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Anpassungsprozesse und Begrenzungen bei der Umsetzung westlicher Standards in den NGOs der Zivilgesellschaft von Phnom Penh

Titel: Anpassungsprozesse und Begrenzungen bei der Umsetzung westlicher Standards in den NGOs der Zivilgesellschaft von Phnom Penh

Masterarbeit , 2019 , 154 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Erika Mosebach-Kornelsen (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachtet man den NGO-Sektor in Phnom Penh (Kambodscha), fällt einerseits die Ähnlichkeit der NGOs untereinander und andererseits die Ähnlichkeit der Organisationsstrukturen zu westlichen Nonprofit-Organisationen auf. Mit Bezug auf den Neoinstitutionalismus untersucht diese Arbeit daher die Umsetzung westlicher Legitimitätsstandards in der Khmer Zivilgesellschaft sowie die bei der Umsetzung entstehenden Anpassungsprozesse und Begrenzungen. Der theoretische Rahmen der Arbeit wird um den Ressourcenabhängigkeitsansatz sowie der Glokalisierungstheorie ergänzt. Die Arbeit baut auf einer Feldstudie im Zeitraum Februar bis Juni 2018 auf, bei der neun NGO-Manager/innen interviewt wurden. Als Ergänzung dienten ethnographische Beobachtungen sowie die Teilnahme an einem weiteren Forschungsprojekt vor Ort.

Aus den Ergebnissen leiten sich drei mögliche Szenarien für die Entwicklung des Sektors ab: (1) Es wäre möglich, dass NGOs eine vollständige Homogenisierung untereinander und mit dem internationalen NGO-Sektor eingehen. (2) Es besteht die Möglichkeit, dass die Homogenisierung mit Entkoppelungsstrategien verbunden wird, da die vollständige Anpassung an den internationalen Sektor nicht möglich ist. (3) Es wäre möglich, dass die NGOs ihre Organisationsstrukturen an die lokalen kulturellen Eigenheiten anpassen und mit Hilfe von Glokalisierungspraktiken eine neue Form des Sektors schaffen. Das Ergebnis der Auswertung zeigt, dass die befragten NGOs eindeutige Anpassung und Homogenisierung mit dem globalen organisationalen Feld aufweisen, die damit geforderten Organisationsstrukturen zur Erreichung der Legitimität jedoch nur Zuhilfenahme der Strategie der losen Koppelung erreicht werden können. Diese orientieren sich an westlichen Rationalitätsmythen, die infolge der Weltkultur ihren Weg in den nunmehr globalen Sektor gefunden hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

1.1 EINORDNUNG DES NGO-SEKTORS

1.2 THEORETISCHER RAHMEN

2 FORSCHUNGSSTAND

2.1 DER DRITTE SEKTOR IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN MIT FOKUS AUF KAMBODSCHA

2.2 ENTWICKLUNG EINER INTERNATIONALEN ZIVILGESELLSCHAFT DURCH NGOS

3 THEORETISCHE GRUNDLAGEN

3.1 RELEVANTE KERNKONZEPTE DES NEOINSTITUTIONALISMUS

3.1.1 DAS ORGANISATIONALE FELD INTERNATIONALER NGOS

3.1.2 LEGIMITÄT

3.1.3 ENTKOPPELUNG

3.2 RESSOURCENABHÄNGIGKEIT VON NGOS IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN

3.3 FRAGESTELLUNG UND ANNAHMEN

4 METHODIK

4.1 DATENERHEBUNG

4.1.1 BEOBACHTUNGEN VOR ORT UND ENGAGEMENT IM FELD/FELDFORSCHUNG

4.1.2 TEIL-NARRATIVE INTERVIEWS MIT GESCHÄFTSFÜHRERN UND PROGRAMMLEITERN

4.2 DATENAUSWERTUNG UND -ANALYSE

4.3 METHODENKRITIK

5 ERGEBNISPRÄSENTATION: DAS FELD INTERNATIONALER NGOS IN PHNOM PENH

5.1 DAS ORGANISATIONALE FELD INTERNATIONALER NGOS IN PHNOM PENH

5.2 LEGIMITÄTSPROBLEMATIKEN DES KAMBODSCHANISCHEN NGO-SEKTORS

5.2.1 RATIONALE ORGANISATIONSSTRUKTUREN

5.2.2 KULTURRELEVANTE ARBEITSWEISEN

5.3 ENTKOPPLUNGSSTRATEGIEN DER NGOS IM SEKTOR

5.4 DIE RESSOURCENABHÄNGIGKEIT DES SEKTORS

6 DISKUSSION UND AUSBLICK

6.1 CHANCEN UND RISIKEN DES GLOBALEN FELDES FÜR NGOS IN PHNOM PENH

6.2 FOLGEN DER UNHINTERFRAGTEN ÜBERNAHME WESTLICHER RATIONALITÄTSMYTHEN ZUR LEGITIMIERUNG

6.3 SCHWÄCHUNG DER ZIVILGESELLSCHAFT DURCH ENTKOPPELUNGSSTRATEGIEN

6.4 RESSOURCENABHÄNGIGKEIT

6.5 AUSBLICK

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die Arbeit untersucht Anpassungsprozesse und Begrenzungen von NGOs in Phnom Penh (Kambodscha) bei der Umsetzung westlicher Standards. Dabei wird analysiert, wie diese Organisationen Legitimationsdruck in einem globalen Feld begegnen und inwieweit sie westliche Rationalitätsmythen in ihre lokalen Organisationsstrukturen integrieren oder durch Entkoppelungsstrategien modifizieren.

  • Neoinstitutionalistische Analyse des NGO-Sektors
  • Ressourcenabhängigkeit und deren Einfluss auf die Organisationsstruktur
  • Vergleich von westlichen Standards und lokaler kultureller Praxis
  • Herausforderungen durch multiplen Stakeholder-Druck
  • Strategien der Legitimierung durch Entkoppelung

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Legimität

Wie eingangs erwähnt hängt das Überleben von Organisationen neben materiellen und technischen Ressourcen erheblich von einer durchgängigen kulturellen Bestätigung durch die Umwelt ab (vgl. Scott 1991). Damit Regeln innerhalb von Organisationen institutionalisiert werden können, bedürfen sie der Legitimierung durch die Gesellschaft (vgl. Berger und Luckmann 2004). Wichtig für das Bestehen von Organisationen ist die Korrelation von Stabilität und Legitimität. Ohne Legitimität verliert eine Organisation ihre Grundlage und kann somit (zumindest auf Dauer) nicht weiterbestehen (Boulding 1968; Senge und Hellmann 2006).

Legitimität wird in der Literatur in strategische und institutionelle Ansätze unterteilt (Suchman 1995). Der strategische Ansatz stellt Legitimität als operationale Ressource dar, die im Wettbewerb stehende Organisationen von ihrer kulturellen Umgebung beziehen und dann zur Erreichung ihrer Ziele einsetzen. Vertreter dieses Ansatzes sind vor allem Pfeffer und seine Kollegen, die den Ressourcenabhängigkeitsansatz maßgeblich entwickelt haben, der später in dieser Arbeit zum Tragen kommt (Ashforth und Gibbs 1990; Dowling und Pfeffer 1975). Der Legitimitätsprozess ist deshalb stark an eine hohe Kontrolle durch das Management gebunden, die symbolische Aktivitäten den tatsächlichen Outputs wie Verkäufen, Profit und Budget bevorzugen, wohingegen die Auftraggeber Aktivitäten von echter Bedeutung bevorzugen. Folglich mündet diese Beziehung häufig in einen Konflikt über die Art der Legitimationsaktivitäten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt das Forschungsthema vor, bettet NGOs in den globalen Kontext ein und definiert die grundlegende Problemstellung bezüglich der Legitimation von NGOs.

2 FORSCHUNGSSTAND: Es wird ein Überblick über den Sektor in Entwicklungsländern, speziell Kambodscha, gegeben und die Entstehung der internationalen Zivilgesellschaft durch NGOs beleuchtet.

3 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die Kernkonzepte des Neoinstitutionalismus wie das organisationale Feld, Legitimität und Entkoppelung sowie den Ressourcenabhängigkeitsansatz.

4 METHODIK: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Feldstudie inklusive Datenerhebung durch Interviews und Beobachtungen sowie die methodische Auswertung dargelegt.

5 ERGEBNISPRÄSENTATION: DAS FELD INTERNATIONALER NGOS IN PHNOM PENH: Die empirischen Ergebnisse werden präsentiert, wobei die Organisationsstrukturen, Legitimitätsproblematiken und Entkoppelungsstrategien der NGOs in Phnom Penh analysiert werden.

6 DISKUSSION UND AUSBLICK: Die Ergebnisse werden in den theoretischen Kontext eingeordnet, die Konsequenzen der Übernahme westlicher Mythen diskutiert und eine Prognose für die Entwicklung des Sektors gewagt.

Schlüsselwörter

NGOs, Neoinstitutionalismus, Kambodscha, Legitimität, Entkoppelung, Ressourcenabhängigkeit, Zivilgesellschaft, Organisationsstruktur, Weltkultur, Glokalisierung, Internationale Zusammenarbeit, Phnom Penh, Stakeholder-Management, Rationalitätsmythen, Entwicklungshilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie NGOs in Phnom Penh westliche Standards übernehmen und welche Herausforderungen und Anpassungsprozesse sich daraus für ihre Organisationsstrukturen ergeben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen den Neoinstitutionalismus, die Legitimität von NGOs, Abhängigkeiten von ausländischen Geldgebern sowie die kulturelle Einbettung der NGO-Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Anpassungsprozesse und die dabei auftretenden Begrenzungen westlicher Legitimationsstandards in der kambodschanischen Zivilgesellschaft zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet einen qualitativen, sozialkonstruktivistischen Ansatz, basierend auf teilstrukturierten Experteninterviews mit NGO-Managern und teilnehmender Beobachtung im Feld.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse aus dem Feld, analysiert die Organisationsstrukturen der NGOs und diskutiert die angewandten Entkoppelungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind NGOs, Neoinstitutionalismus, Legitimität, Entkoppelung, Ressourcenabhängigkeit und die spezifische Situation in Kambodscha.

Welche Rolle spielt die "Entkoppelung" für die untersuchten NGOs?

Die Entkoppelung dient als Strategie, um trotz formaler Übernahme westlicher Organisationsstrukturen (die oft nicht effizienzsteigernd wirken) den für das Überleben notwendigen Anschein von Legitimität nach außen hin zu wahren.

Wie beeinflusst die Ressourcenabhängigkeit die Handlungsfähigkeit der NGOs?

Die Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern führt oft zu einer Zielverschiebung (goal displacement) und zwingt Manager, sich eher den Erwartungen der Spender als den tatsächlichen Bedürfnissen der lokalen Zielgruppen anzupassen.

Ende der Leseprobe aus 154 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anpassungsprozesse und Begrenzungen bei der Umsetzung westlicher Standards in den NGOs der Zivilgesellschaft von Phnom Penh
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Max-Weber-Institut)
Note
1,1
Autor
Erika Mosebach-Kornelsen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
154
Katalognummer
V922943
ISBN (eBook)
9783346245878
ISBN (Buch)
9783346245885
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anpassungsprozesse begrenzungen umsetzung standards ngos zivilgesellschaft phnom penh
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Erika Mosebach-Kornelsen (Autor:in), 2019, Anpassungsprozesse und Begrenzungen bei der Umsetzung westlicher Standards in den NGOs der Zivilgesellschaft von Phnom Penh, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922943
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Leseprobe aus  154  Seiten
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