Die Batch-Input Methode in ERP-Systemen. Grundlagen und Vergleich mit der Direct-Input Methode

Eine praktische Kurzarbeit


Akademische Arbeit, 2020

10 Seiten, Note: 1.30


Leseprobe

Inhalt

1 Batch-Input
1.1 Grundlegendes
1.2 Technologie
1.3 Einsatzszenario

2. Zusammenfassung
2.1 Kriteriencluster

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Batch-Input

Der erste Teil dieser praktischen Studienarbeit beschäftigt sich mit Grundlagen, eingesetzten Technologien und einem Einsatzszenario von Batch-Input.

1.1 Grundlegendes

Batch-Input ist eine der proprietärsten Technologien zur Übertragung von großen Datenmengen in ERP-Systemen und ist seit vielen Jahren z. B. im SAP-Standard etabliert. Diese Batch-Input Sessions werden für jede Übertragung neu erzeugt und stehen innerhalb des Übertragungsvorgangs für mehrere aufeinanderfolgende Transaktionen gleichzeitig zur Verfügung. Batch-Input sollte daher verwendet werden, wenn mehrere Transaktionen auf dieselben Daten zugreifen. Batch-Input wird für BULK-Loads (große Datenmengen) empfohlen, z. B. zur Übertragung von bestehenden Daten aus legacy-Systemen in ein neu installiertes ERP-System. Batch Input ist aufgrund der sequenziellen Abarbeitung der vorher in den Batch-Input-Mappen bereitgestellten Daten (keine Synchronisierung bzw. real-time-Updates möglich) nicht real-time anwendbar, deshalb sollten keine Bewegungsdaten übertragen werden.

Wie funktioniert es?

Für die Übertragung von Daten mit der Batch-Input Methode ist es wichtig zu gewährleisten, dass die externen Daten von einem ABAP-Programm gelesen werden können, die dann in das SAP ERP System eingegeben werden. Anschließend speichert das ABAP-Programm die betroffenen Daten in einer Batch-Input-Mappe. In der Batch-Input-Mappe werden die Transaktionen aufgezeichnet, die zum Übertragen von Daten in das System erforderlich sind. Das heißt, eine Batch-Input-Mappe ist eine Summe von aufeinanderfolgenden Transaktionen. Eine Batch-Input-Session hingegen ist eine einmalige Abarbeitung der Mappen, also der Transaktionen, die in der Mappe aufgezeichnet wurden. Sobald das Programm diese Sitzung generiert hat, kann die Sitzung gestartet werden, um die darin enthaltenen SAP-Transaktionen auszuführen. Im Gegensatz zur einmaligen Ausführung von Sessions können Mappen gespeichert und mehr als einmal verwendet werden, zum Beispiel am Semesteranfang zur Übertragung von Beispieldaten in ein Testsystem an der Hochschule für Übungseinheiten mit Studierenden. Des Weiteren kann während einer aktiven Sitzung mithilfe der Batch-Input-Verwaltungsfunktion eine Sitzung überwacht werden. Anzeigeoptionen für die laufende Batch-Input-Session:

- Hell im Vordergrund (kompletter Ablauf wird angezeigt)
- Hell mit Fehlermeldungen im Vordergrund (nur die Fehlermeldungen werden angezeigt)
- Dunkel im Hintergrund mit anschließender Überprüfung

Vorteile:

- Batch-Input ermöglicht eine synchrone Verarbeitung von Daten.
- Für die Eingabe von Daten in das Batch-System wird keine spezielle Hardware- oder Systemunterstützung benötigt, da diese Technologie beispielsweise im SAP-Standard etabliert ist.
- Batch-Systeme können offline arbeiten, so dass der Prozessor weniger belastet wird (z.B. über Nacht).
- Gemeinsame Nutzung des Batch-Systems für mehrere Benutzer.
- Der Batch-Input Methode kann eine bestimmte Zeit zugewiesen werden, so dass der Computer im Leerlauf mit der Verarbeitung der Batch-Jobs beginnt.
- Die Batch-Systeme können große Wiederholungsarbeiten problemlos bewältigen.
- Das im SAP-System festgelegte Berechtigungskonzept gilt weiter.

