Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie im Kontext der politischen Ökonomie


Bachelorarbeit, 2019

51 Seiten, Note: 1


Leseprobe

1. Einführung: Probleme der marxschen Klassentheorie

Exkurs: Denker des 19. Jahrhunderts?

2. Probleme der marxschen Klassentheorie Forschungsfragen

3. Lösungsansätze für diese Probleme

4. Marx’ Methode
4.1 Drei methodologische Grundkonzepte
4.2 Allgemeine Klassentheorie

5. Erste Zusammenführung

6. Entfremdung

Lösung Entfremdungsproblem

7. Marx’ Theorie des Wertes und der Arbeit
7.1 Arbeit Arbeitskraft
7.2 Mehrwert, Ausbeutung und Akkumulation
7.3 Variables und Konstantes Kapital, Mehrwertrate
Absoluter Mehrwert Arbeitstag
7.4 Exkurs: Produktive/Unproduktive Arbeit
7.5 Zusammenführung der Arbeitskraft
7.6 Ursprüngliche Akkumulation

8. Was ist also das Kapital?
8,1 Bestimmung des Kapitals durch die Kritik moderner Kapitaltheorien
8.2 Exkurs: Klassismus
8.3 Exkurs: tendenzieller Fall der Profitrate

9. Klasse für sich

10. Abschließende Bemerkungen

11. Literaturverzeichnis

1. Einführung: Probleme der marxschen Klassentheorie

„Die langweiligste Kritik an Marx, die sich zum Beispiel in Jonathan Sperbers sonst gelehrter Biographie wiederholt, ist, dass er ein veralteter Denker des 19. Jahrhunderts ist, der sich mit Problemen auseinandersetzt, die für die Gegenwart nicht relevant sind1 “. Auch Michel Foucault sah, wenn auch auf den Bereich der Erkenntnistheorie bezogen: „ Der Marxismus ruht im Denken des neunzehnten Jahrhunderts wie ein Fisch im Wasser2 “. Weitere Belege für diese Kritik würden sich endlos finden lassen, sie gehört sowohl im wissenschaftlichen als auch im politischen Bereich zu den Allgemeinplätzen der Marx-Kritiker_innen. Marx selbst würde auf den Vorwurf, sein Denken sei nicht mehr zeitgemäß, vermutlich antworten, dass gerade die Leidenschaft, mit der versucht wird, ihn ins 19. Jahrhundert zu verbannen, ein Beleg für seine Relevanz im 21. Jahrhundert ist. Waren für ihn doch „die herrschenden Ideen einer Zeit stets nur die Ideen der herrschenden Klasse3 “.

Die Verbannung von Marx ins 19. Jahrhundert wird in der Soziologie besonders auf Basis seiner Klassentheorie vollzogen. Im soziologischen Mainstream gilt Marx’ Klassentheorie gemeinhin als veraltet oder zumindest modernisierungsbedürftig. Der intelligentere Vorwurf lautet, dass sie die komplexe soziale Realität simplifiziere. Als ein Beispiel für eine ernsthafte Kritik an Marx kann Dirk Wieland gesehen werden, laut dem „eine differenzierte Klassenanalyse, im Sinne objektiver Betrachtung sozialer Strukturen, bei Marx weitgehend ausbleibt oder nur eine Art Nebenprodukt darstellt. Denn selbst in den Passagen, wo er sich der konkreten Analyse der damaligen Verhältnisse zuwendet, bleibt er abstrakt und weitgehend auf theoretische Begriffe und Kategorien beschränkt, die letztlich eher idealtypischen Zuspitzungen als empirischen Gegebenheiten entsprechen4 “. Eine polemischere und wissenschaftlich schlechte Kritik wird von Rudolf Richter durchgeführt, er erklärt Marx zu einem der „Urväter der Soziologie“ und verbannt ihn nach dieser Huldigung direkt ins Reich der Geschichte: „Seine Zwei-Klassen-Theorie erweist sich für die Analyse der Sozialstruktur hochdifferenzierter Gesellschaften als zu einfach. Sein Arbeitsmodell ist stark handwerklich geprägt und kann deshalb die Ausdifferenzierung von Arbeit nur partiell erfassen. Sein Geschichtsmodell ist (...) stellenweise durch einen technologischen Determinismus gekennzeichnet usw.5 “.

Der Vorwurf, bei Marx existierten nur zwei Klassen, Arbeiter_innen und Bourgeoisie, hält sich im nicht-wissenschaftlichen Bereich zwar beharrlich, lässt sich aber selbst bei einer nur rudimentären Lektüre der marxschen Schriften nicht aufrechterhalten, wie am Rande der Arbeit gezeigt werden wird. Arbeiter_innen und Bourgeoise bilden für Marx die zwei für die gesellschaftliche Entwicklung ausschlaggebenden Klassen. Nicht aufgrund ihrer quantitativen Übermacht gegenüber anderen Klassen, auch nicht alleine aufgrund der Macht der Bourgeoise, sondern weil diese beiden Klassen die kapitalistische Struktur der Gesellschaft widerspiegeln. Oder wie es Marx selbst formulierte: „Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die ökonomischen Charaktermasken der Personen die Personifikation der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten6 “. Das bedeutet, Marx analysiert diese beiden Klassen als konkrete Widerspiegelung der abstrakten Strukturen der kapitalistischen Produktionsweise, allen voran Arbeit, Ware, Wert und Kapital. Wie noch gezeigt werden wird, fasst Marx das Kapital als gesellschaftliches Verhältnis, welches zwar in verdinglichter Form im Leben der Individuen erscheint, seine Existenzgrundlage bildet aber ausschließlich die Anhäufung der Arbeitskraft.

In diesem Sinne wird die folgende Arbeit nicht versuchen, eine quantitative Studie über die Arbeiter_innenklasse durchzuführen, genauso wenig wird es darum gehen, vermittels qualitativer Analysen das Klassenbewusstsein der heutigen Arbeiter_innen zu bestimmen; auch die These, dass heutzutage kein Klassenbewusstsein mehr vorhanden ist, wird gern von Soziolog_innen gegen Marx in Stellung gebracht. Auch eine Bestimmung von Ein- und Ausschlusskriterien für die Zugehörigkeit zur Arbeiter_innenklasse – entlang dieser Fragstellung spielen sich die meisten innermarxistischen Debatten über die Arbeiter_innenklasse ab – wird als sekundär für die folgende Arbeit erachtet. Worum es mir im Folgenden vor allem gehen wird, ist zu zeigen, wie sich die Kategorie der Klassen entlang der von Marx vorgebrachten Kritik der politischen Ökonomie entwickelt. Nach diesem Kriterium einer Rekonstruktion, nicht einem Konsequenzen-Ziehen oder Weiterdenken, wurde auch die Literatur ausgewählt. Hiermit ist aber nicht gesagt, dass die marxsche Klassentheorie der Weisheit letzter Schluss ist und keinerlei Modernisierung bedürfte. In Anbetracht der Menge des vorhandenen Quellenmaterials, angefangen bei Marx genauso wie Engels´ eigenen Schriften, bis zu der nicht zu überblickenden Menge an Marx-Interpretationen, Modernisierungen und Kritiken, erachte ich es als notwendig, vor einer eventuellen Modernisierung sich zuerst einmal der Frage zuzuwenden, was Marx denn selbst gesagt hat.

Exkurs: Denker des 19. Jahrhunderts?

