Diese Schularbeit wendet sich der Thematik der Sprachförderung bei mehrsprachigen Kindern durch die Fragestellung "Wie kann die Sprachförderung bei einem Kind mit türkischem Migrationshintergrund im Alter von 6 Jahren gelingen?“ zu.
Im ersten Teil geht es um die theoretischen Grundlagen der Sprache und Mehrsprachigkeit. Dabei setzt er sich mit der Begriffsbestimmung von Sprache auseinander. Außerdem beschäftigt er sich mit der Frage was Migrationshintergrund bedeutet bzw. wie dies definiert wird. In diesem Zusammenhang folgt als nächster Punkt die Begriffsbestimmung der Mehrsprachigkeit.
Der nächste Teil beschäftigt sich mich mit dem Thema der Sprachförderung. Hierbei soll zunächst auf die Begriffsbestimmung eingegangen und zwischen zwei Arten der Sprachförderung differenziert werden.
Es folgt die Auseinandersetzung der Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund in der Praxis. An dieser Stelle wird ein kurzer Einblick in die Praxis gewährt und das Beispiel eines Jungen aus der Einrichtung, in der die Autorin arbeitet, aufgezeigt. In diesem Zusammenhang wird dargestellt wie die Sprachförderung in der Praxis bei einem mehrsprachigen Kind aussehen und gelingen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Themenbegründung
1.2 Bezug zur Praxiserfahrung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Sprache
2.2 Mehrsprachigkeit bei Kindern mit Migrationshintergrund
2.3 Kinder mit Migrationshintergrund
2.4 Begriffsbestimmung Mehrsprachigkeit
2.5 Definition Erstsprache und Zweitsprache
2.6 Der kindliche Zweitspracherwerb
2.7 Sprachförderung
2.8 Leitlinien zur Sprachförderung
3. Praktischer Bezug
3.1 Angaben zur Einrichtung
3.2 Angaben zur Zielgruppe bzw. zum Kind
3.3 Alltagsintegrierte Sprachförderung in der Einrichtung
3.4 Planung der Vorlesesituation
3.5 Sprachförderung bei M.
4. Reflektion der eigenen Lernerfahrung
4.1 Vorgehensweise und Methoden
4.2 Reflexion des eigenen pädagogischen Verhaltes
4.3 Reflexion des Inhaltes
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Facharbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer gelingenden Sprachförderung für ein sechsjähriges Kind mit türkischem Migrationshintergrund. Der Fokus liegt dabei auf der Integration von alltagsorientierten Sprachförderstrategien, insbesondere im Bereich der Literacy durch Bilderbuchbetrachtungen, statt der reinen Anwendung standardisierter Förderprogramme.
- Grundlagen der Mehrsprachigkeit und des kindlichen Zweitspracherwerbs
- Bedeutung der alltagsintegrierten Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen
- Die Rolle der pädagogischen Fachkraft als Sprachvorbild und Reflexionsinstanz
- Praktische Umsetzung von Literacy-Angeboten anhand eines Fallbeispiels
- Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns und der individuellen Lernprozesse
Auszug aus dem Buch
3.5 Sprachförderung bei M.
Im Bezug zum Fallbeispiel von M. habe ich mir zur Sprachförderung gezielt Gedanken im Bereich der Literacy gemacht. Diesen Entschluss fasste ich, anhand Erzählungen seitens M. Dieser erzählte mir, dass er Zuhause kaum mit literarischen Medien auseinandersetzt sondern seine Zeit vermehrt mit Spielkonsolen verbringt. Dadurch ist es zunächst einmal wichtig ihm die Erfahrung mit Büchern in der Einrichtung zu ermöglichen, da Kinder die in der Kindheit Erfahrungen mit Sprache, Vorlesen, Schrift gemacht haben in der Schule bessere Schreib-, Schrift-, und Lesekompetenz aufweisen.
