Die Arbeit beinhaltet die Auseinandersetzung mit der demographischen Entwicklung Oberösterreichs und wie diese mithilfe thematischer Kartographie dargestellt werden kann. Dazu wurden die Bevölkerungsdaten sämtlicher oberösterreichischer Gemeinden je nach Verfügbarkeit im Zeitraum von 1869-2017 verwendet und in die Geoinformationssystemsoftware ArcGIS-Online integriert. Sämtliche Rohdaten zu den einzelnen Bevölkerungsdaten stammen vom Internetportal Open Data Österreich.
Das erstellte digitale Kartenmaterial stellt die Bevölkerungszahlen der oberösterreichischen Gemeinden farblich klassifiziert dar. Mithilfe eines integrierten Zeitschiebereglers lassen sich die Bevölkerungszahlen aus den jeweiligen Jahren abrufen, sodass die absoluten Bevölkerungszahlen sämtlicher oberösterreichischer Gemeinden über mehrere Jahre hinweg verglichen werden können und Auskunft über die demographische Entwicklung gegeben werden kann. Ein fachdidaktischer Bezug zur Anwendung im Geographieunterricht bildet den Abschluss dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Zielsetzung
1.1 Über den Ursprung von Karten
1.2 Aufbau der Arbeit, Zielsetzung
2 Thematische Kartographie
2.1 Definitionsversuche
2.2 Formale Einteilungen thematischer Karten
2.2.1 Thematischer Inhalt
2.2.2 Maßstab
2.2.3 Skalierung
2.2.4 Aussagegehalt und Komplexität
2.2.5 Zeitlicher Aspekt
2.2.6 Lagebezug: Karte, Kartogramm und Kartodiagramm
3 Material und Methoden
3.1 Vorüberlegungen und Datensammlungen
3.2 Methodische Vorgehensweise mit ArcGIS-Online
4 Umsetzungsergebnisse und fachdidaktischer Bezug
4.1 Resultate der Kartenerstellung: Darstellungsmöglichkeiten
4.2 Kartenveröffentlichung: AppBuilder for ArcGIS
4.3 Fachdidaktischer Bezug: Eingliederungsmöglichkeiten in den Geographieunterricht
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der demographischen Entwicklung der oberösterreichischen Gemeinden im Zeitraum von 1869 bis 2017 und deren Visualisierung mittels thematischer Kartographie in ArcGIS-Online. Das primäre Ziel ist es, Bevölkerungsdaten als dynamische Zeitreihe darzustellen und den methodischen Prozess sowie die didaktischen Einsatzmöglichkeiten im Geographieunterricht aufzuzeigen.
- Grundlagen der thematischen Kartographie
- Datenaufbereitung für Geoinformationssysteme (GIS)
- Methodik der Erstellung einer dynamischen Zeitreihe in ArcGIS-Online
- Einsatzmöglichkeiten digitaler Karten im Geographieunterricht
Auszug aus dem Buch
1.1 Über den Ursprung von Karten
Karten sind seit jeher mit der stammesgeschichtlichen Entwicklung von Menschen verbunden. Bereits aus der frühen Steinzeit, der menschlichen Stammesgeschichte, sind Funde von Karten, meist eingeritzt auf Felsen oder Tierhörnern, verzeichnet. So fanden Paläontologen eine Art Landkarte in der Höhle von Abauntz im nordöstlichen Spanien, die vor etwa 14.000 Jahren entstanden sein soll. Dieser Landkarte, eingeritzt in einen Felsblock, ist die nähere Umgebung der Höhle, gekennzeichnet durch einen Fluss, Berge oder Herdentiere, zu entnehmen. Stärker in den Felsblock eingravierte Linien interpretieren Forscher als Routen oder Pfade, die von den damals lebenden Menschen häufiger verwendet worden sind. Weitere Funde, jedoch weniger gut erhalten und schwer nachvollziehbar, sind aus der jüngsten Eiszeit datiert (Beier 2018).
