Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage: "Wie müssen Profifußballvereine mit Spielerlizenzen hinsichtlich eines Impairments im Rahmen des HGB und den IFRS bilanziell umgehen?"
Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden zunächst unter Punkt zwei die Grundlagen der Rechnungslegung und Lizenzierung im deutschen Profifußball deskriptiv dargestellt. Hierzu wird zunächst sowohl der Verbandsaufbau des deutschen Fußballs mit all seinen Organen und deren Zuständigkeiten sowie die gewählten und zulässigen Rechtsformen der Profivereine dargelegt. Anschließend werden die gesetzlichen sowie verbandsrechtlichen Vorgaben an die Rechnungslegung der Vereine sowie die Vorgaben, um eine Spielerlizenz zu erhalten, näher betrachtet.
Unter Punkt drei werden daraufhin die Grundlagen zur bilanziellen Behandlung von Spielerlizenzen dargestellt. Hierbei wird unterstützend zur Erläuterung der Bilanzierung der Spielerlizenzen als immaterielles Vermögen sowohl die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögensgegenständen nach dem deutschen Handelsrecht als auch die der immateriellen Vermögenswerte gemäß der internationalen Rechnungslegung herangezogen. Die Punkte 3.2 sowie 3.3 erläutern hierfür neben der Begriffsdefinition und den Ansatzkriterien auch die jeweilige Erst- und Folgebewertung, welche grundlegend für den Hauptteil dieser Arbeit benötigt werden.
In diesem wird die Folgebewertung, insbesondere die Wertminderung und -aufholung der Spielerlizenzen im Speziellen betrachtet. Dabei wird zunächst eine Aufteilung in die für die Branche spezifischen Indikatoren respektive Gründe für eine Wertminderung vorgenommen und diese beschrieben. Abschließend wird die Vorgehensweise bei Wertminderungen nach dem deutschen Handelsrecht und der internationalen Rechnungslegung anhand von praxisnahen Beispielen dargestellt und verglichen. Die Darstellung der Vorgehensweise wird zudem durch eine vom Autor im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Guideline für Vorgehen bei Wertminderungen von Spielerlizenzen für Profifußballvereine in Deutschland unterstützt und im Anhang dargestellt. Ein Fazit rundet die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2 Grundlagen der Rechnungslegung und Lizenzierung im deutschen Profifußball
2.1 Verbandsaufbau und Rechtsformen im deutschen Profifußball
2.1.1 Verbandsaufbau- und organisation
2.1.2 Rechtsformen im deutschen Profifußball
2.2 Vorgaben an die Rechnungslegung zur Erlangung einer Vereinslizenz
2.2.1 Gesetzliche Vorgaben
2.2.2 Verbandsrechtliche Vorgaben
2.3 Vorgaben zur Erteilung einer Spielerlizenz
2.3.1 Einteilung von Fußballspielern
2.3.2 Vorschriften zur Erteilung einer Spielerlizenz
3 Grundlagen zur bilanziellen Behandlung von Spielerlizenzen
3.1 Bilanzierung der Spielerlizenzen als immaterielles Vermögen
3.1.1 Spielerlizenzen als immaterielles Vermögen
3.1.2 Abgrenzung von Spielerlizenzen als entgeltlich erworbenes oder selbsterstelltes immaterielles Vermögen
3.2 Immaterielle Vermögensgegenstände gemäß HGB
3.2.1 Begriffsdefinition und Ansatzkriterien
3.2.2 Erst- und Folgebewertung
3.3 Immaterielle Vermögenswerte gemäß IFRS
3.3.1 Begriffsdefinition und Ansatzkriterien
3.3.2 Erst- und Folgebewertung
4 Impairment von Spielerlizenzen
4.1 Indikatoren für ein Impairment von Spielerlizenzen
4.1.1 Leistungsabfall eines Spielers oder des gesamten Teams
4.1.2 Schwere Verletzung eines Spielers
4.1.3 Wechselabsicht oder Aufgabe der professionellen Tätigkeit eines Spielers
4.2 Vorgehensweise bei einem Impairment von Spielerlizenzen
4.2.1 Impairment von Spielerlizenzen gemäß HGB
4.2.2 Impairment von Spielerlizenzen gemäß IFRS
4.2.3 Vergleich Impairment gemäß HGB und IFRS
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und zentrale Themenfelder
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Spielerlizenzen im Profifußball bei einem Wertminderungsbedarf (Impairment). Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Unterschiede zwischen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufzuzeigen und für Vereine in Deutschland anwendbare Handlungsleitfäden abzuleiten.
- Rechnungslegungsgrundlagen im deutschen Profifußball und Lizenzierungsvorgaben.
- Bilanzielle Einordnung von Spielerlizenzen als immaterielle Vermögenswerte bzw. Vermögensgegenstände.
- Identifikation branchenspezifischer Impairment-Indikatoren (Leistungsabfall, Verletzung, Wechselabsicht).
