Erfolgsfaktoren werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter am Beispiel von Galileo


Bachelorarbeit, 2020

158 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Glossar

1 Einleitung
1.1 Relevanz und Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise

2 Übersicht und Entwicklung des deutschen Fernsehmarkts
2.1 Struktur des klassischen TV-Markts im Jahr 2019
2.2 Wandel des Fernsehmarkts zum Bewegtbildmarkt
2.3 Ökonomische Herausforderung: Doppelter Absatzmarkt von Free-TV-Sendern

3 Wissenschaftsjournalismus in den Medien
3.1 Vorstellung des Wissensmagazins Galileo
3.2 Vorstellung des Senders ProSieben

4 Zwischenfazit

5 Empirische Untersuchung
5.1 Qualitative Experteninterviews: Auswahl und Vorgehensweise
5.1.1 Definition des Begriffs „Experte“ und Auswahl der Interviewpartner
5.1.2 Leitfadenkonstruktion und Durchführung der Interviews
5.1.3 Auswertungsmethode der Analyse
5.2 Analyse des Markts für Wissensmagazine im digitalen Zeitalter
5.2.1 Externe Umweltanalyse: Aktuelle Entwicklungen der Branche
5.2.1.1 Veränderungen der soziokulturellen Rahmenbedingungen
5.2.1.2 Veränderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen
5.2.1.3 Veränderungen der technologischen Rahmenbedingungen
5.2.1.4 Veränderungen der medienpolitischen Rahmenbedingungen
5.2.2 Branchenstrukturanalyse: Externe Einflüsse der Marktkräfte
5.2.2.1 Wettbewerber in der Branche
5.2.2.2 Neue Anbieter
5.2.2.3 Ersatzprodukte
5.2.2.4 Abnehmer
5.2.2.5 Lieferanten
5.2.3 Zwischenfazit
5.3 Analyse von Galileo: Ermittlung von Erfolgsfaktoren im digitalen Zeitalter
5.3.1 Zielgruppe
5.3.2 Markentransfer
5.3.2.1 Produkt- und Programmpolitik
5.3.2.2 Kommunikationspolitik
5.3.3 Produktionsstrategie
5.3.4 Situation auf dem Werbemarkt
5.3.5 Finanzierung
5.3.6 Weitere Wettbewerbsvorteile und Differenzierungsmerkmale
5.3.7 Erfolgsfaktoren

6 Schlussbetrachtungen
6.1 Aussicht und Handlungsempfehlung
6.2 Methodendiskussion und wissenschaftliche Qualitätskriterien
6.3 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abstract

Fernsehen ist heute nicht mehr das, was es einmal war. Die Digitalisierung führte in den vergangenen Jahren dazu, dass sich der klassische Fernsehmarkt zu einem umfangreichen Bewegtbildmarkt entwickelt hat, in dem die TV- und Videonutzung der Konsumenten zunehmend zeitversetzt stattfindet. Der Dynamik der Branche geschuldet ist das Management werbefinanzierter Wissensmagazine einer Vielzahl weiterer umwelt- und wettbewerbsbezogener Herausforderungen ausgesetzt, welche den Erfolg eines Formats nachhaltig beeinflussen können.

In Anbetracht der digitalisierten Medienwelt wurde im Rahmen der vorliegenden Arbeit eine Untersuchung werbefinanzierter Wissensmagazine am Beispiel des ProSieben -Magazins Galileo durchgeführt. Dabei lautete die Kernfrage: Was sind – unter Berücksichtigung der externen Umwelt- und Branchenstruktureinflüsse – die Erfolgsfaktoren von Galileo im digitalen Zeitalter?

Für die Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine komplexe Methode aus Literaturanalyse und qualitativen Experteninterviews gewählt, um aktuelle politische, ökonomische, soziokulturelle und technologische Rahmenbedingungen sowie die Branchenstruktur von Wissensmagazinen herauszuarbeiten. Die dabei ermittelten Einflussfaktoren wurden in einem Einzelinterview mit dem stellvertretenden Redaktionsleiter von Galileo aufgegriffen und vertieft. Im Rahmen einer Analyse des Wissensformats konnten abschließend Erfolgsfaktoren im digitalen Zeitalter identifiziert werden.

Die Untersuchung zeigt, dass der Markentransfer eines werbefinanzierten TV-Wissensmagazins auf andere Mediengattungen und Produkte ein zentraler Erfolgsfaktor ist, um sich den geänderten Nutzungspräferenzen der Konsumenten anzupassen. Darauf basierend wurden elf weitere Erfolgsfaktoren ermittelt: Markenmanagement, Crossmedia, SEO-Strategie, Service-Approach, Live-Sendung, What´s-New-Trigger, Eventisierung, Social TV, Hybride Produktionsstrategie, Innovationsmanagement und ein multifaktorielles Erlösmodell.

Schlüsselwörter: Erfolgsfaktoren, Wissensmagazine, Digitalisierung, Medienkonvergenz, Fernsehmarkt, Bewegtbildmarkt, Galileo, Diversifikation, Medienmarke

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich von ganzem Herzen bei der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. für die finanzielle und ideelle Unterstützung meines Studiums bedanken. Durch die journalistische Förderung, die vielzähligen Seminare, Akademien und Stiftungstreffen wurde ich als Person bereichert und durfte großartige Menschen kennenlernen, die mich während meines Studiums begleiteten und dies auch in Zukunft tun werden.

Für die hilfreichen Anregungen bei der Erstellung dieser Arbeit danke ich außerdem Herrn F. H. und Herrn Prof. Dr. S. H., die mir mit Rat und Tat beiseite standen und stets ein offenes Ohr für meine Fragen hatten.

Auch allen an der Befragung teilgenommenen Experten gilt ein besonderer Dank:

Herr Klaus B., Herr Frederik F., Herr Prof. Dr. Jo G., Frau Annette K. und Herr Prof. Dr. K. – ohne Ihr Expertenwissen und Ihre Unterstützung hätte diese Arbeit nicht entstehen können.

Meine Familie, Freunde und Kommilitonen seien an dieser Stelle auch erwähnt, die mir mit viel Geduld, Interesse und Hilfsbereitschaft zur Seite standen und damit maßgeblich zur Arbeit beigetragen haben.

Lesehinweise

Zur besseren Lesbarkeit wird in der gesamten vorliegenden Bachelorarbeit die männliche Sprachform verwendet. Damit wird keineswegs eine Benachteiligung des weiblichen oder diversen Geschlechts impliziert. Sofern keine expliziten Unterscheidungen vorgenommen werden, sind mit Bezeichnungen wie „Programmmacher“, „Nutzer“ oder „Zuschauer“ sowohl Männer als auch Frauen und Diverse gemeint.

Werden bei wörtlichen Zitaten runde Klammern verwendet („ (…) “), wurden innerhalb eines Zitats einzelne Wörter ausgelassen. Beim Weglassen kompletter Sätze werden eckige Klammern („ […] “) benutzt. Auch eigene Ergänzungen werden stets in eckigen Klammern vollzogen („[Ergänzung]“).

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Modell zur Ermittlung von Erfolgsfaktoren von Galileo im digitalen Zeitalter

Abbildung 2 Der deutsche Fernsehmarkt (Stand 2019)

Abbildung 3 Marktanteile ausgewählter Fernsehsender im 1. Halbjahr 2019

Abbildung 4 Werbefinanzierte TV-Sender im doppelten Absatzmarkt

Abbildung 5 Vorgehensweise der empirischen Untersuchung

Abbildung 6 Umweltanalyse (PEST-Analyse)

Abbildung 7 Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der deutschen Bevölkerung (14+ Jahre)

Abbildung 8 Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der 14- bis 29-Jährigen

Abbildung 9 Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der 30- bis 49-Jährigen

Abbildung 10 Durchschnittliche Sehdauer pro Tag im Jahresvergleich

Abbildung 11 Genutzte VoD-Angebote

Abbildung 12 Umsatzentwicklung der linearen TV-Werbung

Abbildung 13 Auswahl von TV-Trends im digitalen Zeitalter

Abbildung 14 Verschiedene Möglichkeiten der Web-TV-Nutzung

Abbildung 15 Die fünf Wettbewerbskräfte der Branchenstruktur

Abbildung 16 Lineares Fernsehen, Streaming- und Videoportalnutzung im Tagesverlauf-Vergleich

Abbildung 17 Kernergebnisse der Analyse

Abbildung 18 Diversifikationsportfolio Galileo

Abbildung 19 Interaktive Instagram-Umfrage auf dem Galileo-Account

Abbildung 20 Crossmediale Vernetzung von TV und mobilem Angebot

Abbildung 21 Beispielhafte Integration verschiedener Mediengattungen durch Crossmedia

Abbildung 22 Produktionsstruktur Galileo

Abbildung 23 Ermittelte Erfolgsfaktoren von Galileo im digitalen Zeitalter

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Auswahl werbefinanzierter Wissensmagazine im deutschen Free-TV-Markt

Tabelle 2 Auswahl von Wissens- und Wissenschaftssendungen im TV-Markt 2019

Tabelle 3 Ergebnisse der Expertenbefragung

Tabelle 4 Studien und Berichte für die Umwelt- und Branchenstrukturanalyse

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige,1 2 3 4 die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.“5 6 7 8 9 10 – Charles Darwin (1809-1882)

Das Thema könnte aktueller nicht sein: Im November 2019 feierte das Wissensmagazin Galileo sein 21-jähriges Bestehen im Fernsehprogramm des Unterhaltungssenders ProSieben.11 12 13 14 15 16 17 18 19 Als eines der ersten kommerziellen Wissensangebote im deutschen Fernsehen gilt das TV-Format heute als Pionier deutscher Wissenssendungen, Erlöstreiber von ProSieben und „(…) Herzstück der Access-Prime-Time (…)“20 im Fernsehen. Doch wurden die Programmmacher in den vergangenen Jahren vor große Herausforderungen gestellt. Mit dem Einzug der Digitalisierung in die Medienbranche sind fundamentale Veränderungen auf den klassischen Fernsehmarkt zugekommen. Das heutige Fernsehen ist nicht mehr mit dem zu vergleichen, was es früher war. Gemeinsam mit der Familie zu einer festgelegten Uhrzeit zusammensitzen und Sendungen wie „ Wetten, dass ...? “ ansehen – angesichts des veränderten Mediennutzungsverhaltens21 im digitalen Zeitalter sind regelmäßige TV-Abende wie diese selten geworden.

Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2019 surfen heutzutage rund 90 % der deutschen Gesamtbevölkerung bzw. 100 % der 14- bis 29-Jährigen regelmäßig im Internet22. Die zeit-, orts- und geräteunabhängige Mediennutzung nimmt eine wachsende Bedeutung in der Gesellschaft ein, besonders bei den jungen Zuschauern. Durch diese Entwicklung hat sich die Zielgruppe werbefinanzierter Wissensmagazine in zwei Nutzergruppen fragmentiert: Während der Teil der 30- bis 49-Jährigen weiterhin primär das lineare Fernsehen nutzt, konsumieren die 14- bis 29-Jährigen im digitalen Zeitalter mehr als doppelt so viel Video-on-Demand als lineares TV.23 Zwar bleibt das klassische Fernsehen das beliebteste Medium zum Bewegtbildkonsum, doch wandern die Zuschauer zunehmend ins Internet ab. Um unter diesen Umständen wettbewerbsfähig zu bleiben sind Innovationen im TV-Programm24 und die Distribution der Inhalte in die Online-Welt unumgänglich. So verbreiten ProSieben, RTL und sämtliche andere Rundfunksender ihren Content zum Beispiel über eigene Mediatheken und Streaming-Angebote.25 Das „neue“ Fernsehen ist flexibel, individuell und kann auf den verschiedensten Plattformen stattfinden. Aus dem ursprünglichen Fernsehmarkt – bestehend aus öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Anbietern – ist ein vielfältiger Bewegtbildmarkt geworden, in welchem neben TV-Sendern auch Online-Plattformanbieter wie Netflix oder You­Tube um die Aufmerksamkeit der Zuschauer buhlen. Wie sich im weiteren Verlauf der Arbeit herausstellen wird, wirken soziokulturelle, medienpolitische, technologische und ökonomische Faktoren auf den Erfolg werbefinanzierter Fernsehveranstalter. Wie genau kann es Wissensmagazinen dabei gelingen, erfolgreich zu sein und sich vom Wettbewerb zu differenzieren?

1.1 Relevanz und Ziel der Arbeit

Im heutigen Zeitalter wächst das Interesse der deutschen Gesellschaft daran, sich weiterzubilden,26 mit wissenschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und physikalische Alltagsphänomene verstehen zu können. Diesen Trend haben Medienmacher erfasst und stellen den Konsumenten mehr Wissensformate zur Verfügung, als je zuvor.27 Dabei macht die Technologie im Jahr 2020 die Wissensvermittlung überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich. Um innerhalb dieser Vielfalt und der Dynamik in der Branche erfolgreich zu sein, bietet die Digitalisierung verschiedene Möglichkeiten, die eine Marke stärken können28. Galileo schafft es seit 21 Jahren, das Publikum mit seinen Inhalten zu begeistern und sich an die wandelnden Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei stellt sich die Frage, was genau die Herausforderungen werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter sind und wie eine mögliche Erfolgsstrategie aussehen kann.

Konkret werden in der vorliegenden Bachelorarbeit Erfolgsfaktoren von Free-TV-Wissensmagazinen am Beispiel von Galileo herausgearbeitet. Dabei wird auf folgende forschungsleitende Fragen eingegangen:

1. Wie und durch welche externen Umwelt- und Branchenfaktoren wird der Erfolg werbefinanzierter TV-Wissensmagazine im digitalen Zeitalter beeinflusst?
2. Was sind – unter Berücksichtigung der ermittelten Rahmenbedingungen im digitalen Zeitalterdie Erfolgsfaktoren von Galileo?
3. Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich für die Zukunft?

1.2 Vorgehensweise

Der Fokus der Arbeit liegt auf privaten, werbefinanzierten Fernsehanbietern mit der Haupt-Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen deutschen Bevölkerung, welche als werberelevante Zielgruppe (WRZ) bezeichnet wird. Die Ermittlung der Erfolgsfaktoren wird dabei am Beispiel des Wissensmagazin Galileo (ProSieben) durchgeführt.

Aufgrund der Vielfalt des deutschen Fernsehmarkts findet im theoretischen Teil eine Einordnung der aktuellen Fernsehprogramme im Markt statt. Im Anschluss wird auf den Wandel des Fernsehmarkts zu einem umfangreichen Bewegtbildmarkt und auf die Herausforderung des doppelten Absatzmarkts für werbefinanzierte Fernsehveranstalter eingegangen. Dabei wird auch die Eingrenzung der Arbeit auf werbefinanzierte Wissensmagazine im Free-TV vorgenommen.

Um detaillierter auf den Wissenschaftsjournalismus einzugehen, werden im dritten Kapitel die bekanntesten Typen dieses Genres definiert. Dabei findet eine Marktübersicht aktueller werbefinanzierter Wissensmagazine im deutschen Fernsehen Berücksichtigung und Galileo sowie der Sender ProSieben werden vorgestellt. Damit die Erfolgsfaktoren von Galileo im digitalen Zeitalter ermittelt werden können, ist es im empirischen Teil zunächst erforderlich, den Ist-Zustand dieser Ära darzustellen. Diesbezüglich ermöglicht eine kombinierte Methode aus Literaturanalyse und qualitativen Experteninterviews ein Abbild der aktuellen externen Umwelt- und Branchenstruktur werbefinanzierter Wissensmagazine. Bei der Umwelt- und Branchenstrukturanalyse dient das von Dr. Malthe Wolf entwickelte „Modell zur Ermittlung ökonomischer Erfolgsfaktoren privater Fernsehveranstalter“29 als Orientierung. Da diese Untersuchung im Jahr 2006 vorgenommen wurde, ist es notwendig, die jeweiligen Einflussfaktoren unter Berücksichtigung des digitalen Zeitalters erneut zu untersuchen.

Die Ergebnisse der Analyse bilden die Basis für die Reflexion der Thematik auf das Wissensmagazin Galileo. In einem Einzelinterview mit dem stellvertretenden Redaktionsleiter und der daran anschließenden Analyse des Formats werden Erfolgsfaktoren im digitalen Zeitalter ermittelt. Für diesen Prozess wurde ein verschlanktes Modell in Anlehnung an Wolf entworfen, welches sich in vier Teile gliedert: „Umweltanalyse“, „Branchenstrukturanalyse“, „Analyse des Formats Galileo “, „Erfolgsfaktoren Galileo “.

Folgende Darstellung bildet den Aufbau des Forschungsprozesses ab:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Modell zur Ermittlung von Erfolgsfaktoren von Galileo im digitalen Zeitalter

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Wolf (2006), S. 174.

Im Hinblick auf die Dynamik in der Medienbranche werden nach der Aufstellung von Erfolgsfaktoren verschiedene Zukunftsszenarien betrachtet, anhand derer abschließende Handlungsempfehlungen für Galileo gegeben werden können.

2 Übersicht und Entwicklung des deutschen Fernsehmarkts

„Die befürchtete Revolution, bei der das Internet das gute alte Fernsehen radikal ablöst, ist zwar ausgeblieben. Aber wir sind mitten in der Evolution zu einem ‚neuen Fernsehen‘.“30

Das Fernsehen als Leitmedium der Gesellschaft hat seit dem Beginn seiner Geschichte in Deutschland eine nachhaltige Entwicklung durchlaufen31. Einen Kernpunkt stellt das Fernsehurteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1981 dar, welches den Startschuss für die Einführung des dualen Rundfunksystems gab32. Mit diesem Urteil wurde neben dem bestehenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch privatrechtlicher Rundfunk in Deutschland zugelassen, wodurch über die Jahre hinweg eine Vielzahl neuer Privatsender in den Fernsehmarkt getreten ist. Auch heute sorgen neue kommerzielle Angebote und Spartensender für eine stetige Erweiterung des Markts.33 Zudem ergänzen alternative Bewegtbildplattformen das audiovisuelle Medienangebot. Allein auf YouTube werden pro Minute über 400 Stunden Videomaterial hochgeladen34.

Vor dem Hintergrund des Fernsehmarktwandels prognostizierte Microsoft-Gründer Bill Gates im Jahr 2010 den Tod des linearen Fernsehens35. Zwar verliert das klassische Fernsehen in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung,36 jedoch durchläuft es im Zuge der Digitalisierung einen Wandel hin zu einem „,neuen Fernsehen“37. Vom „Tod“ des klassischen TVs kann nicht die Rede sein. Der Start des Video-on-Demand-Anbieters Netflix im Jahr 2014 in Deutschland hat jedoch dafür gesorgt, dass sich Streaming-Anbieter zunehmend in den Alltag der Menschen integrieren und der non-lineare Bewegtbildkonsum an Relevanz gewinnt38. Darauf reagieren die Sender: Heute gibt es kaum mehr einen Anbieter, der neben seinem linearen Programmangebot nicht auch digitalen und mobilen Content produziert und distribuiert.39 Der Fernsehmarkt von damals, welcher lediglich aus öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Rundfunkanbietern bestand, wandelte sich zu einem vielfältigen Bewegtbildmarkt.

2.1 Struktur des klassischen TV-Markts im Jahr 2019

Um die Entwicklung des Fernsehmarkts näher zu beleuchten, wird in den folgenden Abschnitten auf den Strukturwandel der TV-Programme eingegangen. Dabei ist es für das grundlegende Verständnis wichtig zu wissen, dass sich der klassische Fernsehmarkt in Deutschland durch das duale Rundfunksystem auszeichnet. Innerhalb dieses Organisationsmodells agieren auf der einen Seite öffentlich-rechtliche und auf der anderen Seite privatrechtliche TV-Sender.40 Bei Letzteren wird zwischen Free-TV-, Pay-TV- und Teleshopping-Sendern unterschieden41. Während die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten einem Programmauftrag42 unterliegen und sich primär über den gesetzlich vorgeschriebenen Rundfunkbeitrag finanzieren43, besteht das Erlösmodell der Free-TV-Veranstalter im Kern aus der Schaltung von Werbung vor (Pre-Roll), während (Mid-Roll), oder nach (Post-Roll) einer Sendung44. Das Programmangebot kommerzieller Sender sollte sich deshalb stets an die Interessen der werberelevanten Zielgruppe richten, um möglichst viele Zuschauer-Kontakte für werbetreibende Unternehmen zu generieren45. Pay-TV-Sender finanzieren sich hauptsächlich aus den Abonnements der Zuschauer46.

