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Al-Dschasira und der Westen

Title: Al-Dschasira und der Westen

Intermediate Diploma Thesis , 2007 , 22 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Onur Yamac (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

Während im Golfkrieg 1991 noch maßgeblich der amerikanische Nachrichtenssender CNN die Fernsehberichterstattung und das Bild vom Krieg prägte, so gewann spätestens mit den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine neue Nachrichtenquelle an Bedeutung: Al-Dschasira.

Kein anderes Medium wurde in den vergangen Jahren so kontrovers diskutiert, wie dieser Fernsehsender aus dem kleinen Emirat Katar, der im wesentlichen aus einer gescheiterten Allianz zwischen Saudi-Arabien und der britischen BBC hervorgegangen ist. Er konnte sich binnen weniger Jahre weltweites Renommee verschaffen und zählt mittlerweile zu einer festen Größe im Mediengeschäft, vor der sich selbst Großmächte wie die USA nicht mehr länger verschließen können. Al-Dschasira ist ein neuer Player auf einem globalisierten Markt der Meinungsbildung und Bilder.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage

1.2. Stammsitz Katar – Daten und Fakten

2. Hauptteil

2.1 Entstehungsgeschichte: ein Medienprojekt scheitert

2.2 Der 11. September

2.3 Afghanistan-Krieg

2.4 Irak-Krieg

2.5 Reaktionen auf Al-Dschasira

3. Schluss

3.1 Fazit: Al-Dschasira – eine Bestandaufnahme

4. Anhang

4.1 Fremdwörtererklärungen

4.2 Schaubild: der Nahe Osten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die medienpolitische Bedeutung und Entwicklung des Senders Al-Dschasira als neuen Akteur auf dem globalen Markt der Meinungsbildung. Dabei wird analysiert, wie der Sender die bisherige Informationshoheit westlicher Medien im Nahen Osten herausfordert und welche strategischen Reaktionen dies bei westlichen Staaten sowie in der arabischen Welt ausgelöst hat.

  • Entstehungsgeschichte und journalistischer Anspruch von Al-Dschasira
  • Rolle des Senders in der Berichterstattung nach dem 11. September
  • Einfluss der Berichterstattung auf den Afghanistan- und Irak-Krieg
  • Reaktionen von Regimen und internationalen Medienakteuren

Auszug aus dem Buch

Entstehungsgeschichte: ein Medienprojekt scheitert

In den 1990er Jahren hatte ein Cousin des saudischen Königs Fahd den Satellitensender Orbit gegründet. Um die bis dahin gängige staatliche Zensur zu umgehen und westliches Know-how an den neuen Sender zu binden, siedelte er den Sender im italienischen Rom an. Das Angebot umfasste 19 Fernsehkanäle auf Abonnementbasis, gleichzeitig bemühte er sich bei der BBC um eine arabischsprachige Ausgabe ihres bis dahin nur auf Englisch ausgestrahlten World Service. Trotz einiger Vorbehalte und der von der BBC gestellten Bedingung, man möge dem Wunsch nur entsprechen, wenn Orbit dieselben Werte im Journalismus vertrete wie die BBC: „Kulturell sensibel – ja. Aber Journalismus mit Kniefall – nein.“

Am 24. März 1994 wurde schließlich zwischen der BBC und dem saudischen Geldgeber von Orbit ein Zehn-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Schon damals gab es Befürchtungen, die Kooperation könne für beide Seiten mit einem Debakel enden. Spöttisch war vereinzelt in der Presse auch vom „BBC-Petrodollar-Kanal“ die Rede. Der Sendebetrieb des aus den BBC-Studios in London ausgestrahlte arabische Informationsdienstes wurde von anfangs zwei Stunden auf acht Stunden täglich bis Ende 1994 ausgedehnt. Zunehmend kam es aber zu inhaltlichen Differenzen bei der Frage, was gesendet werden dürfe und was nicht. Im Jahr 1996 erreichte die Zusammenarbeit zwischen BBC und Orbit einen Tiefpunkt, da deutlich wurde, dass die von beiden Seiten viel beschworene „kulturelle Sensibilität“ auf eine generelle Zensur durch das saudische Königshaus hinauslief. Die BBC bemühte sich zwar um Appeasement und machte Zugeständnisse in Bezug auf ihre redaktionelle Unabhängigkeit, doch nach nur 18 Monaten Sendebetrieb kam es am 20. April 1996 schließlich zum endgültigen Bruch. Nach einer kritischen Dokumentation über die Menschenrechte in Saudi-Arabien schaltete Orbit den Sender kurzerhand ab und ersetzte ihn kurze Zeit später durch einen Disney-Kanal.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung von Medien bei der Meinungsbildung und führt in die Relevanz des Senders Al-Dschasira als neuen Player ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil beschreibt die schwierige Gründungsphase, die wachsende Bedeutung des Senders nach den Anschlägen vom 11. September sowie dessen Rolle während der Kriege in Afghanistan und im Irak und die darauffolgenden Reaktionen.

3. Schluss: Im Fazit wird die Etablierung des Senders resümiert und die nachhaltige Veränderung der arabischen Medienlandschaft durch den Wettbewerb und die neue Gegenmeinung bewertet.

4. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Definitionen von Fremdwörtern sowie ein geografisches Schaubild des Nahen Ostens.

Schlüsselwörter

Al-Dschasira, Katar, Medienpolitik, Journalismus, Naher Osten, 11. September, Afghanistan-Krieg, Irak-Krieg, arabische Medien, Meinungsbildung, Medienhoheit, Rundfunk, Satellitensender, Pressefreiheit, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira und dessen Einfluss auf die mediale Berichterstattung sowie die geopolitische Meinungsvielfalt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gründungsgeschichte, der journalistischen Unabhängigkeit, der Rolle in internationalen Konflikten und der Reaktion westlicher und arabischer Akteure auf den Sender.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Al-Dschasira die Informationshoheit westlicher Medien in der arabischen Welt durchbrochen und den Journalismus in der Region maßgeblich geprägt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und medienanalytischen Untersuchung von Ereignisabläufen und der medienpolitischen Entwicklung im Kontext der Golfregion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich chronologisch der Entstehungsgeschichte, der Bedeutung des Senders während des 11. Septembers, der Berichterstattung aus dem Afghanistan- und Irak-Krieg sowie den Reaktionen der arabischen Regime.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Al-Dschasira, Medienhoheit, Naher Osten, arabischer Journalismus und politischer Einfluss.

Welche Rolle spielte die BBC bei der Entstehung von Al-Dschasira?

Al-Dschasira ging personell aus einer gescheiterten Medienkooperation zwischen der BBC und einem saudischen Investor hervor, wobei viele erfahrene BBC-Angestellte zum neuen Sender wechselten.

Wie reagierte die US-Regierung auf die Berichterstattung des Senders?

Die US-Regierung versuchte mehrfach Einfluss zu nehmen, um eine angeblich antiamerikanische Stimmung zu verhindern, was jedoch auf den Widerstand der Senderleitung stieß.

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Details

Title
Al-Dschasira und der Westen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fak I - Inst. für Bildung und Sozialwissenschaften)
Course
Die Zivilgesellschaft und ihre Feinde
Grade
Sehr gut
Author
Onur Yamac (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V92526
ISBN (eBook)
9783638061964
ISBN (Book)
9783638949996
Language
German
Tags
Al-Dschasira Westen Zivilgesellschaft Feinde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Onur Yamac (Author), 2007, Al-Dschasira und der Westen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92526
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