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Frankreich im neuen Europa

Eine Analyse der Krise des französischen Wachstums- und Zivilisationsmodells unter besonderer Berücksichtigung der Politikverdrossenheit bei dem gescheiterten Verfassungsreferendum 2005

Title: Frankreich im neuen Europa

Seminar Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Buschhaus (Author)

Politics - Topic: European Union
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In der Diskussion über das negative Votum der Franzosen zum Vertrag über eine Verfassung für Europa (VVE) hat kaum ein Wort eine so große Rolle gespielt wie der äußerst unscharfe Begriff der „Politikverdrossenheit“ . Es stellt sich die Frage, welche Bedeutung Phänomene und Entwicklungen wie die Krise auf dem Arbeitsmarkt, die Erweiterung der EU, die Übertragung von Handlungskompetenzen auf eine supranationale Ebene haben und wie diese Phänomene auf den mündigen Bürger wirken. Kann zum Beispiel die Ablehnung des Verfassungsvertrages als eine Folge der Überforderung und des zunehmenden Ohnmachtgefühles gegenüber Staat, Politik und Wirtschaft gedeutet werden? Welche Auswirkungen haben Protestwahlverhalten für die demokratischen Strukturen im Land und für die Europäische Union? Im Folgenden geht es darum diese Fragen zu klären, wobei zunächst ein theoretischer Zugang zum Problem gewählt wird. Zunächst wird die Bedeutung des Begriffs der Politikverdrossenheit kurz analysiert und erklärt. Anschließend wird dann das generische Mehr-Ebenen-Modell zur Erklärung von Politikverdrossenheit erläutert. Es dient als analytischer Rahmen, mit dessen Hilfe die Verfassungsdebatte 2005 in Frankreich im Anschluss besser analysiert werden kann.Abschließend soll dann geklärt werden, in wie weit die französische Regierung diese Meinungen aufnimmt und sich den Weg aus den Reformbaustellen vorstellt. Muss Frankreichs Regierung gegen zunehmende Ernüchterung im Land kämpfen?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung

2 Theoretische Zugänge zum Problem

2.1 Der Begriff der politischen Verdrossenheit

2.2 Das generische Mehr-Ebenen-Modell zur Erklärung von Politikverdrossenheit

2.2.1 Die Makro-Ebene der gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse

2.2.2 Die Meso-Ebene der sozialen Gebilde

2.2.2.1 Die Rolle der Medien

2.2.3 Die Mikro-Ebene des individuellen Akteurs

3 Die französische Verfassungsdebatte 2005

3.1 Warum ein Referendum in Frankreich?

3.2 Frankreich – die Zukunft eines „reifen“ Nationalstaates in der europäischen Integration

3.3 Die Rolle der politischen Organisationen in der Verfassungsdebatte

3.3.1 Die Kampagne der Verfassungsbefürworter

3.3.2 Die Kampagne der Verfassungsgegner

3.3.3 Die Rolle der Medien

3.4 Das Verfassungsreferendum 2005 – ein Protest des „kleinen Bürgers“?

4 Frankreich zwischen Anpassung und Eigenständigkeit - Stress in einer der ältesten Demokratien Europas

5 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Krise des französischen Wachstums- und Zivilisationsmodells vor dem Hintergrund des gescheiterten EU-Verfassungsreferendums von 2005. Dabei wird untersucht, inwiefern Politikverdrossenheit und sozioökonomische Ängste zu diesem negativen Votum führten und welche Rolle das Zusammenspiel zwischen nationaler Identität und supranationaler Integration spielt.

  • Analyse des Begriffs der Politikverdrossenheit mittels des Mehr-Ebenen-Modells.
  • Untersuchung der politischen Hintergründe und Motivationen für das Referendum 2005 in Frankreich.
  • Auswirkung gesellschaftlicher Veränderungen und Globalisierungsängste auf das Wahlverhalten.
  • Die Rolle der politischen Parteien und Medien als Vermittlungsinstanzen in der Verfassungsdebatte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Warum ein Referendum in Frankreich?

Am 14. Juli 2004 kündigte Jacques Chirac während einer Fernsehansprache an, que les Français seraient « directement consultés » l'an prochain sur le projet de Constitution européenne. Chirac sagte, er könne sich eine Ablehnung der EU-Verfassung durch eine Mehrheit der Franzosen nicht vorstellen: J'ai confiance dans les Français, dans leur aptitude à s'associer à un vrai débat sur leur avenir.