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK)47 hat für das Jahr 2019 insgesamt 224 private Fernsehprogramme ermittelt, die in Deutschland bundesweit zugelassen sind. Darunter fallen 96 Spartenprogramme im Pay-TV, zehn Vollprogramme48 und 85 Spartenprogramme49 im Free-TV, 20 Teleshopping-Sender und 13 Programme mit Auslandslizenz. Im Vergleich zum Vorjahr entsprechen diese Zahlen einem Wachstum um 22 Sender50. Neben den 224 privaten Programmen bestehen 13 öffentlich-rechtliche Vollprogramme sowie insgesamt sieben Spartenprogramme und ein Auslandssender51. Abbildung 2 veranschaulicht die Einteilung der verschiedenen Programme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Der deutsche Fernsehmarkt (Stand 2019)

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Die Medienanstalten (Hrsg.) (2019) (a), S. 66f.

Im weiteren Verlauf der Arbeit liegt der Fokus auf privatrechtlichen Programmen aus dem Free-TV-Bereich. Ein Bezug zu öffentlich-rechtlichen Kanälen und weiteren privatrechtlichen Programmen (Pay-TV, Teleshopping) wird nur genommen, wenn dies dem Verständnis der Thematik dient oder ein Zusammenhang der Programme zum jeweiligen Abschnitt besteht.

2.2 Wandel des Fernsehmarkts zum Bewegtbildmarkt

Mit der Digitalisierung der Medienbranche wird die gesamte Gesellschaft einem fundamentalen Wandel unterzogen. Dieser Wandel kann auch als „digitale Revolution“52 bezeichnet werden. Besonders betroffen von dieser Revolution ist die Fernsehbranche: Technologien, ehemals voneinander getrennte Märkte bzw. Content-Anbieter und deren Angebote haben sich in den vergangenen Jahren des digitalen Zeitalters aufeinander zubewegt oder verschmolzen miteinander. Bei diesem Prozess wird auch von der „Medienkonvergenz“ gesprochen.53 Laut dem internationalen Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen, Z_Punkt 54 , gilt die Medienkonvergenz als primärer Auslöser für die Veränderungen in der Fernsehlandschaft. Dabei wird zwischen verschiedenen Konvergenzebenen unterschieden:55

- Wirtschaftliche Konvergenz: Ehemals voneinander getrennte Branchen und Unternehmen wachsen zusammen, wodurch deren Kompetenzen kombiniert und neue Geschäftsmodelle geschaffen werden56. Ein aktuelles Beispiel ist das Joint Venture des ProSiebenSat.1 -Konzerns und der RTL Group für adressierbare Werbung im digitalen Zeitalter, worauf im Laufe dieser Arbeit eingegangen wird.
- Inhaltliche Konvergenz: Hierunter ist das „(…) Zusammenwachsen von Information, Unterhaltung, Interaktion und Transaktion“57 zu verstehen. Unter dem Aspekt „Crossmedia“ wird diese Konvergenzebene im weiteren Verlauf der Arbeit näher betrachtet.
- Konvergenz auf der Nutzungsebene: Konsumenten nutzen mehrere Medien parallel zueinander, wobei es sich meist um ein lineares und ein non-lineares Medienangebot handelt (z. B. TV und Smartphone)58. In dieser Arbeit wird diese Konvergenzebene auch als Parallelnutzung bezeichnet.
- Technische Konvergenz: Das Verschmelzen einzelner Mediengattungen zu einem Ausgabegerät, zum Beispiel die Zusammenführung von Fernseher mit dem Internet59.

Die Entwicklung der analogen Fernsehübertragung hin zu digitalen Übertragungswegen hat das Wachstum des TV-Programmangebots durch neue (Sparten-) Kanäle wie den im Herbst 2019 gestarteten VOX -Ablegersender VOXup 60 angetrieben61. Die steigende Anzahl an Fernsehprogrammen führt zu einer Fragmentierung des Markts62 und der „Quotenkuchen“ zerteilt sich in kleinere Stücke, weil die Marktanteile der einzelnen Sender abnehmen63. Betrachtet man die heutigen Marktanteile der größten Sender im Vergleich, ist festzustellen, dass ARD und ZDF den Markt mit insgesamt 25 % dominieren. Bei den privatrechtlichen Veranstaltern sind die Sender der RTL Group (RTL, VOX, RTL ll) und die des ProSiebenSat.1 -Konzerns (ProSieben, Sat.1, kabel eins) die Anbieter mit den größten Zuschaueranteilen im deutschen Fernsehmarkt.64

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Marktanteile ausgewählter Fernsehsender im 1. Halbjahr 2019

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Die Medienanstalten (Hrsg.) (2019) (c), S. 15.

Nicht nur die Struktur des Fernsehmarkts, auch das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten hat sich im Zuge der Digitalisierung nachhaltig verändert. Nutzten im Jahr 2000 noch 29 % der deutschen Gesamtbevölkerung mindestens selten das Internet, stieg der Anteil im Jahr 2019 auf rund 90 %65. Mit der zunehmenden Relevanz der Online-Nutzung werden auch Video-Portale (z. B. YouTube, Twitch 66 ) und Streaming-Anbieter immer beliebter. Diese alternativen Bewegtbildanbieter erweitern den Markt audiovisueller Angebote um flexibel nutzbare Inhalte auf Abruf, wodurch sich der klassisch-lineare Fernsehmarkt zu einem vielfältigen Bewegtbildmarkt mit einer Vielzahl von Content-Anbietern entwickelt hat.67 Um sich gegen diese Konkurrenz behaupten zu können, stellt die Verlängerung des linearen Fernsehprogramms ins Internet eine logische und notwendige Reaktion der Fernsehveranstalter dar68. Beispielsweise ist der Entertainment-Sender ProSieben heutzutage nicht mehr nur Broadcaster linearer Fernsehsendungen, sondern wächst zu einem digitalen und diversifizierten Medienunternehmen, welches unter anderem lineare und non-lineare Medieninhalten miteinander verbindet.69 Im nächsten Abschnitt wird deutlich, dass der Kern des Geschäftsmodells dabei unverändert bleibt: Um als werbefinanzierter Fernsehsender erfolgreich zu sein, müssen die Programmmacher zwei Märkte gleichzeitig zufriedenstellen.

2.3 Ökonomische Herausforderung: Doppelter Absatzmarkt von Free-TV-Sendern

Wie in Abbildung 2 beleuchtet wurde, sind werbefinanzierte Free-TV-Sender dem privaten Fernsehmarkt unterzuordnen. Sie stellen „(…) gewinnorientierte privatrechtliche Unternehmen [dar], die sich vornehmlich aus dem Verkauf von Werbung und aus Abonnements finanzieren“70 . Die Erlöse aus Fernsehwerbung sind die wichtigste Einnahmequelle der TV-Veranstalter und aus Sicht der werbetreibenden Wirtschaft die umsatzstärkste Werbeform71. Um für ein TV-Format Erfolg zu generieren, stehen die Sender vor der Herausforderung des doppelten Absatzmarkts, welcher in Abbildung 4 skizziert ist.

Medien sind Verbundprodukte, weshalb Fernsehprogramme einerseits eine Informations- und Unterhaltungsleistung für den Zuschauer darstellen und andererseits zur Vermittlung von Werbebotschaften der werbetreibenden Industrie dienen.72 Anders als öffentlich-rechtliche Sender, deren finanzielle Haupteinnahmequelle die Rundfunkgebühren bedeuten,73 sind Free-TV-Sender auf die Buchung von Werbespots und deren Bezahlung durch werbetreibende Unternehmen angewiesen74. Sie stehen vor der Herausforderung, gleich zwei Märkte zu bedienen: den Zuschauermarkt und den Werbemarkt.75

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Werbefinanzierte TV-Sender im doppelten Absatzmarkt

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Wirtz (1994), S. 19, zitiert nach Wirtz (2016), S. 37.

Aus Abbildung 4 ist eine wechselseitige Beziehung der verschiedenen Märkte erkennbar, welche auch als Interdependenzstruktur bezeichnet wird76. Stoßen die Angebote der Sender auf die Resonanz der Konsumenten, erhalten sie im Gegenzug die Aufmerksamkeit der Zuschauer, welche sich in der Reichweite widerspiegelt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass eine hohe Reichweite in der Regel ein massenattraktives Programm des Anbieters nachweist und wesentliches Kriterium für die Relevanz und den Erfolg auf dem Werbemarkt ist77. Demnach ist der Zuschauermarkt der bedeutende Abnehmermarkt, weil er den Erfolg auf dem Werbemarkt beeinflusst78.

Die Erkenntnis der parallelen Interaktion zwischen Free-TV-Sendern und dem Zuschauer- bzw. Werbemarkt ist für den weiteren Verlauf der Arbeit essenziell. Aus ihr lässt sich ableiten, dass der Erfolg eines werbefinanzierten TV-Formats nicht lediglich von einem Markt bestimmt wird, sondern dass innerhalb der unterschiedlichen Märkte Wechselwirkungen herrschen: Ist die Nachfrage des Zuschauermarkts hoch, wirkt sich dies in der Regel positiv auf den Werbemarkt aus. Schenkt das Publikum einem Programm dagegen weniger Aufmerksamkeit, wirkt sich dieser Umstand negativ auf die Reichweite und damit auf den Werbemarkt aus.

Im weiteren Verlauf der Arbeit liegt der Fokus auf werbefinanzierten Wissensmagazinen im digitalen Zeitalter. Die Entscheidung auf dieses Genre fiel aufgrund der Vielfalt dieser Programme im Bewegtbildmarkt und im Zuge des 21-jährigen Jubiläums des ProSieben -Wissensmagazins Galileo. Um Galileo in den Markt einordnen zu können, wird im nächsten Kapitel auf den Wissenschaftsjournalismus in den Medien eingegangen und das Format sowie der Sender ProSieben werden vorgestellt.

