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Max Webers Protestantismusthese, die Kritik aus historischer Sicht und das Beispiel Hans de Witte

Title: Max Webers Protestantismusthese, die Kritik aus historischer Sicht und das Beispiel Hans de Witte

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Oliver Quast (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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In der Mitte des 17. Jahrhunderts stellten Calvinisten sowohl in den protestantischen als auch katholischen Ländern die wirtschaftliche Elite Europas. Vor diesem Hintergrund fällt es leicht, eine unmittelbare Verbindung zwischen Religion und wirtschaftlicher Aktivität anzunehmen. Max Weber ist von einer solchen Verbindung ausgegangen, ohne jedoch eine Probe auf das historische Exempel zu machen. Auf der Grundlage seiner formulierten Protestantismusthese wird heutzutage immer noch teilweise die populäre Ansicht vertreten, Katholiken seien faul und arbeitsscheu, Protestanten hingegen wirtschaftlich aktiv und fleißig. Ist diese Interpretation Max Webers zulässig und fußt sie auf historischen Gegebenheiten?
In der vorliegenden Arbeit soll dieser Frage nachgegangen werden, indem zunächst sehr kurz und holzschnittartig die Protestantismusthese von Max Weber dargestellt werden wird. Hierbei soll der Schwerpunkt auf der Wiedergabe der Kernthese zur Entstehung des Kapitalismus geschehen. Darauf folgt die Darstellung der Thesen von Paul Münch, welche sich mit der These von Weber auseinandersetzen. Hierbei wird die bisherige Weber-Kritik beleuchtet und Webers These mit den tatsächlichen historischen Gegebenheiten verglichen. Schließlich soll eines der angeführten historischen Beispiele, nämlich das Wirken des Finanziers Wallensteins Hans de Witte näher beleuchtet werden. Dabei soll besonders die These von Trevor-Roper mit einbezogen werden, welche Bedeutung der Humanismus und die religiöse Toleranz gegenüber Anderskonfessioneller in Bezug zur Förderung des Wohlstandes und der Wirtschaft hatte. Da Max Weber und insbesondere seine Religionssoziologie seit dem Ende des 2. Weltkriegs wieder vermehrt im wissenschaftlichen Blickpunkt liegt, ist hier eine außerordentliche Fülle zu verzeichnen. Bei dieser Literatur handelt es sich allerdings auch um populäre Literatur, Lehrbücher und auch viele ältere Werke, da Webers Thesen bereits zu seiner Zeit stark diskutiert wurden. Wohl auch deswegen fällt es schwer, aktuelle Literatur zu finden, die sich mit seinen Thesen aus historischer Sicht widmet.
Die Literatur zur Biographie Hans de Wittes beschränkt sich auf zwei Biographien, die sehr bekannte und allseits zitierte von Ernstberger und eine weitere weniger verbreitete und in Deutschland kaum zugängliche von Karel Vit, die Rahmen seiner Dissertation entstand. Spätere Literatur bezieht sich zum größten Teil auf jenes Werk von Ernstberger.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Fragestellung

Literaturlage

Die protestantische Wirtschaftsethik Max Webers

Die Kritik an Max Webers These nach Paul Münch

Die Protestantismusthese als Fortsetzung einer Denktradition

Die Kritik aus der historischen Perspektive

Resümee

Weitere Untersuchung am Beispiel des Finanziers Hans de Witte

Die Anfangsjahre

Die Geschäfte während des „Dreißigjährigen Krieges“

Beurteilung

Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Gültigkeit von Max Webers bekannter Protestantismusthese unter Berücksichtigung historischer Fakten. Anhand des Fallbeispiels des Finanziers Hans de Witte wird kritisch hinterfragt, ob eine direkte kausale Verbindung zwischen calvinistischer Konfession und wirtschaftlichem Erfolg tatsächlich existiert oder ob dieser Zusammenhang soziologisch überbewertet wurde.

  • Darstellung der protestantischen Wirtschaftsethik nach Max Weber
  • Kritische Analyse von Webers Thesen durch Paul Münch
  • Historische Überprüfung der These am Beispiel des Finanziers Hans de Witte
  • Untersuchung der Bedeutung von religiöser Toleranz für wirtschaftliches Handeln
  • Kritische Reflexion über den Einfluss von Konfessionen auf bürgerliche Tugenden

Auszug aus dem Buch

Die Geschäfte während des „Dreißigjährigen Krieges“

Als 1618 der Aufstand der protestantischen böhmischen Stände gegen das habsburgische Kaiserhaus ausbrach, bewahrte Hans de Witte, der mittlerweile viel Einfluss am kaiserlichen Hof besaß und ebenso unbestritten war, seine Loyalität gegenüber dem katholischen Kaiser. Dies scheint deswegen erwähnenswert, da es sich bei den Aufständischen vor allem auch um seine Glaubensgenossen handelte. So rangen auf böhmischer Seite vor allem calvinistische Ständevertreter wie Wenzel von Rappen um die freie Königswahl.

