Ziel der Arbeit ist es, das Verfahren der Delta-Plus-Methode genauer zu erläutern und anhand eines Beispiels zu verdeutlichen. Von zentraler Bedeutung ist die Frage, wie das Preisrisiko einer Option bestimmt wird. Zunächst soll kurz geklärt werden welche Institute von dem Verfahren betroffen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ABGRENZUNG IN HANDELSBUCH- UND NICHTHANDELSBUCHINSTITUT UND AUSMAß DER JEWEILIGEN EIGENMITTELUNTERLEGUNG
3. GRUNDSÄTZLICHE MERKMALE DES OPTIONSGESCHÄFTS
4. DAS DELTA-PLUS-VERFAHREN
4.1. DAS DELTAFAKTORRISIKO
4.2. DAS GAMMAFAKTORRISIKO
4.3. DAS VEGAFAKTORRISIKO
4.4. VORSCHRIFTEN ZU DEN SENSITIVITÄTSKENNZIFFERN
4.5. BEISPIEL ZUR ERFASSUNG DER OPTIONSPREISRISIKEN VON OPTIONEN AUF AKTIEN UND AKTIENINDIZES
4.5.1. Das Aktienkursrisiko
4.5.1.1 Bestimmung des Teilanrechnungsbetrages für das allgemeine Aktienkursrisiko
4.5.1.2 Bestimmung des Teilanrechnungsbetrages für das besondere Aktienkursrisiko
4.5.2. Bestimmung des Anrechnungsbetrages für das Gammafaktorrisiko
4.5.3. Ermittlung des Vegafaktoranrechnungsbetrags
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit hat das Ziel, das aufsichtsrechtliche Verfahren der Delta-Plus-Methode zur Unterlegung von Optionsrisiken mit Eigenmitteln detailliert zu erläutern und den Berechnungsvorgang anhand eines praxisnahen Beispiels für Aktien und Aktienindizes transparent zu machen.
- Regulatorische Einordnung der Kreditinstitute in Handelsbuch- und Nichthandelsbuchinstitute.
- Grundlegende Risikostruktur von Optionsgeschäften und deren Sensitivitätsfaktoren.
- Detaillierte Analyse des Delta-, Gamma- und Vegafaktorrisikos innerhalb des Delta-Plus-Verfahrens.
- Quantifizierung der Eigenmittelunterlegungspflicht für Marktpreisrisiken bei Derivaten.
Auszug aus dem Buch
4.1. Das Deltafaktorrisiko
Der erste Summand der Taylorschen Approximation, das Deltafaktorrisiko, besteht aus dem Deltafaktor multipliziert mit einer Veränderung des Underlyingkurses. Der Deltafaktor gibt die Sensitivität des Optionspreises bei einer Variation des Preises des Optionsgegenstandes wieder. Er zeigt also, wie stark sich der Optionspreis bei einer Änderung des Underlyingkurses um eine infinitisimal kleine Einheit ändert. Mathematisch betrachtet entspricht das Delta der 1. partiellen Ableitung der Optionspreises nach dem Kurs des Underlyings. Das Delta kann im Fall eines Long Calls Werte zwischen 0 und 1 und bei einem Long Put Werte zwischen –1 und 0 annehmen. Für die jeweiligen Shortpositionen kehren sich die Vorzeichen um. Ist die Option am Geld, so beträgt das Delta bei einem Bezugsverhältnis von 1 ca. 0,5 bzw. –0,5. Es nimmt betragsmäßig zu, je stärker die Option im Geld liegt, und nimmt mit aus dem Geld liegenden Optionen ab.
Das Delta hat seinen Ursprung im Arbitrageportfolio zur Bestimmung von Optionspreisen, auf dem die wichtigsten Optionsbewertungsmodelle wie das Binomialmodell und das Modell von Black and Scholes aufbauen. Es gibt an, wie viele Optionsgegenstände gekauft werden müssen, wenn ein Call verkauft bzw. ein Put gekauft wird, so dass die Option und der Optionsgegenstand risikoäquivalent sind. Eine Option besitzt dementsprechend das gleiche Risiko wie das Produkt aus dem Underlyingkurs und dem Delta der Option. Dieses Produkt wird Deltaäquivalent genannt. Mit ihm ist es möglich, Optionen mit den zugrundeliegenden Optionsgegenständen vergleichbar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen Zunahme von Optionsgeschäften und der damit verbundenen regulatorischen Anpassungen im Rahmen der KWG-Novellen.
2. ABGRENZUNG IN HANDELSBUCH- UND NICHTHANDELSBUCHINSTITUT UND AUSMAß DER JEWEILIGEN EIGENMITTELUNTERLEGUNG: Definition der Kriterien zur Einordnung von Instituten und die daraus resultierenden Unterschiede in der aufsichtsrechtlichen Behandlung von Marktpreisrisiken.
3. GRUNDSÄTZLICHE MERKMALE DES OPTIONSGESCHÄFTS: Erläuterung der ökonomischen Merkmale von Optionen, insbesondere der asymmetrischen Risikoverteilung und der Zusammensetzung aus innerem Wert und Zeitwert.
4. DAS DELTA-PLUS-VERFAHREN: Detaillierte mathematische und regulatorische Beschreibung der Sensitivitätsverfahren (Delta, Gamma, Vega) zur Erfassung von Optionsrisiken.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Betrachtung der Eignung des Delta-Plus-Verfahrens im Vergleich zu alternativen Modellen wie der Szenario-Matrix-Methode.
Schlüsselwörter
Delta-Plus-Verfahren, Eigenmittelunterlegung, KWG, Optionsgeschäfte, Deltafaktorrisiko, Gammafaktorrisiko, Vegafaktorrisiko, Marktpreisrisiko, Handelsbuchinstitut, Sensitivitätskennzahlen, Black-Scholes-Modell, Risikomanagement, Bankenaufsicht, Deltaäquivalent, Optionspreisrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den bankenaufsichtrechtlichen Anforderungen an die Eigenmittelunterlegung für Optionsgeschäfte in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Abgrenzung von Handelsbuchinstituten, die mathematische Berechnung der Sensitivitätskennzahlen (Delta, Gamma, Vega) und deren Anwendung zur Ermittlung des Kapitalbedarfs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die verständliche Herleitung des Delta-Plus-Verfahrens und dessen praktische Anwendung bei der Risikokalkulation für Optionen auf Aktien und Aktienindizes.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die mathematische Methode der Taylorschen Approximation zur Ermittlung des Optionspreisrisikos, gestützt durch die regulatorischen Vorgaben des KWG und des Grundsatzes 1.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Optionsbewertung und eine detaillierte, beispielbasierte Berechnung der verschiedenen Risikofaktoren im Rahmen der Bankenaufsicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Delta-Plus-Methode, Eigenmittelunterlegung, Sensitivitätskennzahlen und Handelsbuchrisiko geprägt.
Wie unterscheidet sich die Risikoeinschätzung bei Long- und Shortpositionen im Delta-Plus-Verfahren?
Bei Longpositionen wird das Verlustpotenzial durch das Delta oft überschätzt, während bei Shortpositionen zur Korrektur des Bewertungsfehlers zusätzlich das Gammafaktorrisiko berücksichtigt werden muss.
Welche Rolle spielt die Volatilität bei der Bestimmung des Vegafaktorrisikos?
Die Volatilität ist ein entscheidender Faktor für den Zeitwert einer Option; das Vegafaktorrisiko misst, wie empfindlich der Optionspreis auf eine Veränderung dieser Volatilität (angenommen mit 25% im Worst Case) reagiert.
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- Daniel Schuri (Author), 2002, Die bankenaufsichtrechtliche Erfassung von Optionsgeschäften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9237