3 Wissenschaftsjournalismus in den Medien

„Das Interesse der Menschen an [Wissenschaft in den Medien] nimmt zu und das Wissen, wie komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge unseren Alltag beeinflussen, gewinnt an Bedeutung.“79

Wer sich heute über wissenschaftliche Themen informieren möchte, dem steht eine Vielzahl möglicher Quellen zur Verfügung. Um diese besser einordnen zu können, konstatiert Meier fünf Typen des Wissenschaftsjournalismus, die im Folgenden kurz erläutert werden.80

(1) „Wissenschaftsberichterstattung im traditionellen und engeren Sinn“ 81

Bei wissenschaftlichen Sendungen im Fernsehen kann zwischen Wissens- Magazinen und Wissenschafts- Sendungen unterschieden werden. Letztere Bezeichnung entspricht der „Wissenschaftsberichterstattung im traditionellen und engeren Sinn“82, wobei Journalisten „(…) den Geschehnissen in der Welt von Forschung und Wissenschaft (…)“83 folgen und Forschungsprojekte und -ergebnisse für den Zuschauer verständlich aufbereiten. Dabei stehen neben der Verständlichkeit auch das Publikumsinteresse, die gesellschaftliche Relevanz und der Nachrichtenwert im Fokus der medialen Aufbereitung. Beispiele sind die Wissenschaftssendung nano auf 3sat oder die Süddeutsche Zeitung.84

(2) „Themen der aktuellen Medianagenda“ 85

Bei diesem Typ Wissenschaftsjournalismus geht es um aktuelle Ereignisse in der Gesellschaft, Politik, Kultur und Umwelt, für welche mögliche Problemlösungen oder Auslöser identifiziert werden86. Beispiel: Das Instagram-Format News-WG 87 .

(3) „Nutzwert, Rat und Orientierung“ 88

Dieser Wissenschaftsjournalismus-Typ steht für Inhalte, die im Alltag der Konsumenten als Ratgeber und Orientierungshilfe dienen. Meier verweist bei diesem Typen auf den Nutzwertjournalismus,89 da im Rahmen dieses Formats Tipps und Problemlösungen geboten werden, die den Alltag erleichtern können.90 Beispiele stellen Die Ratgeber auf hr, Smartphone-Wissensapps oder User-Generated-Content auf YouTube dar.

(4) „Zielgruppenorientierter Wissenschaftsjournalismus“ 91

Wendet sich ein Thema nicht an die Gesamtheit der Bevölkerung, sondern an eine bestimmte Nischengruppe, handelt es sich um zielgruppenorientierten Wissenschaftsjournalismus. Darunter lassen sich beispielsweise Spartenprogramme im Fernsehen einordnen, die sich an eine Zielgruppe mit besonderem Interesse zum jeweiligen Thema orientieren.92 Aufgrund der vorhandenen Vorkenntnisse des Publikums können Themen in diesem Typ Wissenschaftsjournalismus spezifischer und mit mehr Tiefe behandelt werden.

(5) „Wissensvermittlung als Spaß und Unterhaltung“ 93

Anders als bei der „Wissenschaftsberichterstattung im traditionellen und engeren Sinn“94 bezeichnet dieser Typ diejenigen Wissensmagazine, die sich „(…) eher auf die Erklärung von Alltagsphänomenen, die beim Publikum einen Aha-Effekt erzeugen sollen, als auf einen wissenschaftlichen und tiefgründigen Informationsanspruch“95 spezialisieren . Dabei wird in der Regel von Wissens -Formaten und nicht von Wissenschafts -Formaten gesprochen96. Auch Galileo wird als Wissensmagazin bezeichnet und dient in dieser Arbeit als Untersuchungsobjekt. Nach Albrecht wird bei der Produktion eines Galileo -Beitrags „(…) vom Bild her (…)“97 gearbeitet, da die Unterhaltung der Zuschauer und die Ästhetik des Beitrags im Vordergrund steht98. Die Inhaltsanalyse und der damit verbundene wissenschaftliche Hintergrund wird erst im Nachhinein tiefergehend behandelt99.

Folgende Tabelle stellt einen Vergleich ausgewählter Programme des Typs „Wissensvermittlung als Spaß und Unterhaltung“100 im Jahr 2019 dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Auswahl werbefinanzierter Wissensmagazine im deutschen Free-TV-Markt, Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an fernsehserien.de (Hrsg.) (o. D.), Stand 23.01.2020.101 102 103 104

3.1 Vorstellung des Wissensmagazins Galileo

„Bei Galileo gilt, dass da ein unschätzbarer Schatz geschaffen wurde (…), dass es eine Marke ist, die seit vielen Jahren entwickelt wurde oder schon existiert [und] die dafür steht, dass auf eine lebendige und unterhaltsame und tiefreichende und gründliche Art und Weise Wissen vermittelt wird.“105

Um die Erfolgsfaktoren des Wissensmagazins Galileo herauszuarbeiten, ist es notwendig, die Grundzüge des Formats und seinen Sender ProSieben zu kennen. Unter einem Format wird im weiteren Verlauf der Arbeit „(…) ein mehrteiliges Sendekonzept, das in seinem Inhalt, seiner Binnenstruktur und seiner Präsentation auf ein klar definiertes Zuschauersegment abgestimmt ist und einen fest in die Sendestruktur eingebetteten Programmplatz hat“106 verstanden.

„Sehen – Staunen – Verstehen“ lautet der Claim, der seit 1998 und somit seit über 21 Jahren mit dem Wissensmagazin des Free-TV-Senders ProSieben verbunden wird107. Mit informierenden und unterhaltsamen Beiträgen richtet sich das Format an die Hauptzielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer und bietet seinem Publikum modernen, konstruktiven und aktuellen Journalismus im Infotainment-Stil.108 Eine einzelne Sendung setzt sich aus mehreren Galileo -Rubriken zusammen, wobei in der Regel mit dem aktuellen Aufmacher109 begonnen wird. Weitere Rubriken sind beispielsweise 10 Fragen an, Stadt – Land – Welt, Aimans Antwort, Kitchen Moves, oder X-Days. Bereichert wird die Vielfalt der einzelnen Sendungen von den Moderatoren Aiman Abdallah, Stefan Gödde und Funda Vanroy,110 die teilweise schon seit der ersten Sendung aktiv am Format beteiligt und heute als Personenmarken von Galileo in den Köpfen der Zuschauer verankert sind. Galileo wird täglich zur „Access-Prime-Time“111 von 19:05 bis 20:15 Uhr ausgestrahlt, hinzu kommen Wiederholungssendungen, unter anderem am Sonntagvormittag. In der sendereigenen Programmsparte „Information“ nimmt das TV-Format den ersten Platz bezogen auf den Anteil der Sendeminuten am gesamten Sendeumfang ein112. Kein anderes Wissensformat wird länger im Free-TV ausgestrahlt, als Galileo. Das Magazin wurde seit seinem Sendestart an rund 20 Länder verkauft, was es zu einem der größten Erfolgsformate von ProSieben macht.113

3.2 Vorstellung des Senders ProSieben

Der Fernsehsender ProSieben mit Sitz in Unterföhring (München) zählt zum hundertprozentigen Tochterunternehmen ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH der ProSiebenSat.1 Media SE 114. Die Free-TV-Sender kabel eins, sixx, Sat.1 Gold, ProSieben MAXX, kabel eins Doku sowie die Live-Quiz-Show Quipp werden vom selben Konzern gemanagt115. Es handelt sich um eine Mehrsenderstrategie bei welcher ProSieben im Fokus steht, denn trotz der Marktfragmentierung im Zuge der Digitalisierung116 zählt der Unterhaltungssender zu den beliebtesten Programmen der werberelevanten Zielgruppe117. Ein Grund dafür ist, dass der Sender und dessen Muttergesellschaft ProSiebenSat.1 dem digitalen Zeitalter begegnen und auf das veränderte Mediennutzungsverhalten reagieren. ProSiebenSat.1 ist von einem TV-Unternehmen zu einem Digitalkonzern gewachsen, bei welchem die „(…) Zuschauer und Konsumenten im Mittelpunkt [stehen]“118 . Diesen wird neben dem linearen Fernsehgeschäft ein breitgefächertes Online- und Mobile-Portfolio geboten. Dazu zählen unter anderem die Web­sites der einzelnen Sender119, die Video-Streaming-Plattform Joyn, mobile Apps, Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV), Premium Mehrwertdienste120 sowie format- und sendereigene Kanäle auf YouTube und Social-Media-Plattformen wie Instagram. ProSiebenSat.1 vernetzt seine hohen Reichweiten aus dem linearen TV-Geschäft mit digitalen Plattformen und baut sein Geschäftsmodell vor dem Hintergrund des Mediennutzungswandel aus. Parallel dazu wird daran gearbeitet, das Umsatzwachstum des Konzerns durch innovative Werbeformen wie Addressable TV voranzutreiben.

4 Zwischenfazit

Der theoretische Teil der vorliegenden Arbeit hat gezeigt, dass sich der Fernsehmarkt im Zuge der Digitalisierung zu einem umfassenden Bewegtbildmarkt entwickelt hat und heutzutage immer mehr Content-Anbieter um die Aufmerksamkeit der Zuschauer kämpfen.

Speziell im Bereich von Wissensangeboten gibt es so viele Möglichkeiten sich zu informieren, wie nie zuvor: Fernsehsendungen, Instagram -Videos, Streaming-Anbieter, Y­ou­Tube. Ein einzelnes TV-Format steht vor der Herausforderung, sich von anderen Wettbewerbern zu differenzieren, um von den Zuschauern und werbetreibenden Unternehmen wahrgenommen und präferiert zu werden.

Bei der Planung einer langfristigen Strategie müssen die Programmmacher die externen Einflussfaktoren der Umwelt und Branche stets im Blick behalten121. Um herauszufinden, von welchen äußeren Faktoren der Erfolg werbefinanzierter Wissensmagazine beeinflusst wird und welche Faktoren zum Erfolg eines Formats führen können, folgt in den nächsten Abschnitten die empirische Untersuchung. Dabei werden die Ergebnisse der Umwelt- und Branchenstrukturanalyse werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter erläutert und auf deren Basis Erfolgsfaktoren von Galileo sukzessiv herausgearbeitet.

5 Empirische Untersuchung

Ziel der empirischen Untersuchung war es, aktuelle Umwelt- und Brancheneinflüsse für werbefinanzierte TV-Wissensmagazine herauszuarbeiten und auf Basis der Ergebnisse Erfolgsfaktoren von Galileo darzustellen. Die Forschung setzte sich aus folgenden Teilen zusammen:

Abbildung 5 Vorgehensweise der empirischen Untersuchung

Quelle: Eigene Darstellung.

