Diese Arbeit wird sich mit der Rolle, die die Frauen in der tunesischen Revolution spielten, beschäftigen, am Beispiel der tunesischen Bloggerin namens Lina Ben Mhenni.
Im Folgenden wird der arabische Frühling im Allgemeinen vorgestellt, dann der arabische Frühling in Tunesien und die Lage der Frauen in Tunesien. Danach wird Lina Ben Mhennis Biografie vorgestellt und mit einigen Daten bezüglich der Internetnutzung in Tunesien fortgefahren.
Anschließend wird der Blog von Lina Ben Mhenni auf, „A Tunisian Girl“, detailliert vorgestellt und analysiert und, dann die wichtigsten, beziehungsweise, auffälligsten Punkte mit ihren Accounts bei Facebook und Twitter verglichen.
Mit dem Begriff „Arabischer Frühling“ wird die revolutionäre Welle an Demonstrationen und Protesten, Aufständen und Bürgerkriegen im arabischen Raum, die im Dezember 2010 begannen, bezeichnet. Der arabische Frühling war ein wichtiges politisches Ereignis in der arabischen Welt. Die Länder im arabischen Raum sind im Jahr 2011 wie Dominosteine nacheinander in Demonstrationen und Protesten ausgebrochen. Viele Menschen gingen auf die Straße, weil sie mit ihrer Regierung nicht einverstanden waren. Innerhalb von zwei Jahren wurden die Regierungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und Yemen gestürzt, in Syrien und Bahrain fanden Bürgeraufstände statt und viele weitere arabische Länder wurden von Aufständen erschüttert.
All diese Demonstrationen und Proteste fanden auf der Straße statt, sowohl gewaltlos, als auch gewaltvoll, aber auch die sozialen Medien spielten eine große Rolle.
Durch die sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Blogs und andere soziale Netzwerke, war es für die Protestierenden möglich ihre Vorhaben und das Vorgehen zu organisieren, von den Erfolgen der ganzen Welt zu berichten und ebenfalls das Bewusstsein der Regierungen für Unterdrückung und Zensur zu schärfen. So wurde im Internet von den Protesten und Demonstrationen berichtet. Es wurden Fotos und Videos von den Aufständen gepostet, es wurde über das Geschehen diskutiert und zu neuen Aktivitäten aufgerufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der arabische Frühling
AFTURD – Association des Femmes Tunisiennes pour la Recherche et le Dévelopment (Vereinigung tunesischer Frauen für Forschung und Entwicklung)
3. Lina Ben Mhenni
4. Internet in Tunesien
5. Lina Ben Mhennis Blog „A Tunisian Girl“
6. Lina Ben Mhennis Internetpräsenz im Vergleich
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der tunesischen Bloggerin Lina Ben Mhenni während der Revolution in Tunesien. Dabei wird analysiert, wie soziale Medien wie ihr Blog „A Tunisian Girl“ und ihre Präsenz auf Facebook und Twitter zur Mobilisierung beitrugen und inwieweit diese digitalen Instrumente der tunesischen Frauenbewegung eine Stimme verliehen.
- Politische Veränderungskraft des Internets im arabischen Frühling
- Die Situation und Rolle der Frau in der tunesischen Gesellschaft
- Biografische Hintergründe und Aktivismus von Lina Ben Mhenni
- Vergleichende Analyse der Internetnutzung und Online-Aktivität (Blog vs. Facebook)
Auszug aus dem Buch
Lina Ben Mhenni
Lina Ben Mhenni wurde am 22. Mai 1983 in einer wohlhabenden, für tunesische Verhältnisse, Familie in Tunesien geboren. Ihr Vater besetzte eine Stelle in der Verwaltung des Transportministeriums und aufgrund dessen, dass er Mitglied der politischen Linken war verbrachte er sechs Jahre in tunesischen Gefängnissen und wurde dort auf Folter ausgesetzt. Lina Ben Mhenni machte ihr Abitur in Tunesien und studierte dann unter anderem auch in den USA in den Jahren 2008 und 2009 im Rahmen des Fullbright-Programms, wonach sie auch an der Tufts University, die sich in der Nähe von Boston befindet, Arabisch unterrichtete.
