Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf den Mythos und das Bild Alexanders und seinen Wandel im Laufe der Jahrhunderte. Schwerpunkte werden dabei die verschiedenen Darstellungen des Herrschers in der Antike, im Mittelalter und der Neuzeit (bzw. Zeitgeschichte) sein. Dabei wird die Betrachtung erst nach dem Tod Alexanders beginnen. Ergebnis soll eine Darstellung und Bewertung sein, die die Bedeutung des Alexanderbildes bzw. Mythos für die jeweiligen Zeitabschnitte erfasst.
Kern des Ganzen wird die politische Ebene sein. Weitere Verbindungen sind aber keinesfalls ausgeschlossen. Die Arbeit wird keine Darstellung der Biographie Alexanders sein. Die Betrachtung beginnt, wie bereits erwähnt, erst nach seinem Tod. Es wird daher nur auf relevante Punkte seines Werdegangs eingegangen, die für diese Ausführungen bedeutsam sind. Obligatorisch ist jedoch die Betrachtung des Wesens Alexanders, da sein Charakter für das Alexanderbild von entscheidender Bedeutung ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung
2. Forschungsstand
3. Das Alexanderbild: Eine Einführung
4. Das Alexanderbild von der Antike zur Moderne
4.1. Das Alexanderbild in der Antike
4.2. Das Alexanderbild im Mittelalter
4.2.1. Alexander im christlichen europäischen Mittelalter
4.2.2. Alexander im muslimisch orientalischen Mittelalter
4.3. Das Alexanderbild in der Neuzeit und Moderne
6. Zusammenfassung und Ausblick
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Mythos Alexander den Großen und analysiert dessen Wandel sowie die verschiedenen Rezeptionen und Darstellungen des Herrschers von der Antike bis in die moderne Zeit, wobei der Fokus auf der politischen Ebene liegt.
- Der Wandel des Alexanderbildes durch die Jahrhunderte.
- Unterscheidung zwischen Mythos und historischer Wirklichkeit.
- Die Rolle von Kallisthenes als Begründer des Alexandermythos.
- Alexander im Kontext christlicher und islamischer Traditionen.
- Die wissenschaftliche und politische Rezeption in der Neuzeit und Moderne.
Auszug aus dem Buch
4.1. Das Alexanderbild in der Antike
Für die antike Betrachtung sind die Aufzeichnungen des alexandrinischen Hofhistorikers Kallisthenes von großer Bedeutung. Er ist einer der wenigen Menschen, die bereits zu Lebzeiten Alexanders über diesen geschrieben und berichtet haben. Die erhaltenen Fragmente weisen keine Bucheinteilung auf, was auf ein unvollendetes Werk schließen lässt. Kallisthenes wurde vermutlich wegen der Verwicklung in die sogenannte „Pagenverschwörung“ 327 v. Chr. hingerichtet. Sein Werk zeigt eine panhellenische Tendenz und eine panegyrische Haltung gegenüber Alexander. Sein Einfluss auf die zeitgenössischen Alexanderhistoriker gilt als äußerst umstritten.
Zu seinen Lebzeiten beneidete Alexander Achill um den Dichter Homer, der dessen Ruhm verkündete. Damals konnte er nicht ahnen, dass er selbst ohne einen Homer viel berühmter werden würde.
Bereits zu seinen Lebzeiten sorgte er für die Verherrlichung seiner Persönlichkeit und war damit der Begründer des Personenkultes der, vor allem in Diktaturen, bis in die heutige Zeit Einzug hält. Die Legendenbildung begann bereits mit der Überquerung der Dardanellen, als Alexander sich 334 v. Chr. beim Angriff auf das Perserreich als neuer Achilleus stilisierte, begleitet von publikumswirksamen Inszenierungen. Die Ereignisse, die fernab von der Heimat geschahen, drangen als Nachrichten in das Alexanderreich, die jegliches Vorstellungsvermögen der Griechen sprengten. „Die Geschichte Alexanders nahm in der Folgezeit bizarre Züge an. Der König fuhr auf Adlerflügeln zum Himmel auf oder in einer Taucherglocke zum Meeresgrund hinab.“
Der bereits erwähnte Kallisthenes, der erste Alexander-Historiker, war im Wesentlichen an der Erschaffung des Alexandermythos beteiligt. Er war es, der als Begleiter des Asienfeldzuges, die Taten Alexanders propagandistisch in Szene setzte und so half, die geplante Eroberung Asiens zu legitimieren und Alexander zum Erben der homerischen Helden deklarierte. Kallisthenes Schriften stellen ein „Konglomerat von propagandistischen Notwendigkeiten, Absichtserklärungen, mythischen Überhöhungen und Siegesberichten“ dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung: Diese Einleitung erläutert die anhaltende Faszination für Alexander den Großen und definiert den Fokus der Arbeit auf den Wandel seines Bildes nach dessen Tod.
2. Forschungsstand: Hier werden die maßgeblichen Standardwerke und Historiker vorgestellt, die zur Analyse der Alexander-Rezeption herangezogen wurden.
3. Das Alexanderbild: Eine Einführung: Das Kapitel beleuchtet Alexanders Charakter und die Widersprüchlichkeiten seiner Persönlichkeit als Basis für spätere Interpretationen.
4. Das Alexanderbild von der Antike zur Moderne: Dieser Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung der Alexander-Darstellungen von der antiken Geschichtsschreibung über das christliche und muslimische Mittelalter bis hin zur modernen politischen Rezeption.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass jedes Alexanderbild maßgeblich vom Zeitgeist und den Eigeninteressen der Autoren geprägt ist.
7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Eine Auflistung der verwendeten Monographien, Quellen und Internetseiten.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Mythos, Rezeption, Alexanderroman, Antike, Mittelalter, Moderne, Kallisthenes, Diadochen, Alexanderkult, Historiographie, Politische Biographie, Geschichtsbild, Propaganda, Weltherrscher
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Wahrnehmung und Darstellung von Alexander dem Großen von der Antike bis in die heutige Zeit gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Rezeption, die Entwicklung des Alexandermythos, die Bedeutung in religiösen Texten und die politische Instrumentalisierung durch verschiedene Epochen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu zeigen, dass das Bild Alexanders mehr über die jeweilige Epoche und den Autor aussagt als über die historische Person Alexander selbst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich historischer Darstellungen und Quellen, um den Wandel des Alexanderbildes nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Alexanderbildes in der Antike, die mythische Überformung im christlichen und muslimischen Mittelalter sowie die Interpretation in der Neuzeit und Moderne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Alexander der Große, Mythos, Alexanderroman, Historiographie, Alexanderkult und politische Rezeption.
Warum spielt der „Alexanderroman“ eine so große Rolle?
Der Alexanderroman prägte seit der Spätantike das Bild des Königs massiv und machte ihn zu einer mythischen Gestalt, wodurch die Unterscheidung zwischen historischen Fakten und Fiktion erschwert wurde.
Welche Rolle spielt die Erwähnung im Koran für das Alexanderbild?
Die Erwähnung als „Zweigehörnter“ schuf im muslimischen Orient die Grundlage für eine sehr positive Sicht auf Alexander, teils als muslimischer Idealherrscher oder Prophet.
Wie bewertet der Autor die Forschung von Droysen?
Droysens Werk wird als epochaler Klassiker der Geschichtswissenschaft gewertet, der Alexander eine welthistorische Mission zusprach, wenngleich er damit auch eine Lizenz zum Töten im Namen großer Ziele rechtfertigte.
- Arbeit zitieren
- René Ide (Autor:in), 2013, Das Alexanderbild im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922732