Im Rahmen dieser Studienarbeit richtet sich die Betrachtung besonders auf den Außenhandel mit den osteuropäischen Staaten, deren Absatzmärkte in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt durch die beiden Erweiterungsrunden der Europäischen Union (EU) 2004 und 2007, enorm an Bedeutung gewonnen haben. Es wird dargestellt, welchen Stellenwert Osteuropa überhaupt im deutschen Exportgeschehen einnimmt, welche Instrumentarien der Staat zur Absicherung von Exporten in diese Länder zur Verfügung stellt und wie sich die Inanspruchnahme von Deckungsinstrumentarien in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Auch wird eine Prognose für die Entwicklung der kommenden Jahren erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die EU-Osterweiterung und dessen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland
2.1 Politische Bedeutung
2.2 Wirtschaftliche Bedeutung
3 Die mittel- und osteuropäischen Staaten
3.1 Geografische Zuordnung
3.2 Das Exportvolumen deutscher Unternehmen
4 Risiken im Außenhandelsgeschäft
4.1 Wirtschaftliche Risiken
4.2 Politische Risiken
4.3 Risiken deutscher Unternehmen im Außenhandelsgeschäft mit Osteuropa
5 Die staatliche Exportabsicherung der Bundesrepublik Deutschland
5.1 Ziele einer staatlichen Exportabsicherung
5.2 Vorgaben des Bundes
6 Staatliche Finanzierungsinstrumente
6.1 Staatspolitisches Organ der Bundesregierung
6.2 Entscheidungskriterien für eine Deckungsübernahme
6.2.1 Förderungswürdigkeit
6.2.2 Risikobeschränkung
6.2.3 Haushaltsrechtliche Beschränkung
6.2.4 Umweltprüfung
6.3 Formen der Ausfuhrgewährleistungen
6.3.1 Fabrikationsrisikodeckung
6.3.2 Kurzfristige Ausfuhrrisikodeckungen
6.3.2.1 Kurzfristige Einzeldeckungen
6.3.2.2 Revolvierende kurzfristige Einzeldeckungen
6.3.2.3 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung
6.3.2.4 Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung light
6.3.2.5 Finanzkreditdeckung für Kurzfristgeschäfte
6.3.3 Ausfuhrdeckungen für mittel- und langfristige Exportgeschäfte
6.3.3.1 Die Finanzkreditdeckung
6.3.3.2 Die Projektfinanzierung
6.3.4 Avalgarantie
7 Inanspruchnahme staatlicher Finanzierungsinstrumente
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Bedeutung des deutschen Außenhandels mit den mittel- und osteuropäischen Staaten (MOE-Staaten) sowie die Rolle staatlicher Finanzierungsinstrumente zur Absicherung dieser Exportgeschäfte. Ziel ist es, den Stellenwert dieser Region im deutschen Exportgeschehen darzustellen, die Entwicklung der staatlichen Absicherung zu untersuchen und eine Prognose für die künftige Nutzung dieser Instrumente zu erstellen.
- Bedeutung der EU-Osterweiterung für den Wirtschaftsstandort Deutschland
- Struktur und Entwicklung der Exportvolumina in die MOE-Staaten
- Analyse der verschiedenen Arten von wirtschaftlichen und politischen Risiken
- Funktionsweise und Auswahlkriterien staatlicher Exportkreditversicherungen (Hermesdeckungen)
- Detaillierte Untersuchung von Finanzierungsinstrumenten wie Fabrikationsrisikodeckung, kurzfristige Ausfuhrrisikodeckungen und Projektfinanzierung
Auszug aus dem Buch
6.3.2 Kurzfristige Ausfuhrrisikodeckungen
Die kurzfristigen Ausfuhrrisikodeckungen beziehen sich auf die Risiken welche nach dem Versand der Ware und während der Abnahme der Ware beim Importeur bestehen. Hauptgegenstand der Ausfuhrdeckungen sind die im Ausfuhrvertrag zwischen Exporteur und ausländischen Schuldner geregelten Grundsätze von Lieferung und Leistung und den damit verbundenen Geldforderungen (gedeckte Forderungen). Diese gedeckten Forderungen, unter Annahme eines wirksam zustande gekommenen Liefervertrages, können sich auch auf sogenannte Surrogatforderungen beziehen, welche auf den Ausgleich erbrachter Lieferungen und Leistungen gerichtet sind und an die Stelle der als Gegenleistung vereinbarten Geldforderungen treten. Zusätzlich werden durch die gedeckten Forderungen auch Finanzierungsnebenkosten und Kreditzinsen versichert. Dagegen werden keine Abdeckungen für etwaige Schadensersatzforderungen und sonstige Nebenforderungen, wie beispielweise Verzugszinsen oder Vertragsstrafen, versichert, auch wenn diese ausdrücklich im Ausfuhrvertrag geregelt sind. Für kurzfristige Ausfuhrgeschäfte mit einer Kreditlaufzeit von 12 Monaten (in Ausnahmefällen von bis zu 24 Monaten) stellt der Bund fünf unterschiedliche Deckungsformen bereit: die kurzfristige Einzeldeckung, revolvierende kurzfristige Einzeldeckung, Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen sowie Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light. Seit dem 01. Januar 2008 hat der Bund zudem mit der Einführung der revolvierenden Finanzkreditdeckung eine weitere Deckungsmöglichkeit im Bereich der Kurzfristgeschäfte geschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Exports für die deutsche Wirtschaft heraus und führt in das Thema der staatlichen Exportabsicherung ein.