Die Erfolgsfaktoren werbefinanzierter TV-Wissensformate im digitalen Zeitalter waren zum Zeitpunkt der Ausarbeitung dieser Bachelorarbeit weitgehend unerforscht. Der Arbeit geht eine im Jahr 2006 durchgeführte Untersuchung allgemeiner ökonomischer Erfolgsfaktoren werbefinanzierter Fernsehveranstalter voraus, die im Rahmen der Promotion von Dr. Malthe Wolf entstand122. Andere Arbeiten beschäftigen sich etwa mit Strategien erfolgreicher TV-Marken123 oder deren allgemeiner Kernkompetenzen124. Zwar konnten die Erkenntnisse dieser Arbeiten Hinweise auf die Erfolgsstrategie von Wissensmagazinen geben, doch haben sie aufgrund der Dynamik der Branche nur bedingt aktuell gültige Faktoren dargestellt. Die Fokussierung auf Galileo führt dazu, dass es sich um eine bislang einmalige Untersuchung handelt.

Um Antworten auf die in Abschnitt 1.1 formulierten Forschungsfragen zu finden, bestand die Herausforderung der Arbeit darin, einen Überblick über die aktuelle Situation im Fernseh- und Bewegtbildmarkt und damit die Basis für die Experteninterviews und die Analyse von Galileo zu schaffen. Dafür war es im ersten Schritt notwendig, wesentliche Rahmenbedingungen des Fernsehmarkts im digitalen Zeitalter zu erarbeiten, weil der Erfolg eines Formats nachhaltig von dessen Umfeld- und Branchenfaktoren abhängt125. In diesem Zusammenhang wurde eine komplexe Methode aus Literaturanalyse und qualitativen Experteninterviews gewählt. Innerhalb der Literaturanalyse wurden verschiedene Studien und Berichte miteinander verglichen, die von Marktforschungsinstituten und anderen Unternehmen veröffentlicht wurden.126 Die aus der Literaturanalyse resultierenden Ergebnisse wurden anschließend als Grundlage für den Fragebogen der qualitativen Experteninterviews genutzt. Dadurch konnten die gesammelten Daten – beispielsweise aktuelle Zahlen zum Mediennutzungsverhalten – von den Interviewten kommentiert und bestätigt bzw. falsifiziert werden. Die Besonderheit lag darin, dass die Befragung zweigeteilt war: Einerseits wurden Experten aus der Medien- und Fernsehbranche interviewt, um die Literaturanalyse mit deren Fachwissen und Einschätzungen zu bereichern. Aus der Recherche und den Interviews resultierten als Ergebnisse aktuelle Trends und Entwicklungen in der Branche. Diese stellen Grundzüge des Ist-Zustands werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter dar. In einer zweiten Befragung, mit dem stellvertretenden Redaktionsleiter von Galileo, konnten die Ergebnisse der Marktanalyse aufgegriffen und das Format konnte auf dieser Basis intern analysiert werden. Wie reagiert das Management von Galileo auf die Veränderungen der Branche im digitalen Zeitalter? Wie werden die jungen Zuschauer vor dem Hintergrund der zunehmenden Online-Nutzung erreicht? In einem Abgleich der aktuellen Trends und Entwicklungen mit der Strategie und dem Aufbau des Formats wurden Faktoren für den Erfolg ermittelt.

5.1 Qualitative Experteninterviews: Auswahl und Vorgehensweise

Aufgrund der Offenheit und Aktualität im Forschungsprozess sowie dem Ziel, neue Erkenntnisse zu gewinnen, fiel die Wahl der empirischen Methode neben einer Literaturanalyse auf qualitative Experteninterviews. Diese Form von Interview zielt „(…) auf die Rekonstruktion von besonderen Wissensbeständen bzw. von besonders exklusivem, detailliertem oder umfassendem Wissen über besondere Wissensbestände und Praktiken (…)“127 ab. Die im Vorfeld durchgeführte Literaturanalyse konnte durch die qualitativen Interviews abgefragt und mit dem fundierten Wissen der Experten erweitert werden, was mit formalen und quantifizierten Auswertungen nicht möglich gewesen wäre. Dennoch gelten qualitative Verfahren häufig als „(…) unreife Vorstufe zum ‚eigentlichen‘ Forschungsprozess“128. Um dies zu vermeiden, wurde sich bereits im Vorfeld der Interviews bei der umfassenden Literaturrecherche tiefgründig mit dem Forschungsthema befasst. Die Befragungen der Experten dienen demnach der Unterstützung und Erweiterung, um die Qualität des bisher getätigten Forschungsprozesses zu optimieren und Wissenslücken zu füllen.

5.1.1 Definition des Begriffs „Experte“ und Auswahl der Interviewpartner

Nach Bogner, Littig und Menz lassen sich unter Experten „(…) Personen verstehen, die sich – ausgehend von spezifischem Praxis- oder Erfahrungswissen, das sich auf einen klar begrenzbaren Problemkreis bezieht – die Möglichkeit geschaffen haben, mit ihren Deutungen das konkrete Handlungsfeld sinnhaft und handlungsleitend zu strukturieren“129. Bei der Akquise der Interviewpartner war eine langjährige Fachexpertise im Medienbereich – bevorzugt in der Free-TV-Branche – das Hauptkriterium für eine Befragung. Die Auswahl der Befragten erfolgte auf Basis einer Internet- und Literaturrecherche, woraufhin die Experten per E-Mail angeschrieben wurden. Das Interview mit Galileo wurde im Rahmen eines Praktikums in der Redaktion beschlossen.

Die Interviews fanden im November und Dezember 2019 statt130. Aufgrund der begrenzten Dauer der Befragung von ca. 30 Minuten stand die Möglichkeit eines Telefon- oder Skype-Interviews zur Auswahl, wobei eine persönliche Befragung vor Ort nicht ausgeschlossen wurde. Auf Wunsch der Interviewten wurden die Befragungen telefonisch durchgeführt. Dafür erhielten insgesamt zehn Experten eine Anfrage, auf welche sechs Personen reagierten. Einer der Experten fühlte sich mit der Thematik nicht vertraut genug, die anderen fünf waren für eine Befragung bereit. Schlussendlich konnten für die empirische Untersuchung folgende Experten gewonnen werden:

- Herr Klaus B.: Leiter des Bereichs Media & Entertainment bei Deloitte
- Herr Frederik F.: stellvertretender Redaktionsleiter von Galileo
- Herr Prof. Dr. Jo G.: Direktor des Deutschen Digital Instituts, Autor und Medienpsychologe
- Frau Annette K.: Senior Vice President Governmental Relations & Regulatory Affairs, ProSiebenSat.1 Media
- Herr Dr. Matthias K.: Journalist, Autor, Medienforscher und Dozent

5.1.2 Leitfadenkonstruktion und Durchführung der Interviews

Für die Befragungen wurden halbstrukturierte Interviewleitfäden benutzt. Damit ließ sich innerhalb der Gespräche ein thematischer Aufbau sicherstellen. Außerdem ermöglicht die Strukturierung einen Vergleich der Antworten in Anhang 3.131 Da sich halbstrukturierte Befragungen nur auf einen Leitfaden „stützen“, ist eine gewisse Offenheit des Gesprächsverlaufs erlaubt132. So kam es innerhalb der Gespräche beispielsweise dazu, dass die Experten Fragen, die eigentlich erst später aufgegriffen werden sollten, zu einem früheren Zeitpunkt beantworteten und zwischen den verschiedenen Themenblöcken sprangen. Durch diese Offenheit im Gespräch konnte die Interviewerin bei Unklarheiten zusätzliche Fragen an den Interviewten stellen. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, am Ende der Befragung alle Hauptfragen abgehandelt zu haben und dem Gesprächspartner dennoch die Möglichkeit eigener Ergänzungen zu geben.133

Bei der Erstellung des Leitfadens wurde sich an der Leitfadenkonstruktion von Bogner, Littig und Menz orientiert134. Wie Anhang 4 zeigt, enthielt der „allgemeine“ Fragebogen 14 Fragen. Bei den ersten beiden handelte es sich um „Warm-Up“-Fragen, welche die Stimmung zwischen den Gesprächspartnern lockern und die Beziehung der Experten zu Galileo feststellen sollte. Die weiteren Fragen basierten auf der vorangegangenen Literaturanalyse. Aus den gesammelten Daten verschiedener Studien und Statistiken wurden Fragen entwickelt, welche in einem weiteren Schritt zielorientiert reduziert und für den Leitfaden in folgende vier Kategorien zusammengefasst wurden: „Externe Umweltanalyse“, „Branchenstruktur Free-TV-Anbieter“, „Erfolgsfaktoren Galileo “, „Zukunftsprognose“.

Das Interview mit Herrn F. basierte auf den Ergebnissen der ersten Befragungsrunde, weshalb für diesen Untersuchungsteil ein weiterer Fragebogen konstruiert wurde. Die Grundlage der Kategorienbildung waren in diesem Fall die Ergebnisse aus Literaturanalyse und den vorangegangenen Experteninterviews. Wie Anhang 13 zeigt, wurden neben einer Einführungsfrage die vier Kategorien „Abgleich der Analyseergebnisse mit Galileo“, „Programmgestaltung und interne Prozesse“, „Wettbewerbsumfeld und -strategie“ sowie „Zukunft von Galileo“ gebildet.