- Vergleichende Analyse der Vorgehensweise bei Wertminderungen nach HGB und IFRS.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Leistungsabfall eines Spielers oder des gesamten Teams
Nachdem unter Punkt drei die bilanzielle Behandlung von Vermögensgegenständen nach HGB und den Vermögenswerten nach IFRS beschrieben wurde, gilt es nun die Indikatoren für eine Wertminderung von Spielerlizenzen im Speziellen zu erarbeiten. Nach dem HGB muss, wie in Punkt 3.2.2 beschrieben, für eine Wertminderung bzw. eine außerordentliche Abschreibung eine dauerhafte Wertminderung vorliegen. Wie lange diese Wertminderung jedoch andauert, ist dabei mit Rücksicht auf die GoB dem Ermessensspielraum des Vereins überlassen. Es muss jedoch mindestens das Kriterium der dauerhaften Wertminderung erfüllt sein, d.h. 50% und mehr der restlichen Nutzungsdauer müssen von der Wertminderung betroffen sein. Bei den IFRS hingegen hat der Verein anhand externer und interner Informationsquellen zu entscheiden, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Dies kann z.B. bei einer schlechteren Ertragskraft der Spielerlizenz als erwartet oder beim Absinken des Marktwertes einer Spielerlizenz der Fall sein.
Biancone and Solazzi (2012) sind der Meinung, dass ein möglicher Indikator für ein Impairment eine starke Verbindung zur Leistung eines Fußballteams bzw. eines einzelnen Spielers darstellt. Ein Leistungsabfall oder das Nichterreichen der erwarteten Leistung kann dazu führen, dass der Marktwert eines Spielers oder des gesamten Teams sinkt. Das Nichterreichen einer erwarteten Leistung eines einzelnen Spielers ist jedoch nur schwer zu ermitteln. Es müsste für jeden Spieler und für jede Rolle bzw. Position auf dem Platz eine spezifische, zu erwartende Performance ermittelt werden können, um die erwartete Leistung mit der tatsächlichen zu vergleichen. Dies würde jedoch einen zu großen Aufwand für die Vereine bedeuten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die ökonomische Bedeutung des Profifußballs und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der bilanziellen Behandlung von Spielerlizenzen bei Wertminderungen.
2 Grundlagen der Rechnungslegung und Lizenzierung im deutschen Profifußball: Darlegung des Verbandsaufbaus, der Rechtsformen der Vereine sowie der gesetzlichen und verbandsrechtlichen Anforderungen für die Lizenzerteilung.
3 Grundlagen zur bilanziellen Behandlung von Spielerlizenzen: Analyse der Bilanzierung von Spielerlizenzen als immaterielle Werte nach HGB und IFRS, inklusive Erst- und Folgebewertung.
4 Impairment von Spielerlizenzen: Untersuchung von Indikatoren für Wertminderungen und detaillierte Darstellung der Vorgehensweise bei einem Impairment-Test unter Vergleich von HGB und IFRS anhand praxisnaher Fallbeispiele.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Resümee über die Unterschiede der beiden Rechnungslegungssysteme bei der Bewertung von Spielerlizenzen.
Schlüsselwörter
Impairment, Spielerlizenzen, Profifußball, HGB, IFRS, Wertminderung, Marktwert, Rechnungslegung, Aktivierung, immaterielles Vermögen, CGU, Leistungsabfall, Verletzung, Transfer, Lizenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Profifußballvereine Spielerlizenzen in ihrer Bilanz behandeln müssen, wenn deren Wert aufgrund von Ereignissen wie Verletzungen oder Leistungsabfällen sinkt.
Welche zentralen Themenbereiche deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Schwerpunkte sind die gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften, die bilanzielle Aktivierung von Spielerlizenzen, die Bestimmung von Wertminderungsindikatoren sowie der Vergleich zwischen HGB und IFRS.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Profifußballvereine hinsichtlich eines Impairments (Wertminderung) von Spielerlizenzen nach deutschem Handelsrecht und internationalen IFRS-Standards bilanziell verfahren müssen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Darstellung der rechtlichen und verbandsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie einer vergleichenden Analyse von Fallbeispielen, um die Anwendung der Rechnungslegungsregeln praxisnah zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Identifikation von Impairment-Indikatoren wie Leistungsabfall, Verletzungen oder Wechselabsichten und erläutert die konkrete Vorgehensweise bei Impairment-Tests nach den jeweiligen Bilanzierungsstandards.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Impairment, Spielerlizenzen, HGB, IFRS, Wertminderung, Marktwert und Cash Generating Units (CGU) kennzeichnen.
Welche Rolle spielt die 50+1-Regel für die Bilanzierung?
Die 50+1-Regel beeinflusst die Organisationsstruktur der Vereine, was wiederum Auswirkungen auf die Rechtsform und damit auf die jeweils anzuwendenden Rechnungslegungspflichten hat.
Warum ist die Ermittlung des Nutzungswertes nach IFRS bei einzelnen Spielern schwierig?
Da Einnahmen wie Sponsoring oder TV-Gelder meist der gesamten Mannschaft zuzuordnen sind, ist es nach IFRS-Logik schwer, einem einzelnen Spieler eigenständige, unabhängige Cashflows zuzuweisen, was die Wertminderung auf Einzelspielerebene erschwert.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei einer dauerhaften Verletzung zwischen HGB und IFRS?
Beide Systeme führen bei einer karrierebedrohenden Verletzung, die eine weitere Erwerbstätigkeit ausschließt, zu einer vollständigen Abschreibung; die Arbeit verdeutlicht jedoch die methodischen Unterschiede bei der Prüfung der Werthaltigkeit im laufenden Spielbetrieb.
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- Patrick Hohmann (Autor), 2020, Impairment von Spielerlizenzen im Profifußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924072