Fächerübergreifender Unterricht. Die Verbindung zwischen Musik und Mathematik


Unterrichtsentwurf, 2020

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die elementare Musikpädagogik
2.1 Der fächerübergreifende Musikunterricht
2.2 Die Verbindung zwischen Musik und Mathematik

3. Die fächerübergreifende Erarbeitung der Thematik Lagebeziehungen
3.1 Sachanalyse
3.2 Lernvoraussetzungen
3.3 Formulierung der Lernziele
3.4 Einordnung in die Rahmenlehrpläne
3.4.1 Aussagen des Rahmenlehrplans Musik zur Thematik
3.4.2 Aussagen des Rahmenlehrplans Mathematik zur Thematik
3.5 Methodisch-didaktisches Vorgehen

4. Fazit

5. Literaturangaben

6. Anhang

1. Einleitung

Das Konzept des fächerübergreifenden Unterrichts hat seit 1990 einen großen Aufschwung erlebt und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Rahmenlehrpläne. Anhand des fächerübergreifenden Prinzips ist es möglich Inhalte nicht nur aus einer Perspektive zu erarbeiten, sondern ein ganzheitliches Lernen bei den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen.

Besonders im Unterrichtsfach Musik kann das Konzept des fächerübergreifenden Unterrichts angewendet werden. „Fächerübergreifender Musikunterricht bedeutet Neues, Ungewissen, Unklares - oder auch Altbekanntes unter neuen Aspekten gemeinsam mit Schülern zu erarbeiten.“ (vgl. Forsbach 2013, S.7). Dabei soll der fachliche Hintergrund durch motivierende und schülerorientierte Arbeitsweisen erkundet werden. Fächerübergreifender Musikunterricht kann in der Grundschule als Projektarbeit durchgeführt werden, aber auch in das normale Unterrichtsgeschehen integriert werden.

Das Ziel dieser Arbeit ist es eine beispielhafte Unterrichtsstunde vorzustellen, welche das Konzept des fächerübergreifenden Unterrichts verfolgt. Dabei gilt folgende Fragestellung als Ausgangspunkt:

Wie kann eine fächerübergreifende Unterrichtsstunde mit der Verbindung zwischen Musik und Mathematik didaktisch wertvoll gestaltet werden?

Um dieser Fragestellung nachzugehen wird eine fächerübergreifende Unterrichtsstunde vorgestellt, die den Mathematik- und Musikunterricht miteinander verbindet. Für diese Unterrichtsstunde wurde die Thematik Lagebeziehungen ausgesucht, welche sowohl aus musikalischer, als auch aus mathematischer Sicht erarbeitet werden soll.

Zu Beginn der Arbeit wird zunächst eine theoretische Erarbeitung zur elementaren Musikpädagogik vorgestellt, in der das Konzept des fächerübergreifenden Musikunterrichts näher erläutert wird. Im Anschluss daran wird die Thematik der Unterrichtsstunde aus didaktischer Sicht beschrieben. Hierfür wird die Thematik in den Rahmenlehrplan Musik und in den Rahmenlehrplan Mathematik eingeordnet.

Im darauffolgenden Abschnitt erfolgt dann die Analyse der Unterrichtsstunde. Es werden methodisch-didaktische Vorgehensweisen beschrieben, sowie praktische Möglichkeiten der Umsetzung, sodass Lehrkräfte eine Idee bekommen, wie die Umsetzung eines fächerübergreifenden Unterrichts gelingen kann. Im anschließenden Fazit wird dann noch einmal ein Bezug zur Fragestellung hergestellt.

2. Die elementare Musikpädagogik

Musik ist eine Kunstform, die unsere Kultur prägt und den Menschen alltäglich begegnet. Von Geburt an ist der Mensch in der Lage musikalische Einflüsse wahrzunehmen und diese zu verinnerlichen. Doch nicht nur die Wahrnehmung von musikalischen Erzeugnissen ist im Säuglingsalter schon möglich, sondern auch erste eigene musikalische Äußerungen, wie das Spielen mit klingenden Geräuschen (vgl. Schönbeck 2012, S.1). Kinder kommen demnach schon sehr zeitig in einen ersten Kontakt mit Musik, den es im elementaren Bereich auszubauen gilt. Nur so kann sicher gestellt werden, dass den Kindern eine natürliche musikalische Entwicklung gewährleistete wird, durch welche sie sich in der Musikkultur zurechtfinden und sich so ihre musikalische Lebenswelt erschließen können (Schönbeck 2010, S.2). Da Kinder im Elternhaus allerdings nur in seltenen Fällen wirklich intensiv mit Musik in Berührung kommen, ist es die Aufgabe der elementaren Institutionen, die Kinder in die musikalische Bildung einzuführen. An dieser Stelle kommt die elementare Musikpädagogik ins Spiel, welche einen grundlegenden Musikunterricht bildet, der die Musikwelt in seiner vollen Breite umfasst.

