Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob Antolin wirklich Leseförderung, oder doch eher Leseanimation unterstützt. Diese Frage ist besonders für Lehrkräfte in der Grundschule relevant, da viele Lehrpersonen mit diesem Portal zusammenarbeiten, um die Leseförderung der Kinder zu verstärken. Das Ziel der Arbeit soll zum einen auf theoretischer Basis untersucht werden und zum anderen anhand der Wahrnehmung zweier Kinder am Beispiel von Antolin. Die Arbeit beschäftigt sich also mit zwei Fragestellungen: Ist Antolin Leseförderung oder Leseanimation auf theoretischer Basis? Nach der theoretischen Analyse sollen zwei Kinder anhand eines Leitfadeninterviews befragt werden, wie sie Antolin wahrnehmen. Daraus ergibt sich folgende, zweite Fragestellung: Wie nehmen Kinder die Onlineplattform wahr?
Seit des PISA-Schocks 2001 ist die Leseförderung ein sehr wichtiges, didaktisches Thema geworden. Der Grund dafür liegt in der Wichtigkeit des Lesens für die gesamte Bildung und die kulturelle Teilhabe des Kindes in der Gesellschaft, da die Lesekompetenz dazu beiträgt, sich neues Wissen anzueignen. Tagtäglich werden Menschen mit Lesesituationen konfrontiert. Daraus wird deutlich, dass die Kompetenzen des Lesens mehr Aufmerksamkeit benötigen, als sie momentan erhalten. Besonders im Bereich der Primarstufe spielt die Leseförderung eine große Rolle, da grundlegende Kompetenzen des Lesens vermittelt werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik: Lesen
3 Das Mehrebenenmodell
3.1 Die Prozessebene
3.2 Die Subjektebene
3.3 Die soziale Ebene
4 Leseanimation
4.1 Definition Leseanimation
4.2 Differenzierung Leseanimation – Lesemotivation
5 Leseförderung
5.1 Definition Leseförderung
5.2 Möglichkeiten der Leseförderung
5.3 Gegenüberstellung Leseförderung – Leseanimation
6 Antolin
6.1 Kurzbeschreibung des Programms
6.2 Ziele von Antolin
6.3. Aufbau der Tests am Beispiel „Eine Falle für Alexander“ von Fabian Lenk
7 Antolin – Leseförderung oder Leseanimation? Eine theoriebasierte Analyse
8 Wahrnehmung von Antolin am Beispiel zweier Kinder
8.1 Das Leitfadeninterview
8.2. Der Leitfaden
8.3 Analyse des ersten Interviews - Frieda
8.3.1 Rückbezug zum Mehrebenenmodell
8.3.2 Antolin – Leseanimation oder Leseförderung bei Frieda?
8.4 Analyse des zweiten Interviews - Emilia
8.4.1 Rückbezüge zum Mehrebenenmodell
8.4.2 Antolin - Leseanimation oder Leseförderung bei Emilia?
8.5 Gegenüberstellung und Analyse der beiden Interviews
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit des Online-Portals Antolin im Kontext von Leseförderung und Leseanimation. Ziel ist es, auf theoretischer Basis und durch qualitative Leitfadeninterviews mit zwei Grundschulkindern herauszufinden, ob Antolin tatsächlich die Lesekompetenz fördert oder primär als Instrument zur Leseanimation dient, um die Lesemotivation zu steigern.
- Grundlagen des Mehrebenenmodells nach Rosebrock und Nix
- Differenzierung zwischen Leseförderung und Leseanimation
- Detaillierte Funktionsweise und Zielsetzung des Online-Programms Antolin
- Empirische Analyse der Wahrnehmung von Antolin bei Grundschulkindern
- Kritische Bewertung der Auswirkungen auf die Lesemotivation und das Leseverhalten
Auszug aus dem Buch
3 Das Mehrebenenmodell
Das Mehrebenenmodell von Rosebrock und Nix „(...) benennt die verschiedenen Dimensionen des Lesens“ (Rosebrock/Nix 2017, S. 14).
Dabei werden nicht nur die messbaren Elemente im direkten Prozess des Lesens betrachtet, sondern auch weiterführende, nicht messbare Aspekte, die auf subjektiver und sozialer Ebene stattfinden.
