In der Arbeit soll am Beispiel des Märchens "Schneewittchen" aufgezeigt werden, inwieweit sich die einzelnen Märchen der Brüder Grimm über die Jahre verändert haben.
Beginnen wird die Arbeit zunächst mit der Entstehungsgeschichte und dem Wandel der Kinder- und Hausmärchen, ausgehend von ihrem Ursprung. Anschließend wird auf den Wandel des Märchens "Schneewittchen" genauer eingegangen. Darauffolgend werden die verschiedenen Modifikationen anhand der ersten Fassung von 1812 und der letzten von 1857 dargestellt. Der Fokus liegt auf den starken Abwandlungen und der Verkindlichung, welche dazu führten, dass die Märchen der Brüder Grimm heute nahezu in jedem Kinder- und Jugendbuchladen zu finden sind.
Wird sich mit dem Thema Brüder Grimm genauer auseinandergesetzt, wird deutlich, dass die aktuell erhältlichen Versionen nicht mit den ursprünglichen Märchen aus den ersten Fassungen übereinstimmen. Im Laufe der Jahre versuchten die Brüder, die Märchen kindgerecht umzuschreiben, da sich ihre eigentlichen Werke, welche für Erwachsene geschrieben worden waren, schlecht verkaufen ließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehungsgeschichte und Wandel der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm
2.1 Entstehungsgeschichte Schneewittchen
3. Inhaltsangabe Schneewittchen
4. Wandel zwischen erster und letzter Hand Schneewittchens Überarbeitungsgeschichte Schneewittchen erster und letzter Hand
5. Reflexion
5.1 Inhaltliche Erarbeitung
5.2 Mediale Aufbereitung
5.3 Auswertung Feedback
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Entstehungsprozess und die inhaltlichen sowie stilistischen Transformationen der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Ziel ist es, anhand einer detaillierten Analyse des Märchens „Schneewittchen“ nachzuweisen, wie die ursprünglichen, teils als gewaltreich empfundenen Fassungen im Laufe des 19. Jahrhunderts systematisch an bürgerliche Erziehungsideale und ein kindgerechtes Zielpublikum angepasst wurden.
- Historische Entwicklung der Märchensammlung der Brüder Grimm
- Analyse des Wandels zwischen der Erstausgabe von 1812 und der Ausgabe letzter Hand von 1857
- Exemplarische Untersuchung der Modifikationen am Märchen „Schneewittchen“
- Reflexion über mediale Vermittlungsformen in einem akademischen Online-Seminar
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehungsgeschichte Schneewittchen
Das Märchen Schneewittchen, welches unter der Nummer 53 in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm wiederzufinden ist, wurde erstmals im Jahre 1812 veröffentlicht. Hier stellt sich die Rekonstruktion als etwas schwieriger heraus als im Falle von anderen Märchen der Brüder Grimm. Wie beispielsweise bei dem Märchen Rotkäppchen, welches sich eindeutig auf schon vorherige Märchensammler aus französischen Gebiete um 1600 zurückführen lässt. (Uther 2008, S. 125).
Schneewittchen lässt sich auf eine handschriftliche Fassung von Ferdinand Grimm mit dem Titel Schneeweißchen, aus dem Jahre 1808 zurückführen. Ob es sich hierbei um ein eigens von Ferdinand erfundenes Märchen handelt oder ob es ihm von Fräulein Marie Hassenpflug, eine zu der Zeit bekannte Märchenerzählerin der Grimms, zugetragen wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. In den Bemerkungen des Handexemplars, welche Jacob Grimm zufügte, ist die Geschichte jedoch auch auf Johann Karl August Musäus Märchen Richilde zurückzuführen. Dieser fungierte auch schon bei dem Märchen Schneewittchen, welches Zeitnah mit den Märchen der Grimms veröffentlicht wurde, von Albert Ludwig Grimm, ein Namensvetter der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, als Pionier und Ideengeber (ebd. S. 128).
Die Fassung Friedrich Grimm überarbeitete sein Bruder Jacob Grimm und schickte sie in den Monaten Mai/Juni im Jahr 1808 an Friedrich Carl von Savigny, einem ehemaligen Lehrer, als Anhang in einem Brief. Im Jahr 1810 wurde die Abschrift von Schneewittchen mit anderen Märchenabschriften, welche in der ersten handschriftlichen Fassung zu finden sind, an Clemens Brentano gesandt. Zwei Jahre und einige Änderungen später wurde das Märchen in der Erstausgabe von 1812 im ersten Band, unter der Redaktion der Brüder Wilhelm und Jacob Grimm veröffentlicht (Uther 2008, S. 126).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturelle Bedeutung der Märchen der Brüder Grimm und skizziert das Erkenntnisinteresse bezüglich des Wandels von den ursprünglich eher gewalttätigen Fassungen hin zu kindgerechten Versionen.
