Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho

Der Minimalinhalt nach H. L. A. Hart und die neuzeitlichen Naturrechtslehren

Ein kurzer Einblick in die sachlichen Zusammenhänge

Título: Der Minimalinhalt nach H. L. A. Hart und die neuzeitlichen Naturrechtslehren

Examen , 2020 , 10 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Julian Faber (Autor)

Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Bei der Suche nach sachlichen Zusammenhängen zwischen dem Konzept des Minimalinhalts von H.L.A. und neuzeitlichen Erträgen der Naturrechtslehre geht diese Arbeit systematisch vor: Zunächst werden die Begriffe „Naturrecht“ und „Rechtspositivismus“ kurz erläutert. Im darauffolgenden Hauptteil werden die einzelnen von Hart formulierten Minimalinhalte des Naturrechts kurz zusammengefasst.

Anschließend werden dann, sofern sie sinnvoll hergestellt werden können, sachliche Zusammenhänge zu den Erträgen der neuzeitlichen Naturrechtslehre aufgezeigt und miteinander in Beziehung gesetzt. Dieses Verfahren ermöglicht zum einen eine strukturierte Auseinandersetzung mit den zu bearbeiteten Inhalten und zum anderen eine übersichtliche Darstellung der gewonnen Erkenntnisse. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung werden innerhalb der Konklusion erneut gesammelt.

Im Hinblick auf ihre formalen Grenzen kann diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und beschränkt die zu herausarbeitenden Zusammenhänge, neben einzelnen Verweisen auf andere Autoren wie Rousseau und Machiavelli maßgeblich auf die Erträge der drei für die neuzeitliche Naturrechtsdebatte prägendsten Figuren: Hugo Grotius, Thomas Hobbes und Samuel Pufendorf.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Naturrecht vs Rechtspositivismus

3. Haupteil: Der Minimalinhalt des Naturrechts nach H. L. A. Hart

3.1 Menschliche Verletzbarkeit

3.2 Approximative Gleichheit

3.3 Begrenzter Altruismus

3.4 Begrenzte Mittel

3.5 Begrenztes Verstehen und begrenzte Willensstärke

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die sachlichen Zusammenhänge zwischen H. L. A. Harts Konzeption des "minimal content of natural law" aus seinem Werk "The Concept of Law" und den zentralen Erkenntnissen der neuzeitlichen Naturrechtslehren, insbesondere bei Hugo Grotius, Thomas Hobbes und Samuel Pufendorf.

  • Analyse der "fünf Banalitäten" des menschlichen Lebens nach Hart
  • Vergleich der naturrechtlichen Grundlagen mit dem mechanistischen Menschenbild von Hobbes
  • Untersuchung der Bedeutung von Kooperation und Sanktion für die Rechtsordnung
  • Herausarbeitung der Unterschiede zwischen rechtspositivistischer und naturrechtlicher Argumentation
  • Bewertung der Rolle von Eigentum und Gewaltverbot im Kontext menschlicher Verletzbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Menschliche Verletzbarkeit

Der allgemeine Hinweis auf die Verletzbarkeit des Menschen und das daraus abgeleitete Verletzungs- und Tötungsverbot zielt zunächst auf die Tatsache, dass Recht für gewöhnlich keine aktive Handlungen vorschreibt, sondern bestimmte Handlungen verbietet. Das Phänomen des Rechts kennzeichnet in seiner Praxis also ein prinzipieller Vorrang von Verboten vor Geboten. Daüberhinaus macht Hart anhand dieses Beispiels deutlich, dass es letztlich keinerlei Grundlage für Rechtsnormen im allgemeinen gäbe, sofern die Menschen nicht einmal in der Lage wären, ihre prinzipielle Neigung zu und ihre Verletzbarkeit durch Gewalt als fundamentalste Begründung einer Beschränkung von Gewalt zu akzeptierten. Abschließend stellt Hart heraus, dass der naturrechtliche Ansatz eines Gewaltverbotes somit von der generellen Verletzbarkeit der Menschen abhängig sei. Sofern diese Verletzbarkeit in Vergangenheit oder Zukunft aber nicht vorliege, verlöre das Verbot seine naturrechtliche Grundlage.

Zunächst sei hier auf einen Zusammenhang der von Hart proklamierten Verletzbarkeit und Hobbes Gründen für menschliche Zwiste verwiesen. Neben Wettbewerb und Ruhmsucht sei hier besonders die Diffidence, d.h. das Misstrauen ausschlaggebend. Dieses Misstrauen ließe die Menschen sich einander im Interesse der Sicherheit präventiv bekämpfen. Da sich Hobbes Naturzustand durch das fehlen sozialer und rechtlicher Institutionen auszeichnet, seien Vertrauen, Mitleid und Güte in der Praxis schlicht irrational. Demnach leitet Hobbes aus der Banalität menschlicher Verletzbarkeit (mehr noch: menschlicher Sterblichkeit) eine Moral gemäß des Prinzips „Fressen oder gefressen werden“ und in der Folge eine Begründung für einen diesen Umstand ordnenden Rechtsrahmen ab. Die Tatsache, dass „menschliche Verletzbarkeit“ ausdrücklich Harts erste und damit fundamentalste Banalität ist, folgt dem selben Charakter wie Hobbes, Pufendorfs und Rousseaus proklamierter Selbsterhalt als alle anderen menschlichen Triebe dominierend, wenngleich Hart daraus keinesfalls eine so eindimensionale Anthropologie wie Hobbes ableitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in H. L. A. Harts Rechtsphilosophie und Darstellung der Zielsetzung, Harts "Minimalinhalt des Naturrechts" mit neuzeitlichen Naturrechtslehren zu vergleichen.

