Individuelle Förderung neu zugewanderter Kinder

Darstellung der Förderstunden in der Deutsch-Intensivklasse


Praktikumsbericht / -arbeit, 2019

30 Seiten, Note: 1,5

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Schulprofil und Beschulungsmodell neu zugewanderter Kinder

2 Kurzporträt des geförderten Schülers

3 Sprachstandsdiagnose und Förderprofil
3.1 Zu Beginn der Förderung
3.2 Am Ende der Förderung

4 Erhebung zum sozialen Netzwerk und FEESS

5 Tabellarische Darstellung der Fördereinheiten
5.1 Förderstunde vom 02.05.2019 - Leseverständnis
5.2 Förderstunde vom 09.05.2019 – Sprachstanddiagnose
5.3 Förderstunde vom 16.05.2019 – Interpunktion
5.4 Förderstunde vom 23.05.2019 - Satzbau
5.5 Förderstunde vom 02.05.2019 - Entfallen: Feiertag (Christi Himmelfahrt)
5.6 Förderstunde vom 06.06.2019 – Artikel
5.7 Förderstunde vom 13.06.2019 – Helferkäfer
5.8 Förderstunde vom 20.06.2019 - Entfallen: Feiertag (Fronleichnam)
5.9 Auswertung der Förderung

6 Dokumentation von Schülerarbeiten
6.1 Förderstunde vom 02.05.2019 – Leseverständnis
6.2 Förderstunde vom 09.05.2019 – Sprachstanddiagnose
6.3 Förderstunde vom 16.05.2019 – Interpunktion
6.4 Förderstunde vom 23.05.2019 – Satzbau
6.4.1 Plakat zu Satzbau
6.4.2 Satzkonstellationen
6.5 Förderstunde vom 06.06.2019 – Artikel
6.5.1 Plakat zu den Artikeln
6.5.2 Lola-Arbeitsheft Ausarbeitungen
6.6 Förderstunde vom 13.06.2019 – Helferkäfer
6.7 Dokumentation von Fördermaterial

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang
8.1 Xs Abschiedsbilder
8.2 FEESS Antwortbogen

Anmerkung der Redaktion: Teile des Kapitels 6 wurden aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

1 Schulprofil und Beschulungsmodell neu zugewanderter Kinder

Die XX-Schule in XX wird an drei Standorten vertreten. Diese nennen sich Hauptgebäude, Housing und Pavillon. DaZ Lerner werden in dem Hauptgebäude in der sogenannten DiKla (Deutsch Intensivklasse) aufgenommen. Gegenwärtig besuchen ca. 500 SchülerInnen die Grundschule aus XX und XX. Unterrichtet werden sie in 19 Grundschulklassen und einer Vorklasse.

In einem Gespräch mit der Schuldirektorin (Frau XX) wurde ich über die Anzahl an Lehrkräften informiert. Demnach sind derzeit 32 Lehrkräfte an der Schule tätig. Darunter gelten 21 als verbeamtet, 5 sind in dem Bereich der Sprachförderung tätig, 3 in herkunftssprachlichen Unterricht beschäftigt und 3 Gestellverträge (z.B. Frau XX). Vertrauenslehrerstunden werden von Frau XX (Pfarrerin, Notfall Seelsorgerin, Streitschlichterausbildung) an allen drei Standorten betreut. Zudem betreuen sechs Sozialpädagogen in der Betreuenden Grundschule angemeldete Kinder von 7:30 – 17 Uhr.

Eine Unterrichtsstunde beträgt 45 Minuten. Es knüpft eine 15 minütige Frühstückspause an die dritte Schulstunde an. Das Lehrerzimmer sowie das Sekretariat sind im XX Obergeschoss aufzufinden. Dort befinden sich im Haupthaus X weitere Klassenräume. Im XX sind die Spiel- und Betreuungsräume der betreuenden Grundschule parat. In der XX und XX Etage sind 7 Klassenräume, eine Schulbücherei und eine Aula vorhanden. Das Hauptgebäude verfügt über einen außerordentlich großen Schulhof, welcher sich ebenfalls in drei Bereiche untergliedern lässt. Neben dem großen Pausenhof befindet sich ein großer Spielplatz. Des Weiteren gibt es ein neues Fußballfeld hinter dem Schulgebäude. Dort finden sich die ganzen Spiel- und Turngeräte, womit die SchülerInnen während der Pause spielen können. Diese Anlage ist der absolute Favorit der meisten SchülerInnen und nennt sich „Minifeld“. Die Grundschule hat ein schuleigenes Konzept, welches sich Sucht- und Gewaltprävention nennt. Dieses Konzept umfasst 11 Bausteine. Darunterfallen: Steuergruppe, Schulsanitätsdienst, Schülerrat, Klassenrat, Motto des Monats, Programm „Eigenständig werden“, Präventionstage, Schulpastoral, Elternarbeit, Betreuende Grundschule und Außerschulische Institutionen.

