Die Evaluation von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen hat noch keine lange Tradition. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Denkbar ist beispielsweise, dass AkteurInnen die internationale Jugendreisen planen und durchführen
den Vorgang der Evaluation als Kontrollmechanismus verstehen.
Damit kann die Angst einhergehen, dass durch ´schlechte` Beurteilungen Fördermittel gestrichen werden. Auf den ersten Blick betrachtet ist diese Befürchtung durchaus berechtigt, denn ein Teil des Evaluationsprozess ist die Beurteilung von Programmen oder
Maßnahmen, um positive Handlungsmodelle1 ausfindig zu machen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann ist ein partizipativer Ansatz von Nöten, denn nur unter der Mitwirkung der beteiligten Akteure, lässt sich eine Dienstleistung bzw. ein Projekt evaluieren.
Idealerweise lernen dabei beide Seiten von einander. Ich werde mich in dieser Hausarbeit zunächst mit der Definition, den Funtkionen und den Formen von Evaluation auseinandersetzen, um einen allgemeinen Überblick über diesen Forschungsansatz zu verschaffen. Anschließend gehe genauer ich auf ein Evaluationsmodell für Veranstalter von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen ein.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsklärung
1.1. Definition des Begriffs der Evaluation
1.2. Funktionen der Evaluation
1.3. Formen der Evaluation
2. Zur Bedeutung von Evaluation
3. Vorstellung eines Systems zur Evaluation von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen
3.1. Zum Nutzen des Evaluationssystems
3.2. Prinzipien des Evaluationssystems
3.3. Funktionen des Evaluationssystems
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über theoretische Grundlagen der Evaluation im Kontext der Sozialen Arbeit zu geben und ein praxisorientiertes Evaluationssystem für Veranstalter von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen vorzustellen, das Ängste vor Kontrolle abbaut und die Qualitätsentwicklung fördert.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen der Evaluation
- Bedeutung und Funktionen von Evaluationsprozessen
- Vorstellung standardisierter Instrumentarien (z.B. CIPP-Modell, GrafStat)
- Partizipation von Jugendlichen und wissenschaftliche Qualitätsstandards
Auszug aus dem Buch
1.1. Definition des Begriffs der Evaluation
Eigentlich kommt der Begriff ´Evaluation` aus dem lateinischen. Hauptsächlich entstammt er aber dem englischen Wort „evaluate“ bzw. dem französichen „évaluer“ (vgl. Spieckermann 2001: 260). Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, was der Begriff nun aber tatsächlich bedeutet bzw. welchen Prozess er beschreibt. Mertens (vgl. 2000: 41) sieht den Vorgang der Evaluation als „Bewertung einer Sache oder eines Prozesses“. Auch Bortz und Döring (2002: 96) beschreiben die Evaluation als beurteilende Technik: „Evaluatuionsforschung beinhaltet die systematische Anwendung empirischer Forschungsmethoden zur Bewertung des Konzepts, des Untersuchungsplanes, der Implementierung und Wirksamkeit sozialer Interventionsprogramme.“
Nicht nur soziale Interventionsprogramme, sondern auch freizeitpädagogische Programme wie internationale Jugendfahrten können evaluiert werden (vgl. Ilg 2007: 171-183). Es gibt zwei mögliche Herangehensweisen: Die „formative“ Evaluation welche den „Prozess der Durchführung“ eines Programms analysiert und die „summative“ Evaluation die sich mit den „Ergebnissen“ eines Programms beschäftigt (ebd.). Erstere bringt den Vorteil mit sich, während des laufenden Programms „Modifikationen oder Verbesserungen“ vornehmen zu können (Flick 2006: 14). Schließlich lässt sich festhalten, dass Evaluationsforschung Erkenntnisse über das „Funktionieren des untersuchten Gegenstandes (...) ermitteln“ möchte bzw. feststellen will, „ob ein Programm wirkt und/oder wie es wirkt“ und unterscheidet sie sich dadurch von anderen „Forschungstypen“ (ebd.: 13).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Evaluation im Bereich internationaler Jugendreisen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
1. Begriffsklärung: Theoretische Herleitung und Definition von Evaluationsbegriffen, -funktionen und -formen in der Sozialen Arbeit.
2. Zur Bedeutung von Evaluation: Erörterung der gesellschaftlichen und fachlichen Relevanz von Evaluationsforschung unter Berücksichtigung von Qualitätsstandards.
3. Vorstellung eines Systems zur Evaluation von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen: Detaillierte Darstellung spezifischer Instrumentarien und methodischer Ansätze zur praktischen Umsetzung.
Zusammenfassung: Reflektion der Ergebnisse und Betonung der Professionalisierung durch leicht verständliche Evaluationssoftware.
Schlüsselwörter
Evaluation, Jugendfreizeiten, Jugendbegegnungen, Evaluationsforschung, Sozialmanagement, Qualitätsentwicklung, Instrumentarium, GrafStat, Partizipation, Wirkungsanalyse, formative Evaluation, summative Evaluation, CIPP-Modell, Freizeitpädagogik, Sozialarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und Anwendung von Evaluationsmethoden speziell für den Bereich der Jugendreisen und internationalen Jugendbegegnungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die theoretische Definition, die Funktionen von Evaluation sowie die praktische Vorstellung eines Systems, das Veranstaltern bei der Qualitätsentwicklung hilft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für Evaluation als Instrument zur Weiterentwicklung zu schaffen und Ängste vor externer Kontrolle durch ein partizipatives Evaluationsmodell abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Vorstellung des CIPP-Modells nach Stufflebeam sowie der Anwendung der Software GrafStat.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Bedeutung von Evaluationsstandards und die konkrete Vorstellung eines Evaluationssystems für Jugendfreizeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Evaluation, Qualitätsentwicklung, Jugendfreizeiten, Partizipation und pädagogische Professionalisierung.
Wie unterscheidet sich die formative von der summativen Evaluation?
Die formative Evaluation analysiert den Prozess während der Durchführung, um Verbesserungen zu ermöglichen, während die summative Evaluation die Ergebnisse eines abgeschlossenen Programms bewertet.
Welche Rolle spielt die Software GrafStat?
GrafStat dient als anwenderfreundliches Werkzeug zur Dateneingabe, Auswertung und grafischen Darstellung von Evaluationsergebnissen in der Jugendarbeit.
Warum ist Partizipation bei der Evaluation wichtig?
Partizipation stellt sicher, dass die beteiligten Akteure und Jugendlichen den Prozess als Unterstützung zur Qualitätsverbesserung wahrnehmen und nicht als bloßes Überwachungsinstrument.
- Citation du texte
- ex. Krankenpfleger Michael Noack (Auteur), 2008, Evaluation von Jugendfreizeiten und internationalen Jugendbegegnungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92459