In dieser Arbeit wird das Freudsche Triebkonzept zusammengefasst und seine Erklärung der menschlichen Motivation erläutert. Dann werden die Theorie der Leistungsmotivation und das Risikowahlmodell von Atkinson erläutert. Anschließend wird das Freudsche Triebkonzept in die Motivationstheorie vom Erwartungs-Mal-Wert Typ integriert und zuletzt das Fazit präsentiert.
Aber wieso sollte man die beiden Theorien miteinander verbinden?
Sigmund Freud war einer der ersten Psychoanalytiker und hat sehr viel zu den moderneren Theorien beigetragen. Er hat sehr viele Erkenntnisse durch Experimente über die menschliche Psyche gewonnen und so kann man beinahe jede neue Theorie mit seinen verbinden. Man könnte Freuds Theorien als eine Grundlage oder den Ausgangspunkt für alle späteren Untersuchungen der menschlichen Psyche betrachten und einen möglichen Zusammenhang mit Konzepten anderer Psychologen finden.
Wir stoßen jeden Tag auf den Begriff der Motivation, sogar manchmal ohne das zu realisieren: Wenn wir uns, zum Beispiel, auf eine Prüfung vorbereiten und das immer vor uns herschieben, oder wenn wir unsere Wohnung putzen müssen und das immer auf den nächsten Tag verlegen, oder auch wenn wir bei der Arbeit ein Projekt erledigen müssen und bis auf den letzten Augenblick warten.
Das Wort Motivation wurde vom lateinischen Wort „movere“ abgeleitet und bedeutet „bewegen“. Somit hat Motivation mit Bewegung zu tun und bezeichnet den Vorgang, der uns dazu verleitet eine Handlung zu vollziehen, wohingegen ein Mangel an Motivation uns davon abhält eine Handlung zu vollziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Freudsche Triebkonzept
3. Die Theorie der Leistungsmotivation von Atkinson
4. Integration des Freudschen Triebkonzepts in die Theorie der Leistungsmotivation von Atkinson
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die psychoanalytische Theorie der Motivation von Sigmund Freud mit der Theorie der Leistungsmotivation von John Atkinson zu verknüpfen, um ein tieferes Verständnis für menschliche Handlungsantriebe und die Rolle des Persönlichkeitsmodells im Motivationsprozess zu entwickeln.
- Grundlagen des Freudschen Triebkonzepts und des Persönlichkeitsmodells (ES, ICH, ÜBERICH).
- Erläuterung des Risikowahlmodells der Leistungsmotivation nach Atkinson.
- Analyse der Interaktion von biologischen Trieben und erlernten Leistungstendenzen.
- Integration beider Ansätze zur Erklärung von Zielorientierung und Handlungssteuerung.
Auszug aus dem Buch
Die Motivkonstellation
Eine Leistungssituation sollte dann aufgesucht werden wenn die Tendenz, Erfolg aufzusuchen größer ist als die Tendenz, Misserfolg und dann vermieden werden wenn die Tendenz, Erfolg aufzusuchen kleiner ist als die Tendenz, Misserfolg aufzusuchen, da diese beiden Tendenzen entgegengesetzt sind und additiv zusammenwirken und eine Leistungssituation nach Atkinson einen Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt darstellt (vgl. Rudolph 2007:98).
So hängt das Verhältnis dieser beiden Kräfte immer von dieser Motivkonstellation ab (vgl. Rudolph 2007:98).
Aber in der Wirklichkeit wird diese Theorie noch von anderen Kräften beeinflusst, wie dem Streben nach Macht, den materiellen Belohnungen, dem Vermeiden von Bestrafungen und vielen anderen (vgl. Rudolph 2007:99). Diese Kräfte werden als extrinsische Anreize oder extrinsische Tendenzen (Tex) bezeichnet und so ergibt sich die folgenden Formel: Leistungshandeln = resultierende Tendenz (die Tendenz, Erfolg aufzusuchen + die Tendenz, Misserfolg zu vermeiden) + extrinsische Tendenzen (vgl. Rudolph 2007:99).