Die DiKla hat eine Größe von 18 SchülerInnen, davon sind sieben weiblich und elf männlich. Die DiKla ist keine Regelklasse und fördert in erster Linie das Sprachverstehen der Lernenden. Für neu zugewanderte Kinder gilt, dass sie „über einen bestimmten Zeitraum die gesamte

Unterrichtszeit in einer speziell eingerichteten Klasse, die parallel zu den regulären Klassen geführt wird“, unterrichtet werden (Massumi & von Dewitz, 2015). Die meisten SchülerInnen sind erst nach den Winterferien nach Deutschland gezogen. Dementsprechend befinden sie sich erst seit wenigen Wochen in der DiKla. Trotz allem machen die Lernenden schon in solch einer kurzen Zeit enorme Fortschritte und können größtenteils auf deutsch kommunizieren. Falls es doch vorkommt, dass ein Schüler sich nicht auf Deutsch ausdrücken kann, dann setzt sich oft ein anderer Mitschüler in Verbindung mit ihm und übersetzt es. Auf diese Art und Weise besteht ein enges Mitgefühl in der Klasse. Die Herausforderung als Lehrperson in der DiKla ist es, dass sich alle Kinder in einem unterschiedlichen Wissensniveau befinden. Dies bedeutet, dass jedes Kind diagnostiziert und individuell gefördert werden muss. Je nach dem aktuellen Wissensstand des Kindes werden verschiedene Aufgaben angeboten, sodass es keinen einheitlichen Schulunterricht für die gesamte Klasse gibt. Aufgrund dessen wurde die DiKla in vier verschiedenen Tischgruppen unterteilt. Jede Tischgruppe hat eine Farbe, sodass sie sich angesprochen fühlen, wenn sie beispielsweise vor zum Sitzkreis gebeten werden. Die Tischgruppe (grün) mit der meisten Anzahl an Kindern sind Schüler, die noch nicht alphabetisiert wurden.

Es muss ein Standard ausgewählt werden, welcher im Mittelpunkt des geplanten Unterrichts stehen soll (Ziener, 2010). An erster Stelle steht die Sprachvermittlung in dem Kurs als Ziel, aufgrund dessen nutzt die Lehrkraft häufig Sitzkreise, indem viel erzählt wird und über die Sprache des Schülers Kenntnis genommen werden kann. Dabei werden verschiedene Methoden der Sprachförderung genutzt, wie z.B. das korrektive Feedback, in dem die Lehrperson die falschen kindlichen Äußerungen mit berichtigter Zielstruktur wiedergibt (Dannenbauer, 2002). Um einen Schüler aus der Deutsch-Intensivklasse in eine Regelklasse einführen zu können, muss das Kind bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nach dem Gesprächsquellen der Schuldirektorin und Dikla-Leitung beziehungsweise dem vorläufigem Schulcurriculum, welches noch in Erarbeitung ist und noch keine schriftlichen festgehaltene Standards vorliegen, wird von den SchülerInnen erwartet, dass sie in der Lage sind selbstständig Buchstaben zu entziffern und über einen altersangemessenen Wortschatz verfügen. Zusätzlich eigenständig disparate deutsche Begriffe in Wortklassen segmentieren können. Dies gelingt allerdings meist ab dem achten Lebensjahr beziehungsweise ab 16 Monate Kontaktdauer mit der Zweitsprache.

2 Kurzporträt des geförderten Schülers

Der von mir geförderte Schüler X (10 Jahre alt) ist seit 2019 in Deutschland. Er kommt ursprünglich aus Syrien und lebt nun in Deutschland gemeinsam mit seiner Familie. Untergebracht wurden sie als Familie in einem Flüchlingsunterkunft, welche sich ebenfalls in XX befindet. Von dort aus läuft X in etwa 15 Minuten zur Schule. Er hat drei weitere Geschwister. Seine Schwestern X (7) und X (8) befinden sich ebenfalls in der DiKla.

