Krafttraining bei chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Diagnose und Trainingsplan


Einsendeaufgabe, 2020

21 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 TEILAUFGABE 1 - DIAGNOSE
1.1 Allgemeine und biometrische Date
1.2 Bewertung des allgemeinen Gesundheitszustandes
1.3 Bewertung des Blutdrucks
1.4 Kraftmessung mittels Mehrwiederholungskrafttest (X-RM-Test)
1.4.1 Begründung der Auswahl des Testverfahrens
1.4.2 Detaillierter Testablauf
1.4.3 Darstellung der Testergebnisse
1.4.4 Auswirkungen der Testergebnisse auf die Trainingsplanung

2 TEILAUFGABE 2 - ZIELSETZUNG/PROGNOSE
2.1 Begründung der Ziele

3 TEILAUFGABE 3 - TRAININGSPLANUNG MAKROZYKLUS
3.1 Darstellung des Makrozyklus
3.2 Begründung der Wahl der übergeordneten Trainingsmethode
3.3 Begründung der Belastungsparameter
3.4 Begründung der Organisationsform
3.5 Begründung der Periodisierung

4 TEILAUFGABE 4 - TRAININGSPLANUNG MESOZYKLUS
4.1 Darstellung des Mesozyklus
4.2 Das Aufwärmen
4.3 Der Hauptteil - Begründung der Übungsauswahl
4.3.1 Kniebeuge (Langhantel mit Schulterauflage)
4.3.2 Kabelziehen über Kreuz (Kabelzug)
4.3.3 Kreuzheben (L anghantel)
4.3.4 Rudern sitzend (Kabelzug)
4.3.5 Adduktion (Gerät)
4.3.6 Abduktion (Gerät)
4.3.7 F unktionscrunch
4.3.8 Hyperextension
4.4 Das Abwärmen (Cool-Down)

5 TEILAUFGABE 5 - LITERATURRECHERCHE
5.1 Studie 1
5.2 Studie 2

6 LITERATURVERZEICHNIS

7 TABELLENVERZEICHNIS

1 Teilaufgabe 1 - Diagnose

1.1 Allgemeine und biometrische Date

Nachfolgend zeigt Tabelle 1 allgemeine Daten zur Testperson.

Tab. 1: Allgemeine Daten der Testperson (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die nachstehende Tabelle zeigt die relevanten biometrischen Daten der Testperson.

Tab. 2: Biometrische Daten der Testperson (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Bewertung des allgemeinen Gesundheitszustandes

Vor dem Eingangsgespräch fand eine orthopädische Untersuchung statt, in welcher eine Haltungsschwäche (Hypolordose) des unteren Rückens diagnostiziert wurde. Aus dieser Haltungsschwäche resultieren Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur, wel­che oftmals zu Schmerzen führen. Als Behandlung sieht der Orthopäde eine physiothera­peutische Behandlung sowie allgemeines und unterstützendes Krafttraining vor. Dazu weist der Kunde keine internistischen Probleme auf und ist nicht in ärztlicher oder unter medikamentöser Behandlung.

1.3 Bewertung des Blutdrucks

Zum Messzeitpunkt lag der Blutdruck des Kunden bei 127/80 mmHg. Im Vergleich die­ses Wertes mit den Normwerten der European Society of Cardiology (Williams, et al., 2018, S. 3030), gilt der Blutdruck als normal. Somit können kardiologische Gefahren hinsichtlich des Krafttrainings ausgeschlossen werden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Klassifikationen des Blutdrucks nach Richtlinien der European Society of Cardiology.

Tab. 3: Classification of office blood pressure and definitions of hypertension grade (modifiziert nach European Society of Cardiology, 2018, S. 3030)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4 Kraftmessung mittels Mehrwiederholungskrafttest (X-RM-Test)

1.4.1 Begründung der Auswahl des Testverfahrens

Der Kunde erwähnt im Einführungsgespräch Rückenbeschwerden, die bei der Auswahl des Testverfahrens ein Verwenden des 1-RM-Test ausschließen. Hauptbestandteil des 1- RM-Tests ist die Testung der dynamisch-konzentrischen Maximalkraft, wobei auf den Kunden hohe mechanische und physische Belastungen wirken. Es muss davon ausgegan­gen werden, dass der Kunde den 1-RM-Test nicht ohne Probleme bewältigen könnte, da­her wird der 1-RM-Tests als kritisch betrachtet.

