Im Praxisteil der Arbeit beabsichtigt die Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens, dessen Beschäftigte vor allem Büroarbeiten verrichten, die Implementierung von Maßnahmen zur Prävention von Kreislauferkrankungen. Hierzu werden geeignete Vorschläge unterbreitet. Ausgehend von den Risikoverhaltensweisen Bewegungsmangel, Fehlernährung, Stress und Rauchen werden gesundheitliche Auswirkungen, mögliche Präventionsansätze sowie entsprechende gesundheitspsychologische Begründungen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung dargestellt.
Im theoriegeleiteten Teil der Arbeit stehen Risikoverhaltensweisen, Aufgaben und Ziele der Gesundheitspsychologie sowie ein Exkurs zum Kontext "Arbeit und Gesundheit" im Zentrum. Nach einer Bedingungsanalyse des Unternehmens werden im praktischen orientierten Teil Interventionsstrategien zur Prävention von Krankheiten des Kreislaufsystems vorgeschlagen. Abschließend werden die Maßnahmen gesundheitspsychologisch begründet und entsprechenden Theorien zugeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Risikoverhalten & Kreislauferkrankungen
2.1 Risikoverhaltensweisen: „The Dirty Four“
2.1.1 Körperliche Inaktivität (Bewegungsmangel)
2.1.2 Ernährungsverhalten
2.1.3 Rauchen & Alkohol
2.2 Risikofaktor „Stress“
3 Gesundheitspsychologische Ziele & Aufgaben
3.1 Aufgabenfelder der Gesundheitspsychologie
3.2 Theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens
4 Exkurs: Betriebliche Gesundheitsförderung
4.1 Arbeit & Gesundheit
4.2 Prävention im betrieblichen Setting
4.3 Gesundheitsangebote & Inanspruchnahme
4.4 Prozessphasen betrieblicher Gesundheitsförderung
5 Analyse der Unternehmensbedingungen
6 Konzept „Prävention im Unternehmen“
6.1 Ausgangspunkt: Information zu Risikofaktoren
6.2 Verhaltenspräventive Maßnahmen im Unternehmen
6.2.1 „Bewegungsförderung“
6.2.2 „Stressreduzierung“
6.2.3 „Rauchentwöhnung“
6.3 Verhältnisprävention: Übersicht geplanter Maßnahmen
6.3.1 „Büroarbeitsplatz“
6.3.2 „Medizinischer Check-up“
6.3.3 „Gesundes Kantinenangebot“
6.4 Prävention im Unternehmen – eine lohnende Investition?
7 Gesundheitspsychologische „Begründungen“
7.1 Sozial kognitives Prozessmodell gesundheitlichen Handelns (HAPA-Modell)
7.2 Selbstwirksamkeit & Vorhersage von „Körperaktivität“
7.3 Ernährung & sozialkognitive Theorie
7.4 Ansätze zur Prävention von Stress & psychischer Belastung
7.4.1 Stressbewältigungsprogramme
7.4.2 Modell der beruflichen „Gratifikationskrise“
7.5 Raucherentwöhnung: Transtheoretisches Modell & Rückfalltheorie
7.6 Wirkmechanismus „Persönlichkeit“ & Gesundheit
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Interventionsstrategien zur Prävention von Kreislauferkrankungen in mittelständischen Unternehmen mit hohem Büroarbeitsanteil. Ziel ist es, unter Berücksichtigung gesundheitspsychologischer Theorien konkrete verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen vorzuschlagen, die sowohl die Gesundheit der Beschäftigten fördern als auch ökonomische Vorteile für das Unternehmen bieten.
- Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Arbeitsplatz
- Einfluss von Risikoverhaltensweisen (Bewegungsmangel, Stress, Ernährung, Rauchen)
- Anwendung des sozial kognitiven Prozessmodells (HAPA-Modell) auf betriebliche Interventionen
- Verhältnisprävention (Arbeitsplatzgestaltung) vs. Verhaltensprävention (Sport, Stressbewältigung)
- Kosten-Nutzen-Analyse betrieblicher Gesundheitsförderung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Körperliche Inaktivität (Bewegungsmangel)
Moderne Lebens- und Arbeitsbedingungen tragen zum Schwinden der Bewegung aus unserem Alltag bei. Es sind weniger orthopädische Probleme, sondern „ein ganzes Bündel physiologischer Prozesse, die negativ beeinflusst werden – etwa die Entzündungshemmung, der Blutfluss, die Muskelmasse oder die Knochensubstanz. Hinzu kommt, dass der Energieverbrauch im Sitzen deutlich reduziert ist und nur noch dem ‚metabolischen Äquivalent’ entspricht, also unserem Grundumsatz von einer Kalorie je Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Allein durch einfaches Gehen verdreifacht sich dieser Wert, gemütliches Radfahren sorgt schon für den sechsfachen Energieumsatz“ (Huber 2015, S. 93).