Seit 2019 ist er dauerhaft beschult und nimmt am Unterricht teil. Er konnte dem Unterricht der Regelklasse aufgrund des sprachlichen Stands noch nicht folgen beziehungsweise sich inhaltlich beteiligen. Aus diesem Grund wurde er in die DiKla aufgenommen. Da ich jeweils die erste Stunde des Tages zur Förderung in der Grundschule war, begann der Unterricht immer mit den Morgenritualen. Bei den Ritualen werden die ersten zehn Minuten zum Lesen genutzt, da das Lesen und das Erweitern des Wortschatzes enorm wichtig für den neuen Spracherwerb ist. Zumal aber die SchülerInnen von allein aus viel zu wenig lesen, ist diese Strategie für den täglichen Unterrichtsbeginn ziemlich hilfreich, deren Leselust anzutreiben und daraus eine Angewohnheit zu entwickeln. Mithilfe der Hintergrundmusik werden Unterrichtsgespräche während der Lesezeit vermieden und es regt die Kinder zum Lesen an. Während der Lesephase geht die Lehrperson herum und hört sich die Lesevorgänge genauer an. Als nächstes folgt die zweite Musik, welche etwas mehr Bewegung in den Raum bringt. In dem Lied geht es um die Aussage „Wir räumen auf“. Parallel zum Lied wird in der Klasse aufgeräumt, d. h. die Sitzbänke werden frei gemacht. Im Anschluss wird das „Leisezeichen“ eingeführt. Somit werden die Gespräche der SchülerInnen eingestellt. Folglich schenken die Kinder ihre Aufmerksamkeit der Lehrkraft. Was dazu dient, die Klasse zu begrüßen und das heutige Thema anzukündigen. Hierbei fiel mir auf, dass X unaufmerksam war und sich wenig an den Morgenritualen beteiligte. Er erschien mir des Öfteren ziemlich schläfrig in der Lesephase und zeigte dabei wenig Motivation. Generell lässt sich sagen, dass X zu Beginn der Förderung sehr zurückhaltend war. Ich hatte das Gefühl, dass er sich vor mich schämte. Im Verlauf der Förderung fiel allerdings auf, dass er sich immer mehr zutraute und aus eigener Motivation heraus anfing zu erzählen. Besonders bemerkenswert war, dass er am Ende der Förderung seinen MitschülerInnen behilflich wurde, um sprachliche Defizite auszugleichen.

3 Sprachstandsdiagnose und Förderprofil

3.1 Zu Beginn der Förderung

Da ich wenig Freiraum hatte, was Unterrichtmaterialien betrifft, musste ich mich an der Klassenlehrerin orientieren. Sie bat mich, die „Lola“, welches ein Arbeitsheft mit der Buchstabenheftnummer 1 ist und aus dem Cornelsen Verlag stammt, zu nutzen. Angesichts der kindgerechten Bilder und angepasstem Wortschatz können Seiteneinsteiger ohne Probleme damit lernen. Demnach arbeitete ich während der Förderung mit den Materialien aus der Lola-Reihe. Dabei hat sie mir ihr eigenes Material zur Verfügung gestellt, sodass ich mich wöchentlich auf die Förderstunde vorbereiten konnte.

Zu Beginn der Fördereinheit bat ich X die Seite 6 aus der 1. Lolareihe (6.1.1) mir vorzulesen. Anschließend schlug ich ihm die Seite 14 aus der 2. Lolareihe auf. Auch dies meisterte er sehr gut. Dann entschied ich mich ein Text aus der 6. Lolareihe zu nehmen, da X sehr gut mit den vorherigen Texten zurecht kam. Er konnte gut lesen, mit gut meine ich, dass er eine gewisse Leseflüssigkeit entwickelt hat und ohne viel zu stocken vorwärts kam. Dabei machte er einen sehr geübten Eindruck. Anfangs versuchte er schnell vorzulesen und vergaß immer wieder Luft zu nehmen. Nachdem ich ihn darauf aufmerksam machte, dass er etwas langsamer lesen solle, hat er sich dran gehalten und man konnte ihm sehr gut folgen. Im Anschluss bedankte ich mich bei X und lobte ihn für die tolle Leistung. Abschließend ging ich mit X auf den Schulhof und nutzte die Gelegenheit ihn näher kennenzulernen. Dabei fragte ich ihn zu verschiedenen Objekten und Plätzen auf dem Pausenhof aus und notierte seine Antworten. Als erstes gingen wir zum Brunnen, der mitten im Hof steht und mit Pflanzen statt Wasser befüllt ist. Auf meine Frage, was das denn sei und ob er darüber etwas wissen würde, antwortete er mir mit: „Ja, große, sehr große Blumen, ähmm..“. Daraufhin fragte ich ihn, ob er vielleicht einen Blumentopf meint und er rief: „Ja, Blumentopf!“.