2. Entstehungsgeschichte und Wandel der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Sammlung, die Einflüsse auf die Redaktionsarbeit Wilhelm Grimms sowie die Anpassung an bürgerliche Erziehungsideale.
2.1 Entstehungsgeschichte Schneewittchen: Hier wird die spezifische Genese des Märchens „Schneewittchen“ nachgezeichnet, inklusive der Rückführung auf handschriftliche Quellen und frühere literarische Einflüsse.
3. Inhaltsangabe Schneewittchen: Dieses Kapitel bietet eine prägnante Zusammenfassung der Handlung des Märchens „Schneewittchen“.
4. Wandel zwischen erster und letzter Hand Schneewittchens Überarbeitungsgeschichte Schneewittchen erster und letzter Hand: In tabellarischer Form werden die zentralen Modifikationen und stilistischen Änderungen zwischen der Fassung von 1812 und der Version letzter Hand von 1857 gegenübergestellt.
5. Reflexion: Der Abschnitt reflektiert den Prozess der inhaltlichen Erarbeitung und die mediale Umsetzung des Referats im Rahmen eines Online-Seminars.
5.1 Inhaltliche Erarbeitung: Beschreibung der Gruppenorganisation und der Recherchestrategien zur inhaltlichen Vorbereitung des Referats.
5.2 Mediale Aufbereitung: Erläuterung der verwendeten digitalen Formate wie PowerPoint, Audio-Aufnahmen und der „Simpleshow“ zur didaktischen Vermittlung.
5.3 Auswertung Feedback: Analyse der Rückmeldungen der Kommilitoninnen und Kommilitonen mittels der „Feedback-Hand“ und Reflexion des Lernerfolgs.
Schlüsselwörter
Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Schneewittchen, Märchenforschung, Textgeschichte, Editionswissenschaft, Überarbeitung, bürgerliche Erziehung, Kindgerechtheit, Medienwandel, Online-Lehre, Literaturdidaktik, Romantik, Volksmärchen, Modifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm von ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 1812 bis zur letzten Ausgabe von 1857 inhaltlich und stilistisch verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die historische Entstehungsgeschichte, der pädagogische Anpassungsprozess an bürgerliche Normen und die mediale Didaktik im akademischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, anhand von „Schneewittchen“ aufzuzeigen, durch welche gezielten Überarbeitungen die Märchen „kindgerecht“ gemacht wurden und warum dies notwendig für den kommerziellen Erfolg war.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer komparativen Textanalyse der Fassungen von 1812 und 1857, ergänzt durch die Aufarbeitung von fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte, eine inhaltliche Nacherzählung, eine vergleichende tabellarische Darstellung der Textänderungen sowie eine Reflexion über die mediale Seminaraufbereitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Brüder Grimm, Märchenwandel, Schneewittchen, Editionswissenschaft, Erziehungsideale und mediale Aufbereitung.
Warum wurde das Märchen „Schneewittchen“ als Beispiel gewählt?
Das Märchen wurde gewählt, da es ein Paradebeispiel für die Transformation vom „grausamen“ Märchen für Erwachsene hin zum pädagogisch geformten Kinderbuch darstellt.
Welche Rolle spielt das Feedback der Kommilitoninnen in dieser Arbeit?
Das Feedback dient der Reflexion des Referatsverlaufs und der medialen Vermittlungsqualität, um den Lernprozess und die Wirksamkeit der gewählten Methoden (z.B. Simpleshow) kritisch zu hinterfragen.
Was ist das signifikanteste Ergebnis des Vergleichs zwischen 1812 und 1857?
Das signifikanteste Ergebnis ist die systematische Verkindlichung: Gewalt wurde gemildert, Dialoge wurden ausgebaut und das Märchen wurde explizit als moralisches Erziehungsmittel für das bürgerliche Milieu umgeschrieben.
- Citar trabajo
- Katrin Pöppelmeyer (Autor), 2020, Überarbeitungsgeschichte der Märchen der Brüder Grimm, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924409