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Die Deutsche Islamkonferenz. Ein korporatistisches Arrangement?

Title: Die Deutsche Islamkonferenz. Ein korporatistisches Arrangement?

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Carla Herrmann (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Die vorliegende Arbeit stellt die Frage, inwiefern sich die Deutsche Islamkonferenz (im Folgenden kurz ‚DIK‘ genannt) – als erste derartige Institution auf Bundesebene – im Sinne Philippe C. Schmitters als korporatistisches Arrangement zwischen dem deutschen Staat und seiner muslimischen Bevölkerung verstehen lässt. Außerdem geht sie dezidiert auf Problematiken ein, die sich aus dieser Konstellation ergeben.

Zur Exploration und Beantwortung dieser Fragestellung wird im Folgenden zunächst das für die Analyse zentrale theoretische Konzept des Korporatismus nach Philippe C. Schmitter eingeführt, bevor einige Grundlagen des Forschungsgegenstands, der DIK, erläutert werden. Weiterhin ergründet die vorliegende Arbeit, worin das korporatistische Arrangement zwischen Staat und Muslimen im Einzelnen besteht. Im Anschluss daran werden zentrale Problematiken angesprochen, die sich aus ebendieser Konstellation ergeben, um die Analyse schließlich mit einem zusammenfassenden Fazit abzuschließen.

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Inhaltsverzeichnis

1. 9/11 und die Integrationsdebatte in Deutschland

2. Die Deutsche Islamkonferenz als korporatistisches Arrangement zwischen Staat und muslimischer Bevölkerung

2.1 Korporatismus nach Philippe C. Schmitter

2.2 Die Deutsche Islamkonferenz

2.3 Das korporatistische Arrangement zwischen Staat und muslimischer Bevölkerung

2.4 Problematiken des korporatistischen Arrangements

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Deutsche Islamkonferenz (DIK) als korporatistisches Arrangement im Sinne der Theorie von Philippe C. Schmitter verstanden werden kann, wobei die staatliche Suche nach einem legitimen Ansprechpartner innerhalb der muslimischen Bevölkerung sowie die damit verbundenen strukturellen und repräsentativen Problematiken im Fokus stehen.

  • Korporatismus-Theorie nach Philippe C. Schmitter
  • Entwicklung und Phasen der Deutschen Islamkonferenz
  • Interessenvertretung und Legitimationsfragen
  • Staatliche Integrationspolitik gegenüber muslimischen Gemeinschaften

Auszug aus dem Buch

2.1 Korporatismus nach Philippe C. Schmitter

In modernen Demokratien lassen sich immer wieder Kooperationen von Staat und Verbänden beobachten. Solche Arrangements, in denen die beiden Akteursgruppen als Verhandlungs- und Kooperationspartner handeln, werden oftmals von der öffentlichen Hand gefördert, um beispielsweise den Staat durch Delegation von Aufgaben zu entlasten (Sebaldt 2006: 27f.).

Derartige Konstellationen zu beschreiben und zu erklären hat sich – neben weiteren Ansätzen – die Theorie des Korporatismus zur Aufgabe gemacht, innerhalb derer sich mehrere Diskussionslinien herausgebildet haben. Als herausragend lässt sich sicher der soziopolitische Ansatz des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Philippe C. Schmitter bewerten:

„Schmitter (1974) scheint es mit seinem Konzept des ‚societal corporatism‘ gelungen zu sein, eine zugleich konkretere und operationalisierbare aber dennoch umfassende Kategorie zu formulieren.“ (von Alemann/Heinze 1981: 48)

In ‚Still the Century of Corporatism?‘ (1974) legt Schmitter die theoretischen Grundlagen eben dieser Kategorie, die er von traditionellen Korporatismuskonzeptionen abgrenzt, weshalb sie oft auch als Neokorporatismus bezeichnet wird.

Damit überhaupt ein – wie auch immer geartetes – System der Interessenvertretung und -vermittlung entsteht, das durch korporatistische Theorien analysiert wird, benötigt es diverse Rahmenbedingungen: Innerhalb der jeweiligen Gesellschaft muss erstens eine wachsende Bedeutung formal organisierter Interessen vorliegen, letztere sollten zweitens funktional differenziert und potenziell konfligierend sein. Auf staatlicher Seite sollten drittens dauerhafte Verwaltungsapparate vorliegen, ebenso viertens eine abnehmende Bedeutung von Territorium und Parteien, sowie fünftens eine säkulare Tendenz zur Ausweitung staatlichen Handelns und zur gegenseitigen Durchdringung von privater und öffentlicher Sphäre (Schmitter 1974: 96; Köppl 2006: 280).