In der zweiten Sitzung legte ich X das in 6.2 angehändigte Bild vor und bat ihn drum mir zu erzählen, was er auf dem Bild sieht. Er empfand das Bild als sehr lustig und umschrieb mir, was er sah. Ursprünglich befand sich das Bild in eines der Lola-Arbeitsheften, in welchem man versuchen sollte, die sieben Fehler bzw. sieben Dinge zu finden, die nicht zum Bild gehören und diese einkreisen. Im Anschluss fanden wir gemeinsam mit X die Fehler aus dem Bild und markierten diese.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass X zu all meinen Fragen eine Antwort gegeben hat. Auch wenn er, kein Wissen zu manchen Dingen hatte, wie der Blumentopf im Brunnen, hat er versucht es zu umschreiben. X überwindete somit die zurückhaltende Haltung und öffnete sich mir gegenüber. Er übermittelte mir seine Kenntnisse des Schulhofes und erzählte parallel dazu seine Erlebnisse, die mit den jeweiligen Orten zusammenhängen. Unter anderem erzählte er mir auch, wie er in den Pausen von seinen Mitschülern gehänselt wird. Generell hatte ich den Eindruck von ihm, dass er ein geringes soziales Umfeld hat und gerne mehr Freunde zum Spielen hätte. Er sprach davon, wie er im Unterricht von seinen Mitschülern ausgelacht wird, weil er zu klein wäre. Deshalb möchte er in der Zukunft ein Rechtsanwalt werden, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Im Hinblick auf die sechs Profilstufen nach Grießhaber, welche beim Erwerb des Deutschen als Zweitsprache ermittelt werden können, zeigt X nach seinen Anworten die Merkmale der zweiten Stufe (Grießhaber, 2009, S. 129). X verfügte über einen ausreichenden Wortschatz und konnte auch schon die Verben: haben und sein in seinen Sätzen verwenden. Allerdings hatte er noch Schwierigkeiten Artikel und Pronomen zu benutzen. Darüber hinaus beherrschte er die Auslautverhärtung sowie die Phonem-Graphem-Korrespondenz und die Regelungen zur Doppelkonsonaten noch nicht.

3.2 Am Ende der Förderung

Am letzten Tag haben X und ich uns gegenseitig ein Bild gemalt und als Abschiedsgeschenk überreicht. X übergab mir als erstes ein Bild (Anhang 8.1), welches er bereits zu Hause für mich gemalt hatte. Darüber freute ich mich sehr, weil er sich selbst und mich beim Lernen dargestellt hatte. Im Laufe der letzten Fördereinehit wollte X gerne zwei Bilder malen, weil er das erste Bild von ihm als “nicht schön genug“ empfand. Auch wenn ich der Meinung war, dass das erste Bild sehr schön war, habe ich ihn weiterhin malen lassen, da er ansonsten der Meinung war „Jungs malen nicht!“. Er hatte in vielen Themen die Meinung, dass einige Sachen nur für Jungs bestimmt seien und manches nur für Mädchen. Beispielsweise gehört da dazu, dass er in den Pausen seine Klassenkameradinnen nicht mit ihm Fußball spielen lassen hat.

In dem zweiten Bild, was X in der Stunde gemalt hat, wird deutlich, dass er mittlerweile Sätze mit Pronomen verwendet. Da er aber beim schnellen sprechen auf die Korrektheit der Artikeln nicht sehr achtet, verwendet er manchmal diese beim freien Schreiben auch nicht.

