Die Hausarbeit setzt sich wertungsfrei mit der Thematik eines möglichen gerechten Krieges auseinander. Im Fokus steht hierbei die selten in moderner, westlicher Fachliteratur aufgegriffene Blickrichtung auf die arabisch, mittelalterliche Philosophie.
Im Mittelpunkt steht ein großartiger Vertreter der mittelalterlichen Philosophie, Al-Fârâbî. Um dessen Ausführungen und Ideen besser deuten zu können, wurde in dieser Ausarbeitung Bezug auf antike Ideen über Gerechtigkeit und Krieg genommen, sowie das Naturrecht genauer betrachtet. Ein weiterer großer Einfluss auf Fârâbî schien der Koran gewesen zu sein, weswegen auch dazu Stellen in der vorliegenden Arbeit zu finden sind.
Alles in allem erfährt der Rezipient hier im Auszug etwas über mittelalterliche, arabische Philosophie und die Idee hinter einem zumindest gerechtfertigten Krieg zur damaligen Zeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Gerechtigkeit und Krieg
1.2. Von natürlichem Recht hin zu Gerechtigkeit
2. Perspektiven
2.1. Einführung in die arabisch, mittelalterliche Philosophie
2.2. Aristoteles - Gerechtigkeit und Krieg
2.3. Der Koran als Majorprämisse
3. Schlusswort
3.1. Fârâbîs Perspektive
3.2. Fazit
4. Bibliographie
4.1. Literatur
4.2. Primärquellen Übersetzungen:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe kriegerischer Handlungen im arabischen Mittelalter (8. bis 10. Jahrhundert) aus der Perspektive der arabisch-islamischen Philosophie, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob es aus dieser Sicht einen sogenannten „Gerechten-Krieg“ gab.
- Analyse der philosophischen Grundlagen von Recht, Gerechtigkeit und Krieg
- Untersuchung des Einflusses griechischer Antike auf die arabische Philosophie
- Beleuchtung des Korans als religiöse und gesetzgebende Basis
- Erarbeitung der Position des Philosophen Fârâbî zum Gerechten-Krieg
- Differenzierung der Begriffe Dschihad, Harb und Qital im mittelalterlichen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.2. Aristoteles - Gerechtigkeit und Krieg
Für Aristoteles war, wie auch schon für Platon vor ihm, der Krieg als solcher nichts Unmenschliches oder gar Unnatürliches, ganz im Gegenteil. Krieg stellte ein „zielgerichtetes menschliches Verhalten“ dar. Aristoteles ging soweit, dem nach außen gerichteten Krieg sogar geopolitische Legitimation zuzusichern, da zur Versorgung des eigenen Volkes andere Länder eingenommen werden müssten und es durchaus Völker gäbe, für die es besser wäre durch die Griechen beherrscht zu werden. Dieses Beherrschen der anderen Völker wird als möglicher Weg zur eudaimonia gesehen, wobei diese nicht einfach mit gutem Leben übersetzt werden sollte, sondern als Glück, welches innerhalb des aristotelischen Denkens für die höchste Form menschlichen Zielstrebens bezeichnend ist.
In seiner Politik bezieht Aristoteles Stellung zum Krieg. Er legt darin nahe, dass keine Vorbereitungen für einen Krieg getroffen werden dürfen, so dieser nicht dem Schutz vor der eigenen Versklavung diene. Erst als zweiten und dritten Grund für kriegerische Handlungen gibt er an, dass der Krieg eine Vorrangstellung gegenüber den Besiegten mit sich bringen sollte. Die Zweite Form war eine beherrschende aber duldende Regierung, wobei die dritte Form als despotisch bezeichnet wird, also die Besiegten dem Grunde nach völlig unterwerfend in allen Positionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Gerechten-Krieges ein und begründet die Notwendigkeit, das arabische Mittelalter unabhängig von christlichen Perspektiven zu betrachten, während die methodische Vorgehensweise skizziert wird.
2. Perspektiven: Hier werden die philosophischen und religiösen Quellen beleuchtet, wobei der Einfluss der griechischen Antike, das Naturrecht und der Koran als Basis für das Verständnis von Recht und Gerechtigkeit analysiert werden.
3. Schlusswort: Das Kapitel konzentriert sich auf die Perspektive des Philosophen Fârâbî und führt die Ergebnisse im Fazit zusammen, um die abschließende Antwort auf die Forschungsfrage zu formulieren.
4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Sekundärliteratur und Primärquellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Gerechter-Krieg, arabische Philosophie, Mittelalter, Fârâbî, Koran, Naturrecht, Aristoteles, Dschihad, Eudaimonia, Gerechtigkeit, Staatsführung, Religion, Kriegsethik, Philosophiegeschichte, Vernunft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Legitimierung von Krieg im arabisch-islamischen Mittelalter zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Konzepte von Gerechtigkeit, das Naturrecht, der Einfluss antiker griechischer Philosophie sowie die Rolle des Korans und des Dschihad-Begriffs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis der arabisch-islamischen Philosophie zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen ein „Gerechter-Krieg“ begründet werden konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-historische Analyse, bei der antike und mittelalterliche Texte, insbesondere von Aristoteles und Fârâbî, sowie religiöse Suren des Korans untersucht werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Fundamente von Gerechtigkeit (Naturrecht, aristotelische Ethik) und deren Übertragung auf kriegerische Handlungen sowie die spezifische Rolle der Religion in der politischen Philosophie des Fârâbî.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gerechter-Krieg, arabische Philosophie, Fârâbî, Koran und Naturrecht definiert.
Welche Bedeutung hat Fârâbî für die Fragestellung?
Fârâbî dient als Hauptbeispiel, um die Verbindung zwischen griechischer Philosophie und der Rechtfertigung von Herrschaft sowie Krieg innerhalb eines islamisch geprägten Staates aufzuzeigen.
Wie unterscheidet sich der Dschihad-Begriff in dieser Untersuchung?
Die Arbeit grenzt Dschihad von einfachen Kriegsbegriffen ab und interpretiert ihn als eine Anstrengung zur Verteidigung und zum Erhalt des islamischen Glaubens, die philosophisch legitimiert wird.
- Citar trabajo
- Philippe Pohl (Autor), 2020, Gerechter Krieg in der arabisch-islamischen Philosophie. Al-Fârâbî und die mittelalterliche Philosophie bis ins 10. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924648