Erste Darstellungen einer Weltkarte finden sich bereits im antiken Griechenland bei Sokrates, Aristoteles und Eratosthenes. Im späteren Verlauf der Menschheitsgeschichte – verbunden mit dem technischen Fortschritt sowie dem weltlichen Wissen – erreichten Karten eine immer größer werdende Popularität. Ganze Städte wurden als Karten verzeichnet, wie beispielsweise der Stadtplan von Nippur, angefertigt auf einer Tontafel vor ca. 3500 Jahren zeigt (Kohlstock 2010: 12, Grosjean 2013: 10f, 17ff). Karten entwickelten sich jedoch nicht nur im ländlichen und kontinentalen, sondern vor allem auch im nautischen Bereich. Nicht selten wurden dabei jedoch Inseln und Meereswege verzeichnet, die bis dato nie existierten. So entstand noch 1803 eine Verzeichnung des sagenumwobenen Atlantis irgendwo im Atlantischen Ozean oder 1598 die Beschreibung der Straße von Anian, die eine Alternative zur Umfahrung des amerikanischen Doppelkontinents bot (Brooke-Hitching 2017: 12, 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die historische Bedeutung von Karten und Definition der Zielsetzungen für die vorliegende Bachelorarbeit.
2 Thematische Kartographie: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen, formalen Einteilungen und Klassifizierungsmöglichkeiten thematischer Karten.
3 Material und Methoden: Beschreibung der Datenbeschaffung, Vorüberlegungen und der methodischen Schritte bei der Verarbeitung von Bevölkerungsdaten in ArcGIS-Online.
4 Umsetzungsergebnisse und fachdidaktischer Bezug: Präsentation der erstellten Web-App, Erläuterung der Funktionen und Analyse der Eignung für den schulischen Geographieunterricht.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Vielfältigkeit und den Nutzen von ArcGIS-Online.
Schlüsselwörter
Bevölkerungsentwicklung, Oberösterreich, ArcGIS-Online, thematische Kartographie, Geoinformationssysteme, GIS, Zeitschieberegler, Bevölkerungsdaten, Geographieunterricht, digitale Karten, demographische Analyse, Web AppBuilder, Datenvisualisierung, räumliche Daten, Gemeindeentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der demographischen Bevölkerungsentwicklung aller Gemeinden in Oberösterreich über einen Zeitraum von fast 150 Jahren (1869–2017) und deren kartographischer Aufbereitung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der thematischen Kartographie, der Nutzung von Geoinformationssoftware (ArcGIS-Online) und der fachdidaktischen Implementierung in den Geographieunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Erstellung einer digitalen, interaktiven Karte, die mittels eines Zeitschiebereglers Bevölkerungsänderungen dynamisch visualisiert und für Bildungszwecke nutzbar macht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine angewandte GIS-Methodik genutzt, bei der Sekundärdaten von Open Data Österreich in ArcGIS-Online integriert, bereinigt und durch "Join"-Operationen mit Gemeindegrenzen verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Kartographie, eine detaillierte Dokumentation des Workflows in ArcGIS-Online und die Präsentation der fertigen Web-App sowie deren didaktische Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bevölkerungsentwicklung, Oberösterreich, Geoinformationssysteme (GIS), thematische Kartographie und Geographieunterricht.
Wie wurde mit Gemeindefusionierungen umgegangen?
Da Gemeindefusionierungen aus dem Jahr 2018 die historische Konsistenz der Daten störten, wurden die CSV-Datensätze manuell nachbearbeitet und entsprechende Vermerke in den Pop-ups der Karte integriert.
Was ist der Vorteil der erstellten Web-App für Schulen?
Die App schützt die Quelldaten vor Veränderungen durch Schüler, bietet eine intuitive Bedienoberfläche und ermöglicht durch interaktive Werkzeuge ein altersadäquates Verständnis demographischer Prozesse.
- Citar trabajo
- Sandro Scharerweger (Autor), 2018, Die demographische Entwicklung oberösterreichischer Gemeinden von 1869-2017. Darstellung thematischer Kartographien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924077