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Paulus als Mutter? Biblische Perspektiven auf Trans- und Intersexualität

Titre: Paulus als Mutter? Biblische Perspektiven auf Trans- und Intersexualität

Dossier / Travail de Séminaire , 2020 , 13 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Till Thieme (Auteur)

Théologie - Théologie biblique
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Kommen die Themen Trans- und Intersexualität in der Bibel vor? Die vorliegende Arbeit zeigt auf, welche biblischen Perspektiven auf die Themen Trans- und Intersexualität möglich sind, berücksichtigt gleichzeitig aber auch ihre Grenzen.

Anhand verschiedener Bibelstellen wird gezeigt, dass es auch schon im Alten und Neuen Testament genderqueere Menschen gab und dass die biblischen Texte durchaus ein Plädoyer für Menschen ablegen, die nicht dem binären Geschlechtssystem entsprechen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frage nach der Geschlechtlichkeit des Menschen in den Schöpfungserzählungen der Genesis

3. Die Eunuchen

4. Der Mensch in Christus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, biblische Perspektiven auf die Themen Trans- und Intersexualität zu untersuchen, ohne dabei eine primär moraltheologische Behandlung anzustreben. Stattdessen steht die Exegese ausgewählter Bibelstellen im Vordergrund, um aufzuzeigen, dass Genderfragen und die damit verbundenen Macht- und Hierarchievorstellungen bereits in biblischer Zeit kontrovers diskutiert wurden und die Bibel keinen eindeutig binären Ausschluss dieser Identitäten fordert.

  • Exegese der Schöpfungserzählungen in der Genesis hinsichtlich geschlechtlicher Vielfalt.
  • Untersuchung des Sonderstatus von Eunuchen in biblischen Texten.
  • Analyse des paulinischen Menschenbildes in Galater 3,28 als Basis für Inklusion.
  • Beitrag zur Queer-Theologie durch Relativierung binärer Geschlechterordnungen.
  • Herausarbeitung eines christlichen Inklusions- und Akzeptanzimperativs.

Auszug aus dem Buch

3. Die Eunuchen

In der theologischen Literatur zu Trans- und Intersexualität ist, wenn biblische Texte herangezogen werden, auffällig oft von Eunuchen die Rede. Ein Eunuch ist „ein durch Verstümmelung zeugungsunfähiger Mann“. Sollte es schon vor der Pubertät zu einer Kastration gekommen sein, hat der Eunuch eine unterentwickelte Muskulatur und sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, Körperbehaarung und Stimmbruch sind nur schwach ausgeprägt oder fehlen völlig. In diesen beiden Definitionen deutet sich bereits an, dass Eunuchen nicht einfach dem binären Geschlechtersystem entsprechen, sondern, dass sie erstens eine Veränderung ihrer Geschlechtlichkeit durch äußeren Eingriff erfahren haben und dass sie zweitens vom äußeren Erscheinungsbild her, je nach Zeitpunkt des Eingriffs, nicht klar einem Geschlecht zugewiesen werden können.

Auch die häufige Tätigkeit von Eunuchen als Haremswächter (Vgl. hierzu auch Est2,15) lässt fragen, ob sie durch ihre körperliche ‚Entmannung‘ nicht auch den sozialen Status als Mann verloren haben, wenngleich den Eunuchen der Zugang zu hoch angesehenen politischen Ämtern offen stand. Forschungen haben ergeben, dass es in der Geschichte Eunuchen gab, die sich von ihrer einstigen männlichen Identität distanzierten, sich Mädchen nannten, Frauenkleider trugen und sogar als Frauen heirateten. Der Bezug zwischen Eunuchen und Trans- und Intersexuellen ist also offensichtlich, weshalb auch die Frage nach den Eunuchen in der Bibel eine Perspektive auf die Themen Trans- und Intersexualität bieten kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz biblischer Texte für aktuelle Fragen zu Trans- und Intersexualität ein und verortet die Arbeit innerhalb der Queer-Theologie.

2. Die Frage nach der Geschlechtlichkeit des Menschen in den Schöpfungserzählungen der Genesis: Dieses Kapitel hinterfragt die Annahme eines gottgewollten, binären Geschlechtersystems und legt dar, dass die Schöpfungstexte keine starre Anthropologie der Geschlechter vorgeben.

3. Die Eunuchen: Hier wird der biblische Umgang mit Eunuchen analysiert, wobei zwischen ablehnenden und inklusiven Textstellen unterschieden und eine Parallele zu heutigen Trans- und Interidentitäten gezogen wird.

4. Der Mensch in Christus: Das Kapitel untersucht das paulinische Konzept der "Neuschöpfung" in Galater 3,28, welches als radikaler Aufruf zur Überwindung gesellschaftlicher und geschlechtlicher Grenzen interpretiert wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass sich eine biblische Verurteilung von Trans- und Intersexualität nicht begründen lässt, sondern stattdessen ein Inklusionsimperativ im Sinne Jesu hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Bibel, Queer-Theologie, Transsexualität, Intersexualität, Geschlechtlichkeit, Genesis, Eunuchen, Exegese, Inklusion, Neuschöpfung, Galater 3,28, Identität, Geschlechtersystem, Christentum, Menschenbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der exegetischen Untersuchung biblischer Texte hinsichtlich ihrer Perspektiven auf Trans- und Intersexualität.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Themenfelder umfassen die Schöpfungserzählungen der Genesis, die Rolle und Wahrnehmung von Eunuchen in der Bibel sowie die paulinische Theologie der Neuschöpfung in Christus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass biblische Texte nicht gegen Trans- und Intersexualität sprechen, sondern vielmehr Raum für Inklusion und die Würdigung der Vielfalt bieten.

Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?

Der Autor nutzt die exegetische Analyse von ausgewählten Bibelstellen im Kontext queer-theologischer Fragestellungen, um die hermeneutische Offenheit der Texte aufzuzeigen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei spezifische biblische Komplexe: die Deutung der ersten Menschen in Genesis, das Phänomen des Eunuchen-Status im Alten und Neuen Testament und die Aufhebung von Gendergrenzen im paulinischen Christusglauben.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Queer-Theologie, Inklusionsimperativ, Geschlechterbinarität und biblische Exegese charakterisiert.

Inwiefern stellt das Kapitel über Eunuchen eine Verbindung zur heutigen Trans-Identität her?

Der Autor zeigt auf, dass Eunuchen historisch eine Identität zwischen den binären Geschlechtern einnahmen und teils selbstbestimmt in nicht-binären Rollen lebten, was sie in einen direkten Vergleichsraum zu heutigen Trans-Identitäten rückt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die christliche Kirche aus der Exegese?

Der Autor leitet daraus einen konkreten Inklusions- und Akzeptanzimperativ ab, wonach die christliche Kirche den Auftrag hat, Menschen jenseits gesellschaftlicher Identitätsmarker und Kategorisierungen anzunehmen.

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Résumé des informations

Titre
Paulus als Mutter? Biblische Perspektiven auf Trans- und Intersexualität
Université
University of Münster  (Institut für Biblische Theologie und ihre Didaktik)
Note
1,0
Auteur
Till Thieme (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
13
N° de catalogue
V924675
ISBN (ebook)
9783346249111
ISBN (Livre)
9783346249128
Langue
allemand
mots-clé
Queertheologie biblische Theologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Till Thieme (Auteur), 2020, Paulus als Mutter? Biblische Perspektiven auf Trans- und Intersexualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924675
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Extrait de  13  pages
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