Am Rande sei noch festgehalten, dass eine Kritik, welche Marx im 19. Jahrhundert Gültigkeit zugesteht, sie aber für heute verwirft, einer gewissen Ironie nicht entbehrt. Wenn Marx und Engels im Manifest der Kommunistischen Partei 1848 postulieren: „Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoise und Proletariat7 “, ist das als empirische Bestandsaufnahme der damaligen Zeit absurd. Die Arbeiter_innenklasse bildete Mitte des 19. Jahrhunderts selbst in den entwickelten Industriegesellschaften Europas eine krasse Minderheit gegenüber den Bauern. Für das Frankreich des Jahres 1866 wird geschätzt, dass bei einer Bevölkerung von rund 38 Millionen gerade einmal 4,1 Millionen industrielle Arbeiter_innen waren8. Vermutlich war die Zahl im Jahr 1848 noch geringer, auf jeden Fall aber nicht deutlich größer. Auch wenn England das Herzstück der Industrialisierung war, kann angenommen werden, dass auch dort die Arbeiter_innenklasse weit davon entfernt war, mehr als nur einen kleinen Bruchteil einer primär ländlichen Bevölkerung auszumachen. Die Arbeiter_innenklasse konzentriert sich zwangsläufig in großen Städten, 1850 lebten in England ca. 40% der Bevölkerung in Städten, während der Rest am Land lebte9. Die Stadtbevölkerung bestand nicht ausschließlich aus Arbeiter_innen, sondern auch aus Bürger_innen, Kleinbürger_innen, Adeligen, kleinen Handwerkern usw.. Selbst wenn es auch am Land einige größere Betriebe gab, war die Arbeiter_innenklasse weit davon entfernt, einen Großteil der Bevölkerung auszumachen.

Eine konsequente, sich an empirischen Gesichtspunkten ausrichtende Kritik der marxschen Klassentheorie müsste sie also auch zum Zeitpunkt seines Lebens als falsch brandmarken. In diesem Sinne argumentiert der Soziologe Niklas Luhmann, „auch die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts war bereits viel zu komplex, als dass man sie (…) mit dem Gegensatz von Kapital und Arbeit hätte begreifen können10 “. Ihm geht es darum, den Klassenbegriff generell zu verwerfen, in dieser Hinsicht ist seine Kritik an Marx deutlich konsequenter als die zuvor thematisierten.

2. Probleme der marxschen Klassentheorie Forschungsfragen

In Marx’ Hauptwerk, den drei Bänden des Kapitals, bricht der dritte Band just in dem Moment ab, als sich Marx einer genaueren Klassenanalyse zuwenden will11. Der zweite und dritte Band des Kapital stellen die Marxforschung grundsätzlich vor Schwierigkeiten, weil sie nicht von Marx selbst, sondern von seinem Kollegen Friedrich Engels auf Basis von Marx’ Manuskripten bearbeitet, verändert und veröffentlicht wurden12. In dem aus wenigen Absätzen bestehenden Kapitel zu Klassen im dritten Band des Kapitals betont Marx die Existenz von „drei großen Klassen der modernen (..) Gesellschaft13 “, nämlich Lohnarbeiter_innen, Kapitalist_innen und Grundeigentümer_innen. Gleichzeitig thematisiert Marx, viele seiner Kritiker_innen genauso wie Anhänger_innen vergessen die Passage auffallend oft, diese grobe Klassengliederung tritt nirgendwo in Reinform auf, „Mittel- und Übergangsstufen vertuschen (…) überall die Grenzbestimmung14 “. Trotzdem würde es sich eine ernsthafte Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie zu einfach machen, würde sie alleine auf Basis dieser kurzen Anmerkungen seine Klassentheorie darstellen wollen.

Abstrakt zusammengefasst lässt sich sagen, dass Marx Klassen über die Stellung von Individuen im kapitalistischen Produktions- bzw. Akkumulationsprozess bestimmt15. Einer der einflussreichsten orthodoxen Marxisten des 20. Jahrhunderts, Ernst Mandel, fasste Marx’ Klassentheorie folgendermaßen zusammen: „Das bestimmende strukturelle Merkmal des Proletariats in Marx’ Analyse des Kapitalismus ist der sozioökonomische Zwang, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Zum Proletariat gehören also nicht nur gewerbliche Arbeiter, sondern alle unproduktiven Lohnarbeiter, die denselben fundamentalen Zwängen unterliegen: Nichtbesitz von Produktionsmitteln; Mangel an direktem Zugang zu den Lebensmitteln; nicht genug Geld, um die Existenzgrundlage ohne mehr oder weniger kontinuierlichen Verkauf von Arbeitskraft zu erwerben16 “. Die Betonung des Zwanges zum Verkauf der Arbeitskraft zur Existenzsicherung ist insofern relevant, als es Menschen gibt, die über keine Produktionsmittel verfügen, aber nicht gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Beispielsweise Personen, die das Glück haben über den Besitz von (bestenfalls vererbten) Aktien ihre Lebensgrundlage zu sichern.

Doch auch Mandels Definition reicht für eine umfassende Analyse des marxschen Klassenbegriffs nicht aus. Einerseits vermisst sie die Darstellung der Arbeiter_innenklasse als „Charaktermaske“ des Kapitalverhältnisses, was zu gravierenden Konsequenzen für eine Theorie der Arbeiter_innenklasse als revolutionäres Subjekt führen kann. Seine Definition kann als richtig für die Ein- und Ausschlusskriterien in die Arbeiter_innenklasse verstanden werden, sie erfüllt aber nicht das von mir angestrebte Ziel, den immanenten Zusammenhang zwischen den Kategorien der politischen Ökonomie und der Klassen aufzuzeigen. Dies ist wichtig um die Sonderstellung, welche Arbeiter_innen und Bourgeoisie zukommt, zu verstehen. Des Weiteren tendiert Marx in konkreten politischen Analysen dazu, eine deutlich vielschichtigere Klassentheorie anzuwenden als in seinen theoretischen Schriften. In seinem Text: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, im Wesentlichen eine Analyse des Putsches und der Herrschaft von Louis Napoleon (auch Napoleon der Dritte), thematisiert Marx insgesamt zehn Klassen17.

Neben den drei schon erwähnten Texten von Marx (Kommunistisches Manifest, drei Bände Kapital und Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonapart e) können noch zwei weitere Texte als zentral für eine Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie gesehen werden, nämlich seine Frühschrift Ökonomisch-philosophischen Manuskripte aus dem Jahre 1844 und Die deutsche Ideologie. Beide Texte wurden von Marx nicht veröffentlicht, was die Einordnung ihrer Relevanz erschwert. Im ersten Text wird die marxsche Theorie der Entfremdung erarbeitet. Die Relevanz der Deutschen Ideologie begründete sich aus zwei Punkten. Erstens: In diesem wird der Ursprung der Klassenteilung der Gesellschaft vermittels der Arbeitsteilung dargestellt.18. Zweitens wird die Vorstellung eines ursprünglichen menschlichen Gattungswesens – diese Idee ist zentral für Marx’ Konzept der Entfremdung aus seinen ökonomisch-philosophischen Manuskripten – einer Kritik unterzogen19.

Der Marxist Louis Althusser sieht in diesem Text den Übergang eines frühen „philosophischen“ zu einem späten „ökonomischen“ Marx. Nach Althusser spielt die Entfremdungskonzeption in Marx’ späteren Werken keine Rolle mehr20. Der britische Marxist Chris Harman widerspricht dieser Darstellung stellenweise und stellt die Entstehung der marxschen Klassentheorie folgendermaßen dar: „Marx’ ursprünglicher Ausgangspunkt war entfremdete Arbeit, die Situation, in der die Produkte der Arbeit des Menschen als unabhängige Kräfte auftreten, die seine Tätigkeit einschränken. In seiner entwickelten Form impliziert dies die Trennung der Arbeiter von der Kontrolle der Produktionsmittel, die Enteignung der tatsächlichen Produzenten, die Schaffung eines Proletariats21 “. Die Differenz zwischen Althusser und Harman kreist um die Frage, ob Marx’ Auseinandersetzung mit der politischen Ökonomie zu einem radikalen Bruch oder nur zu einer Modernisierung seines Klassenbegriffes führte.

Jüngste Ergebnisse der Marxforschung zeigen, es ist problematisch sich zentral auf die Deutsche Ideologie zu berufen, denn: „Ein integrales oder auch nur fragmentarisches Werk ‚ Die deutsche Ideologie ‘ aus der Feder von Marx und Engels liegt nicht vor22 “. Solch ein Werk wurde von Marx und Engels nie geplant, und deshalb ist es auch keine gemeinsame Ausarbeitung ihres Konzepts des Historischen Materialismus, als solche wurde es oft verstanden, sondern die Fragmente, aus denen das Buch zusammengesetzt wurde, sind aus Kritiken anderer Philosophen entstanden23. Daraus folgt aber nicht, das Werk restlos zu verwerfen und für irrelevant zu erklären, denn: „Marx’ Theorie entstand – seinem eigenen Anspruch nach – im Handgemenge24 “. Das bedeutet, Marx’ Schaffen zielte nicht darauf ab, eine eigenständige Theorie im luftleeren Raum zu entwerfen, sondern seine Theorie entstand immer aus Kritiken anderer Denkansätze; nicht umsonst heißt das Kapital im Untertitel „Kritik der politischen Ökonomie“.

Zusammengefasst, eine Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie steht vor vier Schwierigkeiten:

1. „Trotz der zentralen Bedeutung dieses Konzepts in seiner Arbeit hat Marx den Klassenbegriff nie systematisch definiert und ausgearbeitet25 “. Er verfolgte aber im 3. Band dieses Ziel, jedoch bricht das Manuskript ab.
2. Empirisch traf Marx’ Bestimmung des Klassenverhältnisses zu seinen Lebzeiten nicht zu.
3. Es besteht ein Widerspruch innerhalb der marxschen Schriften, insbesondere zwischen der Betonung von zwei (manchmal auch drei) zentralen Klassen in seinen ökonomischen Texten (Bourgeoise und Proletariat – Grundeigentümer) und der Vielschichtigkeit von Klassen in seinen konkreten politischen Analysen. Es wäre zwar möglich, den dritten Widerspruch auszuräumen, indem auf die Stelle im Kapital verwiesen wird, an der Marx von mehreren Mittel- und Übergangsklassen spricht. Doch dann wäre immer noch zu fragen, ob ein Zusammenhang zwischen der grundsätzlichen Bestimmung der drei großen Klassen über ihre Stellung im Produktionsprozess und der Bestimmung der Mittel- und Unterklassen anhand konkreter politischer Analysen besteht.
4. Spielt der Begriff der Entfremdung eine durchgehende Rolle in der marxschen Theoriebildung, lässt sich aus ihm also eine Klassentheorie entwickeln, oder ist es der Begriff eines jungen idealistischen Marx, der auf den späten Marx des Kapitals keinen Einfluss hatte?

3. Lösungsansätze für diese Probleme

Diese vier Probleme sollen im Laufe der Arbeit bestimmt und nach Möglichkeit ausgeräumt werden. Dadurch soll ein Ausgangspunkt für aktuellere Bestimmungen der Klassenzusammensetzung ermöglicht werden. Für eine erste Annäherung an Marx’ Klassentheorie soll sich im folgenden ersten Kapitel mit der spezifischen marxschen Methode der Theorieentwicklung befasst werden. Diese Thematisierung der marxschen Methode ist notwendig, um eine Ordnung in die Vielzahl der marxschen Texte zur Arbeiter_innenklasse zu bringen. Gewissermaßen soll dieser Methoden-Teil rechtfertigen, warum sich diese Arbeit zentral auf das marxsche Kapital konzentrieren wird, während andere Werke nur am Rande behandelt werden. Danach soll die Debatte über den Begriff der Entfremdung genauer behandelt werden und schlussendlich soll sich im Hauptteil der Arbeit dem Zusammenhang zwischen Kapital und Klasse gewidmet werden.

4. Marx’ Methode

„Wenn Marx auch nicht eine Logik hinterließ, so hinterließ er doch die Logik des Kapitals26 “, mit diesem Satz versucht Lenin darzustellen: Obwohl Marx keine ausgearbeitete methodologische Grundlage für seine Analysen hinterließ, ist der Aufbau des Kapitals eine Darstellung der marxschen Methodologie. Auch einen zweiten Verweis auf Marx’ Methodik hinterließ uns Lenin: „Es ist unmöglich, Marx’ Capital und insbesondere sein erstes Kapitel vollständig zu verstehen, ohne die gesamte Hegelsche Logik gründlich studiert und verstanden zu haben. Folglich verstand ein halbes Jahrhundert später keiner der Marxisten Marx27 “. Diese beiden Bemerkungen Lenins liefern einen ersten Hinweis auf Marx’ Methodik, die zentrale Bezugnahme auf Hegel und die Bedeutung des Kapitals als Darstellung der marxschen Methodik. Als dritte Kategorie der marxschen Methodologie muss noch der Materialismus eingeführt werden.

Marx selbst beschrieb seine Methodik im Nachwort zur zweiten Auflage des Kapital folgendermaßen: „Meine dialektische Methode ist der Grundlage nach von der Hegelschen nicht nur verschieden, sondern ihr direktes Gegenteil. Für Hegel ist der Denkprozeß, den er sogar unter dem Namen Idee in ein selbständiges Subjekt verwandelt, der Demiurg (Weltschöpfer, Anmerkung des Autors) des Wirklichen, das nur seine äußere Erscheinung bildet. Bei mir ist umgekehrt das Ideelle nichts andres als das im Menschenkopf umgesetzte und übersetzte Materielle28 “.

Dialektik wird oft vereinfacht dargestellt als eine Denkart, welche die Widersprüchlichkeit bzw. die Veränderung ins Zentrum rückt. Für Hegel ist die Dialektik aber nicht einfach eine Art des Denkens oder Argumentierens, „sondern diejenige des Denkens, in der sich auch die gesetzmäßigen Bewegungen der Geschichte vollziehen29 “. Nach Hegel trägt jedes Ding, jede These, ihren eigenen Widerspruch, die Antithese, immer schon in sich. Diese Einheit aus These und Antithese, welche auch als Negation der These verstanden werden könnte, führt zur Veränderung bzw. der Aufhebung von These und Antithese in der Synthese, in Hegelscher Sprache: die Negation der Negation. Dialektik ist für Hegel ein reales Prinzip, welches die Welt permanent transformiert. Der Ursprung dieser Transformierung ist der absolute Geist bzw. die absolute Realität. Gerade in diesem Punkt steckt in der Hegelschen Dialektik noch ein theologisches Element, denn: „Dieser absolute Geist ist in Wirklichkeit nur eine andere Art, von Gott zu sprechen30 “. Wenn Hegel den dialektischen Prozesscharakter bspw. der Weltgeschichte betont, bedeutet das für ihn, dass diese Geschichte nicht zufällig, sondern gerichtet auf ein Ziel hinaus abläuft31.

Während die Stärke der Hegelschen Dialektik darin besteht, dass er die Welt sowohl als Totalität als auch in permanenter Veränderung befindlich begreift, liegt ihre Schwäche – wie im obigen Zitat von Marx kritisiert – darin, dass als treibende Kraft dieser Veränderung die Idee oder das Denken gesehen wird. Diese Methodik, welche dem Denken bzw. der Idee eine in der materiellen Welt wirkende Kraft zuspricht, kann als Idealismus beschrieben werden. Gegen den Idealismus stellte Marx den Materialismus. Für ihn sind nicht mehr die Ideen, sondern die materiellen Bedingungen, welche von den Menschen erzeugt werden, die treibende Kraft der Veränderung. Die Dialektik „steht bei ihm (Hegel, A.d.V.) auf dem Kopf. Man muß sie umstülpen, um den rationellen Kern in der mystischen Hülle zu entdecken32 “.

Marx fasst den Begriff Materie aber nicht ausschließlich als „stoffliche Substanz“ von natürlichen Dingen33, sondern als (wie es Lenin formulierte) „Eigenschaft, objektive Realität zu sein, außerhalb unseres Bewußtseins zu existieren34 “. Der marxsche Materialismus beschäftigt sich also nicht nur mit materiell vorhandenen Dingen, sondern auch mit „objektiv existierenden sozialen Beziehungen35 “. Es könnte also auch von einem „sozialen Materialismus“ gesprochen werden. Sozial in dem Sinne, dass es gesellschaftliche Phänomene gibt, welche zwar nicht als Materie vorhanden sind, die aber trotzdem objektive Realitäten bilden. Wert oder Klasse wären solche Kategorien, die objektive Realitäten bilden, ohne materiell fassbar zu sein. Diese Kategorien prägen die Individuen, aus ihnen heraus entwickelt sich ein menschliches Bewusstsein. Diese Feststellung ist wichtig für die folgende Arbeit; die Tatsache, dass Klassen keine von Natur aus vorhandenen Kategorien sind, zeigt, dass sie historisch geworden sind, dementsprechend einer Veränderung unterliegen. Diese Feststellung kann gegen die liberale Binsenweisheit, der Kapitalismus existiere, weil er die natürliche Organisationsform des Menschen darstelle, in Stellung gebracht werden. Klassen sind soziale, nicht stoffliche oder natürliche Realitäten, und als solche werden sie im marxschen Materialismus untersucht.

Engels erklärte den Materialismus anhand der „einfache(n) Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können36 “. Diese natürlichen Tatsachen bilden aber noch nicht die Grundlage des Materialismus, sondern entscheidend ist die Frage, auf welche Art und Weise diese natürlichen Bedürfnisse befriedigt werden. Also bspw. wie die Arbeit organisiert ist, um die notwendige Nahrung zu produzieren. Gerade diese Verschränkung aus natürlichen Zwängen und der Form, wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht, sind die Grundlage des marxschen Materialismus37.

4.1 Drei methodologische Grundkonzepte

Marx’ Dialektik hat einen anderen Inhalt als die Hegelsche, auch wenn sie derselben Form oder Logik folgt38. Dies wird noch genauer dargestellt werden, wenn ich mich der Analyse des Kapitals widme. Gleichzeitig verwendet Marx aber Begrifflichkeiten von Hegel, wie bspw. Wesen und Erscheinung; und insbesondere seine Betonung vom Doppelcharakter verschiedener Phänomene, welcher immer dialektisch gedacht ist, also als gleichzeitig in den unterschiedlichen Phänomenen vorhanden, bspw. Tauschwert-39 Gebrauchswert, konkrete-abstrakte Arbeit usw., ist an Hegel angelehnt.

Die Unterscheidung in Wesen und Erscheinung ermöglicht Marx, seine Theorie auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus zu erarbeiten. Marx verfolgt „eine Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten“. Zu Beginn des dritten Bandes des Kapitals wird genau dieses Vorgehen „vom abstrakten zum konkreten40 “ von Marx selbst dargestellt41. Diese Methodologie kann als die von Lenin angesprochene „Logik des Kapitals“ betrachtet werden.

Zusammengefasst können wir also drei methodologische Grundkonzepte von Marx herausstreichen.

1. Dialektik: Die Idee, dass die soziale Welt als Totalität betrachtet werden muss, welche sich aber in einem Zustand der permanenten Veränderung befindet. Diese Veränderung bedeutet nicht einfach die Ablösung von einem Zustand durch einen anderen, sondern deren gemeinsame Aufhebung in einem dritten.
2. Materialismus: Die Veränderung dieser Totalität wird weder vom Denken noch von unumstößlichen natürlichen Gesetzmäßigkeiten angetrieben, sondern es sind die materiellen Bedingungen, inklusive sozialer Beziehungen, welche diese Veränderungen anstoßen. Das bedeutet, für Marx sind Individuen sowohl Objekte, welche in einer materiellen Totalität gefangen sind, die außer ihnen existiert und sie beeinflusst. Auf der anderen Seite sind sie aber zugleich Subjekte, deren Handeln wiederum ihre soziale Welt strukturiert. Diese Gleichzeitigkeit von Subjekt- und Objektstatus der Individuen taucht in der Soziologie/Philosophie als Differenz zwischen Strukturalistischen und Handlungsorientierten Zugängen auf. Wie ich bei der Bestimmung des Kapitalbegriffs durch Marx zeigen werde, versucht Marx diese Dichotomie aufzulösen. Auch wenn keine der beiden Seiten ignoriert werden darf, steht Marx dem Strukturalismus, das bedeutet der Betonung des Objektstatus der Menschen, also der Unfähigkeit sein Leben ausschließlich auf die individuellen Bedürfnisse auszurichten, näher. Marx selbst formulierte dies so: „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen42 “.

Die marxsche Klassentheorie ist Produkt und zugleich Ursprung dieser dialektisch-materialistischen Methode43. Klassen sind einerseits Ergebnis der materialistischen Methode, weil diese davon ausgeht, dass Menschen vermittels Arbeit in ihre materielle Welt eingreifen, und andererseits sind sie dialektisch zu verstehen, es gibt nicht eine Klasse, sondern viele, die gemeinsam eine Totalität bilden – These und Antithese. Die Widersprüche zwischen den Klassen treiben die Bewegung dieser Totalität an. Im Kapitalismus formt Lohnarbeit, welche Waren produziert, die sich wiederum vermittels des Wertes austauschen, die materielle Welt. Vereinfacht ausgedrückt, treibt der Widerspruch zwischen den Interessen der Arbeiter_innen, sie wollen möglichst viel Lohn für die von ihnen produzierten Waren, und den Interessen der Kapitalist_innen, sie wollen möglichst viel Profit für die von ihnen hergestellten Waren, die gesellschaftliche Veränderung an.

3. Um diese Komplexität in Analysen zu überführen, verwendet Marx eine Methode des Aufstieges vom Abstrakten zum Konkreten. Abstraktion bedeutet bei Marx, damit wir das Wesen der Dinge analysieren können, müssen wir zuerst Erscheinungen, welche lediglich Ausdruck dieses Wesens sind, weglassen/abstrahieren. Beispielsweise beschränkt sich Marx in den ersten zwei Bänden auf das „Kapital im Allgemeinen44 “ und nimmt zum Zweck dieser Analyse an, dass sich Waren über den Wert – anstatt über den Preis, wie in Wirklichkeit – austauschen. Erst als Marx im dritten Band Kapital als viele Kapitale analysiert, sich also der empirischen Realität nähert, stellt er sich die Frage des Transformationsproblems, also wie sich Werte in Preise verwandeln45. Diese Methode spiegelt sowohl den Aufbau des Kapital, als auch Marx gesamtes Werk wider.

4.2 Allgemeine Klassentheorie

Daran anknüpfend kann die marxsche Gesellschaftsanalyse in fünf Phasen der Abstraktion dargestellt werden. Diese Phasen beschreiben keine historische Entwicklung, sondern sind unterschiedliche im Denken vollbrachte Abstraktionsleistungen. Sie sollen ermöglichen, zum Wesen gesellschaftlicher Phänomene vorzudringen:

5. (höchste Abstraktionsebene) Die menschliche Gesellschaft
4. Klassengesellschaften
3. Kapitalismus im Allgemeinen als eine Form der Klassengesellschaf
2. Eine historisch spezifische Form des Kapitalismus bspw. Imperialismus
1. Kapitalismus zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Land46

Gerade der Abstraktionsprozess muss für eine marxsche Klassentheorie berücksichtigt werden. kapitalismusspezifische Klassentheorie spielt sich sowohl auf Stufen 3 als auch 2 und 1 ab. Eine generelle Klassentheorie müsste sich auch noch mit Ebene 4 beschäftigen. Das Kapital beschäftigt sich primär mit Ebene 3, bspw. der erste Abschnitt mit Ware und Geld und der zweite Abschnitt mit der Verwandlung von Geld in Kapital, Marx arbeitet aber auch auf dieser Ebene mit unterschiedlichen Abstraktionsniveaus. In den ersten beiden Kapiteln wird Klasse zwar nicht erwähnt, trotzdem ergibt sich aus der Werttheorie, die auf der Idee des Arbeitswerts beruht, schon ein erstes Anzeichen für Klasse. Das bedeutet, Klassen sind sowohl auf den abstraktesten Ebenen des marxschen Denkens vorhanden, als auch auf ihren konkretesten. Der schon angesprochene Text D er achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte spielt sich auf Ebene 1 ab, weil er den Kapitalismus zu einem spezifischen Zeitpunkt in einem spezifischen Land behandelt.

5. Erste Zusammenführung

Diese grobe Darstellung der marxschen Methodik hat uns bei der Beantwortung von zwei zu Beginn gestellten Problemen geholfen. Der dialektisch-materialistische Zugang erklärt, wie Marx überhaupt auf die Frage der Klassen zu sprechen gekommen ist und vermittels welcher Methodik er versuchte, sie zu lösen. Der Gedanke der Abstraktion zeigt uns, Marx’ Werke spielen sich auf unterschiedlichen Abstraktionsniveau s ab. Der zu Beginn thematisierte Widerspruch innerhalb des marxschen Gesamtwerkes ist erklärbar, indem darauf verwiesen wird, dass die Werke die gesellschaftliche Totalität auf unterschiedlichen Abstraktions-Ebenen analysieren. Es bleibt jedoch noch die Aufgabe, zu zeigen, ob und worin ein Zusammenhang zwischen den abstrakten und den konkreten Klassenanalyen besteht. Genauso haben wir vermittels der Methodik der Abstraktion gezeigt, dass es nicht Marx’ Ziel war, eine rein positivistische/empirische Klassentheorie seiner Zeit zu formulieren. Dieser Aufgabe widmet er sich nur, wenn es konkrete politische Bewegungen zu erforschen/beeinflussen galt. Diese konkrete Klassentheorie entspringt aus der Notwendigkeit des Eingreifens in politische Prozesse. Dementsprechend kann sie ausschließlich anhand des spezifischen historischen/politischen Zeitpunktes beurteilt werden und beansprucht keine überhistorische Gültigkeit. Aus diesen Texten kann gelernt werden, wie Marx zu seinen Lebzeiten auf politische Bewegungen reagierte, sie sind dementsprechend ein wichtiges biografisches Element seines Schaffens; für eine umfassende Rekonstruktion seiner Klassentheorie, welche vom „abstraktem zum konkreten“ aufsteigt, können sie als sekundär behandelt werden.

Das Manifest der Kommunistischen Partei steht gewissermaßen zwischen den beiden Flügeln des marxschen Werkes. Es beinhaltet sowohl abstrakte Analysen der Entwicklung des Kapitalismus als auch konkrete Eingriffe in eine revolutionäre Epoche 1848. Seine Formulierung, dass sich die Gesellschaft immer mehr in zwei Klassen – Proletariat und Bourgeoisie – spaltet, ist deshalb sowohl als Ausblick auf die kommende Entwicklung, als auch als Aufruf an die Arbeiter_innen, die Welt in diese Richtung zu interpretieren, wahrzunehmen.

Kritiken an Marx, die ihn für nicht mehr zeitgemäß erklären oder ihm vorwerfen, dass seine Klassentheorie empirisch nicht haltbar ist, unterstellen ihm Ziele und Absichten, die er schlicht und ergreifend nicht hatte und können dementsprechend ins Reich der billigen Polemiken verbannt werden.

6. Entfremdung

Arbeit bildet aber nicht nur, wie noch gezeigt werden wird, die Basis der marxschen Theorie des Kapitals und der historischen Entwicklung, sondern auch die des Begriffes der Entfremdung. Der Begriff der Entfremdung wird von Marx in dem zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten Text Ökonomisch-philosophische Manuskripte 1844 ausgearbeitet. Auch diesen Begriff entnahm Marx der deutschen Philosophie, insbesondere von Hegel und Feuerbach. Hegel thematisierte den Begriff in seinem Buch Phänomenologie des Geistes als eine Entfremdung des Geistes47. Entfremdung war für ihn „ein rein geistiges Phänomen, Ergebnis einer bestimmten falschen Weltanschauung48 “, was offensichtlich im krassen Widerspruch zur marxschen Methode des dialektischen Materialismus steht. Bei Feuerbach wurde der Begriff insbesondere im religiösen Kontext verwendet. Religion sei die „ Entzweiung des Menschen mit sich selbst49 und ist in diesem Sinne ein Werk der Selbstentfremdung. Die Vorstellungskraft des Menschen erschafft einen Gott, welcher nach dieser Vorstellungskraft dazu berufen ist, das Leben der Menschen zu kontrollieren. Darum entfremdet sich der Mensch von sich selbst, weil er seinen Subjektstatus freiwillig in ein anderes Wesen hineinprojiziert.

Der grundlegende Gedanke Feuerbachs (Menschen verlagern ihren Subjektstatus in ein anderes Wesen) ist auch in der marxschen Begrifflichkeit der Entfremdung enthalten, im Gegensatz zu Feuerbach sah Marx den Ursprung der Entfremdung aber nicht in den Köpfen der Individuen, sondern in den materiellen Bedingungen selbst. Die auschlaggebenden materiellen Bedingungen für den Begriff der Entfremdung sind einerseits die Arbeitsteilung und andererseits das Privateigentum50. Das Ergebnis dieser beiden Faktoren ist: „Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihr als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber51 “. Bei Marx wird der Subjektstatus der Menschen nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen aufgegeben, und anstelle des Hirngespinstes Gott tritt die reale Macht der Waren. In dieser Textstelle kritisiert Marx ähnlich wie auch im Kapital, dass sowohl die Waren, welche zur Produktion von den Arbeiter_innen verwendet werden, als auch die Waren, welche das Ergebnis dieser Produktion sind, nicht den Arbeiter_innen gehören. In der Produktion steckt für die Arbeiter_innen nichts Erfüllendes, sie sind bloße Anhängsel einer ihnen äußerlichen Maschine.

Dadurch führt die Entfremdung der Arbeiter_innen von der Arbeit zwangsläufig zur Entfremdung der Arbeiter_innen von sich selbst oder von ihrem Gattungswesen, d.h. ihrem menschlichen Wesen. Die entfremdete Arbeit (also die Lohnarbeit) ist im Gegensatz zur nicht entfremdeten Arbeit nicht mehr Ziel, sondern bloßes Mittel der menschlichen Existenz. Dies zeigt sich darin, dass „sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird52 “.

Der Begriff der Entfremdung wird in dem Text anhand von vier Dimensionen dargestellt:
1. Die Entfremdung der Arbeiter_innen von den Produkten ihrer Arbeit
2. Die Entfremdung der Arbeiter_innen von der Arbeit selbst
3. Aus den ersten beiden Punkten folgt für Marx die Entfremdung der Arbeiter_innen von sich selbst bzw. von ihrem Gattungswesen
4. Die Entfremdung der Arbeiter_innen voneinander 53 Als fünfter Punkt könnte noch die Entfremdung der Arbeiter_innen von der Natur eingeführt werden.

Der Begriff der Entfremdung wurde von unterschiedlichsten Marxist_innen einer tiefergehenden Kritik unterzogen. Ausgangspunkt dieser Kritik war die Feststellung, dass der Begriff dazu tendiert, einen ursprünglichen nicht-entfremdeten Zustand der Menschen entweder logisch oder historisch vorauszusetzen. Gerade solch eine Entfremdung von einem menschlichen „Gattungswesen“ könnte wissenschaftlich aber nicht nachgewiesen werden. Marx selbst unterzog die Vorstellung eines menschlichen Gattungswesens in seiner sechsten These über Feuerbach und der deutschen Ideologie einer Kritik. „Das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Menschen innenwohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es die Gesamtheit der gesellschaftlichen Verhältnisse54 “. Das bedeutet, für Marx gibt es kein menschliches Gattungswesen; über dieses kann nur gesagt werden, dass es darin besteht, dass Menschen in einem durch Arbeit vermittelten Stoffwechselprozess mit der Natur stehen um nicht zu verhungern. Erst durch Arbeit wird er zum Menschen, durch die kollektive Arbeit unterscheidet er sich vom Tier55.

Doch auch dieser überhistorische Begriff der Arbeit kann in einem doppelten Sinne kritisiert werden. Einerseits könnte darauf hingewiesen werden, dass Arbeit auch in vorkapitalistischen Zeiten primär ein Mittel der Bedürfnisbefriedigung war und kein Bedürfnis selbst. Es dürfte jeder/m Marxist_en/in schwerfallen nachzuweisen, dass mittelalterliche Bauern (wobei auch diese nach Marx schon bis zu einem gewissen Grad entfremdet waren) oder Steinzeitmenschen die Arbeit nicht wie die Pest geflohen hätten, wären sie nicht dazu gezwungen worden. Am konsequentesten wird diese Kritik eines transhistorischen Arbeitsbegriffes von Moishe Postone vertreten. Dieser sieht gerade in diesem Arbeitsbegriff die Differenz zwischen dem jungen Marx der Ökonomisch-philosophischen Manuskripte und dem späten Marx des Kapitals56. Ein transhistorischer Arbeitsbegriff führt zwangsläufig dazu, dass auch die Kategorie des Wertes nicht mehr eine spezifisch kapitalistische ist, sondern eine überhistorische, die nur in unterschiedlichen historischen Formen auftritt. Darum sollte „die Arbeit, die den Wert konstituiert, nicht mit Arbeit in einem transhistorischen Sinne identifiziert werden57 “. Zu diesem Zweck führt Marx im Kapital die Kategorie der abstrakten Arbeit ein, diese ist ausschließlich als Arbeit im Kapitalismus zu verstehen. Marx differenziert in seinem Spätwerk den Arbeitsbegriff anhand von unterschiedlichen Kategorien, konkret/abstrakt, produktiv/unproduktiv, lebend/tot usw. und hält nicht an dem überhistorischen Arbeitsbegriff seines Frühwerkes fest.

Auch der französische Philosoph und Marxist Louis Althusser konstatierte einen „epistemologischen Bruch“ im marxschen Lebenswerk, zwischen einem jungen philosophisch/humanistischen Marx und einem alten ökonomischen Marx. Der alte Marx hatte sich von dem deutschen Idealismus von Hegel und Feuerbach emanzipiert. Während der junge Marx in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von 1844 von einem menschlichen Gattungswesen ausging, wurde genau diese Idee in seinen späteren Werken Die Thesen zu Feuerbach (1845), Die deutsche Ideologie (1845-1846) und die Armut der Philosophie (1847) kritisiert. In diesem ersetzt „Marx den Begriff des Gattungswesens durch die der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse als Grundpfeiler der materialistischen Geschichtsauffassung58 “. Deshalb kann über das Gattungswesen, die menschliche Natur, eigentlich nur ausgesagt werden, dass Menschen ihre Umwelt vermittels Arbeit transformieren. Eine überhistorische Bestimmung eines menschlichen Gattungswesens würde dem historischen Materialismus zuwiderlaufen. Diesem geht es um die Beziehung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, welche sich im Laufe der Zeit ändern, die aber zu jedem bestimmten historischen Zeitpunkt die Entwicklung der Menschen determinieren. Beispielsweise könnte man mit Marx argumentieren, eine parlamentarische Demokratie, in der alle Staatsbürger ein Stimmrecht haben, wurde erst möglich, als alle Menschen dank der kapitalistischen Entwicklung, dazu in der Lage waren, frei über ihr Leben – das bedeutet den Verkauf ihrer Arbeitskraft – zu verfügen. In einer Sklavenhaltergesellschaft wäre eine parlamentarische Demokratie unmöglich.

Es ist aber fraglich, ob Marx die Bestimmung eines überhistorischen Gattungswesens überhaupt vorgeworfen werden kann. Direkt zu Beginn des Abschnittes über Entfremdung kritisiert Marx die bürgerliche Nationalökonomie dafür, dass sie von einem „erdichteten Urzustand59 “, der überhaupt nichts erklärt, ausgeht. Ausgehend hiervon könnte argumentiert werden, dass der Begriff der Entfremdung nicht auf ein überhistorisches „Gattungswesen“ rekurriert, sondern versucht zu zeigen, wie die gesellschaftliche Praxis der Arbeit einer vernünftigen Gesellschaft im Wege steht. Infolge dessen wäre der Begriff des „Gattungswesen“ nicht als ein historischer zu verstehen – so war es, sondern als ein normativer/moralischer – so sollte es sein. Neben dieser Diskussion kann aber noch eine weitere Kritik am Begriff der Entfremdung und dementsprechend eine Argumentation für den „epistemologischen Bruch“ angeführt werden.

Ein weiteres Element dieses „epistemologischen Bruchs“ ist die Darstellung der Arbeiter_innenklasse durch den jungen und den alten Marx. In Marx’ Frühschriften wird die Arbeiter_innenklasse als passives, vollends unterworfenes Objekt der Geschichte gesehen, welches erst durch linkshegelianische Philosophie zum revolutionären Subjekt wird60. Wie zuvor dargestellt, beruht auch der marxsche Entfremdungsbegriff auf der Passivität der Arbeiter_innenklasse. Entfremdung ist eine zwangsläufige Konsequenz aus der historischen Entstehung der Teilung der Arbeit und dem Privateigentum, die Arbeiter_innen stehen ihr komplett bewusstlos gegenüber. Diese Darstellung der Arbeiter_innenklasse als bewusstlos lässt sich nicht mit der Analyse der Arbeiter_innen als zweite bestimmende gesellschaftliche Kraft neben dem Kapital der Bourgeoisie zusammenbringen.

Lösung Entfremdungsproblem

Am überzeugendsten wurden Zusammenhang und Widerspruch zwischen der marxschen Theorie der Entfremdung im Frühwerk und der ökonomischen Kritik im Spätwerk, lange vor der Debatte über den „epistemologischen Bruch“, von dem russischen Marxisten Isaak Iljitsch Rubin zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelöst. Dieser argumentiert, dass Marx den Begriff der Entfremdung insbesondere von den utopischen Sozialisten übernahm. Diese sahen, dass in der kapitalistischen Gesellschaft ökonomische Prinzipien über die Menschen herrschten und wollten dies kritisieren. Ein menschliches Gattungswesen wurde, ähnlich wie bei Marx, gegen die realen Verhältnisse, die Herrschaft der Ökonomie, in Stellung gebracht. Entfremdung wurde als Kritik des Seins, durch die Idee eines „so sollte es sein“, verstanden61. Marx folgte in seinen Frühschriften diesem Versuch, ein Ideal gegen die trostlose Wirklichkeit zu stellen, fiel aber in seinem Spätwerk davon ab. Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit im Kapital ist ein systemimmanenter, der aus der spezifischen Form der kapitalistischen Wertproduktion entspringt. Mit Idealen hat dieser Widerspruch nichts mehr zu tun. „Damit sich diese Theorie der ‚Entfremdung‘ menschlicher Verhältnisse in die Theorie der ‚Versachlichung‘ gesellschaftlicher Verhältnisse verwandelte (d.h. die Theorie des Warenfetischismus), musste Marx den Weg vom utopischen Sozialismus zum wissenschaftlichen Sozialismus zurückgelegt haben. (…) Die Produktionsverhältnisse zwischen den Menschen und ihre ‚sachliche‘ Form – das ist der neue Gegensatz, der aus der früheren Gegenüberstellung des ‚menschlichen‘ Elements in der Wirtschaft zu seiner ‚entfremdeten‘ Form geboren wurde.62 “ Als „sachliche“ Formen fasst Rubin die Kategorien der Kritik der politischen Ökonomie wie Wert oder Kapital. Wie ich noch in der Analyse des Kapitals zeigen werde, haben die marxschen Kategorien Wert, Mehrwert, Ware und Kapital dieselbe Grundlage, abstrakte Arbeit, und sind insofern als gesellschaftliche Kategorien, welche durch menschliche Handlungen unbewusst erzeugt werden, darzustellen. Diese gesellschaftlichen Kategorien erscheinen aber in sachlicher Form, und wir nehmen sie nur als Sachen war. Das Kapital wird als ein den Menschen äußerliches Ding wahrgenommen, nicht als ein von den Menschen erzeugtes gesellschaftliches Verhältnis. Die Menschen treten im Kapital nicht als von ihrem Gattungswesen entfremdete Personen auf, sondern als Charaktermasken ökonomischer Verhältnisse. Die unterschiedlichen Perspektiven können mit Rubin als die Differenz zwischen dem frühen und dem späten Marx gesehen werden. Im Frühwerk sind die Arbeiter_innen machtlose, von ihrem „Gattungswesen“ entfremdete Personen; im Spätwerk repräsentieren sie Charaktermasken, welche, wenn auch nicht bewusst, die gesellschaftlichen Verhältnisse erzeugen und sie dementsprechend auch abschaffen könnten. Eine revolutionäre Perspektive ist im marxschen Spätwerk viel eher vorhanden als im Frühwerk.

Die Darstellung hat gezeigt, dass die Kritik am Entfremdungsbegriff und damit die Argumentation für einen Bruch im marxschen Werk durchaus überzeugend ist. Marx argumentierte in seinem Frühwerk vom Standpunkt des deutschen Idealismus, der einerseits versucht, die Utopie eines „Gattungswesens“ gegen die Realität zu stellen und andererseits versucht, einen transhistorischen Arbeitsbegriff zu formulieren. Beide Gedanken sind für das marxschen Spätwerk nicht mehr aufrechtzuerhalten. Das marxsche Frühwerk sollte als ein erster nicht vollends ausgereifter Versuch, eine Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft zu formulieren, verstanden werden. Manche Begrifflichkeit des Frühwerkes finden sich in einer anderen ausgereifteren Form im marxschen Spätwerk wieder, beispielsweise der Übergang vom idealistischen Begriff der Entfremdung zum materialistischen des Fetisch. Harman hat also recht, wenn er die Entfremdungstheorie als historischen Ursprung der Klassentheorie verortet, aber Marx musste mit ihr brechen, um zu einer adäquaten Analyse des Kapitals zu kommen.

7. Marx’ Theorie des Wertes und der Arbeit

Nachdem jetzt sowohl Marx’ Methodik, genauso wie der Unterschied zwischen seinen konkreten und abstrakten Analysen dargestellt wurde und auch der Entfremdungsbegriff umfassend bearbeitet wurde, soll ein Versuch unternommen werden, Marx’ Klassentheorie aus seiner Kritik der politischen Ökonomie im Kapital zu entwickeln. Denn auch wenn Marx diese Darstellung nicht mehr vollständig im Kapital entwickeln konnte, so ist die Richtung, in der er sie entwickeln wollte, doch vorhanden63.

Gerade im Kapital bspw. vermittels des Begriffs des Werts zeigt sich Marx’ Verbindung aus Dialektik und Materialismus. Innerhalb des Marxismus gibt es einen Flügel, unter anderem repräsentiert durch Christopher Arthur64, der argumentiert Marx’ Kapital würde Hegels Buch über Logik als Vorlage haben65. Unabhängig davon, ob dieser Darstellung zugestimmt wird oder nicht, ist es richtig, die zentrale Bedeutung der Hegelschen Logik für die Analyse des Kapitals zu betonen.

[...]


1 Callinicos, Alex: Deciphering Capital Marx´s Capital and its destiny.London: Bookmarks Publications 2014 Seite 287 Ü.d.A

2 Focault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt/M. Suhrkamp Verlag 1978. Seite 321

3 Marx, Karl/ Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. Auflage 6, Berlin. Dietz Verlag Band 4. 1972, MEW Seite 480

4 Wieland, Dirk: Individualisierung und Sozialstruktur objektive und subjektive Dimensionen sozialer Ungleichheit. Dissertation Universität Kassel: https://d-nb.info/968801765/34

5 Richter, Rudolf: Soziologische Paradigmen.Wien Facultas Verlags- und Buchhandlungs AG 2001, 2. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage, Seite 80

6 Marx, Karl: Das Kapital. 40. Auflage, Berlin: Karl Dietz Verlag 2014 Seite 100

7 Marx, Karl/ Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. Berlin. Dietz Verlag Band 4. Auflage 6 1972, MEW Seite 320

8 vgl. Lafrance, Xavier: The making of capitalism in France, Class Structures, Economics, Development, the state and the formation of the French Working Class 1750-1914. London: Historical Materialism Book Series, Band 189, 2019

9 vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/467043/umfrage/urbanisierung-in-europa-1800-1890/

10 Luhmann, Niklas: Zum Begriff der sozialen Klasse. in: Luhmann, Niklas: (Hg.) Soziale Differenzierung. Zur Geschichte einer Idee, Opladen. Westdeutscher Verlag Seite 152

11 vgl.: Marx, Karl: Das Kapital Dritter Band, 34. Auflage, Berlin: Karl Dietz Verlag, Seite 892-893

12 vgl.: Callinicos, Alex: Deciphering Capital Marx´s Capital and its destiny. London: Bookmarks Publications 2014 Seite 41

13 Marx, Karl: Das Kapital Dritter Band, 34. Auflage, Berlin: Karl Dietz Verlag, Seite 892

14 Ebd.

15 vgl.: Callinicos, Alex: The New Middle Class and Socialist. International Socialism Journal 2006, http://isj.org.uk/the-new-middle-class-and-socialists/

16 Mandel, Ernst: Introduction to Capital. London, Penguin Books, Seite 47 Übersetzung des Autors http://digamo.free.fr/mandelik.pdf

17 vgl.: Wright, Erik Olin: Classes. London, Verso, 1985 Seite 7

18 vgl.: Marx, Karl/Engels, Friedrich: Die deutsche Ideologie. Berlin. Dietz Verlag 1959 MEW 3, S. 30

19 vgl.: Heinrich, Michael: Kommentierte Literaturliste zur Kritik der politischen Ökonomie. in Elmat Altvater/ Rolf/ Hecker, Michael/ Heinrich, Petra/ Schape-Rinkel: Kapital. Doc. Münster 1999 Seite 189

20 vgl.: Ebd.