„Der Anspruch einer Grundlage schaffenden Musikpädagogik geht dabei über das rein Propädeutische hinaus und zielt auf die wesentliche Erfahrungsfelder ab, die sowohl das reproduktive, als auch das produktive Musizieren umfassen. Im Zentrum stehen die Konzentration auf eigene Wahrnehmungen, das Erkunden und Ausprobieren, das Improvisieren sowie das Gestalten von Liedern, Tanzformen, szenisch-musikalischen Spielformen und Musikstücken aller Art.“ (Schachtner 2019, S.2).

Die elementare Musikpädagogik ist demnach durch seine Offenheit und Vielfalt gegenüber der Musikwelt gekennzeichnet. Für den Musikunterricht in der Grundschule bedeutet dies, dass die Kinder aktiv erste Grunderfahrungen im Umgang mit Musik sammeln sollen, wobei sie das Singen, das Erzeugen von Klängen, das Bewegen nach Musik und das Einbringen eigener Ideen erproben können. (Dartsch 2016, S.57). Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler nicht nur Kompetenzen im Umgang mit Musik erwerben, sondern auch einen Bildungsprozess durchlaufen. „Das zugrunde liegende Bildungsverständnis hebt auf Selbstbildungsprozesse, auf sinnliche und emotionale Wahrnehmung, auf vielfältige individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse sowie auf die persönliche Aneignung von Kultur ab.“ (Dartsch 2016, S.58). Damit Kinder diese Prozesse durchlaufen können, muss die Lehrkraft genügend Freiräume schaffen, in denen die Schülerinnen und Schüler frei nach Interesse agieren können und so eigene Erfahrungen innerhalb der Musikwelt sammeln. Hierbei nimmt das Prinzip des selbstbestimmten Lernens eine wichtige Rolle ein. Denn damit Musikunterricht wirklich offen ist und den Kindern beim Erschließen ihrer Lebenswelt hilft, muss das Kind im Zentrum des Handelns stehen. Damit ist gemeint, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Entscheidungen zur Behandlung von Themengebieten einbringen dürfen (vgl. Küntzel 2016, S. 105). Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Interessen der Kinder auch wirklich angesprochen werden und genügend Motivation vorhanden ist. Dies bedeutet aber nicht, dass die Lehrkraft aus dem Unterrichtsgeschehen ausgeschlossen wird. Der bzw. die Lehrende kann immer Anregungen und Impulse geben, die vielleicht neue Interessen bei den Schülerinnen und Schülern wecken können und dadurch ebenfalls wichtige Aspekte der Lebenswelt aufgreifen (vgl. Küntzel 2016, S.106). Wichtig ist nur, dass die Lehrkraft die Offenheit des Konzepts der elementaren Musikpädagogik beachtet und die Kinder dabei unterstützt in die Welt der Musik einzutauchen.

2.1 Der fächerübergreifende Musikunterricht

Wie in der Einleitung bereist erwähnt wurde, hat der fächerübergreifende Unterricht in den letzten dreißig Jahren immer mehr an Popularität gewonnen. Das Prinzip des fächerübergreifenden Unterrichts hat dabei folgende Bedeutung:

„[...] Ein Thema, das an kein konkretes Fach gebunden ist, bzw. über die Grenzen der eigenen Sachlichkeit hinausgeht, wird in mehreren Fächern behandelt oder als Projekt aus dem Fachunterricht in besondere Freiräume ausgelagert. Hierzu gehören z.B. die Thematisierung von Grunderfahrungen oder Schlüsselproblemen.“ (Oberhaus 2015, S.330).

Vor allem die Umsetzung des fächerübergreifenden Musikunterrichts kann als Beispiel für dieses Unterrichtsprinzip angesehen werden. Dies liegt zum Einen daran, dass Musik sich gut in andere Fächer integrieren lässt und zum Anderen bezieht sich der Musikunterricht häufig auf andere Fachrichtungen, wie beispielsweise Sport oder Sachunterricht (vgl. Oberhaus 2015, S. 330).