2. Naturrecht vs Rechtspositivismus: Erläuterung der theoretischen Gegensätze und Überschneidungen zwischen naturrechtlichen und rechtspositivistischen Denkansätzen in der Rechtsphilosophie.

3. Haupteil: Der Minimalinhalt des Naturrechts nach H. L. A. Hart: Systematische Analyse der fünf von Hart identifizierten "Banalitäten" (Verletzbarkeit, Gleichheit, Altruismus, Mittel, Verstehen) und deren Bezug zu Grotius, Hobbes und Pufendorf.

3.1 Menschliche Verletzbarkeit: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der physischen Verletzbarkeit des Menschen und der Notwendigkeit von Verboten als Grundlage der Rechtsordnung.

3.2 Approximative Gleichheit: Analyse der menschlichen Gleichheit als Basis für die Notwendigkeit wechselseitiger Rücksichtnahme und sozialer Kontrolle.

3.3 Begrenzter Altruismus: Diskussion des ambivalenten Menschenbildes zwischen Egoismus und Altruismus und dessen Bedeutung für die Etablierung eines Rechts- und Unterlassungsapparates.

3.4 Begrenzte Mittel: Erläuterung der Notwendigkeit von Eigentum und Arbeitsteilung ab einem gewissen Lebensstandard als Voraussetzung für soziale Kooperation.

3.5 Begrenztes Verstehen und begrenzte Willensstärke: Analyse der Notwendigkeit rechtlicher Institutionen und Sanktionen aufgrund begrenzter menschlicher Einsicht und Motivation zur Einhaltung von Normen.

4. Konklusion: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse über die Verbindungslinien zwischen Harts Konzeption und der neuzeitlichen Naturrechtsdebatte.

Schlüsselwörter

Rechtsphilosophie, Naturrecht, Rechtspositivismus, H. L. A. Hart, The Concept of Law, Minimalinhalt, Thomas Hobbes, Hugo Grotius, Samuel Pufendorf, Verletzbarkeit, Approximative Gleichheit, Sanktionen, Rechtsordnung, Naturzustand, Gerechtigkeitskriterien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie H. L. A. Harts Konzeption des "Minimalinhalts des Naturrechts" mit den klassischen Theorien der neuzeitlichen Naturrechtslehre verknüpft werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Rechtsphilosophie, den Vergleich von Rechtsbegriffen, das menschliche Verhalten in Abwesenheit von staatlichen Strukturen und die Funktion von Recht als System der wechselseitigen Rücksichtnahme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, sachliche Zusammenhänge zwischen Harts "fünf Banalitäten" und den Werken von Denkern wie Hobbes, Grotius und Pufendorf aufzuzeigen und so die theoretische Basis des Naturrechts zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte theoretische Analyse, bei der zentrale Begriffe definiert und Harts Thesen systematisch in Bezug zu historischen naturrechtlichen Positionen gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die fünf von Hart postulierten Bedingungen menschlicher Existenz einzeln analysiert und ihre jeweilige Relevanz für die neuzeitliche Rechtsdebatte, insbesondere durch den Vergleich mit Hobbes, herausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Naturrecht, Rechtspositivismus, Verletzbarkeit, approximative Gleichheit, Rechtsordnung, Sanktionen und der Begriff des "Minimalinhalt des Naturrechts" nach H. L. A. Hart.

Wie unterscheidet sich Harts Sichtweise von der Befehlstheorie von John Austin?

Hart lehnt die reine Befehlstheorie ab, da er Recht und Sanktion als verbundene, aber voneinander zu unterscheidende Phänomene begreift, statt Recht lediglich als durch Strafen erzwungenen Befehl zu definieren.

Welche Rolle spielt die "approximative Gleichheit" laut Hart für das Recht?

Diese Gleichheit der Menschen macht Kooperation notwendig, da niemand dauerhaft stark genug ist, um andere allein durch Macht zu unterwerfen; ein System gegenseitiger Rücksichtnahme ist daher für alle rational.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Hart zu Thomas Hobbes?

Der Autor sieht in der "menschlichen Verletzbarkeit" und der "approximativen Gleichheit" starke Parallelen zwischen beiden Denkern, merkt jedoch an, dass Hart eine differenziertere Anthropologie verfolgt als das oft eindimensionale Menschenbild bei Hobbes.

Final del extracto de 10 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Minimalinhalt nach H. L. A. Hart und die neuzeitlichen Naturrechtslehren
Subtítulo
Ein kurzer Einblick in die sachlichen Zusammenhänge
Universidad
University of Bonn  (Philosophische Fakultät)
Curso
Einführung in die Rechtsphilosophie
Calificación
1,0
Autor
Julian Faber (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
10
No. de catálogo
V923696
ISBN (Ebook)
9783346312174
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rechtsphilosophe Moralphilosophie H. L. A. Hart Rechtspositivismus Naturrecht Der Minimalinhalt des Naturrechts minimal content of natural law
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julian Faber (Autor), 2020, Der Minimalinhalt nach H. L. A. Hart und die neuzeitlichen Naturrechtslehren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923696
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  10  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint