Diese Arbeit setzt sich damit auseinander, wie ästhetisches Coaching nach einem Burnout zu neuem Selbstbewusstsein und mentaler Kraft beitragen kann.
Beruflicher Wiedereinstieg nach Burnout und gleichzeitiges Wiederfinden persönlicher Stärke ist nach eigenen Erfahrungen der Verfasserin eine lang andauernde Aufgabe. Während der ersten Jahre nach medizinischer Genese gilt es, alte Verhaltensmuster aktiv durch neue zu ersetzen. Persönliche Stärke sowie das Pflegen eigener Interessen und Hobbys müssen wieder hervorgeholt oder sogar neu gefunden werden. Leerlaufzeiten sind regelmäßig zu überwinden. Das erfordert Durchhaltevermögen und Konsequenz. Begleitendes künstlerisches bzw. an der Kunst orientiertes ästhetisches Coaching kann den Prozess unterstützen.
Es gilt sich mit inadäquat erlebten Leitvorstellungen auseinanderzusetzen sowie den gesamten Lebens- und Karriereplan zu überprüfen. Mittels Coaching können bisher nicht genutzte Talente und Begabungen entwickelt und kultiviert werden. Der Klient erarbeitet sich eine neue Perspektive auf seine eigene berufliche Geschichte. Er kann aus Angst verleugnete und verdrängte Gefühle klären. Es erfolgt ein Auseinandersetzen mit im beruflichen Alltag abgeblockten und unterdrückten Gefühlen wie Hilflosigkeit und Unsicherheit. Der Klient lernt, diese wahrzunehmen, deren Bedeutung zu erkennen und negative Emotionen zu steuern.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation
1.1 Beruflicher Wiedereinstieg nach Burnout
1.2 Ein Feuilleton-Artikel zum ästhetischen Coaching
2 Künstlerisches Coaching im Verbund mit Ästhetik
2.1 Künstlerisches Coaching
2.2 Mit Ästhetik reifen
2.2.1 Ästhetik – ganzheitliche Arbeit und Verantwortung
2.2.2 Ästhetische Erfahrung und selbsttranszendierendes Wissen
2.2.3 Platon – Schönheit
2.2.4 Baumgarten – Sinnlichkeit
3 Bilder gestalten - Sehen, Erinnern und Fühlen
3.1 Präsenz-Unterricht Modul Ästhetik: eigene Reflexionen
3.2 Coaching-Konzept Isabel Ohnesorge: Fotos mit Farbe verbinden – vom Allgemeinen zum Besonderen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie ästhetisches Coaching als unterstützende Methode nach einem Burnout eingesetzt werden kann, um durch künstlerische Prozesse neues Selbstbewusstsein und mentale Kraft zu fördern.
- Verbindung von künstlerischem Schaffen und persönlichem Coaching.
- Theoretische Fundierung durch Ästhetik (u.a. Platon, Baumgarten).
- Praktische Anwendung zeichnerischer und malerischer Übungen.
- Entwicklung eines eigenen Coaching-Konzepts mittels Fotos und Farbe.
- Prozessorientierte Förderung der Selbstwahrnehmung und psychischen Genesung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Coaching-Konzept Isabel Ohnesorge: Fotos mit Farbe verbinden – vom Allgemeinen zum Besonderen
Es entsteht eine Brücke vom Zeichnen hin zum Malen mithilfe von Fotos und Farbe. Auch mit dieser Technik kann der Klient sein kreative Handeln und seine sinnliche Wahrnehmung aus dem Gefühl heraus erlernen oder neu trainieren. Kognitive Regeln und Gebrauchsanweisungen des alltäglichen Lebens pausieren.