Doch auch diese extrinsischen Anreize ändern nichts an der Tatsache, dass Aufgaben mittlerer Schwierigkeit für Personen mit hohem Erfolgsmotiv attraktiver sind als leichte und schwere Aufgaben und für Personen mit niedrigem Erfolgsmotiv sind wiederum leichte und schwere Aufgaben attraktiver als mittelschwere Aufgaben (vgl. Rudolph 2007:99).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Motivationspsychologie ein, definiert den Begriff der Motivation und stellt die Relevanz der Untersuchung menschlicher Beweggründe dar.
2. Das Freudsche Triebkonzept: Es werden Freuds Modell der Triebe, der Triebdualismus sowie das Persönlichkeitsmodell mit den Instanzen ES, ICH und ÜBERICH erläutert.
3. Die Theorie der Leistungsmotivation von Atkinson: Dieses Kapitel behandelt den Erwartungs-Mal-Wert-Ansatz und das Risikowahlmodell zur Erklärung von Leistungshandeln und den Tendenzen zum Erfolgssuchen bzw. Misserfolgsvermeiden.
4. Integration des Freudschen Triebkonzepts in die Theorie der Leistungsmotivation von Atkinson: Die beiden Theorien werden hier synthetisiert, um aufzuzeigen, wie biologische Triebe und erlernte Persönlichkeitsmerkmale gemeinsam das leistungsmotivierte Handeln steuern.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass menschliches Handeln das Ergebnis einer komplexen Interaktion zwischen biologischer Grundausstattung, erlernten Normen und der regulierenden Instanz des ICH ist.
Schlüsselwörter
Motivationspsychologie, Triebkonzept, Leistungsmotivation, Sigmund Freud, John Atkinson, Erwartungs-Mal-Wert-Modell, Risikowahlmodell, ES, ICH, ÜBERICH, Eros, Thanatos, Erfolgsmotiv, Misserfolgsmotiv, Handlungsantrieb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Motivation, indem sie klassische psychoanalytische Ansätze von Freud mit modernen leistungsmotivationstheoretischen Modellen von Atkinson verbindet.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Kernbereichen zählen das Triebmodell, das Drei-Instanzen-Modell der Persönlichkeit sowie die mathematische Modellierung von Erfolgstendenzen und Misserfolgsvermeidung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie tiefenpsychologische Aspekte und leistungsmotivierte Handlungsentscheidungen in einem integrierten Modell zusammenwirken können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der vergleichenden Synthese etablierter psychologischer Theorien von Autoren wie Sigmund Freud und John Atkinson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst beide Theorien separat erläutert, bevor sie durch eine Integration in ein gemeinsames Modell zur Erklärung von menschlichem Verhalten zusammengeführt werden.
Welche Begriffe charakterisieren diese Publikation am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Leistungsmotiv, die Triebinstanzen, die Motivkonstellation sowie der Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt.
Wie interagiert das ICH mit den Trieben aus dem ES in einer Prüfungssituation?
Das ICH dient als Vernunftinstanz, die beispielsweise ein Hungergefühl (ES) unterdrücken kann, um die Konzentration auf die anstehende Aufgabe (Zielsetzung) während einer Prüfung aufrechtzuerhalten.
Warum spielt die Erziehung laut diesem Dokument eine wichtige Rolle für die Motivation?
Da sich das ÜBERICH durch Werte und Normen der Eltern entwickelt, bestimmt die Erziehung maßgeblich, welche Tendenz ein Mensch – Erfolg aufzusuchen oder Misserfolg zu vermeiden – entwickelt.
- Quote paper
- Yevgeniya Marmer (Author), 2010, Freuds psychoanalytische Theorie der Motivation und die Theorie der Leistungsmotivation von Atkinson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925268