Zunächst wird untersucht, wie Gleim seinen literarischen Stil im Zuge des Siebenjährigen Kriegs geändert hat, ehe dazu übergegangen wird, welche thematischen Schwerpunkte in seinen Gedichten besonders zum Tragen kommen, um dann zu resümieren, inwiefern diese Bereiche im weiteren Verlauf der deutschen Geschichtslyrik Einzug erhalten haben und den patriotischen Geist besonders im Zuge der Befreiungskriege und der Nationalstaatswerdung mitkonstituiert haben. Die Arbeit steht ebenfalls im Kontext der politischen Lyrik, die durch die Kriegslieder Gleims im weiteren Verlauf der deutschen Geschichte rezipiert und fortgeführt wurden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand
- Methodisches
- Johann Wilhelm Ludwig Gleim im Kontext des Siebenjährigen Krieges
- Die preußischen Kriegslieder
- Rollenverständnis zwischen Autor, Grenadier und Dichter
- Griechisch-römische Rückbezüge
- Feindbilder
- Habsburg und Russland
- Frankreich
- Reichterritorien
- Friedrich-Bild
- Patriotismus
- Konstituierung von patriotisch-nationaler Geschichtslyrik in Deutschland
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die preußischen Kriegslieder von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, die er während der Feldzüge von 1756 und 1757 anonym verfasst hat. Ziel ist es, die in den Gedichten dargestellten Typologien wie Rollenverständnis, Feindbilder, Stilisierung und Patriotismus zu untersuchen und ihre Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Geschichtslyrik darzulegen.
- Die Rolle des Grenadiers als Stimme des Volkes im Krieg
- Die Konstruktion von Feindbildern und ihre Funktion in der Kriegspropaganda
- Die stilisierte Darstellung Friedrichs II. als Idealbild des preußischen Königs
- Der Einfluss der Kriegslieder auf die Entwicklung des deutschen Patriotismus
- Der Beitrag der Kriegslieder zur Konstituierung einer patriotisch-nationalen Geschichtslyrik in Deutschland
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zur Kriegslyrik und skizziert die methodischen Ansätze der Arbeit. Kapitel II. setzt Gleims Werk in den Kontext des Siebenjährigen Krieges und beleuchtet die Bedeutung des Krieges für die literarische Produktion der Zeit. Kapitel III. analysiert die preußischen Kriegslieder und untersucht die verschiedenen Typologien, die in ihnen zum Ausdruck kommen. Das Kapitel befasst sich dabei insbesondere mit den Rollenverständnissen zwischen Autor, Grenadier und Dichter, den Feindbildern sowie der Stilisierung Friedrichs II.
Schlüsselwörter
Preußische Kriegslieder, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Siebenjähriger Krieg, Geschichtslyrik, Patriotismus, Feindbilder, Stilisierung, Friedrich II., Grenadier, Anakreontik, politische Lyrik, deutsche Literatur, Nationalismus.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Johann Wilhelm Ludwig Gleim?
Gleim war ein deutscher Dichter der Aufklärung, der vor allem durch seine "Preußischen Kriegslieder" bekannt wurde, die er während des Siebenjährigen Krieges verfasste.
Welche Rolle nimmt der "Grenadier" in Gleims Liedern ein?
Der fiktive Grenadier dient als Stimme des einfachen Soldaten und des Volkes, um Patriotismus und die Verbundenheit mit dem König auszudrücken.
Wie wird Friedrich II. (Friedrich der Große) in den Liedern dargestellt?
Friedrich wird stilisiert als idealer, heldenhafter Anführer und Landesvater, was zur Mythenbildung um den preußischen König beitrug.
Welche Feindbilder werden in der Kriegslyrik konstruiert?
Die Lieder richten sich gegen die Gegner Preußens im Siebenjährigen Krieg, insbesondere gegen Österreich (Habsburg), Russland und Frankreich.
Welchen Einfluss hatten diese Lieder auf den deutschen Nationalismus?
Gleims Lieder gelten als frühe Form der patriotischen Geschichtslyrik, die später in den Befreiungskriegen gegen Napoleon und bei der Nationalstaatswerdung rezipiert wurde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Typologien in Johann Wilhelm Ludwig Gleims Preußischen Kriegsliedern von 1756 und 1757, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922940