Um dennoch die Kraftleistung des Kunden zu bestimmen, wird ein Mehrwiederholungs­krafttest (X-RM-Test) herangezogen. Bei diesem Krafttest wird das maximal dynamisch­konzentrisch zu bewältigende Gewicht bei einer vorher bestimmten Wiederholungszahl ermittelt. Die Wiederholungzahl wird der im jeweiligen Mesozyklus gewählten Wieder­holungszahl gleichgesetzt. Auf den Kunden wirken in diesem Testverfahren vergleichs­weise geringere mechanische und physische Belastungen. Folglich ist das Potential einer problematischen Durchführung als geringer anzusehen. Zur Makrozyklusplanung wird die Individuelle-Leistungsbild-Methode (ILB-Methode) angewendet, um die optimale Belastungsintensität zu ermitteln. Die ILB-Methode muss an dieser Stelle den Vorzug vor einer Intensitätsbestimmung über das subjektive Belastungsempfinden erhalten. Sowohl als fortgeschrittener Athlet, wie auch als Trainingseinsteiger ist es schwierig, im Kraft­training eine Belastung subjektiv einzuschätzen. Der X-RM-Test ist im Gegensatz zu den anderen zwei Testverfahren mit weniger Störfaktoren behaftet, wodurch die Kraftleistung des Kunden präziser getestet werden kann.

1.4.2 Detaillierter Testablauf

Der Kunde bevorzugt das Training in seiner Mittagspause zwischen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr. Um die Bedingungen im Testverfahren identisch zum Training zu halten, wird das Testverfahren ebenfalls in dieser Zeitspanne terminiert. Durch die identischen Bedingun­gen können verschiedene Störfaktoren ausgeschlossen oder verringert werden. Die ge­planten Tests werden so vergleichbarer gestaltet.

Bevor das eigentliche Testverfahren durchgeführt werden kann, wird das allgemeine Auf­wärmen zur Mobilisation des Herz-Kreislauf-Systems, Verletzungsprophylaxe und Erhö­hung der Körperkerntemperatur als wichtiger Hauptbestandteil der Vorbereitung durch­geführt. Das allgemeine Aufwärmen besteht aus einer zwölf minütigen Laufeinheit auf dem Laufband bei einer Intensität von 35-50% Hfmax. (Tschirner, 2011, S.63).

Im Anschluss folgt ein spezifisches Aufwärmen, welches speziell die lokalen Muskel­gruppen und Gelenkstrukturen, die im Testverfahren beansprucht werden, für die folgen­den Belastungen aktiviert und stimuliert. Dabei darf bei jeder zu testenden Übung eine Intensität von 50% der voraussichtlichen Maximalleistung nicht überschritten werden.

Darauf folgt das Testverfahren, in dem das maximal konzentrisch bewältigbare Gewicht für zwölf Wiederholungen gemessen wird. Im ersten Testsatz wird ein Einstiegsgewicht auf Basis der Trainings- und Trainererfahrung gewählt. Ist dieses Gewicht in folgenden Testsätzen für die angegebene Wiederholungszahl zu gering oder zu hoch angesetzt wird das Gewicht, je nach subjektivem Belastungsempfinden des Kunden um 5%, 10% oder 25% erhöht oder gesenkt. Zwischen den jeweiligen Testsätzen ist eine Pausenzeit von jeweils drei Minuten zu beachten. Maximal nach dem dritten Testsatz sollte der Kunde ein Testgewicht erreicht haben, mit dem er die zwölfte Wiederholung nur mühsam kon­zentrisch bewältigen konnte, ohne dabei eine Einbruch der technisch korrekten Ausfüh­rung zu tolerieren. Die nachstehende Tabelle zeigt den methodischen Ablauf des Tests.

Tab. 4: Methodischer Ablauf eines Mehrwiederholungskrafttests zur Ermittlung des 12-RM (Tes­tablaufschema nach Zimmer, 1999, S. 45-47)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4.3 Darstellung der Testergebnisse

Die Nachfolgende Tabelle zeigt die Testergebnisse des 12-RM-Tests. Die Übungen Funktionscrunch und Hyperextension werden im Test nicht berücksichtigt, da diese ohne Zusatzgewicht erfolgen. Das Testgewicht einiger Übungen wurde bereits im zweiten Testsatz erreicht, weshalb eine dritter Testsatz übersprungen wurde.

Tab. 5 Testergebnisse des 12-RM-Tests des Kunden (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4.4 Auswirkungen der Testergebnisse auf die Trainingsplanung

Interindividuelle Leistungsvergleiche sind aufgrund fehlender Referenzwerte nicht mög­lich. Es wirken unterschiedliche Einflussfaktoren, wie Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Messung und der aktuelle Leistungsstand des Kunden auf die Ergebnisse des X-RM-Tests ein und können diese beeinflussen und pervertieren. Wenn von vornerein die Testabläufe konsequent und exakt standardisiert werden, ist ein intraindividueller Leistungsvergleich möglich. Ein X-RM-Test kann überwiegend als Tool zur Bestimmung der Intensität für die jeweiligen Übungen im Mesozyklus verwendet werden. Die Erhebung der Trai­ningsintensitäten wird durch die ILB-Methode realisiert. Folglich wird der X-RM-Test vor jedem neuen Mesozyklus durchgeführt, um für den neuen Mesozyklus die richtigen Intensitäten zu eruieren.

