Die Facharbeit handelt von dem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" von J.W Goethe und inwiefern er seine eigenen Erlebnisse in das Buch eingebracht hat.
Johann Wolfgang von Goethe ist einer der bedeutendsten Schriftsteller aller Zeiten. Mit der Veröffentlichung seines Werks "Die Leiden des jungen Werther" erzielte er seinen Durchbruch und begeisterte unzählige Leser, sowohl damals als auch heute. Doch beim näheren Betrachten des Briefromans fallen einem viele Parallelen zu Goethes Leben auf und es stellt sich die Frage, ob es sich tatsächlich um einen fiktiven Roman oder doch um eine autobiografische Darstellung Goethes Leben handelt. Das Hauptziel dieser Arbeit ist somit diese Fragestellung zu beantworten und Aufschluss zu geben. Dabei stütze ich mich auf verschiedene Fachliteratur, wie unter anderem die Biografie Goethe: Kunstwerk des Lebens von Rüdiger Safranski, auf Clavis Scientiae von Gertrud Maria Rösch, die sich mit dem Verhältnis von Faktizität und Fiktionalität beschäftigt sowie auf vielfältige Internetquellen. Zunächst gehe ich kurz auf den Autor Johann Wolfgang von Goethe und dann auf den Inhalt des Werkes ein. Danach gebe ich einen Überblick über die zu vergleichenden Charaktere und zeige Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen diesen und ihren möglichen literarischen Vorbildern auf, um dann ausgewählte Textstellen aus dem Briefroman mit Erlebnissen aus Goethes Leben zu vergleichen. Zum Schluss werde ich dann anhand all dieser Informationen beurteilen, ob und inwiefern es sich bei dem Werther-Roman um eine autobiografische Darstellung oder um eine fiktive Geschichte handelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Biografie zu Johann Wolfgang von Goethe
3 Die Leiden des jungen Werther
3.1 Das Werk und Resonanz
3.2 Inhalt
4 Vergleich von fiktionalen Charakteren mit Personen aus Goethes Leben
4.1 Überblick der Gegenüberstellung
4.2 Werther und Goethe
4.3 „Charlotten S.” und Charlotte Buff
4.4 Albert und Kestner
5 Analogie zwischen autobiographischen und fiktionalen Ereignissen
5.1 Erste Begegnung von Lotte und Werther
5.2 Schlüsselszene: Lotte, die das Brot für ihre Geschwister schneidet
5.3 Der Selbstmord
6 Beurteilung – Autobiografie oder Fiktion?
7 Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Fiktion und autobiografischer Realität in Johann Wolfgang von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse von Charakteren und Schlüsselereignissen im Werk mit den biografischen Fakten aus Goethes Leben in Wetzlar zu klären, inwieweit der Roman als Verarbeitung persönlicher Erlebnisse zu betrachten ist.
- Biografische Hintergründe von Johann Wolfgang von Goethe
- Strukturelle Analyse und inhaltliche Zusammenfassung des Werther-Romans
- Vergleich der fiktionalen Hauptfiguren mit ihren realen Vorbildern
- Untersuchung zentraler Ereignisse und deren Parallelen zum Leben des Autors
- Beurteilung der Verknüpfung von Faktizität und literarischer Fiktionalisierung
Auszug aus dem Buch
4.2 Werther und Goethe
Wenn man Goethes Biografie und den Inhalt von Die Leiden des jungen Werther vergleicht, fällt schnell auf, dass es zwischen dem jungen Goethe und Werther viele Parallelen gibt. Es liegt auch Nahe, Werther nur mit dem jungen Goethe zu vergleichen, weil Goethe nach Niederschrift des Romans „immer schon über ihn hinaus“ ist und Er sich stark verändert hat.
Wie schon erwähnt, vergleicht man Werther und Goethe wegen der auffallenden Ähnlichkeit zwischen Goethes Beziehung zu Charlotte Buff und Werthers Beziehung zu Lotte im Werther-Roman, die ungefähr zur selben Zeit datiert sind. Aber auch charakterlich und biografisch haben sie viel gemeinsam.
Werther, ein wirtschaftlich unabhängiger junger Mann ist „nur locker mit dem bürgerlichen Berufsleben verbunden“ und interessiert sich mehr für Kunst, Literatur und die Natur. Das trifft auch auf Goethe zu, denn Er kommt, so wie Werther aus einer wohlhabenden Familie und kann sich dem Bild seiner Eltern, er solle Jura studieren, nicht wirklich fügen. Er „schenkte den juristischen Studien wenig Aufmerksamkeit. Stattdessen befasste er sich mit den antiken Autoren“, wie Homer und Ossian. „Dort hatte er Eingang gefunden“. Und genau diese Art von Flucht aus der Wirklichkeit ist auch bei Werther zu beobachten, welcher dieselben Autoren zu Beginn des Romans liest. Diese Passion für klassische Literatur stellt eine Parallele zwischen den beiden dar. Außerdem teilen sie auch ihr starkes Interesse an Kunst und schreiben gerne eigene Texte, wie Gedichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Goethes „Werther“ ein fiktiver Roman oder eine autobiografische Verarbeitung seiner Lebensumstände ist.
2 Biografie zu Johann Wolfgang von Goethe: Dieses Kapitel skizziert Goethes Herkunft, Studium und seine Zeit als junger Schriftsteller in Wetzlar, die maßgeblich für das Werk war.
3 Die Leiden des jungen Werther: Hier werden das Werk selbst, seine zeitgenössische Rezeption sowie der inhaltliche Aufbau des Briefromans erläutert.
4 Vergleich von fiktionalen Charakteren mit Personen aus Goethes Leben: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Romanfiguren Werther, Lotte und Albert mit ihren realen Vorbildern Goethe, Charlotte Buff und Kestner.
5 Analogie zwischen autobiographischen und fiktionalen Ereignissen: Dieses Kapitel analysiert zentrale Schlüsselszenen wie das Kennenlernen, das Brotschneiden und den Selbstmord im Hinblick auf deren biografische Ursprünge.
6 Beurteilung – Autobiografie oder Fiktion?: Hier werden die Ergebnisse synthetisiert, um zu beurteilen, wie Goethe die Wirklichkeit in literarische Fiktion umwandelte.
7 Schlussteil: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass der Roman als persönliche Lebensverarbeitung zu sehen ist, bei der Faktizität durch Symbolik und Fiktion ergänzt wurde.
Schlüsselwörter
Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Autobiografie, Fiktion, Faktizität, Charlotte Buff, Johann Christian Kestner, Werther, Briefroman, literarische Vorbilder, Sturm und Drang, Lebensverarbeitung, Wetzlar, Selbstmord, Briefliteratur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ eine reine Fiktion oder eine autobiografisch geprägte Schilderung seiner eigenen Erlebnisse während der Zeit in Wetzlar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Parallelen zwischen den Romanfiguren und realen Personen sowie die Ähnlichkeit zwischen den Ereignissen im Buch und Goethes tatsächlicher Lebensgeschichte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, inwieweit der Briefroman als autobiografisches Dokument zur Verarbeitung persönlicher Erfahrungen angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der Fachliteratur und Zeitzeugnisse herangezogen werden, um den Romaninhalt mit biographischen Daten zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den detaillierten Vergleich von Charakteren sowie die Analyse signifikanter Ereignisse, wie der ersten Begegnung, der Brotschneide-Szene und der Thematik des Selbstmords.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Autobiografie, Fiktion, Faktizität, Werther, Charlotte Buff, Kestner und Lebensverarbeitung.
Warum ist der Vergleich zwischen Werther und Goethe so bedeutend?
Der Vergleich ist essenziell, um das Motiv hinter der Romanentstehung zu verstehen: Goethe nutzte das Schreiben, um seine krisenhafte Zeit und seine unerfüllte Liebe zu verarbeiten.
Welche Rolle spielt der Selbstmord im Werk im Vergleich zur Realität?
Der Selbstmord im Roman ist eine literarische Zuspitzung, die zwar vom realen Schicksal des Karl Wilhelm Jerusalem inspiriert ist, jedoch vom Autor bewusst zur Dramatisierung eingesetzt wurde.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und die Parallelen zu seiner Biografie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923935