5.1.3 Auswertungsmethode der Analyse

In den vorangegangenen Abschnitten wurde die Vorgehensweise der empirischen Methode erläutert. Mit der Kombination aus Literaturanalyse und Experteninterviews wurde die Absicht verfolgt, eine hohe Qualität der Ergebnisse zu erzielen und mit den Ergebnissen in der anschließenden Analyse von Galileo weiterzuarbeiten. Im gegebenen Zusammenhang stellte sich die „ themenanalytische Inhaltsanalyse135 als Auswertungsverfahren der Interviews als nützlich heraus. Um den Anspruch zu erfüllen, „(…) dass die einzelnen Schritte der Analyse mit (…) [den] konzeptionellen Vorüberlegungen in Verbindung stehen und die Ergebnisse der Analyse abschließend auch wieder auf diesen theoretischen Kontext bezogen werden (…)“,136 hat das Verfahren drei Schritte umfasst, die sukzessiv abgearbeitet wurden.137

Um mit den Aussagen der Experten arbeiten und diese analysieren zu können, wurden die Gespräche unmittelbar nach ihrer Durchführung transkribiert und damit in Textform überführt138. Im ersten Analyseschritt, der „Zusammenfassung“, konnten die transkribierten Ergebnisse auf „(…) analytisch relevante Inhalte (…)“139 reduziert und den innerhalb der Literaturanalyse gebildeten Kategorien zugeordnet werden140. Da nach der Transkription bei einzelnen Themen noch Unklarheiten bestanden, wurde das Textmaterial im zweiten Schritt, der „Explikation“, durch zusätzliche Nachfragen bei den Experten und der AGF ergänzt141. Auf Basis der erweiterten und bestätigten Daten war es im letzten Schritt, der „Interpretation“, möglich, Kernaussagen der einzelnen Interviews miteinander zu vergleichen und auf den medienspezifischen Kontext zu übertragen142. Dabei wurde der Bezug zu Galileo hergestellt, indem die gewonnenen Erkenntnisse im Einzelinterview mit Herrn F. aufgegriffen und auf die Analyse der Marke reflektiert wurden. Beispielsweise resultierte aus der zweiteiligen Analyse (Literatur und Interviews), dass die Zahl der jungen Zuschauer im linearen Fernsehen sinkt. Um den in diesem Zusammenhang relevanten Erfolgsfaktor von Galileo zu ermitteln, wurde im Einzelinterview unter anderem nach Strategien zur Zuschauerbindung und Distribution des Contents im digitalen Zeitalter gefragt.

In den nächsten zwei Abschnitten folgt die Umwelt- und Branchenstrukturanalyse. Dabei werden die Ergebnisse zu aktuellen Entwicklungen, Trends und Geschehnissen in der Branche dargestellt, die das Fundament der anschließenden Analyse von Galileo bilden.

5.2 Analyse des Markts für Wissensmagazine im digitalen Zeitalter

5.2.1 Externe Umweltanalyse: Aktuelle Entwicklungen der Branche

Um im Wettbewerb erfolgreich zu sein, ist es für Führungskräfte einer jeden Branche unabdingbar, das eigene Unternehmen zur unmittelbaren Umwelt in Beziehung zu setzen143. Nur wer seine Umwelt und deren Einflusskräfte auf das eigene Unternehmen kennt, kann eine langfristige strategische Planung durchführen144 und wesentliche Faktoren des Geschäftserfolgs oder -misserfolgs identifizieren. Um die externen Einflussfaktoren im digitalen Zeitalter zu ermitteln, wurde das Modell der PEST-Analyse herangezogen, welches auch Wolf (2006) bei seiner Untersuchung nutzte145. Die politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen und technologischen Einflussfaktoren werden dabei als „(…) wesentliche Triebkräfte des Umfeldes der Branche [privater Fernsehveranstalter] (…)“146 identifiziert . Unter Berücksichtigung der Dynamik in der Fernsehbranche konstatiert Prof. Dr. Matthias K., dass der Erfolg eines Wissensformats heute und in Zukunft unter anderem davon abhänge, ob und wie auf die Trends in der Gesellschaft reagiert wird147. Um festzustellen, welche Trends den Markt von TV-Wissensformaten prägen, werden in den nächsten Abschnitten folgende vier Bereiche genauer untersucht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 Umweltanalyse (PEST-Analyse)

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Nagel und Wimmer (2008), S. 132-134.

Eine lückenlose Betrachtung würde den Rahmen der vorliegenden Bachelorarbeit sprengen, weshalb sich auf die Einflussfaktoren beschränkt wird, welche für die Untersuchung der Erfolgsfaktoren des Wissensmagazins Galileo im digitalen Zeitalter von besonderer Bedeutung sind.

5.2.1.1 Veränderungen der soziokulturellen Rahmenbedingungen

„Der Bewegtbildmarkt in Deutschland ist stark in Bewegung. Während das lange Zeit nur für die Angebotsseite galt (…), ist nun auch bei der Nutzung eine stärkere Dynamik zu verzeichnen.“148

Die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten audiovisueller Inhalte im digitalen Zeitalter hat eine Fragmentierung der Zuschauerpräferenzen im Bewegtbildmarkt ausgelöst149, welche das originäre Geschäftsmodell werbefinanzierter Wissensmagazine nachhaltig beeinflusst. So nimmt das klassische Fernsehen in der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren mit 60,5 % den größten Nutzungsanteil audiovisueller Inhalte ein, verhält sich aber seit einigen Jahren rückläufig. Wie Abbildung 7 zeigt, befinden sich Video-on-Demand (VoD) und der Livestream-Konsum im Aufwärtstrend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der deutschen Bevölkerung (14+ Jahre)

Quelle: Berghofer (2019), S. 44.

Betrachtet man die Alterskohorte der 14- bis 29-Jährigen in Abbildung 8 separat, wird deutlich, dass dieser Teil der werberelevanten Zielgruppe heutzutage mehr als doppelt so viel VoD (59,4 %) als klassisches Fernsehen (24,8 %) nutzt. Der Konsumanteil des klassischen Fernsehens ist von 2016 auf 2019 um fast die Hälfte gesunken. Livestreams der linearen Inhalte über das Internet verzeichnen auch in dieser Zielgruppe einen Anstieg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der 14- bis 29-Jährigen

Quelle: Berghofer (2019), S. 44.

Der ältere Teil der werberelevanten Zielgruppe von 30 bis 49 Jahren nutzt primär das klassisch-lineare Fernsehen für den Konsum von Bewegtbildern, wobei der Anteil über die Jahre hinweg gesunken ist. VoD wird im Vergleich der einzelnen Nutzungsformen im Jahr 2019 an zweiter Stelle genutzt, im Jahresvergleich steigt der Konsum tendenziell.150

[...]


1 Vgl. Esch, Franz-Rudolf und Spomer, Olga: „Management von Markendehnungen“, in: Esch, Franz-Rudolf (Hrsg.): „Handbuch Markenführung“, 2019, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 335.

2 Samland, Bernd: „Unverwechselbar“. „Name, Claim und Marke“, 2006, München: Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co. KG, S. 115.

3 Ebd., S. 114.

4 Jenner, Judith: „Digital Natives“, 30.06.2013, online: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/digital-natives/8423906.html, aufgerufen am 19.01.2020.

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. Von Rimscha, Bjørn und Siegert, Gabriele (Hrsg.): „Medienökonomie“. „Eine problemorientierte Einführung. Sind Medien krisensicher?“, 2015, Wiesbaden: Springer VS, S. 100 f.

7 Vgl. crossvertise GmbH (Hrsg.): „Die Reichweite“, (o. D.), online: https://www.crossvertise.com/tv-werbung/kennzahlen/reichweite, aufgerufen am 19.01.2020.

8 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.) (b): „Glossar“, (o. D.), online: https://www.agf.de/service/glossar/, aufgerufen am 19.01.2020.

9 Vgl. Esch und Spomer (2019), S. 334.

10 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.) (o. D.) (b).

11 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.): (c): „Marktanteile“, (o. D.), online: https://www.agf.de/daten/tvdaten/marktanteile/?name=marktanteile, aufgerufen am 19.01.2020.

12 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.): „VIDEOSCOPE Dokumentation“, Stand: 01.04.2019, Download unter: https://www.agf.de/showfile.phtml/leistungen/agfsoftware/videoscope/videoSCOPE%201.2%20Dokumentation.pdf?foid=107754, aufgerufen am 19.01.2020.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.) (o. D.) (b).

15 PricewaterhouseCoopers GmbH (Hrsg.): “German Entertainment and Media Outlook 2019-2023”, Oktober 2019, (o. O.), (o. V.), S. 93.

16 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.) (o. D.) (b).

17 Vgl. ebd.

18 Vgl. Gaßner, Hans-Peter: Werberelevante Zielgruppen im Wandel, in: „Media Perspektiven“, „Heft 01/2016“, 2016, S. 16-22.

19 Vgl. AGF Videoforschung (Hrsg.) (o. D.) (b).

20 ProSieben.de (Hrsg.) (a): „Ein Pionier hat Geburtstag: ProSieben feiert 20 Jahre ‚Galileo‘“, (o. D.), online: https://www.prosieben.de/tv/galileo/news/ein-pionier-hat-geburtstag-prosieben-feiert-20-jahre-galileo, aufgerufen am 19.01.2020.

21 Siehe Abschnitt 5.2.1.1: Veränderungen der soziokulturellen Rahmenbedingungen.

22 Beisch, Natalie/Koch, Wolfgang/Schäfer, Carmen: „ARD/ZDF-Onlinestudie 2019: Mediale Internetnutzung und Video-on-Demand gewinnen weiter an Bedeutung“, in: „Media Perspektiven, Heft 9/2019“, 2019, S. 374 f.

23 Vgl. Berghofer, Simon: „Daten & Fakten zur Digitalisierung in Deutschland“, in: „Digitalisierungsbericht 2019 Video, Heft 15“, Oktober 2019, S. 44.

24 Vgl. Deuerling, Tanja: „Innovationsmanagement für neues Fernsehen“. „Entwicklung von Bewegtbildformaten in Abhängigkeit vom Innovationsgrad“, 2016, Wiesbaden: Springer VS, S. 17 ff.

25 Kurp, Matthias: „Vielfalt, Videos und Tele-Visionen“, in: „TENDENZ“. „Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien“, Ausgabe 02/2019, Oktober 20, S. 8 f.

26 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Zahl der Studierenden erreicht im Wintersemester 2019/2020 neuen Höchststand“, „Pressemitteilung Nr. 453 vom 27.11.2019“, online: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/11/PD19_453_213.html;jsessionid=82087EB0DC3AD57E7BAA336FA6C2F060.internet742, aufgerufen am 19.01.2020.

27 Vgl. Meier, Klaus: „Medien und andere Arbeitsfelder“, in: Göpfert, Winfried (Hrsg.): „Wissenschaftsjournalismus“. „Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis“, 6. Aufl., 2019, Wiesbaden: Springer VS, S. 30.