Zusammenfassung der Kapitel

1. 9/11 und die Integrationsdebatte in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert den Wandel der Integrationsdebatte nach dem 11. September 2001 und stellt die Forschungsfrage nach der Einordnung der DIK als korporatistisches Arrangement.

2. Die Deutsche Islamkonferenz als korporatistisches Arrangement zwischen Staat und muslimischer Bevölkerung: Hier werden die theoretischen Grundlagen nach Schmitter dargelegt, die DIK historisch verortet, der korporatistische Charakter analysiert und die auftretenden Problematiken beleuchtet.

2.1 Korporatismus nach Philippe C. Schmitter: Der Abschnitt führt das Konzept des gesellschaftlichen Korporatismus ein und definiert die Rahmenbedingungen für ein System der organisierten Interessenvertretung.

2.2 Die Deutsche Islamkonferenz: Dieses Kapitel beschreibt die Genese, die verschiedenen Phasen sowie die personelle und strukturelle Entwicklung der DIK seit ihrer Gründung 2006.

2.3 Das korporatistische Arrangement zwischen Staat und muslimischer Bevölkerung: Es wird analysiert, inwiefern die staatliche Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften in Deutschland historisch auf korporatistischen Vorstellungen beruht und auf die Muslime übertragen werden soll.

2.4 Problematiken des korporatistischen Arrangements: Dieser Abschnitt thematisiert die Schwierigkeiten bei der Repräsentation einer fragmentierten muslimischen Gemeinschaft, die Entstehung von Elitenkartellen und die Dichotomie zwischen "guten" und "schlechten" Muslimen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die DIK zwar den Versuch eines korporatistischen Arrangements darstellt, jedoch mit erheblichen Legitimations- und Repräsentationsproblemen kämpft.

Schlüsselwörter

Deutsche Islamkonferenz, DIK, Korporatismus, Philippe C. Schmitter, Interessenvertretung, Integrationsdebatte, Staat-Kirche-Verhältnis, Repräsentation, Islamverbände, Religionspolitik, Governance, Politische Partizipation, Korporatistisches Arrangement, Interessenvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Deutsche Islamkonferenz (DIK) unter politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten, spezifisch hinsichtlich ihrer Struktur als neokorporatistisches Arrangement zwischen dem deutschen Staat und der muslimischen Minderheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Theorie des Korporatismus, die Geschichte und Entwicklung der DIK, die Herausforderungen der Repräsentation religiöser Minderheiten sowie die staatliche Steuerung von Integrationsprozessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, inwiefern die DIK als eine Institution zu verstehen ist, die nach Schmitters Modell eines korporatistischen Arrangements funktioniert, und welche daraus resultierenden Problematiken (z.B. Legitimität, Inklusion/Exklusion) dabei auftreten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Theorie des Korporatismus nach Philippe C. Schmitter als analytischen Rahmen, um den Forschungsgegenstand (die DIK) systematisch einzuordnen und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Korporatismus), die Darstellung des Forschungsgegenstands (DIK-Historie), die Analyse der Übertragbarkeit korporatistischer Strukturen und die kritische Auseinandersetzung mit Problematiken wie Besetzungspolitik und mangelnder Repräsentativität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Deutsche Islamkonferenz, Korporatismus, Interessenvertretung, staatliche Governance, muslimische Bevölkerung und Repräsentationsregime.

Warum ist die Besetzung der DIK so umstritten?

Die Besetzung ist umstritten, da das Innenministerium zwischen der Einladung von etablierten Verbänden und "säkularen" Einzelpersonen abwägen muss. Dies erzeugt eine problematische Dichotomie und ruft Kritik hervor, da sich große Teile der muslimischen Bevölkerung durch diese Form der Auswahl nicht angemessen vertreten fühlen.

Wie hat sich die Struktur der DIK über die Zeit verändert?

Die DIK wandelte sich von einer eher starr strukturierten Konferenz mit festen Arbeitsgruppen und Plenum hin zu flexibleren, themen- und anlassbezogenen Formaten, um auf die anhaltende Kritik und die fragmentierte Realität der muslimischen Lebenswelten zu reagieren.

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Details

Title
Die Deutsche Islamkonferenz. Ein korporatistisches Arrangement?
College
LMU Munich
Grade
2,0
Author
B.A. Carla Herrmann (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V922954
ISBN (eBook)
9783346243454
ISBN (Book)
9783346243461
Language
German
Tags
Deutsche Islamkonferenz Schmitter Korporatismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Carla Herrmann (Author), 2020, Die Deutsche Islamkonferenz. Ein korporatistisches Arrangement?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922954
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