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Eugenik und Euthanasie in "Freigabe zur Vernichtung unwerten Lebens" von Alfred Hoche und Karl Binding

Quellenanalyse der 1920 erschienenen Freigabeschrift

Título: Eugenik und Euthanasie in "Freigabe zur Vernichtung unwerten Lebens" von Alfred Hoche und Karl Binding

Trabajo Escrito , 2019 , 37 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Andreas Strege (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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Der Psychiater Alfred Hoche und der Rechtswissenschaftler Karl Binding veröffentlichten 1920 die Schrift über die "Freigabe zur Vernichtung unwerten Lebens". Wie kommen Hoche und Binding zu solch einer Radikalisierung - 13 Jahre vor der NS-Zeit? Die Veröffentlichung ihrer Schrift wird als Legitimierung des Tötungsprogramms der Nazis angesehen.

Die Zeit der Weimarer Republik erscheint viel zu kurz, um eine NS-Schreckensherrschaft hervorbringen zu können, in der auch Hilfsbedürftige und psychisch Kranke dem Vernichtungsprogramm der Euthanasie zum Opfer fielen. Gerade der Umgang mit den Schwachen und Kranken wirkt aber wie ein gesellschaftlicher Fingerabdruck, dem im Allgemeinen ein längerer, zumeist begrifflicher Prozess vorausgeht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychiatrie im 18./19. Jahrhundert: Ein kurzer Überblick

3. Alfred Hoche und Karl Binding: Tendenzen und Radikalisierungen

3.1 Tendenzen zur Eugenik – Publikationen zwischen 1870-1900

3.2 Radikalisierung zur Euthanasie – Schriften und Vorträge zwischen 1900-1920

3.3 Eugenik / Euthanasie – Entwicklungen, Einflüsse und Sozialisierung

3.4 Euthanasie – Ein Typus von Hoche oder Binding ?

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die publizistischen Entwicklungen von Alfred Hoche und Karl Binding im Zeitraum von 1870 bis 1920, um den geistesgeschichtlichen Weg zur 1920 erschienenen „Freigabeschrift“ zur Vernichtung lebensunwerten Lebens zu rekonstruieren und zu prüfen, ob sich darin eine systematische Radikalisierung zur Euthanasie nachweisen lässt.

  • Historische Analyse psychiatrischer und rechtswissenschaftlicher Diskurse zwischen 1870 und 1920.
  • Untersuchung der Begriffsfelder Evolution, Degeneration, Sozialwert und Menschenwert.
  • Vergleichende Quellenarbeit zu zentralen Schriften und Vorträgen von Hoche und Binding.
  • Einordnung der Autoren in den sozioökonomischen Kontext des deutschen Kaiserreichs.
  • Diskussion der Genese des Euthanasie-Programms vor dem Hintergrund der NS-Ideologie.

Auszug aus dem Buch

Quelle (2) Hoche 1891: Das anatomische Verhalten der Rückenmarkswurzeln:

Es geht um sogenannte Ganglienzellengruppen in den Rückenmarkswurzeln. Ganglien oder auch Ganglion / Spinalganglion / Nervenknoten sind eine Anhäufung von Nervenzellkörpern im peripheren Nervensystem. Sie sind der anatomische Ursprung des Nervensystems. Man geht heute davon aus, dass im Laufe der Evolution aus solchen Ganglienzellengruppen sich Nervenknoten in größerer Art zum Gehirn entwickelt haben. Ob schon zu Hoches Zeiten davon ausgegangen wurde, kann hier nicht gesagt werden. Jedenfalls interessierte er sich mit seiner Abhandlung für nichts weniger als dafür, „in welchem Grade und in welcher Häufigkeit die Rückenmarkswurzeln, der Anfangsteil des peripherischen Nervensystems, an dem krankhaften Processe Theil nehmen, den wir im centralen Nervensystem, im Gehirn und im Rückenmark bei der Dementia paralytica, der progressiven Paralyse der Irren, regelmässig, wenn auch in wechselnder Stärke, vorfinden“. Er stellt dieser Abhandlung voran, dass diese Untersuchung ihn gelehrt hat die eigentümlich erscheinende Anordnung der Ganglienzellen nicht als Anomalie, sondern als normalen Befund anzusehen. Dies impliziert, dass zuvor die eigentümliche anormale Anordnung mit der Dementia paralytica in Verbindung sah. Warum sonst fragte er nach „Grad“ und „Häufigkeit“ der Wurzeln an dem „krankhaften Processe“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Genese der Euthanasie-Schrift von Hoche und Binding und diskutiert den Forschungsstand hinsichtlich eines möglichen Kriegseinflusses oder einer längeren, kontinuierlichen Radikalisierung.