21 Harman, Chris: The Inconsistencies of Ernst Mandel. International Socialism No. 41 1969, Ü. d. Autors

22 Ulrich Pagel / Gerald Hubmann / Christine Weckwerth (Hrsg.): „Karl Marx – Friedrich Engels. Deutsche Ideologie. Manuskripte und Drucke“. Berlin de Gruyter Verlag. Zitiert nach Demirovic, Alex Die Deutsche Ideologie hat es nie gegeben und jetzt? Erschienen auf Marx 200. org

23 vgl.: Demirovic, Alex: Die Deutsche Ideologie hat es nie gegeben und jetzt?. Erschienen auf Marx 200. org

24 Ebd.

25 Wright, Erik Olin: Classes. London, Verso 1985 Seite 6 Ü. d. Autors

26 Callinicos, Alex: Die Revolutionären Ideen des Karl Marx. Hamburg, 3. Auflage VSA Verlag Seite 101

27 Lenin, Vladimir: Collected Works, Philosophische Notizbücher. Band 38, Seite 180 Übersetzung des Autors

28 Marx, Karl: Das Kapital. 40. Auflage, Berlin: Karl Dietz Verlag 2014 Seite 27

29 Michael, Schwandt: Kritische Theorie Eine Einführung. Stuttgart 6. Auflage, Schmetterling Verlag, Seite 39

30 Callinicos, Alex: Die Revolutionären Ideen des Karl Marx. Hamburg, 3. Auflage VSA Verlag Seite 87

31 vgl. Michael Schwandt: Kritische Theorie Eine Einführung. Stuttgart 6. Auflage, Schmetterling Verlag, Seite 38-44

32 Marx, Karl: Das Kapital. 40. Auflage, Berlin: Karl Dietz Verlag 2014 Seite 27

33 Duden Materie https://www.duden.de/rechtschreibung/Materie abgerufen am 12.08.2019

34 Lenin, Vladimir: Materialismus und Empiriokritizismus. Berlin, Dietz Verlag: 1963 Gesamtausgabe Band 14, Seite 256

35 Das, Raju J: Marxist Class Theory for a Skeptical World. London: Haymarket, 2018, Seite 183 Ü.d.A.

36 Engels, Friedrich: Das Begräbnis von Karl Marx. 4. Auflage, Berlin: Karl-Dietz Verlag MEW Band 19, S 335-339

37 vgl. Kromphardt Jürgen: Analysen und Leitbilder des Kapitalismus von Adam Smith bis zum Finanzmarktkapitalismus. Metropolis Verlag für Ökonomie, Gesellschaft und olitik GmbH, 2015 Seite 134-138

38 vgl.: Callinicos, Alex: Deciphering Capital Marx´s Capital and its destiny. London: Bookmarks Publications 2014 Seite 71

39 vgl.: ebd. 72

40 ebd. 72

41 vgl.: Karl Marx: Das Kapital dritter Band. 34. Auflage Berlin : Karl Dietz Verlag 2012 Seite 33

42 Marx, Karl: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte Vorrede zur dritten Auflage. Berlin: Karl Dietz Verlag 1972.

43 vgl.: Das, Raju J: Marxist Class Theory for a Skeptical World. London, Haymarket 2018, Seite 210

44 Callinicos, Alex: Die Revolutionären Ideen des Karl Marx. 3. Auflage VSA Verlag Hamburg, Seite 167

45 vgl.: ebd, Seite 167.

46 Das, Raju J: Marxist Class Theory for a Skeptical World. London, Haymarket, 2018, Seite 205 Ü.d.A.

47 vgl.: Cox, Judy: An Introduction to Marx´s Theory of Alination. International Socialism Journal, July 1998 https://www.marxists.org/history/etol/newspape/isj2/1998/isj2-079/cox.htm abgerufen am 05.09.2019

48 Callinicos, Alex: Die Revolutionären Ideen des Karl Marx. 3. Auflage VSA Verlag Hamburg, Seite 99.

49 Feuerbach, Ludwig 1841/1956, Bd.1: 81 zitiert nach, Schlemm Annetta, Geschichtsverlauf als Aufhebung von Entfremdung? https://philosophenstuebchen.wordpress.com/2017/10/05/geschichtsverlauf-als-aufhebung-von-entfremdung/

50 vgl.: Marx, Karl: Ökonomisch Philosophisch Manuskripte 1844,Berlin Karl-Dietz Verlag MEW Band 40 Seite 510

51 ebd. Seite 511

52 Marx, Karl: Ökonomisch Philosophisch Manuskripte. Berlin Karl-Dietz Verlag, MEW Band 40 Seite 514

53 vgl.: ebd. Seite 516

54 Marx, Karl / Engels, Friedrich: Thesen über Feuerbach. Berlin Karl-Dietz Verlag MEW Band 3. Seite 6

55 vgl.: Cox, Judy: An Introduction to Marx´s Theory of Alination. International Socialism Journal, July 1998 https://www.marxists.org/history/etol/newspape/isj2/1998/isj2-079/cox.htm abgerufen am 05.09.2019

56 vgl.: Postone, Moishe: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx. Freiburg Ca isr-Verlag, 2003 126

57 ebd. Seite 61

58 Callinicos, Alex: Marxism and philosophy: a reply to peter binns. International Socialism 1983, https://www.marxists.org/history/etol/writers/callinicos/1983/xx/binns.html#f22 abgerufen am 05.09.2019

59 Marx, Karl Ökonomisch Philosophisch Manuskripte 1844, Berlin Karl-Dietz Verlag MEW Band 40 Seite 511

60 vgl.: Callinicos, Alex Marxism and philosophy: a reply to peter binns, International Socialism 1983, https://www.marxists.org/history/etol/writers/callinicos/1983/xx/binns.html#f22 abgerufen am 05.09.2019

61 vgl.: Rubin, Isaak Il’ ič: Die marxsche Theorie des Warenfetischismus. Einleitung Seite 50, http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/IMG/pdf/rubin-789-8.pdf abgerufen am 26.08.2019

62 ebd. Seite 50

63 vgl.: Callinicos, Alex: The New Middle Class and Socialist. International Socialism Journal 2006, http://isj.org.uk/the-new-middle-class-and-socialists/

64 vgl. Arthur, Christopher: The New Dialectics and Marx´s Capital. Brill, Leiden, Boston Historical Materialism Book Series 2003

65 vgl.:Callinicos, Alex: Deciphering Capital Marx´s Capital and its destiny. London: Bookmarks Publications, 2014 Seite 21

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie im Kontext der politischen Ökonomie
Hochschule
Universität Wien  (Soziologie Institut)
Note
1
Autor
Jahr
2019
Seiten
51
Katalognummer
V921517
ISBN (eBook)
9783346244208
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klasse, Marxismus, Ökonomie, Kapital, Althusser, Entfremdung, Warenfetisch, Soziologie, Arbeiterklasse, Klassentheorie, Wert
Arbeit zitieren
David Reisinger (Autor), 2019, Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie im Kontext der politischen Ökonomie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/921517

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