2 Teilaufgabe 2 - Zielsetzung/Prognose

Auf die Trainingsziele des Kunden wurde im Eingangsgespräch genauer eingegangen. Größte Priorität wurde hier der Schmerzreduktion beigemessen. Gleichzeitig möchte der Kunde einen Zuwachs von Muskelmasse verwirklichen und zusätzlich überschüssiges Fett verlieren. Das letztgenannte Ziel setzt er mit einer niedrigen Priorität an. In Folge des Eingangsgesprächs wurden die Ziele ausgearbeitet und in der nachfolgenden Tabelle kon­kretisiert.

Tab. 6 Zielsetzung des Kunden und Prognose der Zielerreichung (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Begründung der Ziele

Der Kunde beschreibt seine Schmerzen im Nackenbereich und dem unteren Rücken. Ur­sache hierfür ist eine Haltungsschwäche (Hypolordose) im unteren Rücken. Das priori­sierte Ziel Schmerzreduktion muss durch einen gezielten Muskelaufbau der beteiligten Strukturen erfolgen. Vorrangige Methode ist das Krafttraining der Muskulatur, die der Haltungsschwäche entgegenwirkt. Mögliche Störfaktoren, die für die Schmerzreduktion zielbeeinträchtigend sein können, werden durch regelmäßige Kontrollen ausgeschlossen. Der Muskelaufbau wird als mittelfristiges Ziel dargestellt. In der Literatur wird das Wachstum der Muskelmasse von Trainingshäufigkeit, -organisation, -intensität und An­zahl an Trainingsjahren abhängig gemacht. In einem Beispiel wird bei einem Trainings­anfänger nach einem Jahr intensivem Krafttraining eine Volumenzunahme des Oberarms von ca. 25%, beziehungsweise 4-5 cm Umfangszunahme gemessen. Es ist festzuhalten, dass durch eine intensive Trainingsperiode von einem Jahr ein Muskelmassenzuwachs zu verzeichnen sein kann (Gottlob, 2020, S. 4). Demzufolge wünscht sich der Kunde nach Beendigung des ersten Mesozyklus ein Muskelmassenzuwachs von ungefähr 3,5 Kilo­gramm verzeichnen zu können. Die Fortschritte des Muskelmassenzuwachs werden durch regelmäßige Bioimpedanzanalysen dokumentiert. Durch Kraft- und Muskelauf­bautraining ist es realistisch, nach drei Monaten eine signifikante Schmerzreduktion zu registrieren (Weishaupt, 1999). Dies kann sich nach subjektiven Empfinden des Kunden, auf einer Skala von eins bis zehn, um eine Reduzierung von bis zu drei Punkten auswir­ken. Der Kunde möchte sich auf sein Ziel der Fettreduktion zu Beginn nicht besonders fokussieren, infolgedessen wird dies als langfristiges Ziel gewertet. Die Fettreduktion wird beim Kraftausdauertraining durch einen zusätzlichen Ernährungsplan aufgegriffen. Bei dem Muskelaufbautraining wird zusätzlich der Stoffwechsel angeregt und der Grund­umsatz steigt, wodurch aktiv Körperfett verbrannt wird (Tschirner 2011, S. 13). Demzu­folge kann eine Fettreduktion um sechs Kilogramm in insgesamt sechs Monaten realis­tisch werden.

3 Teilaufgabe 3 - Trainingsplanung Makrozyklus

3.1 Darstellung des Makrozyklus

In folgender Tabelle wird ein Makrozyklus dargestellt. Der Makrozyklus spezialisiert sich auf drei Mesozyklen, die jeweils eine Dauer von acht Wochen aufweisen.

Tab. 7 Makrozyklusplanung für sechs Monate (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Begründung der Wahl der übergeordneten Trainingsmethode

„Die Optimierung der Muskelfunktion (Koordination und Kraft) sowie die gezielte Stoff­wechselsteigerung im Beschwerdebereich, die durch ein Krafttraining bewirkt werden, sind therapeutisch relevant, physiologische Komponenten einer erfolgreichen Therapie“ (Pauls, 2015, S.33). Daraus resultiert, dass eine Kombination von Muskelaufbau- und Kraftausdauertraining eine optimale Wirkung auf die Ziele der Schmerzreduktion, des Muskelaufbaus und der Fettreduktion beim Kunden hat.

Der Kunde hat schon Erfahrung im Kraftsport und wird als fortgeschritten eingestuft. Der Einstieg mit Muskelaufbautraining ist somit realisierbar. Da der Schwerpunkt auf Schmerzreduktion und Muskelaufbau liegt, wird mit einem sanften Muskelaufbautraining mit geringerer Intensität begonnen. Die Intensität wird gering gewählt, um ein Ver­schlechtern der Schmerzen durch hohe Belastung auszuschließen. Nach acht Wochen Muskelaufbautraining folgen acht Wochen Kraftausdauertraining.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Krafttraining bei chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Diagnose und Trainingsplan
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,9
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V923466
ISBN (eBook)
9783346287335
ISBN (Buch)
9783346287342
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krafttraining, rückenschmerzen, diagnose, trainingsplan
Arbeit zitieren
Lars Teichert (Autor), 2020, Krafttraining bei chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Diagnose und Trainingsplan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923466

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