4 Erhebung zum sozialen Netzwerk und FEESS

Der Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrung von Kindern stellt ein formelles Diagnose verfahren dar, welche die Testgütekriterien der Objektivität, Validität und Reliabilität erfüllt. Dabei liegen zur Auswertung der Tests standardisierte Vergleichswerte vor. Der Fragebogen kann als Einzel- sowie Gruppentest durchgeführt werden, da es die Diagnose von Lerngruppen sowie einzelner Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Bei der Erfassung der sozialer und emotionaler Erfahrungen wird Bezug auf ihre erlebte soziale und emotionale Integration hergestellt. Zudem wird das wahrgenommene Klassen- und Lernklima erkannt. Darüber hinaus wird das Erleben der sozialen Beziehungen in der Klasse und das Selbstkonzept bezüglich der eigenen Schulfähigkeiten festgestellt. Außerdem wird die Schuleinstellung, Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft des Kindes aufgedeckt.

Bei der Entwicklung des FEESS wurde eine Theorie zur Persönlichkeitsforschung ausgeführt. Es dient auch als ein Schulqualitätsprogramm oder eine Schulklimaforschung. Gliedern kann man das FEESS in zwei Teilfragebögen. Diese nennen sich SIKS und SALGA. Dabei ergibt sich die Abkürzung SIKS aus den folgenden Schlagwörtern: Soziale Integration, Klassenklima und Selbstkonzept der Schulfähigkeit. Der zweite Teilfragebogen wird mit SALGA abgekürzt. Dies steht für: Schuleinstellung, Anstrengungsbereitschaft, Lernfreude und Gefühl des angenommen seins.

Unter den Merkmalen der SIKS behandelt die soziale Integration Aussagen, wie beispielsweise „Meine Mitschüler sind nett zu mir.“. Dabei geht es gezielt um die soziale Beziehungen zwischen den Klassenkameraden und dem Schüler selbst. Unter dem Stichpunkt Klassenklima fallen Items, wie beispielsweise „Alle Kinder dürfen mitspielen.“. Es geht mehr um Regeln, welche klar von der Lehrkraft vorgegeben wurden und für die gesamte Klasse gelten. Bei dem Punkt Selbstkonzept der Schulfähigkeit geht es um Aussagen, wie „Ich kann gut lesen.“. Hierbei geht es spezifisch auf den jeweiligen Schüler selbst ein und beschreibt die schulischen Fähigkeiten des Kindes. Bei der Durchführung geht es darum, dass man den Kindern, die Items vorliest und sie entscheiden, ob diese Aussagen zu „stimmt“ oder „stimmt nicht“ zutreffen. Demnach dürfen sie das zutreffende Feld ankreuzen.

X hat die Testaussagen von mir vorgelesen bekommen und durfte anschließend die zutreffende Stelle ankreuzen (Anhang 8.2). Er hat sich ein paarmal während der Durchführung um entschieden und seine Antworten geändert. Bemerkenswert war, dass X sich bei einigen Aussagen an die früheren Zeiten erinnert hat, indem er wenige bis keine Freunde in der Klasse hatte. Er erzählte mir in unserer ersten Förderstunde, dass er gerne mehr Freunde in der Dikla hätte und des Öfteren von seinen Mitschülern ausgelacht wurde. Dies hat sich aber gegen Ende unserer Fördereinheit geändert gehabt. X wurde zu einem beliebten Schüler und ein Spielpartner, der gerne mit seinen Klassenkameraden alles teilte. Dazu erzählte er mir auch, dass er auch zu Hause seine Spielsachen immer mit seinen Geschwistern teilen müsse. Die Durchführung des Tests erfolgte in der ersten großen Pause, als X von seiner Klassenlehrerin einen Pausenverbot erhielt, weil er gegenüber einem anderen Schüler unfair verhielt. Nach dem Einverständnis der Klassenlehrerin führten wir den Test in diesem Zeitraum aus. Zusammenfassend lässt sich hierüber sagen, dass X diesen Test gerne mitgemacht hat und es keine Verständnisfragen gab.

Es erfreute mich sehr am Ende der Fördereinheit X glücklich in seiner Klasse beobachten zu können. Ab und zu hatte er Streitigkeiten mit seinen Mitschülern, aber es hielt sich in Grenzen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Individuelle Förderung neu zugewanderter Kinder
Untertitel
Darstellung der Förderstunden in der Deutsch-Intensivklasse
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,5
Jahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V923344
ISBN (Buch)
9783346566935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
individuelle, förderung, kinder, darstellung, förderstunden, deutsch-intensivklasse
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Individuelle Förderung neu zugewanderter Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923344

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