Ziel ist das Hinwenden des Blickes auf das Schöne. Das unscheinbare oder als nicht schön bewertete Allgemeine hält der Klient auf einem ersten Foto fest. Dann betrachtet er denselben Bereich aus der Nähe. Dabei fokussiert er seinen Blick bereits auf das Schöne. Hiervon erstellt er ein zweites Foto. Beide arrangiert er danach auf einem Bild, welches er malerisch mit Phantasie und Farbe gestaltet. Das Allgemeine und das Besondere verbinden sich zu einem neuen Erlebnis. Mit dem Erfahren der eigenen kreativen Fähigkeiten und bisher nicht bewusst wahrgenommener Ideen können sich neues Selbstbewusstsein und ein gestärktes Selbstwertgefühl entwickeln.
Das künstlerische Schaffen bedarf keines Vorwissens in Bezug auf Material und Technik. Interesse, der Wunsch nach Veränderung und persönlichem Wachstum sind ausreichend. Während des künstlerischen Tuns darf und soll das kognitive Denken zurücktreten. Im besten Fall taucht der Klient während des kreativen Schaffens – Dezentrierens – vollständig in sein Werk ein und vergisst dabei Raum und Zeit. Es wird Momente geben, in welchen das Kopfdenken im Vordergrund steht. Dann übernimmt der Verstand die Regie für Farbe und Form. Das darf passieren, und es ist für das anschließende Rückführen zum Anliegen des Klienten erwünscht. Die Momente des vollständigen Versinkens in den Kreativ-Prozess führen hin zum inneren Erleben des Klienten und zu den Themen, welche nun für die anschließende Prozessphase zur Auswahl im Raum stehen. Während des gesamten Prozesses nimmt der Coach die Rolle eines achtsamen und neugierig-interessierten Entwicklungsbegleiters ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangssituation: Das Kapitel beschreibt die Herausforderungen des beruflichen Wiedereinstiegs nach einem Burnout und führt in die Methode des ästhetischen Coachings ein.
2 Künstlerisches Coaching im Verbund mit Ästhetik: Dieser Abschnitt beleuchtet theoretische Hintergründe künstlerischer Coaching-Ansätze und die philosophischen Grundlagen der Ästhetik sowie deren Bedeutung für das Reifen und die Selbstwahrnehmung.
3 Bilder gestalten - Sehen, Erinnern und Fühlen: Hier werden praktische Erfahrungen aus dem Präsenz-Unterricht reflektiert und ein eigenes, auf Fotografie und Malerei basierendes Coaching-Konzept vorgestellt.
Schlüsselwörter
Ästhetisches Coaching, Burnout, Selbstbewusstsein, Künstlerische Prozesse, Sinnliche Wahrnehmung, Kreativität, Selbsttranszendierendes Wissen, Baumgarten, Platon, Bildnerisches Gestalten, Ganzheitlichkeit, Fotografie, Malerei, Persönliche Stärke, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von künstlerischen Methoden im Coaching-Prozess, um Menschen bei der psychischen Genesung nach einem Burnout zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Verbindung von Kunst und Coaching, die theoretischen Wurzeln der Ästhetik sowie die praktische Anwendung von kreativen Ausdrucksformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ästhetisches Coaching zu neuem Selbstbewusstsein und mentaler Kraft beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung philosophischer Grundlagen sowie eine reflexive Analyse eigener künstlerischer Übungen und Erfahrungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung des künstlerischen Coachings und die detaillierte Vorstellung eines eigenen, auf Fotografie und Farbe basierenden Konzeptes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Ästhetisches Coaching, Burnout-Prävention, Selbstgestaltung, Sinnliche Wahrnehmung und künstlerische Transformation.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem "Allgemeinen" und dem "Besonderen" eine Rolle?
Im vorgestellten Konzept dient dieser Perspektivwechsel dazu, den Blick des Klienten bewusst auf das Schöne zu lenken, auch bei zunächst unscheinbaren Motiven.
Welche Rolle spielt das "Nichtwissen" im Coaching-Prozess?
Das neugierige Nichtwissen ermöglicht es dem Klienten, ohne den Druck von Vorwissen oder Leistungsansprüchen frei mit Materialien zu experimentieren.
- Citar trabajo
- Isabel Ohnesorge (Autor), 2015, Wie kann ästhetisches Coaching nach einem Burnout zu neuem Selbstbewusstsein und mentaler Kraft beitragen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/921980