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Innovative Pflegeausbildungen in Deutschland am Beispiel des Essener Modells

Title: Innovative Pflegeausbildungen in Deutschland am Beispiel des Essener Modells

Presentation (Elaboration) , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Schwenk (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Seit etwa Mitte der 80er Jahre gibt es viele unterschiedliche Überlegungen, die Pflegeausbildung in Deutschland weiterzuentwickeln. Diese Bemühungen haben eine Intention gemeinsam, nämlich die klassische Trennung der Ausbildung in Kinderkrankenpflege, Altenpflege und Krankenpflege ganz oder teilweise aufzuheben (vgl. Görres et al. S. 2001).
Ausgangspunkt für diese Weiterentwicklungen sind die veränderten Rahmenbedingungen, unter denen Pflege stattfindet. Hierunter lässt sich der demografische Wandel der Gesellschaft, die gesteigerte Nachfrage nach Pflege, Beratung und Betreuung, die Bedeutungszunahme von Prävention, Rehabilitation und Gesundheitsförderung durch den Wandel des Gesundheitsspektrums sowie die wachsende Zahl verwirrter oder gerontopsychiatrisch beeinträchtigter Menschen aufführen (vgl. Görres et al. S.49). Dies bildet ein neues Anforderungsprofil für Pflegende, an dem die Pflegeausbildung sich neu orientieren muss.
Mit der Reform der Pflegeausbildung soll u.a. Qualifikationsunterschiede beseitigt sowie die horizontale und vertikale Durchlässigkeit für Pflegekräfte erhöht werden.
Um eine vertikale Durchlässigkeit zu schaffen, ist es notwendig, zusätzliche Angebote, in denen ergänzend zum Berufsabschluss die Fachoberschulreife bzw. die fachgebundene Hochschulreife, die man beispielsweise im Rahmen der integrativen Ausbildung in Marburg erwerben kann, zu schaffen. Noch wichtiger für die Pflege ist allerdings die horizontale Durchlässigkeit zwischen Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege und eine damit einhergehende gemeinsame Grundausbildung, die das Überwechseln im Zuge beruflicher Mobilität erleichtern würde und eine „wesentliche Grundlage zur Entwicklung von übergreifenden klientenorientierten Pflegekonzepten in der Praxis, als auch im Rahmen von Forschung und Lehre“ (Uhl 2003, S.6) darstellt.
Dieses Referat soll im ersten Teil einen kurzen Überblick über einige innovative und beispielhafte Ausbildungsmodelle in der Pflege geben. Im Anschluss daran wird der Modellausbildungsgang „Gemeinsame Grundausbildung“ des Caritasverbandes EssenEssen unter Leitung von Frau Prof. Dr. Uta Oelke vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Ausbildungsmodelle in Deutschland

2.1 Integrierte Ausbildungen wie z.B. in Essen (1997-2000)

2.2 Integrative Ausbildung, z.B. in Stuttgart

2.3 Generalistische Ausbildungen z.B. in Berlin (2004-2007) oder Heidelberg (in Planung)

3. Der Modellversuch „Gemeinsame Grundausbildung in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege“

3.1 Beschreibung des Modellversuchs

3.1.1 Ausbildungsziele

3.1.2 Stufenaufbau

3.1.3 Wechselmöglichkeit

3.1.4 Praktische Ausbildung

3.1.5 Leistungsüberprüfung

3.2 Evaluation des Modellversuchs

3.3 Entwicklung des Curriculums

3.3.1. Erste Phase: Entwicklung eines Testcurriculums

3.3.3 Dritte Phase: Überarbeitung

3.4 Konstruktion des Curriculums

3.4.1 Konstruktionsmerkmal Offenheit

3.4.2 Konstruktionsmerkmal Fächerintegration

3.4.3 Erfahrungsorientierung

3.5 Umsetzung des Curriculums

3.6 Das Curriculum in seiner Grobstruktur

4. Kritikpunkte am Curricum und seiner Evaluation

4.1 Pflegetheoretischer Bezug

4.2 Evaluation

4.3 Schlüsselqualifikationen

4.4 Gemeinsame Inhalte

4.5 Prävention und Gesundheitsförderung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht innovative Ansätze zur Reformierung der Pflegeausbildung in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf das Essener Modell der „Gemeinsamen Grundausbildung“ als praxisorientiertes Forschungsprojekt.

  • Reform der klassischen Pflegeausbildung und Überwindung der Spartentrennung
  • Strukturelle Analyse des „Essener Modells“ (Inhalte, Curriculum, Evaluation)
  • Bedeutung von Schlüsselqualifikationen und fächerintegrativem Lernen
  • Kritische Reflexion von Evaluationsergebnissen und pflegetheoretischen Bezügen
  • Perspektiven für eine generalistische Pflegeausbildung in der Zukunft