Kaiser Matthias und der Regentenrat ließen zwei protestantische Kirchen schließen bzw. zerstören und die Ständeversammlung verbieten, woraufhin es zum Prager Fenstersturz kam. Die böhmischen Stände ernannten eine provisorische Vertretung und setzten den zum König von Böhmen ernannten Ferdinand II. in einem feierlichen Akt ab. Stattdessen boten sie 1619 die böhmische Krone dem calvinistischen Kurfürsten von der Pfalz an. Die Herrschaft dieses so genannten calvinistischen Winterkönigs wurde allerdings bereits 1620 mit der Schlacht am Weißen Berge und dem Triumph der kaiserlichen Truppen beendet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik und Formulierung der Forschungsfrage nach der Zulässigkeit von Max Webers Protestantismusthese.

Die protestantische Wirtschaftsethik Max Webers: Darstellung der Kernthese Webers über die Rolle der Religion bei der Entstehung des modernen Kapitalismus und des „Berufsmenschen“.

Die Kritik an Max Webers These nach Paul Münch: Auseinandersetzung mit der historischen Kritik an Weber und Aufzeigen, dass die These oft als Fortsetzung bereits bestehender Denktraditionen fungierte.

Weitere Untersuchung am Beispiel des Finanziers Hans de Witte: Fallstudie über einen niederländischen Finanzier im Prag des 17. Jahrhunderts zur empirischen Überprüfung der Thesen.

Schluss: Fazit der Untersuchung, das einen direkten Zusammenhang zwischen Religion und wirtschaftlicher Tätigkeit nicht bestätigen kann und Webers Theorie als methodischen Rahmen einordnet.

Schlüsselwörter

Max Weber, Protestantismusthese, Kapitalismus, Hans de Witte, Religionssoziologie, Dreißigjähriger Krieg, Konfession, Calvinismus, Wirtschaftsgeschichte, Berufsethos, Paul Münch, Finanzgeschichte, Historische Kritik, Rationalisierung, Frühmoderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die bekannte Protestantismusthese von Max Weber aus einer historisch-kritischen Perspektive und stellt deren empirische Haltbarkeit infrage.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Wechselwirkungen zwischen Konfession, bürgerlichem Ethos, Wirtschaftsentwicklung und historischem Kontext im 17. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die Interpretation, dass der Protestantismus der ausschlaggebende Motor für den Kapitalismus war, historischen Gegebenheiten standhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse soziologischer Theoriebildung im Vergleich mit historischen Fallbeispielen, insbesondere der Biographie von Hans de Witte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Weberschen Theorie, die kritische Diskussion durch den Historiker Paul Münch und eine detaillierte Fallstudie zur Rolle von Hans de Witte als Finanzier des Kaisers.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kapitalismus, Protestantische Ethik, Konfession, innerweltliche Askese, Berufsmensch und historische Kausalität.

Warum war Hans de Witte als Fallbeispiel so bedeutsam?

De Witte war ein calvinistischer Finanzier, der für einen katholischen Kaiser arbeitete, was direkt gegen die These eines rein konfessionsgebundenen wirtschaftlichen Erfolgs spricht.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Protestantismusthese?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein zwingender Zusammenhang zwischen Religion und wirtschaftlicher Aktivität nicht bewiesen werden kann und die These methodisch zwar anregend, aber historisch nicht verallgemeinerbar ist.

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Details

Title
Max Webers Protestantismusthese, die Kritik aus historischer Sicht und das Beispiel Hans de Witte
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften)
Course
Frühe Neuzeit : Die Vormoderne im Spiegel soziologischer Theorien
Grade
1,7
Author
Oliver Quast (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V92462
ISBN (eBook)
9783638061681
Language
German
Tags
Webers Protestantismusthese Kritik Sicht Beispiel Hans Witte Frühe Neuzeit Vormoderne Spiegel Theorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Quast (Author), 2008, Max Webers Protestantismusthese, die Kritik aus historischer Sicht und das Beispiel Hans de Witte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92462
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