Sie hatte schon als Jugendliche Zugang zum Computer und zum Internet und im Jahr 2007 begann sie mit dem Schreiben eines Webblogs. Anfangs veröffentlichte sie auf ihrer Webseite Texte zu privaten Themen, aber nachdem sie Erfahrungen in den USA gesammelt hatte, nahm sie Kontakt zu anderen tunesischen Bloggern auf, die sich für die Menschenrechte und die Redefreiheit in Tunesien einsetzten. Dadurch erlangte ihr Blog, der den Namen „A Tunisian Girl“ trägt, mehr Aufmerksamkeit und wurde sogar von der diktatorischen Regierung zensiert und verboten. Durch Ihre journalistische Tätigkeit wurden sie auch von dem Staat unterdrücken, in Form von Beschattung, Einbrüchen in ihre Wohnung und Entwendung ihrer Kameras und des PCs. Auch Ihr Lebenspartner wurde verhaftet, jedoch nach der im Internet organisierten Solidaritätskampagne wieder freigelassen.
Lina Ben Mhenni reiste als eine der ersten nach Sidi Bouzid, an den Ort der Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi und war somit eine der ersten die am Anfang der tunesischen Revolution vom Ort des Geschehens darüber berichteten. Sie besuchte die Verletzten, die während der Proteste durch die Zusammenstöße mit der Polizei verletzt wurden, in den Krankenhäusern und sprach mit den Familienangehörigen, veröffentlichte Opferlisten, Fotos von Verletzten und Toten und Videos von den Polizeieinsätzen auf ihrer Webseite, wodurch ihr Blog zu während der Revolution weltweite Bekanntheit erlangte und zu einem der zentralen Medien der Opposition wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung definiert den Begriff „Arabischer Frühling“ und erläutert die zentrale Fragestellung zur Rolle der tunesischen Bloggerin Lina Ben Mhenni innerhalb der Revolution.
2. Der arabische Frühling: Dieses Kapitel skrummt die Ursachen der Proteste in der arabischen Welt und beleuchtet die Situation tunesischer Frauenorganisationen.
3. Lina Ben Mhenni: Hier wird der biografische Hintergrund der Bloggerin, ihr politisches Engagement und ihr Werdegang vor und während der Revolution dargestellt.
4. Internet in Tunesien: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle des Internets als Instrument der Opposition sowie die staatlichen Versuche der Zensur und Kontrolle.
5. Lina Ben Mhennis Blog „A Tunisian Girl“: Es folgt eine detaillierte Analyse der thematischen Entwicklung und der Chronologie der Einträge im Blog der Aktivistin.
6. Lina Ben Mhennis Internetpräsenz im Vergleich: Ein empirischer Vergleich der Aktivitätsdaten (Posts, Fotos, Kommentare) zwischen ihrem Blog und ihrem Facebook-Auftritt.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der politischen Lage Tunesiens nach der Revolution und der bleibenden Bedeutung von Bloggerinnen für die Frauenrechte.
Schlüsselwörter
Tunesien, Arabischer Frühling, Lina Ben Mhenni, A Tunisian Girl, Frauenbewegung, soziale Medien, Internetzensur, Revolution, Blog, Facebook, politische Partizipation, Menschenrechte, Jasminrevolution, Internetaktivismus, Empowerment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die politische Bedeutung von sozialen Medien während der tunesischen Revolution und analysiert dabei das Wirken der Bloggerin Lina Ben Mhenni.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen den arabischen Frühling, die Rolle des Internets in Tunesien, Frauenrechte in einem patriarchalen Umfeld sowie die Funktion von Blogs als alternative Informationsmedien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Frage, wie Lina Ben Mhenni durch ihre Internetpräsenz die tunesische Frauenbewegung gestärkt und zur Mobilisierung während der Revolution beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine deskriptive Analyse und einen quantitativen Vergleich der Online-Aktivitäten (Blog vs. soziale Medien) der Bloggerin über einen Zeitraum von mehreren Jahren.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Revolution, eine biografische Skizze von Mhenni sowie eine detaillierte Auswertung ihrer Post-Statistiken und Themenwahl in verschiedenen digitalen Kanälen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Jasminrevolution, Internetaktivismus, Zensur, Blogger-Szene und politisches Empowerment.
Wie unterscheidet sich Mhennis Blog von ihrem Facebook-Auftritt?
Die Analyse zeigt, dass der Blog primär politisch orientiert und inhaltlich tiefergehend ist, während ihr Facebook-Account zusätzlich viele persönliche Aspekte ihres Alltags und ihrer sozialen Kontakte widerspiegelt.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Frauenrechte?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz des Mutes von Aktivistinnen wie Mhenni die rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau in Tunesien weiterhin mit großen Hindernissen verbunden ist.
- Arbeit zitieren
- Yevgeniya Marmer (Autor:in), 2014, Das Internet und seine politische Veränderungskraft am Beispiel von Lina Ben Mhenni und des arabischen Frühlings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925170