Auszug aus dem Buch

3.4.3 Erfahrungsorientierung

Oelke integriert in ihr Curriculum den Ansatz erfahrungsorientierten Lernens. So tauchen Tabuthemen, die sie zum Gegenstand des szenischen Lernens in der Pflege wie Macht und Hierarchie, Angst, Aggression und Gewalt, Trauer und Hilfslosigkeit (vgl. Oelke/Scheller/Ruwe 2000), durchgängig im Curriculum auf. Auch werden die Schüler durchgängig zu Reflexion und Diskussion angeregt. Diese Orientierung begründet sie auf der didaktischen Ebene darin, dass sie die für das Curriculum bedeutsame kritisch-konstruktive Didaktik dahingehend kritisiert, dass diese zu rational ausgerichtet sei, was die Erfahrungsorientierung wieder ausgleicht, da sie auch das Irrationale und Unbewusste im Lernenden anspricht. Auch fördere erfahrungsorientiertes Lernen Kompetenzen im Sinne von Schlüsselqualifikationen, die die SchülerInnen durch das Abschreiben von Folien oder durch das Lauschen von Vorträgen nicht ausbilden, können (vgl. Oelke & Menke 2002, S.115). Zudem entspreche eine Orientierung am erfahrungsorientierten Ansatz den Empfehlungen des deutschen Bildungsrates, in dem der Unterricht so zugestalten sei, dass die Lernenden ihre Erfahrungen einbringen und verarbeiten können (vgl. ebd. S.115).

Auf der professionstheoretischen Ebene begründet Oelke die Integration der Erfahrungsorientierung mit dem professionstheoretischen Ansatz von Weidner, der angelehnt ist an Oevermann. Darin wird Pflegearbeit als vorrangig „situatives Handeln" beschrieben, in dem den „kontextuellen und biografieorientierten Beobachtungs- und Wahrnehmungs- bzw. Interpretations- und Deutungsfähigkeiten eine herausragende Bedeutung" (Oelke & Menke 2002, S.115) zukommt. Auf Ihre Förderung zielt das szenische Spiel ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer pflegepädagogischen Weiterentwicklung in Deutschland, um den Anforderungen des demografischen Wandels und der zunehmenden Komplexität im Gesundheitswesen zu begegnen.

2. Verschiedene Ausbildungsmodelle in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über aktuelle Reformansätze wie integrierte und generalistische Modelle, die darauf abzielen, die horizontale Durchlässigkeit zwischen den Pflegeberufen zu fördern.

3. Der Modellversuch „Gemeinsame Grundausbildung in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege“: Hier wird das Essener Modell als umfassendes Forschungsprojekt detailliert vorgestellt, wobei Struktur, Curriculum, Zielsetzung und die pädagogische Methodik im Zentrum stehen.

4. Kritikpunkte am Curricum und seiner Evaluation: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Schwachstellen des Modellversuchs auseinander, insbesondere hinsichtlich des Fehlens pflegetheoretischer Bezüge, der Evaluationsmethodik und der Implementierung von Schlüsselqualifikationen.

5. Fazit: Das Fazit würdigt das Essener Modell als Meilenstein der pflegepädagogischen Entwicklung, mahnt jedoch an, dass die traditionelle Trennung der Ausbildungsgänge mittelfristig zugunsten einer generalistischen Ausbildung aufgegeben werden muss.

Schlüsselwörter

Pflegeausbildung, Essener Modell, Generalistik, Curriculum, Pädagogik, Schlüsselqualifikationen, Lernfeldansatz, Fächerintegration, Erfahrungsorientierung, Evaluation, Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Reform, Gesundheitsförderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Reform der pflegerischen Ausbildung in Deutschland und analysiert das „Essener Modell“ als ein wegweisendes Beispiel für eine gemeinsame Grundausbildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung und Konstruktion von Curricula, der Wandel von der fachspezifischen zur generalistischen Ausbildung sowie die wissenschaftliche Evaluation pflegepädagogischer Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die didaktischen und strukturellen Grundlagen des Essener Modells aufzuzeigen und kritisch zu prüfen, inwieweit dieses Modell den Anforderungen einer modernen, generalistischen Pflegeausbildung gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit pflegepädagogischen Forschungsprojekten sowie entsprechenden Fachexpertisen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des Modellversuchs (Ziele, Stufenaufbau, Curriculumkonstruktion) und eine kritische Diskussion der pflegetheoretischen Fundierung sowie der Evaluationsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Pflegeausbildung, Essener Modell, Curriculum, Schlüsselqualifikationen, Fächerintegration und Generalistik.

Wie wurde die „Offenheit“ im Curriculum des Essener Modells verstanden?

Offenheit bedeutet hier den Verzicht auf eng operationalisierte Lernziele, um den Lehrenden mehr Handlungsspielraum bei der Gestaltung des Unterrichts zu geben und ihn stärker an den Bedürfnissen der Lernenden auszurichten.

Warum steht die Evaluation des Modells in der Kritik?

Die Kritik entzündet sich daran, dass die wissenschaftliche Leitung (Prof. Dr. Uta Oelke) zugleich maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung des Curriculums beteiligt war, was die Unabhängigkeit der Prüfung infrage stellt.

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Details

Title
Innovative Pflegeausbildungen in Deutschland am Beispiel des Essener Modells
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
1,3
Author
Michael Schwenk (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V92346
ISBN (eBook)
9783638057394
ISBN (Book)
9783640850389
Language
German
Tags
Innovative Pflegeausbildungen Deutschland Beispiel Essener Modells
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schwenk (Author), 2005, Innovative Pflegeausbildungen in Deutschland am Beispiel des Essener Modells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92346
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