Nachteile:

- Bereitstellung der Quelldaten als Textdatei.
- Langsame Verarbeitung vieler Daten, weil die aufgezeichneten einzeln Transaktionen durchlaufen werden.
- Es ist schwierig Batch-Systeme zu debuggen.
- Wenn ein Auftrag lange dauert, warten andere Aufträge auf eine unbekannte Zeit.

1.2 Technologie

Batch Input verwendet ein ABAP-Programm, welches Daten von externen Systemen ausliest und für jeden Datensatz eine Transaktion in die Batch-Input-Mappe schreibt und bei fehlgeschlagenen Transaktionen die Daten in die Fehlermappe zur erneuten Ausführung hinzufügt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Überblick über Batch-Input-Technologie

Abbildung 1 zeigt einen beispielhaften Überblick über die Batch-Input-Vorgehensweise. Beim Batch-Input werden Daten von einem externen Quellsystem in ein Zielsystem übertragen.

1.3 Einsatzszenario

Anlage von Materialstammdaten mit Transaktion MM01:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schritt 1 bei Batch-Input

Wie in Abbildung 2 dargestellt, müssen im ersten Schritt bei der Anwendung der Batch-Input-Technologie die benötigten Transaktionen aufgezeichnet wurden. Dies geschieht mit Hilfe des Transaktionsrekorders mit der Transaktion SHDB in dem eine neue Aufzeichnung gestartet wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Maske "Aufzeichnung anlegen"

Abbildung 3 zeigt die Maske zur Neuanlage einer Aufzeichnung. Hier wird ein Aufzeichnungsname vergeben, der zur Nachverfolgung der Aufzeichnung dient. Zudem sind der Transaktionscode für die aufzuzeichnende Transaktion sowie der Verbuchungsmodus weitere Parameter. Sind diese wie gewünscht eingetreten, kann die Aufzeichnung gestartet werden.

Nach Aufzeichnung der Transaktionen stehen die technischen Felddaten, wie beispielsweise die Datenstruktur in den Input-Feldern, der verwendeten Transaktion zur Verfügung. Im nächsten Schritt ist es daher essentiell, die zu übertragenen Daten aus dem externen Quellsystem mit den technischen Felddaten abzugleichen, um sicherzustellen, dass das eingesetzte ABAP-Programm die externen Daten korrekt verarbeiten und in die SAP-Datenbank des Zielsystems speichern kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Mappenübersicht in SAP

Mit Hilfe der Transaktion SM35 kann ein Überblick über alle vorhandenen Batch-Input-Mappen im SAP-System gewonnen werden. Dabei werden Mappen mit Status "neu", "fehlerhaft", "verarbeitet", "in Bearbeitung", "im Hintergrund", "in Erstellung" und "gesperrt" angezeigt. Auf einen Blick kann so festgestellt werden, welche Mappen erfolgreich abgespielt wurden oder welche Mappen noch fehlerhafte Daten bzw. fehlerhafte Ausführungen von Transaktionen beinhalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Abspielen der aufgezeichneten Mappe

Im nächsten Schritt wird mit Klicken auf "Abspielen" die Aufzeichnung abgespielt. Dabei kann der Abspielmodus ausgewählt und Zusatzfunktionen aktiviert werden. Die externen Daten werden durch Ausführung der aufgezeichneten Transaktionen nun in die SAP-Datenbank übertragen. Daten mit erfolgreich ausgeführten Transaktionen werden dann aus der Batch-Input-Mappe entfernt, da sie persistent in die SAP-Datenbank gespeichert wurden. Treten bei der Ausführung der Transaktionen Fehler auf, werden die fehlerhaften Daten in eine Fehlermappe übertragen, die nach Ablauf der Aufzeichnung vom Systemadministrator mit Hilfe der Transaktion SM35 geprüft werden. Dabei kann es sich beispielsweise entweder um fehlerhafte Daten wie numerische Zeichenfolgen an Stelle von Buchstaben handeln oder um semantisch inkorrekte Daten wie Geburtsdaten von Mitarbeitern, die in der Zukunft liegen. Nach eindringlicher Prüfung und Korrektur der fehlerhaften Daten wird die Mappe erneut abgespielt, um die korrigierten Daten zu übertragen. Dies geschieht so lange, bis alle Fehler aus der Batch-Input-Mappe korrigiert wurden und alle Daten erfolgreich in die SAP-Datenbank übertragen worden sind.

2. Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden die beiden Technologien Batch-Input und Direct-Input anhand der in der Lehrveranstaltung festgelegten Kriteriencluster analysiert und die wesentlichen Unterschiede dargestellt.

2.1 Kriteriencluster

Cluster 1: Schnittstellen –Template -Typ

- Ausführung im Zielsystem:
- Batch-Input Mappen bei Batch Input werden im Zielsystem abgespielt
- Direct-Input schreibt die Daten direkt in Datenbank des Zielsystems
- unidirektional: Daten werden vom Quellsystem ins Zielsystem übertragen, aber nicht zurück
- einseitige Integration
- Möglichkeiten:
- von SAP zu SAP
- von non-SAP zu SAP
- von non-ERP zu SAP

Cluster 2: Schnittstellen –Trigger

- manuell (einmalig oder mehrmalig)
- Anwender lost die Übertragung aus

Cluster 3: Schnittstellen –Komplexität / Funktionalität

- abhängig von Art der Daten
- abhängig Systemtypen (gleiches System nur neuere Version? andere Systemtypen ERP bzw. CRM?)
- Ausführung komplexer Aktionen im Zielsystem:
- Mitarbeiter anlegen und Arbeitsplatz zuweisen
- Material erfassen und mit Stücklisten verknüpfen

Cluster 4: Übertragungssicherheit

- Fehlermechanismen/Restart-Mechanismen bei Direct-Input
- Batch-Input: 3 Anzeigeoptionen (Vordergrund, Fehlermeldungen, Hintergrund) -> Fehler werden protokolliert, Systemverwalter prüft Batch Input Mappen mit SM35, verschiedene Tools möglich
- Wiederanlauf:
- Direct Input Neustart-Mechanismus
- Batch Input System verarbeitet alle Transaktionen in einer Mappe und garantiert, dass erfolgreiche Transaktionen nicht nochmals durchlaufen werden

Cluster 5: Datenschutz - Datensicherheit

- Schutzmechanismen von SAP: Benutzer darf nur Transaktionen auf Mappen mit entsprechenden Berechtigungen ausführen
- stark abhängig von Systemumgebung, nicht von Technologie

Cluster 6: Performance Aspekte

- Datenmenge bei beiden Möglichkeiten grundsätzlich hoch, wobei Direct Input höher als Batch-Input
- Batch-Input: langsamer als Direct Input, da eine Batch Input Session mit Batch Mappen erzeugt werden und mehrere Transaktionen gleichzeitig auf Mappen zugreifen
- Direct Input: Daten werden direkt in die Datenbank vom Zielsystem beschrieben, schnelle Übertragung von großer Datenmenge
- technische Kenntnisse/ Programmieraufwand bei Direct Input deutlich höher

Cluster 7: Technologie und Usability

- eine der ersten Übertragungstechnologien, seit langer Zeit im Einsatz
- viele Werkzeuge von SAP plus Tools zur Wartbarkeit und Fehlerüberprüfung
- Technologie immer an Zielsystem angepasst
- hohe Flexibilität, da z. B. im SAP Standard vorhanden
- GUI Programmierung in neuen Transaktionen (n…) ermöglicht kein Batch Input, Direct Input funktioniert mit Funktionsbaustein -> je neuer die Transaktionen desto, unwahrscheinlicher für Batch Input.

[...]

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Details

Titel
Die Batch-Input Methode in ERP-Systemen. Grundlagen und Vergleich mit der Direct-Input Methode
Untertitel
Eine praktische Kurzarbeit
Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim
Veranstaltung
ERP-Integration
Note
1.30
Autor
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V925160
ISBN (eBook)
9783346256966
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Batch Input, Batch-Input, ERP-System, ERP-Integration, Datenübernahme ERP
Arbeit zitieren
Alexander Kühn (Autor), 2020, Die Batch-Input Methode in ERP-Systemen. Grundlagen und Vergleich mit der Direct-Input Methode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925160

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