Der fächerübergreifende Musikunterricht geht demnach über seine eigenen Fachgrenzen hinaus und verbindet die behandelten Themengebiete mit den Inhalten anderer Fächer. Dabei liegt der Fokus auf dem Aufbrechen der traditionellen Unterrichtsstrukturen, sodass den Schülerinnen und Schülern ein möglichst offen gestalteter Musikunterricht präsentiert werden kann, der an den Bedürfnissen der Kinder orientiert ist und sie aktiv in das Unterrichtsgeschehen einbindet (vgl. Forsbach 2013, S.6). Hiermit ist allerdings nicht gemeint, dass die Schülerinnen und Schüler Musikstücke analysieren sollen oder Begriffe wie Sonatenhauptformsatz auswendig kennen müssen. Es geht viel mehr darum, Wissen zu erlangen, welches für das Leben nach der Schule von Bedeutung ist und mit den Interessen der Kinder im Einklang steht (vgl. Forsbach 2013, S. 7).

Neben der Schülerorientierung konzentriert sich das Prinzip des fächerübergreifenden Unterrichts auch auf drei weitere zentrale Funktionen. Diese Funktionen lassen sich in die Lernpsychologische Funktion, die Adaptive Funktion und die Ordene Funktion einteilen (Oberaus 2015, S.331). Mit der Lernpsychologischen Funktion verfolgt der fächerübergreifende Musikunterricht das Ziel, die Motivation der Kinder intrinsisch zu nutzen, um somit das selbstständige Lernen der Kinder anzuregen. Die Adaptive Funktion hingegen verweist darauf, dass die Schule durch die Heterogenität der kindlichen Lebenswelt zu einem fächerübergreifenden Unterricht gezwungen ist, um sich an den Fragen der Kinder orientieren zu können und somit alle Aspekte der Lebenswelt aufgreifen kann. Die letzte zentrale Funktion, die Ordene Funktion, bezieht sich darauf, dass die Wissensaufnahmen der Schülerinnen und Schüler unbedeutend sind, solange sie nicht aufeinander bezogen werden. Hiermit ist gemeint, dass die Wissensbestände nur dann ein nachhaltiges Lernen fördern können, wenn sie aus verschiedenen Blickwinkeln aufgearbeitet werden (vgl. Oberhaus 2015, S.331).

Fächerübergreifender Musikunterricht bietet demnach vielseitige Möglichkeiten das musikbezogene Lernen kooperativ, kommunikativ, schülerorientiert, lebensnah und motivierend, zu gestalten (vgl. Forsbach 2013, S.15). Damit ist der fächerübergreifende Musikunterricht eher auf der Lernen, als auf den Erwerb von Wissen ausgerichtet. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Schülerinnen und Schüler im fächerübergreifenden Unterricht kein Wissen erwerben. Das Wissen wird nicht aktiv durch den Lehrenden an die Kinder herangebracht, sondern die Schüler lernen nach ihrem eigenen Interesse und nehmen das Wissen auf, welches sie für das Erschließen ihrer Lebenswelt benötigen (vgl. Forsbach 2013, S.12).

Um diese charakteristischen Eigenschaften in der Praxis umzusetzen, bedarf es allerdings etwas Mut seitens der Lehrkräfte. Oftmals ist es heutzutage in den Schulen noch der Fall, dass der oder die Lehrende jedes Jahr den gleichen Unterrichtsstoff behandeln und sich nicht auf neue Sichtweisen einlassen. Genau dies erfordert aber das Prinzip des fächerübergreifenden Musikunterrichts. Diese Form des Unterrichtens bietet also nicht nur den Schülerinnen und Schülern einen neuen Weg des Lernens, sondern auch den Lehrkräften einen neuen Weg des Lehrens. Im fächerübergreifenden Musikunterricht geht es um das gemeinsame Erkunden neuer Themengebiete, die so noch nie behandelt wurden und teilweise über das Fachverständnis der Lehrkräfte hinausgeht (vgl. Forsbach 2013, S.8). Fächerübergreifender Musikunterricht bedeutet also auch: „Neugierde auf Unbekanntes, Mut zur Veränderung und Offenheit für Neues“ (Forsbach 2013, S.8).

2.2 Die Verbindung zwischen Musik und Mathematik

Der Mathematikunterricht in der Grundschule ist den meisten Menschen als ein kühler, langweiliger und abstrakter Unterricht bekannt, für den sie sich nicht begeistern können und welcher oftmals unbefriedigende Assoziationen hervorbringt. Dabei hat sich die Mathematikdidaktik in den letzten Jahrzehnten immer mehr an das Konzept des “aktiv­entdeckenden Lernens“ angepasst, welches für die Schüler- und Handlungsorientierung steht und somit das Kind ins Zentrum des Handelns stellt.

Da der fächerübergreifende Unterricht die Grenzen der einzelnen Unterrichtsfächer transparenter gestaltet und Inhalte aus anderen Fächer in den Musikunterricht integriert, ist es selbstverständlich, dass demzufolge auch eine Verbindung zwischen dem Musik- und Mathematikunterricht existieren muss. Diese Verbindung kann besonders im Anfangsunterricht dazu beitragen die Kinder sowohl für den Mathematikunterricht, als auch für den Musikunterricht zu begeistern. „Durch die Akzentuierung der mathematischen Ästhetik und der musikalischen Logik können Mädchen und Jungen neue Zugänge zu beiden Disziplinen eröffnet werden.“ (Reichle 2010, S.4). Doch welche konkreten Zusammenhänge existieren zwischen der Musik und der Mathematik?

Zunächst einmal ist Musik ein Klangereignis vor allem von physikalisch­mathematischer Natur, denn Schall und Tonerzeugung haben ihren Ursprung in den Naturwissenschaften (vgl. Ullrich 2016, S.20). Aber Musik steht nicht nur als Klangerzeugnis in einer Beziehung mit der Mathematik, sondern auch in Bezug auf jegliche Notenlehre, den Rhythmus und die Tonsysteme (dies sind nur einige Beispiele) (vgl. Ullrich 2016,S. 20). Schon seit der Antike wird Musik immer wieder mit der Wissenschaftsdisziplin Mathematik in Beziehung gesetzt und von zahlreichen Wissenschaftlern und Mathematikern untersucht. „Den Zusammenhang von Ton und Zahl, von musikalischer Wahrnehmung einerseits und Zahlenverhältnissen andererseits, erkannte Pythagoras bei seinen Experimenten. Seine Entdeckung bestand darin, dass den grundlegenden Intervallen der Musik (Okatve, Quinte und Quarte) einfach Zahlenverhältnisse der Längen einer schwingenden Seite entsprechen.“ (Reichle 2010, S.11). Auf näherer Erläuterungen zum wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen der Tonhöhe und den Intervallen von Zahlproportionen wird an dieser Stelle allerdings verzichtet, da dies den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. Dennoch ist es von großer Bedeutung zu wissen, dass aus den Entdeckungen Pythagoras das bis heute angewandte siebenstufige Tonleitersystem entstanden ist, welches als Paradebeispiel für die Wechselwirkungen zwischen der Musik und der Mathematik angesehen werden kann (vgl. Reichle 2010, S. 13).

Aber Musik und Mathematik sind natürlich nicht nur im wissenschaftlichen Sinn miteinander verbunden, sondern stehen auch im pädagogischen Bereich in einem engen Verhältnis. So hat der ungarische Musikpädagoge Gabor Friss herausgefunden, dass das Musizieren mit Kindern deren Rechenfertigkeiten erhöhen können und sie in der Regel konzentrationsfähiger sind (vgl. Reichle 2010, S.44). Des weiteren haben andere Studien ergeben, dass Gefühle beim Lernen eine große Rolle spielen und die Motivation der Schülerinnen und Schüler steigern können. Da Musik immer mit Emotionen verbunden ist, Mathematik aber eher als rationaler Unterricht angesehen wird, kann die Verbindung von Musik und Mathematik demnach die Lernmotivation der Kinder fördern, wodurch vor allem kognitive und affektive Kompetenzen geschult werden. (vgl. Reichle 2010, S.47).

In Verbindung mit der Thematik Lagebeziehungen/Raumerfahrungen gibt es ebenfalls einige positive Korrelationen zwischen der Verbindung Musik und Mathematik. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die räumliche Wahrnehmung durchaus mit Musik im Zusammenhang steht und dass davon ausgegangen werden kann, dass: „[...] möglicherweise eine gemeinsame neurologische Basis [existiert]“ (Ullrich 2016, S.56). Das räumliche Denken gilt als eine der wichtigsten Grunderfahrungen im mathematischen Bereich und entwickelt sich durch die Verbindung von Raum und Bewegung. Geschult werden kann diese Grunderfahrung unter anderem durch die Anwendung von Klängen und Rhythmen, einem Prinzip, welches in den folgenden Abschnitten vorgestellt wird (vgl. Ullrich 2016, S.56).

3. Die fächerübergreifende Erarbeitung der Thematik Lagebeziehungen

Die Thematik Lagebeziehungen ist ein Themengebiet der Mathematik, welches einen sehr großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Menschen hat. Lagebeziehungen benutzen Menschen so gut wie jeden Tag, wenn sie sich orientieren müssen oder ihre Umwelt wahrnehmen wollen. Genau diese Raumwahrnehmung ist die Schnittstelle zur Musik, denn im musikalischen Bereich spielt die Wahrnehmung der Umgebung ebenfalls eine große Rolle. Umso wichtiger ist es, dass die Schülerinnen und Schüler diese Thematik anhand des fächerübergreifenden Unterrichtsprinzips erarbeiten. Nur dadurch ist es möglich die Bedeutung der Wahrnehmung und Orientierung im Alltag aus mehrperspektivischer Sicht zu verinnerlichen.

3.1 Sachanalyse

Die Unterrichtsstunde „Orientierung durch Klänge“ behandelt die Thematiken Lagebeziehungen und Raumwahrnehmung gleichermaßen. Der Begriff Lagebeziehungen meint dabei die Beschreibung der Beziehung zwischen mehreren Objekten im Raum und in der Ebene (vgl. Franke & Reinhold 2016, S.38). Die Raumwahrnehmung hingegen ist spezialisiert auf: „[die] Fähigkeit, die räumlichen Beziehungen in Bezug auf den eigenen Körper zu erfassen“ (Loibl 2000, S.33). Da die Raumwahrnehmung allerdings ein sehr komplexes Themengebiet ist, wird diese Unterrichtsstunde das Teilgebiet der Raumorientierung ansprechen. Hierbei geht es um die Einordnung der eigenen Person in eine räumliche Situation, sowie um das Zurechtfinden in dieser räumlichen Lage (vgl. Loibl 2000, S.33). Zur Beschreibung der Lagebeziehung und der Raumwahrnehmung werden immer Adjektive verwendet, die die Lage bzw. die Beziehung zwischen verschiedenen Objekten näher erläutern. Beispiele hierfür sind: vorne, hinten, rechts, links, vor, hinter, rechts von, links von.

Für die musikalischen Inhalte der Unterrichtsstunde werden verschiedene Instrumente benötigt, anhand welcher die Orientierung stattfinden soll. Diese Instrumente umfassen Rasseln, Triangeln, Klangstäbe und Handtrommeln. Sie gehören dem Orff- Instrumentarium an und sind vielseitig einsetzbar, sowie leicht spielbar. Carl Orff, ein Musikpädagoge aus dem 20. Jahrhundert hat diese Instrumente zu einem wichtigen Bestandteil des Musikpädagogik gemacht, in dem er eine Zusammenstellung verschiedener Instrumente vornahm, welche ohne technische Voraussetzungen gespielt werden können und welche einen hohen Aufforderungscharakter zum selbstständigen Erzeugen von Musik besitzen (vgl. Hagemann o.J., S.1). Zu diesen Instrumenten gehören Fellinstrumente, das kleine Schlagwerk, Stabspiele und das große Schlagwerk (vgl. Hagemann o.J., S.1).

Die zum kleinen Schlagwerk gehörenden Instrumente: Rasseln, Klangstäbe und Triangeln, welche in der Unterrichtsstunde verwendet werden, können mit beiden Händen gespielt werden (vgl. Hirschberger et. al. 2017, S.8). Die Klangstäbe bestehen aus Holz, wodurch sie gleichzeitig auch zu den Holzinstrumenten gehören. Sie werden gespielt, in dem eine Hand einen Hohlraum bildet, auf welchem einer der Klangstäbe liegt und die andere Hand schlägt mit dem zweiten Klangstab darauf (vgl. Hirschberger et. al. 2017, S.8). Die in der Unterrichtsstunde verwendete Handtrommel hingegen gehört zu den Fellinstrumenten. Wie das Wort Handtrommel bereits verrät, wird diese Art der Trommel nur mit der Hand gespielt und nicht mit dem Schlägel (vgl. Hirschberger et. al. 2017, S.7). Der Ton der Handtrommel ist meist sehr warm.

3.2 Lernvoraussetzungen

Um Unterrichtsstunden didaktisch und methodisch bestmöglich planen zu können und das Niveau an die Schülerinnen und Schüler anzupassen, muss immer eine Analyse der Lernvoraussetzungen vorgenommen werden. Da die hier vorgestellte Unterrichtsstunde jedoch bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Arbeit nicht unter realen Bedingungen durchgeführt wurde, wird nun eine fiktive Analyse der Lernvoraussetzungen vorgenommen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Fächerübergreifender Unterricht. Die Verbindung zwischen Musik und Mathematik
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Fächerübergreifendes ästhetisches Arbeiten in der Grundschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V924382
ISBN (eBook)
9783346236371
ISBN (Buch)
9783346236388
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik, fächerübergreifendes Arbeiten
Arbeit zitieren
Christin Hennig (Autor), 2020, Fächerübergreifender Unterricht. Die Verbindung zwischen Musik und Mathematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924382

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