2 Die EU-Osterweiterung und dessen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die politische und wirtschaftliche Relevanz der EU-Osterweiterung für Deutschland.
3 Die mittel- und osteuropäischen Staaten: Hier wird der Begriff der MOE-Staaten definiert und das deutsche Exportvolumen in diese Region analysiert.
4 Risiken im Außenhandelsgeschäft: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen wirtschaftlichen und politischen Risiken im internationalen Handel.
5 Die staatliche Exportabsicherung der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die Ziele der staatlichen Absicherung und die gesetzlichen Vorgaben für deren Anwendung.
6 Staatliche Finanzierungsinstrumente: Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Instrumente, Entscheidungskriterien und Deckungsformen der staatlichen Exportkreditversicherung.
7 Inanspruchnahme staatlicher Finanzierungsinstrumente: Hier wird die tatsächliche Nutzung der Deckungsinstrumente durch eine empirische Analyse der Daten dargestellt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die künftige Relevanz staatlicher Absicherungsinstrumente.
Schlüsselwörter
Export, Exportabsicherung, Hermesdeckung, MOE-Staaten, Außenhandel, Finanzierungsinstrumente, Kreditversicherung, EU-Osterweiterung, Risikomanagement, Bundesrepublik Deutschland, Exportkredit, Projektfinanzierung, Investitionsgüter, Forderungsausfall, Außenwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Absicherung von Exporten deutscher Unternehmen in mittel- und osteuropäische Länder durch staatliche Finanzierungsinstrumente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Handelsbeziehungen zu MOE-Staaten, die Analyse spezifischer Außenhandelsrisiken und die detaillierte Vorstellung staatlicher Deckungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Stellenwert von Osteuropa für den deutschen Export zu bestimmen und zu analysieren, wie staatliche Absicherungsinstrumente zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit eingesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Aufarbeitung der Rahmenbedingungen sowie eine empirische Analyse der Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes und der Euler Hermes Kreditversicherungs AG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der Risiken, den Zielen der staatlichen Absicherung und einer detaillierten Beschreibung der verfügbaren Deckungsformen wie Einzeldeckungen, Pauschal-Gewährleistungen und Projektfinanzierungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Export, Hermesdeckung, MOE-Staaten, Außenhandel und Finanzierungsinstrumente.
Warum haben sich viele MOE-Staaten aus der staatlichen Absicherung zurückgezogen?
Durch den Beitritt zur EU wurden die meisten MOE-Staaten als marktfähig eingestuft, was dazu führte, dass sich der Bund bei kurzfristigen Geschäften gemäß des Subsidiaritätsprinzips zurückzog, da nun private Versicherer Schutz bieten.
Welche Rolle spielt Russland in der Analyse?
Russland stellt eine Ausnahme dar, da hier trotz der hohen Exportvolumina weiterhin ein überproportional starkes Interesse und eine hohe Nutzung staatlicher Exportkreditgarantien zu verzeichnen sind.
- Citar trabajo
- Michael Störmer (Autor), 2008, Absicherung von Exporten in osteuropäische Länder durch staatliche Finanzierungsinstrumente, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92470