28 Siehe Anhang 3: „Ergebnisse der Expertenbefragung“, Interview 4, Frau Annette K., Frage F7.

29 Vgl. Wolf, Malthe: „Ökonomische Erfolgsfaktoren privater Fernsehveranstalter“. „Eine empirische Analyse externer und interner Erfolgsfaktoren“, 2006, München: Verlag Reinhard Fischer, S. 174; siehe Anhang 1: „Erfolgsfaktorenmodell privater Fernsehveranstalter“.

30 Deuerling (2016), S. 15.

31 Anmerkung: Für eine nähere Betrachtung der Geschichte des deutschen Fernsehens wird verwiesen auf: Hickethier, Knut: Geschichte des deutschen Fernsehens, 2016, Stuttgart/Weimar: Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH und Verlag J. B. Metzler.

32 Vgl. Karstens, Eric und Schütte, Jörg: „Praxishandbuch Fernsehen“. „Wie TV-Sender arbeiten“, 3. Aufl., 2013, Wiesbaden: Springer VS, S. 20.

33 Vgl. Hickethier (2016), S. 517 ff.

34 Vgl. Smith, Kit: „52 interessante Zahlen und Statistiken rund um YouTube“, 25.07.2019, online: https://www.brandwatch.com/de/blog/statistiken-youtube/, aufgerufen am 19.01.2020.

35 Vgl. Matzig, Gerhard: „Die Truhe vor dem Sturm“, 11.05.2010, online: https://www.sueddeutsche.de/kultur/droht-das-ende-des-fernsehens-die-truhe-vor-dem-sturm-1.425728, aufgerufen am 19.01.2020.

36 Vgl. Berghofer (2019), S. 44.

37 Deuerling (2016), S. 15.

38 Vgl. Kühl, Eike: „Netflix startet in Deutschland: Die wichtigsten Fragen“, 16.09.2014, online: https://blog.zeit.de/netzfilmblog/2014/09/16/netflix-deutschland-start-preise-angebot/, aufgerufen am 19.01.2020.

39 Timm, Frederik (b): „TV-Vermarktung: Auf der Suche nach Reichweite im digitalen Raum“, 14.10.2019, online: https://www.adzine.de/2019/10/tv-vermarktung-auf-der-suche-nach-reichweite-im-digitalen-raum/, aufgerufen am 19.01.2020.

40 Vgl. Wirtz, Bernd: „Medien- und Internetmanagement“, 9. Aufl., 2016, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 435.

41 Vgl. Wirtz (2016), S. 466-470.

42 Der öffentlich-rechtliche Programmauftrag soll die Meinungsvielfalt und Meinungsbildung der Gesellschaft durch einen adäquaten Anteil an informativen, bildenden, beratenden, kulturellen und unterhaltenden Inhalten im Programm der Sender sicherstellen (§ 11 Abs. 1 Satz 4 RStV).

43 Damit öffentlich-rechtliche Sender den Programmauftrag erfüllen können, muss jeder deutsche Haushalt (egal ob mit oder ohne Fernsehgerät) einen monatlichen Beitrag von momentan 17,50 € zahlen (vgl. ard.de (Hrsg.): „Verwendung der 17,50 Euro Rundfunkbeitrag“, Stand: 20.11.2018, online: http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/Verwendung_der_17_50_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html, aufgerufen am 22.01.2020).

44 Vgl. Wirtz (2016), S. 466.

45 Vgl. ebd.

46 Vgl. ebd., S. 468.

47 Vgl. Die Medienanstalten (Hrsg.) (a): „21. Jahresbericht 2018/2019“. „Berichtszeitraum 01.07.2018 bis 30.06.2019“, 2019, Berlin: Printsystem GmbH, S. 66f.

48 Vollprogramme bedienen ein vielseitiges Publikum mit vielfältigen Themen. Beispiele: ProSieben, Sat.1, RTL.

49 Im Vergleich zu Vollprogrammen richten sich Spartenprogramme an eine bestimmte Zielgruppe. Beispiele: KiKA (Kinder), ARD-alpha (Bildung), n-tv (Nachrichten).

50 Vgl. Die Medienanstalten (Hrsg.) (2019) (a), S. 66.

51 Vgl. ebd., S. 67.

52 Luber, Stefan und Litzel, Nico: „Was ist Digitalisierung?“, 09.01.2019, online: https://www.bigdata-insider.de/was-ist-digitalisierung-a-626489/, aufgerufen am 19.01.2020.

53 Vgl. Fischer, Joerg: „Medienrecht und Medienmärkte“. „Medienmärkte und Medienkonvergenz“, 2008, Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag, S. 193.

54 Vgl. Z_Punkt The Foresight Company (Hrsg.): “TV 2020. Die Zukunft des Fernsehens“, 2011, online: http://www.z-punkt.de/uploads/default/115/tv_2020.pdf, aufgerufen am 19.01.2020, S. 4.

55 Vgl. Schuegraf, Martina: „Medienkonvergenz und Celebrity,“ in: EEO Enzyklopädie Erziehungswissenschaften Online, Ausgabe 2012, online: https://content-select.com/media/moz_viewer/52824881-a7a8-4b52-a25e-11372efc1343/language:de, aufgerufen am 19.01.2020. S. 4; Grimme Institut (Hrsg.): „Digitale Gesellschaft: Im Blickpunkt. Medienkonvergenz“, September 2008, online: https://imblickpunkt.grimme-institut.de/wp/wp-content/uploads/2014/12/IB-Medienkonvergenz.pdf, aufgerufen am 19.01.2020.

56 Vgl. Schuegraf (2012), S. 4; Geser, Marc-Etienne: „Strategieperspektiven für TV 2.0“. „Digitale Netzwerkmedien und ihre Auswirkungen auf Fernsehunternehmen“, 2014, Wiesbaden: Springer VS, S. 48.

57 Schunk, Holger/Könecke, Thomas/Regier, Stefanie: „Grundlagen zur Marke und einigen relevanten Trends der Markenführung“, in: Schunk, Holger/Könecke, Thomas/Regier, Stefanie (Hrsg.): „Marke und Medien“, 2016, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 30 f.

58 Vgl. ebd., S. 31.

59 Vgl. Koschnik, Wolfgang: „Was bedeutet Medienkonvergenz?“, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): „Medienkonvergenz. Zusammenwachsen von Fernsehen, Internet, Telekommunikation“, 2010, online: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/GuS_37_Medienkonvergenz.pdf, aufgerufen am 19.01.2020; Grimme-Institut (Hrsg.) (2008); siehe Kapitel 5.5.

60 Vgl. RTL interactive GmbH (Hrsg.): „Freuen Sie sich auf VOXup“, (o. D.), online: https://www.vox.de/cms/voxup.html, aufgerufen am 19.01.2020.

61 Vgl. Deuerling (2016), S. 17.

62 Siehe Anhang 2: „Marktanteile der AGF- und Lizenzsender im Tagesdurchschnitt 2018“.

63 Vgl. Deuerling (2016), S. 17.

64 Siehe Abbildung 3: „Marktanteile ausgewählter Fernsehsender im 1. Halbjahr 2019“.

65 Vgl. Beisch/Koch/Schäfer (2019), S. 375; siehe Anhang 20: „Prozentuale Internetnutzung in Deutschland im Vergleich: 1997 bis 2019“.

66 Twitch.tv ist ein Videoportal, auf welchem unter anderem Videospiele der Nutzer live übertragen werden.

67 Vgl. Goldhammer, Klaus: „Disruption in Vollendung. Nonlineare Nutzung strukturiert den Bewegtbildmarkt um“, in: Goldmedia GmbH Strategy Consulting (Hrsg.): „Goldmedia Trendmonitor 2019,“ 13.12.2018, online verfügbar unter: https://www.goldmedia.com/produkt/study/goldmedia-trendmonitor/, aufgerufen am 21.01.2020, S. 4-7. ; Deuerling (2016), S. 30.

68 Vgl. Hofem, Katja: Joyn, Vortrag, 24.10.2019, München: ICM – Internationales Congress Center München, Vortrag abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=DVmysa7-Q4Q&list=PLtyf0vs_KvegiR_djN4LoRI3-gfxrP4iB&index=18, aufgerufen am 19.01.2020, Min. 05:10-05:20.

69 Vgl. Conze, Max (2019), zitiert nach ProSiebenSat.1 Media SE (Hrsg.) (a): „Geschäftsbericht 2018“. „We Love To Entertain“. „Create“. „Win“., 25.02.2019, online: https://www.prosiebensat1.com/uploads/2019/03/21/P7S1_GB18_D.pdf, S. 1, aufgerufen am 19.01.2020, S. 5.

70 Karstens, Eric: „Wertschöpfungssystem lineares Fernsehen“, in: Krone, Jan und Pellegrini, Tassilo (Hrsg.): „Handbuch Medienökonomie“, 2016, Wiesbaden: Springer VS, S. 7.

71 Vgl. Schröder, Jens: „Nielsen-Bilanz 2019: Mobile baut seinen Marktanteil am Werbemarkt aus, Printmedien verlieren, Procter & Gamble größter Werber“, 22.01.2020, online: https://meedia.de/2020/01/22/nielsen-bilanz-2019-mobile-baut-seinen-marktanteil-am-werbemarkt-aus-printmedien-verlieren-procter-gamble-groesster-werber/, aufgerufen am 23.01.2020.

72 Vgl. Schumann/Matthias, Hess/Thomas, Hagenhoff/Svenja: „Grundfragen der Medienwirtschaft“. „Eine betriebswirtschaftliche Einführung“, 5. Aufl., 2014, Berlin Heidelberg: Springer Gabler, S. 27 f.

73 Vgl. Wirtz (2016), S. 464.

74 Vgl. ebd., S. 466.

75 Vgl. ebd., S. 38.

76 Vgl. Wirtz (1994), S. 19, zitiert nach Wirtz (2016), S. 37.

77 Vgl. Wirtz (2016), S. 503; Wolff, Per-Erik: „TV MarkenManagement“. „Strategische und operative Markenführung“, 2006, München: Verlag Reinhard Fischer, S. 173.