Menschen mit einem körperlich inaktiven Lebensstil haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, eine koronare Herzerkrankung (KHK) zu entwickeln. Man könnte die Forderung nach (moderater) Bewegung auch so formulieren: „Wer läuft, lebt länger!“ (ebd., S. 93). Dieser Zusammenhang ist „wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sportliche Aktivität gewichtsreduzierend, blutdruck- und cholesterinsenkend wirkt, die wichtigsten Schutzfaktoren für koronare Herzerkrankung“ (Daniel & Jansen 2018 S. 90).
Insgesamt sind körperlich aktive Menschen leistungsfähiger und gesünder und haben eine niedrigere Sterblichkeitsrate. Um die Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit zu verbessern und zu erhalten ist Bewegung und die Förderung eines aktiven Lebensstils unabdingbar. Für Beschäftigte an Schreibtischarbeitsplätzen heißt dies, besonders Bewegungselemente als Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit einzuplanen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesundheitliche Relevanz von Kreislauferkrankungen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und skizziert das Ziel der Arbeit, präventive Strategien für ein mittelständisches Unternehmen zu entwickeln.
2 Risikoverhalten & Kreislauferkrankungen: In diesem Kapitel werden die sogenannten „Dirty Four“ (Bewegungsmangel, Ernährung, Rauchen, Alkohol) sowie Stress als zentrale Risikofaktoren für Kreislauferkrankungen identifiziert und analysiert.
3 Gesundheitspsychologische Ziele & Aufgaben: Es werden die Aufgabenfelder der Gesundheitspsychologie definiert und theoretische Modelle zur Erklärung von Gesundheitsverhalten eingeführt.
4 Exkurs: Betriebliche Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von BGF für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, setzt sich mit dem betrieblichen Setting auseinander und beschreibt die notwendigen Prozessphasen.
5 Analyse der Unternehmensbedingungen: Hier werden die spezifischen Rahmenbedingungen des betrachteten Unternehmens (250 Beschäftigte, Fokus auf Büroarbeit) als Grundlage für die Maßnahmenplanung analysiert.
6 Konzept „Prävention im Unternehmen“: Dieses Kapitel präsentiert ein konkretes Präventionskonzept, das Verhaltens- und Verhältnisprävention kombiniert und die Umsetzung der Maßnahmen strukturiert darstellt.
7 Gesundheitspsychologische „Begründungen“: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch Modelle wie den HAPA-Ansatz oder das Modell der beruflichen Gratifikationskrisen.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Bedeutung des betrieblichen Settings für die Gesundheitsförderung und unterstreicht die Rolle gesundheitspsychologischer Modelle für eine erfolgreiche Planung und Evaluation.
Schlüsselwörter
Gesundheitspsychologie, Betriebliche Gesundheitsförderung, Kreislauferkrankungen, Prävention, HAPA-Modell, Risikoverhalten, Arbeitsplatzgestaltung, Stressbewältigung, Bewegungsmangel, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, Büroarbeit, Gratifikationskrise, Selbstwirksamkeit, Gesundheitsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Begründung eines betrieblichen Präventionsprogramms gegen Kreislauferkrankungen, speziell zugeschnitten auf die Anforderungen eines Unternehmens mit vorwiegenden Büroarbeitsplätzen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die gesundheitspsychologische Analyse von Risikoverhalten, Strategien der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) sowie die theoretische Fundierung durch psychologische Interventionsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen und konkreten Maßnahmenvorschlägen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um die Gesundheit der Belegschaft zu fördern und gleichzeitig Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoriegeleitete Vorgehensweise. Sie kombiniert aktuelle Erkenntnisse der Gesundheitspsychologie mit einer strukturierten Bedingungsanalyse des Unternehmens, um daraus zielgruppenspezifische Interventionsstrategien abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse von Risikofaktoren, die theoretische Einordnung (z.B. HAPA-Modell), die Konzeption betrieblicher Maßnahmen sowie eine fundierte gesundheitspsychologische Begründung dieser Maßnahmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben den Kernthemen wie Gesundheitspsychologie und Betrieblicher Gesundheitsförderung sind Begriffe wie HAPA-Modell, Verhältnisprävention, Risikoverhalten und Gratifikationskrisen für das Verständnis essenziell.
Welche Rolle spielt das HAPA-Modell in diesem Konzept?
Das HAPA-Modell dient als integratives Rahmenmodell, um den Prozess der Verhaltensänderung – von der Motivation über die Planung bis zur tatsächlichen Umsetzung und Aufrechterhaltung – gesundheitspsychologisch zu begründen.
Warum wird im Modell der "Gratifikationskrise" auf Büroarbeitsplätze eingegangen?
Weil das Modell den direkten Zusammenhang zwischen Belastungen (wie Zeitdruck oder mangelnde Anerkennung) und stressassoziierten Erkrankungen bei typischen Bürostrukturen aufzeigt und so für die Gestaltung einer gesunden Arbeitsumgebung entscheidend ist.
- Arbeit zitieren
- Franz Eppinger (Autor:in), 2020, Gesundheitspsychologie und betriebliche Gesundheitsförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922050