charakteristika definieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch den internationalen Vergleich, die Integration sozio-ökonomischer Faktoren in den Naturschutz und die Anwendung internationaler Klassifizierungen.
Warum spielt die indigene Bevölkerung eine wichtige Rolle im South Luangwa Nationalpark?
Aufgrund der historischen Zwangsumsiedlung der Bevölkerung entstand ein Konflikt, der durch die Beteiligung an Einnahmen aus dem Tourismus und der Jagd gelöst werden soll.
Welches zentrale Problem besteht im Nationalpark Berchtesgaden?
Das Hauptproblem ist der starke Besucherdruck auf einer vergleichsweise kleinen Fläche, insbesondere im Winter, was im Managementplan durch Zonierungen adressiert wird.
Warum wird im Kontext des Yellowstone Nationalparks von einem "Problem Winternutzung" gesprochen?
Die Nutzung von Schneemobilen überschneidet sich mit den Winterrouten der Wildtiere, was zu einer energetischen Überlastung der Tiere in nahrungsknappen Zeiten führt.
Welche Bedeutung hat die Barrierefreiheit für deutsche Nationalparks?
Unter dem Motto „Ein Nationalpark für Alle“ werden Maßnahmen ergriffen, um die Zugänglichkeit für behinderte Gäste zu verbessern, was als moderner Managementansatz gilt.
- Citar trabajo
- Lukas Glaser (Autor), 2006, Management und Zielkonflikte in Nationalparks im internationalen Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92125