Aufgrund der vielschichtigen, heterogenen Ebenen entstand der Begriff des Mehrebenenmodells. Diesem Modell liegen drei Ebenen zugrunde: Die Prozessebene, die Subjektebene und die soziale Ebene (vgl. ebd.). Diese Ebenen sind durch gedachte Kreise in Form eines Kegels symbolisiert, wobei der Kern, die Prozessebene, sich auf die kognitiven Prozessen während des Lesevorgangs fokussiert, die mittlere Ebene das Selbstkonzept des Lesers untersucht und der äußerste Kreis auf soziale Aktionen und Interaktionen im Bereich des Lesens spezialisiert ist.
Das folgende Kapitel soll dazu dienen, auf die drei Ebenen des Modells einzugehen und diese näher zu erläutern. Das Mehrebenenmodell fungiert als eine der Grundlagen der Arbeit, sodass im Folgenden immer wieder Bezüge zu diesem Kapitel hergestellt werden. Zur Visualisierung und besseren Verständlichkeit dient die folgende Abbildung des Mehrebenenmodells:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas Leseförderung im Kontext des PISA-Schocks und Einführung in die Relevanz der Lesekompetenz.
2 Einführung in die Thematik: Lesen: Definition des Begriffs Lesen aus historischer und psychologischer Perspektive sowie Erläuterung der Bedeutung als Basiskompetenz.
3 Das Mehrebenenmodell: Detaillierte Beschreibung der drei Ebenen (Prozesse, Subjekte, Soziales), die den Leseakt maßgeblich beeinflussen.
4 Leseanimation: Klärung des Begriffs Leseanimation und dessen Abgrenzung zur allgemeinen Lesemotivation.
5 Leseförderung: Definition von Leseförderung sowie Darstellung der Möglichkeiten zur Förderung und Gegenüberstellung zur Leseanimation.
6 Antolin: Vorstellung des Online-Programms Antolin, seiner Ziele sowie des Aufbaus der Tests anhand eines konkreten Buchbeispiels.
7 Antolin – Leseförderung oder Leseanimation? Eine theoriebasierte Analyse: Theoretische Einordnung des Programms Antolin auf Basis der vorherigen Definitionen.
8 Wahrnehmung von Antolin am Beispiel zweier Kinder: Empirische Untersuchung des Leseverhaltens und der Wahrnehmung von Antolin mittels Interviews mit zwei Grundschülerinnen.
9 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen zur Wirksamkeit von Antolin.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Leseanimation, Antolin, Mehrebenenmodell, Lesemotivation, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Grundschule, Leseverhalten, Online-Programm, Leitfadeninterview, Selbstkonzept, Lesegeschwindigkeit, Lesewahrnehmung, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Online-Programm Antolin hinsichtlich seines Einflusses auf das Leseverhalten von Grundschulkindern und analysiert, ob es als effektives Instrument der Leseförderung oder primär als Mittel zur Leseanimation fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte wie das Mehrebenenmodell des Lesens mit den praktischen Aspekten der Leseförderung, Leseanimation und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem digitalen Lese-Quiz-Portal Antolin.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfragen: "Ist Antolin Leseförderung oder Leseanimation auf theoretischer Basis?" und "Wie nehmen Kinder die Onlineplattform wahr?".
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Fachliteratur sowie ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Leitfadeninterviews mit zwei Grundschülerinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Mehrebenenmodell, Begriffsdefinitionen), eine detaillierte Programmbeschreibung von Antolin und eine empirische Analyse der Interviews, in der die individuellen Erfahrungen der Kinder mit dem Modell verglichen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Leseförderung, Leseanimation, Antolin, Lesemotivation und Mehrebenenmodell gekennzeichnet.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung der beiden interviewten Kinder?
Während Frieda Antolin als motivierend erlebt und durch das System der Punkte und Belohnungen zum Lesen animiert wird, empfindet Emilia das Programm als belastend und demotivierend, da sie sich gezwungen fühlt, Fragen zu beantworten, was ihre ursprüngliche Freude am Lesen einschränkt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zu Antolin?
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Antolin bei vielen Kindern eher als Leseanimation statt als echte Leseförderung wirkt, da es die basalen Lesefähigkeiten voraussetzt und weniger auf die Förderung dieser als auf die Steigerung der Motivation durch externe Anreize abzielt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Webbasierte Leseförderung durch Antolin. Klassische Leseförderung oder Leseanimation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922508