2. Psychiatrie im 18./19. Jahrhundert: Ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Psychiatrie nach, von der mittelalterlichen Verwahrung „Irrer“ bis zur Entstehung moderner Heil- und Pflegeanstalten im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss humanitärer Ideale und Sachzwänge.

3. Alfred Hoche und Karl Binding: Tendenzen und Radikalisierungen: Im Hauptteil werden ausgewählte Schriften und Vorträge beider Autoren chronologisch analysiert, um eine zunehmende Radikalisierung in Richtung Eugenik und Euthanasie auf Basis sozioökonomischer und sozialdarwinistischer Argumentationsmuster aufzuzeigen.

3.1 Tendenzen zur Eugenik – Publikationen zwischen 1870-1900: Hier werden erste eugenische Denkansätze in den frühen Schriften von Hoche und Binding untersucht, insbesondere im Kontext ihrer Sozialisierung und ihrer normativen Vorstellungen.

3.2 Radikalisierung zur Euthanasie – Schriften und Vorträge zwischen 1900-1920: Dieses Unterkapitel beleuchtet die explizitere Ausarbeitung eugenischer Thesen in der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs bis zur Veröffentlichung der Freigabeschrift.

3.3 Eugenik / Euthanasie – Entwicklungen, Einflüsse und Sozialisierung: Dieser Abschnitt analysiert die tiefergehenden gesellschaftlichen und fachlichen Einflüsse, die das Denken der Autoren über den „Sozialwert“ und die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ geformt haben.

3.4 Euthanasie – Ein Typus von Hoche oder Binding ?: Hier wird kritisch diskutiert, inwiefern die Forderungen nach Euthanasie als spezifischer Typus beider Autoren angesehen werden können oder ob sie Ausdruck allgemeiner zeitgenössischer Strömungen waren.

4. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Radikalisierung von Hoche und Binding ein schleichender Prozess war, der tief in ihrer soziokulturellen Prägung im Kaiserreich verwurzelt lag.

Schlüsselwörter

Alfred Hoche, Karl Binding, Euthanasie, Eugenik, Psychiatriegeschichte, Sozialwert, Menschenwert, Nationalsozialismus, Sozialdarwinismus, Degeneration, Freigabeschrift, Medizingeschichte, Strafrecht, Bildungsbürgertum, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gedankliche Entwicklung der Mediziner Alfred Hoche und Karl Binding und deren Beitrag zur ideologischen Vorbereitung des Euthanasie-Programms im Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Psychiatriegeschichte, der Entwicklung eugenischen Denkens in Deutschland, der Rechtsphilosophie der Zeit sowie den sozioökonomischen Einflüssen auf die medizinische Ethik.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die 1920 veröffentlichte „Freigabeschrift“ ein isoliertes Ereignis war oder ob eine langfristige Radikalisierung in den Schriften der Autoren ab 1870 nachweisbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellengestützte historische Analyse, die Schriften und Vorträge der Autoren chronologisch auswertet und in den zeithistorischen sowie wissenschaftlichen Diskurs einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Begriffsfelder „Sozialwert“ und „Menschenwert“ in den Werken von Hoche und Binding zwischen 1870 und 1920.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Euthanasie, Eugenik, Sozialwert, Degeneration und Psychiatriegeschichte.

Welche Rolle spielte der Begriff des „Sozialwerts“ bei Hoche und Binding?

Der „Sozialwert“ fungierte als Maßstab, mit dem die Autoren den Wert eines menschlichen Lebens bewerteten, was schließlich zur Rechtfertigung der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ führte.

Wird die Rolle des Ersten Weltkriegs für die Radikalisierung thematisiert?

Ja, die Arbeit diskutiert kritisch, ob der Erste Weltkrieg als alleiniger Auslöser für die Radikalisierung diente oder ob die ideologischen Grundlagen bereits zuvor in den Werken der Autoren angelegt waren.

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Detalles

Título
Eugenik und Euthanasie in "Freigabe zur Vernichtung unwerten Lebens" von Alfred Hoche und Karl Binding
Subtítulo
Quellenanalyse der 1920 erschienenen Freigabeschrift
Universidad
University of Hagen  (Historisches Institut)
Calificación
1,7
Autor
Andreas Strege (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
37
No. de catálogo
V922117
ISBN (Ebook)
9783346225788
ISBN (Libro)
9783346225795
Idioma
Alemán
Etiqueta
eugenik euthanasie freigabe vernichtung lebens alfred hoche karl binding quellenanalyse freigabeschrift
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andreas Strege (Autor), 2019, Eugenik und Euthanasie in "Freigabe zur Vernichtung unwerten Lebens" von Alfred Hoche und Karl Binding, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922117
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