78 Vgl. Wirtz (2016), S. 38.

79 Meier (2019), S. 30.

80 Vgl. Meier (2019), S. 29-35.

81 Meier (2019), S. 30.

82 Ebd.

83 Ebd.

84 Vgl. ebd., S. 30 f.

85 Meier (2019), S. 30.

86 Vgl. ebd., S. 31.

87 Vgl. Die News-WG: news_wg, (o. D.), online: https://www.instagram.com/news_wg/, aufgerufen am 19.01.2020.

88 Meier (2019), S. 30.

89 Vgl. Fasel, Christoph: Nutzwertjournalismus, 2004, Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft, zitiert nach Meier (2019), S. 33.

90 Vgl. Meier (2019), S. 33.

91 Meier (2019), S. 30.

92 Vgl. ebd., S. 34.

93 Meier (2019), S. 30.

94 Ebd.

95 Jacobs, Olaf und Lorenz, Theresa: „Wissenschaft fürs Fernsehen“. „Dramaturgie, Gestaltung, Darstellungsformen“, 2014, Wiesbaden: Springer VS, S. 9.

96 Vgl. Milde, Jutta: „Vermitteln und Verstehen“. „Zur Verständlichkeit von Wissenschaftsfilmen im Fernsehen“, 2009. Wiesbaden: Springer VS, S. 35.

97 Albrecht, Bernhard: „Wissenschaft im Privatfernsehen“. „Happy Hour des Wissens - Zutaten zum Galileo-Cocktail“, in: Wormer, Holger (Hrsg.): „Die Wissensmacher“. „Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland“, 1. Aufl., 2006, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. S. 135.

98 Vgl. ebd., S. 138-143.

99 Vgl. ebd., S. 135.

100 Meier (2019), S. 30.

101 Vgl. Grimme-Institut (Hrsg.): „46. Grimme-Preis 2010. Galileo Spezial – Karawane der Hoffnung (ProSieben)“, (o. D.), online: https://www.grimme-preis.de/archiv/2010/preistraeger/p/d/galileo-spezial-karawane-der-hoffnung-prosieben/, aufgerufen am 19.01.2020.

102 Vgl. Richter, Christian: „«Galileo» gewinnt «Goldene Rose d’Or»“, 23.09.2010, online: http://www.quotenmeter.de/n/44750/galileo-gewinnt-goldene-rose-d-or, aufgerufen am 19.11.2019.

103 Vgl. Presseportal.de (Hrsg.): „‘Galileo Spezial‘ gewinnt Gold! Stiftungspreis der Vereinten Nationen für ‚Die unsichtbare Mauer – Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa‘“, 19.12.2012, online: https://www.presseportal.de/pm/25171/2385509, aufgerufen am 19.01.2020.

104 Vgl. Deutscher Fernsehpreis GmbH (Hrsg.): „2017 Bestes Infotainment. Galileo“, (o. D.), online: https://www.deutscher-fernsehpreis.de/verleihung/nominierungsdetails/details-2017/2017-bestes-infotainment-galileo/, aufgerufen am 19.01.2020.

105 Anhang 3: „Ergebnisse der Expertenbefragung“, Interview 2, 21.11.2019, Herr Prof. Dr. Jo , Frage F12.

106 Wirtz (2016), S. 486.

107 Vgl. Siehe Anhang 12: „Interview mit Galileo“, Frage F14; Albrecht (2006), S. 131.

108 Siehe Anhang 12: „Interview mit Galileo“, Frage F14.

109 Im aktuellen Aufmacher geht es um drei bis vier tagesaktuelle Themen, die am Ausstrahlungstag von internen Redakteuren produziert werden. Freitags wird der aktuelle Aufmacher von den Clips der Woche ersetzt, wobei spektakuläre und unterhaltsame Videos gezeigt werden, die innerhalb der laufenden Woche viral gegangen sind.

110 Siehe Anhang 5: „Galileo-Moderatoren“.

111 Wulff, Hans Jürgen (Hrsg.): „Lexikon der Filmbegriffe. Sendezeiten: Übersicht“, (o. D.), online: https://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=4952, aufgerufen am 19.01.2020.

112 Siehe Anhang 14: „Top-10-Sendetitel der Sparte Information“.

113 Vgl. ProSiebenSat.1 Media SE (Hrsg.) (2019) (a), S. 22.

114 Siehe Anhang 6: „Veranstalterbeteiligungen und Programme der ProSiebenSat.1 Media SE“; ProSiebenSat.1 Media SE (Hrsg.): Portfolio. Entertainment. Free-TV Sender, Werbe- und Programmfenster, (o. D.), online: https://www.prosiebensat1.com/portfolio/#entertainment, aufgerufen am 19.01.2020.

115 Vgl. KEK: ProSiebenSat.1 Media SE. „Kurzportrait“. „Veranstalterbeteiligungen im bundesweiten Fernsehen“, (o. D.), online: https://www.kek-online.de/medienkonzentration/tv-sender/unternehmenssteckbriefe/prosiebensat1/, aufgerufen am 19.01.2020.

116 Siehe Abschnitt 2.2: Wandel des Fernsehmarkts zum Bewegtbildmarkt.

117 Siehe Anhang 7: „Marktanteile ausgewählter TV-Sender in Deutschland im Dezember 2019 (WRZ)“; Anmerkung: In Abschnitt 2.2 wurde bereits auf die Marktanteile ausgewählter Sender eingegangen, diese beziehen sich jedoch auf die deutsche Gesamtbevölkerung im kompletten ersten Halbjahr 2019. Anhang 7 zeigt die Marktanteile, welche die einzelnen Sender zuletzt in der werberelevanten Zielgruppe, also in der 14- bis 49-jährigen Gesamtbevölkerung erzielten. Zum Zeitpunkt der Ausarbeitung der vorliegenden Arbeit handelte es sich bei den „Dezember-Zahlen“ um die aktuellsten veröffentlichten Marktanteile in der WRZ.

118 ProSiebenSat.1 Media SE (Hrsg.) (a), S. 1.

119 Prosieben.de, kabeleins.de, sat1.de etc.

120 Unter anderem Telefon-Gewinnspiele bei Galileo.

121 Vgl. Schweitzer, Marcell: „Planung und Steuerung“, in: Bea, Franz Xaver/Friedl, Birgit/Schweitzer, Marcell (Hrsg.): „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Bd. 2: Führung“, 9. Aufl., 2005, Stuttgart: Lucius und Lucius Verlagsgesellschaft mbH, S. 98 f.

122 Vgl. Wolf (2006).

123 Vgl. Geser (2014).

124 Vgl. Radtke, Stefan Ulrich: „Strategisches Management von etablierten Fernsehsendern im digitalen Zeitalter“. „Ein ressourcen- und fähigkeitenbasierter Ansatz“, 2010, Wiesbaden: Springer Gabler.

125 Vgl. Wolf (2006), S. 174 ff.

126 Siehe Anhang 8: „Wesentliche Literatur der Umwelt- und Branchenstrukturanalyse“.

127 Pfadenhauer, Michaela: „Auf gleicher Augenhöhe reden“. „Das Experteninterview – ein Gespräch zwischen Experte und Quasi-Experte“, in: Bogner, Alexander/Littig, Beate/Menz, Wolfgang (Hrsg.): „Das Experteninterview“. „Theorie, Methode, Anwendung“, 2002, Opladen: Leske +. Budrich. S. 113.

128 Bogner, Alexander und Menz, Wolfgang: „Expertenwissen und Forschungspraxis: die modernisierungstheoretische und die methodische Debatte um die Experten“, in: Bogner, Alexander/Littig, Beate/Menz, Wolfgang (Hrsg.): „Das Experteninterview“. „Theorie, Methode, Anwendung“, 2002, Opladen: Leske +. Budrich. S. 18.

129 Bogner und Menz (2002), S. 45.

130 Siehe Anhang 3: „Ergebnisse der Expertenbefragung“.

131 Vgl. Kaiser, Robert: “Qualitative Experteninterviews”. “Konzeptionelle Grundlagen und praktische Durchführung“, 2014, Wiesbaden: Springer VS, S. 53.

132 Vgl. Gläser, Jochen und Laudel, Grit: „Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse“. „Experteninterviews“, 4. Aufl., 2010, Wiesbaden: Springer VS, S. 115.

133 Vgl. Kaiser (2014), S. 53.

134 Vgl. Bogner, Alexander/Littig, Beate/Menz, Wolfgang: „Interviews mit Experten“. „Eine praxisorientierte Einführung“, 2014, Wiesbaden: Springer VS, S. 27-34.

135 Kaiser (2014), S. 90.

136 Ebd., S. 92.

137 Vgl. ebd., S. 91.

138 Vgl. ebd., S. 95.

139 Ebd.

140 Vgl. ebd., S. 91 f; Beispielsweise wurden Aussagen wie „Aktualität“ oder „Ausbau des digitalen Angebots“ der Kategorie „Erfolgsfaktoren Galileo“ zugeordnet.

141 Vgl. ebd., S. 92 und 110-114.

142 Vgl. ebd., S. 92 und 114-123.

143 Vgl. Porter, Michael: „Wettbewerbsstrategie“. „Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten“, 12. Aufl., 2013, Frankfurt am Main: Campus Verlag GmbH, S. 37.

144 Vgl. Schweitzer (2005), S. 98 f.

145 Vgl. Wolf (2006), S. 166 f, 174, 190 ff.

146 Wolf (2006), S. 167.

147 Siehe Anhang 3: „Ergebnisse der Expertenbefragung“, Interview 3, 21.11.2019, Herr Prof. Dr. Matthias Kurp, Frage F14.

148 Egger, Andreas und Gerhard, Heinz: Bewegtbildnutzung 2019, in: „Media Perspektiven“, Heft 9/2019, 2019, S. 404.

149 Vgl. Kurp (2019), S. 8.

150 Siehe Abbildung 9: “Lineare vs. nicht-lineare Bewegtbildnutzung der 30- bis 49-Jährigen“.

Ende der Leseprobe aus 158 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter am Beispiel von Galileo
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
158
Katalognummer
V923380
ISBN (eBook)
9783346252968
ISBN (Buch)
9783346252975
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bachelorarbeit, Erfolgsfaktoren, digitales Zeitalter, Galileo, Wissensmagazine, Fernsehen, TV-Branche, Medienwandel, Crossmedia, Prosieben, Journalismus
Arbeit zitieren
Chiara Roth (Autor), 2020, Erfolgsfaktoren werbefinanzierter Wissensmagazine im digitalen Zeitalter am Beispiel von Galileo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923380

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