Mit dieser Ankündigung entfachte er eine Verfassungsdebatte von bis dahin unbekannten Ausmaßes. Doch welche Gründe haben Chirac wirklich dazu bewogen, „den dornigen und letztendlich gescheiterten Weg einer Ratifizierung per Referendum“ zu gehen? Um diesen Schritt zu verstehen, muss man ein wenig zurück gehen und die Bedeutung der „Tradition des Gaullismus“ beachten. Seit de Gaulle gilt die Europa- und Außenpolitik als „domaine réservé“ des Staatspräsidenten. Es ist seine Aufgabe, die europa- und außenpolitische Zielsetzungen zu definieren und die Konzeptionen in der Praxis umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das negative Referendumsergebnis ein und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Politikverdrossenheit und der Krise des französischen Modells.

2 Theoretische Zugänge zum Problem: Es wird der Begriff der Politikverdrossenheit theoretisch eingeordnet und das Mehr-Ebenen-Modell (Makro-, Meso-, Mikro-Ebene) als analytischer Rahmen für die Untersuchung eingeführt.

3 Die französische Verfassungsdebatte 2005: Der Hauptteil analysiert die Gründe für die Referendumsentscheidung Chiracs, die Rolle der Akteure und Medien sowie die spezifisch französischen Sorgen, die zum „Nein“ führten.

4 Frankreich zwischen Anpassung und Eigenständigkeit - Stress in einer der ältesten Demokratien Europas: Dieses Kapitel diskutiert die Krise des republikanischen Konsenses und die Herausforderungen, vor denen der französische Staat angesichts von Globalisierung und europäischer Integration steht.

5 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: Hier werden die zentralen Analyseschritte und Erkenntnisse der Arbeit in prägnanter Form resümiert.

Schlüsselwörter

Frankreich, EU-Verfassung, Referendum 2005, Politikverdrossenheit, Jacques Chirac, Globalisierung, Nationalstaat, Mehr-Ebenen-Modell, Identitätsproblem, Sozialmodell, Protestwahlverhalten, Europäische Integration, Politische Kultur, Repräsentationskrise, Service Public.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Gründe, die zum französischen „Nein“ beim EU-Verfassungsreferendum im Jahr 2005 führten, und verknüpft dies mit dem tieferliegenden Wandel des französischen Wachstums- und Gesellschaftsmodells.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Politikverdrossenheit der französischen Bevölkerung, der Einfluss der EU-Integration auf nationale Strukturen, die Rolle der Medien und politischen Parteien sowie die Bedeutung des französischen Selbstverständnisses als „Grande Nation“.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie der Umbruch im Fundament der französischen Gesellschaft zur Politikverdrossenheit führt und inwieweit das Referendum als Protest gegen die europäische Integration sowie als „Denkzettel“ für die nationale politische Klasse zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt das generische Mehr-Ebenen-Modell von Kai Arzheimer, um die Ereignisse auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene systematisch zu gliedern und die Ursachen für die Einstellungen der Bürger zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung erörtert?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entscheidung von Jacques Chirac für das Referendum, die Kampagnen der Befürworter und Gegner, die Rolle der „services publics“ sowie die Wahrnehmung des Verfassungsvertrages als neoliberale Bedrohung.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind Politikverdrossenheit, EU-Verfassung, Frankreich, Globalisierung, Identitätskrise, Protestverhalten und das Mehr-Ebenen-Modell.

Warum war das Referendum laut der Autorin ein „Plebiszit über das politische System“?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Unzufriedenheit der Bürger über ihre soziale und wirtschaftliche Situation sowie die gefühlte Distanz zur politischen Klasse in der Abstimmung über die EU-Verfassung kanalisiert wurden, um gegen das nationale System abzurechnen.

Welche Rolle spielten die Medien laut der Analyse bei der Entstehung von Verdrossenheit?

Die Medien in Frankreich werden als unzureichend kritisch-kontrollierend beschrieben; sie tragen teilweise dazu bei, eine einseitige Sichtweise zu verstärken und den „aggressiv-apathischen“ Bürger in seinen negativen Ansichten zu bestätigen.

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Details

Title
Frankreich im neuen Europa
Subtitle
Eine Analyse der Krise des französischen Wachstums- und Zivilisationsmodells unter besonderer Berücksichtigung der Politikverdrossenheit bei dem gescheiterten Verfassungsreferendum 2005
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Die Konstitutionalisierung der EU
Grade
1,0
Author
Nadine Buschhaus (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V92233
ISBN (eBook)
9783638060752
ISBN (Book)
9783638950510
Language
German
Tags
Frankreich Europa Konstitutionalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Buschhaus (Author), 2006, Frankreich im neuen Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92233
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