Im Bezug zum Fallbeispiel sollte zunächst einmal sichergestellt werden, dass M. eine gute Bindung zu der pädagogischen Fachkraft hat, die mit ihm die Sprachförderung durchführt. Hierzu würde sich konkret auf M. bezogen eine Fachkraft die auch Türkisch spricht gut eignen. Mit einer Fachkraft, die ebenfalls Türkisch spricht hat er die Möglichkeit Handlungen, Gegenstände etc. während seinen Erzählungen auf Türkisch wiederzugeben. Die pädagogische Fachkraft greift anschließend die Äußerungen von M. auf und kann durch Wiederholung sowie korrektives Feedback die türkischen Wörter ins Deutsche übertragen. Vor allem das Bilderbuch bietet eine gute Unterstützung zur Sprachförderung, da er dadurch das auditive mit dem visuellen Verknüpfen kann, was das Erlernen neuer Begrifflichkeiten erleichtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Sprache als Identitätsmerkmal und Darstellung der persönlichen Motivation sowie der Fragestellung zur Sprachförderung bei einem mehrsprachigen Kind.
2. Theoretische Grundlagen: Definition von zentralen Begriffen wie Sprache, Mehrsprachigkeit, Erst- und Zweitsprache sowie Erläuterung der Prozesse des kindlichen Zweitspracherwerbs und gängiger Förderansätze.
3. Praktischer Bezug: Vorstellung der Einrichtung sowie des konkreten Fallbeispiels eines sechsjährigen Kindes und detaillierte Planung eines Literacy-basierten Sprachförderangebots.
4. Reflektion der eigenen Lernerfahrung: Kritische Auseinandersetzung mit der Vorgehensweise bei der Erstellung der Arbeit sowie Reflexion über die eigene Rolle und das pädagogische Verhalten im Kontext der Sprachförderung.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Bedeutung der individuellen Anpassung der Sprachförderung unter Einbeziehung des kindlichen Interesses.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, Literacy, Zweitspracherwerb, Bilderbuchbetrachtung, pädagogische Fachkraft, Alltagsintegration, Sprachvorbild, Identitätsbildung, Interaktionsmodelle, Sprachbarriere, Sprachanregung, Kindertageseinrichtung, Dialogisches Vorlesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung der deutschen Sprache bei einem Kind mit türkischem Migrationshintergrund im Vorschulalter unter besonderer Berücksichtigung seiner bereits vorhandenen Mehrsprachigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Mehrsprachigkeit, der kindliche Zweitspracherwerb, die Bedeutung von alltagsintegrierter Sprachförderung sowie die methodische Umsetzung der Literacy-Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Methoden zu identifizieren, die eine gelingende Sprachförderung bei einem sechsjährigen Kind mit türkischem Migrationshintergrund ermöglichen, ohne die Identität des Kindes durch ein "Verbot" der Erstsprache zu schwächen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Facharbeit, die eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche mit einer praktischen Fallbetrachtung und einer Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sprache und Mehrsprachigkeit, Leitlinien für die Sprachförderung sowie einen praktischen Teil, in dem ein individuelles Förderkonzept für einen Jungen namens M. entwickelt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachförderung, Mehrsprachigkeit, Literacy, Alltagsintegration und die pädagogische Reflexion.
Warum ist die Erstsprache bei der Förderung so wichtig?
Die Arbeit betont, dass die Anerkennung und Wertschätzung der Erstsprache das Selbstwertgefühl stärkt, was wiederum die notwendige Basis bildet, um sich für das Erlernen einer Zweitsprache zu öffnen.
Welche Rolle spielt die Bindung zur Fachkraft?
Eine stabile Bindung wird als essenzielle Grundlage für Bildungsprozesse angesehen, da sie Sicherheit bietet und besonders schüchterne oder unsichere Kinder dazu ermutigt, sich aktiv am Sprachgeschehen zu beteiligen.
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- Anonym (Author), 2019, Mehrsprachigkeit und Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922552