Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Sachlichkeit und Macht - Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit der Bamberger Obrigkeit nach der Überschwemmung von 1784

Title: Sachlichkeit und Macht - Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit der Bamberger Obrigkeit nach der Überschwemmung von 1784

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 46 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Mann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Überschwemmung von 1784 wird in dieser Arbeit als Kommunikationsereignis betrachtet. Im Zentrum stehen die Fragen, wie die Obrigkeit über Medienkommunikation auf die Darstellung der Überschwemmung sowie der durch sie ausgelösten sozialen Handlungen einwirkte.
Die Arbeit baut auf modernen medienwissenschaftlichen Theorien auf und zeichnet ein Bild der Medienlandschaft einer frühneuzeitlichen Stadt. In diese wird die Kommunikation der Katastrophe entlang ihrer Wirkungsfelder Organisation, Sinnstiftung und Inszenierung eingereiht.
Der Arbeit gelingt es, die mediale Aufbereitung einer Umweltkatastrophe nicht nur nachzuzeichnen, sondern auch die strukturellen Ursprünge normativer Verzerrungen aufzuzeigen. Dies macht die Hausarbeit wertvoll sowohl für die Medien- als auch Katastrophengeschichte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Theoretische Überlegungen zur Kommunikation

2.2 Der sogenannte aufgeklärte Absolutismus und Franz Ludwig von Erthal

3. Bamberg unter Wasser: Was die Natur vom 27. bis zum 29. Februar in Bamberg anrichtete

4. Kommunikation in der Akutphase: Mündliches Organisieren

4.1 Schramm Bericht

4.2 Handelnde Partein im Text von Schramm

5. Kommunikation in der Phase der Nachsorge I: die multimediale Massenverbreitung des Offiziösen

5.1 Die Verordnung

5.2 Das Avertissement

6. Kommunikation in der Phase der Nachsorge II: Der kulturelle Diskurs

6.1 Arkanhaltung, Top-Down-Information und das Druckwesen in Bamberg

6.2 Gedruckte Berichte

6.3 Die Oden von Eulogius Schneider

6.3.1 Eulogius Schneider

6.3.2 Charakterisierung der Ode

6.3.3 Schneiders Oden

6.3.4 Chronologie der Oden und der Einfluss des obrigkeitlichen Inszenierungsapparates

6.4 Andere Oden

6.4.1 Die Ode von Elias Baltasar

6.4.2 Die Ode auf die Geyerswerther Brücke

7. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Bamberger Obrigkeit nach der verheerenden Überschwemmung von 1784 die Kommunikation zur Bevölkerung nutzte, um ihre Herrschaft zu legitimieren und gesellschaftliche Ordnung in einer Extremsituation wiederherzustellen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Instrumente der obrigkeitlichen Öffentlichkeitsarbeit sowie die Rolle kultureller Diskurse bei der Verarbeitung der Katastrophe.

  • Analyse von Kommunikationsmodellen in der frühneuzeitlichen Krisenbewältigung
  • Die Rolle der Obrigkeit bei der Organisation und Sinnstiftung während der Katastrophe
  • Untersuchung der Bedeutung obrigkeitlicher Verordnungen und Avertissements als Machtinstrumente
  • Analyse kultureller Ausdrucksformen wie Oden und Berichte als Mittel der Inszenierung
  • Die Wechselwirkung zwischen Obrigkeitsdarstellung und der Wahrnehmung durch die Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

6.1 Arkanhaltung, Top-Down-Information und das Druckereiwesen in Bamberg

Der Produktionsprozess von Texten, welche in gedruckter Form in den kulturellen Diskurs einwirken sollten, unterschied sich grundlegend von dem einer reinen top-down-information wie der Verordnung oder dem Avertissement: Die Schreiber standen nicht unmittelbar im Dienst des Hofes, sondern waren scheinbar unabhängige, private Autoren. Wie diese aber, bevor ihre Schriften zum Druck angenommen wurden, durch die Obrigkeit beeinflusst wurden, zeigt bereits das Prinzip der absolutistischen Arkanhaltung: Die Untertanen sollten über alle politische Vorgänge nicht unterrichtet sein, Kritik am Führungsstil wurde nicht geduldet. Sämtliche Personen, die sich an der Herstellung und Verbreitung unerwünschter Schriften beteiligt hatten, konnten bestraft werden. Ausführer der Zensur war die jeweilige Obrigkeit, Druckereien benötigten das Druckerprivileg und mussten ein Pflichtexemplar an die jeweilige Behörde abgeben. Auch die Zeitung war wegen ihrer grundsätzlichen Zensur und Instrumentalisierung durch die feudalabsolutistische Politik kein „Kampfmedium“ der Verfechter liberaler Politik. Selbst die Texte der Bänkelsänger mussten der örtlichen Zensurbehörde vorgelegt werden.

Betrachtet man nun die Situation des gedruckten Wortes in Bamberg, so spricht nichts für eine größere Liberalität; im Gegenteil: es entsteht der Eindruck, das Druckwesen in Bamberg wäre besonders eng an den füstlichen Hof gebunden: Bis zum Jahr 1700 entsprach die Bamberger Druckerei dem seltenen Modell einer „regierungseigenen Druckerei“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Hochwasser von 1784 als Katastrophe und stellt die Forschungsfrage nach der obrigkeitlichen Kommunikation in dieser Extremsituation.

2. Theoretische Vorüberlegungen: Es werden theoretische Ansätze aus den Cultural Studies und der historischen Katastrophenforschung vorgestellt, um den Kommunikationsfluss zwischen Obrigkeit und Bevölkerung zu analysieren.

3. Bamberg unter Wasser: Was die Natur vom 27. bis zum 29. Februar in Bamberg anrichtete: Dieses Kapitel beschreibt den tatsächlichen Ablauf der Überschwemmung und die dadurch verursachten Schäden in Bamberg.

4. Kommunikation in der Akutphase: Mündliches Organisieren: Hier wird untersucht, wie die Obrigkeit während der akuten Katastrophenphase durch direkte mündliche Interaktion und Anweisungen versuchte, das städtische Leben zu organisieren.

5. Kommunikation in der Phase der Nachsorge I: die multimediale Massenverbreitung des Offiziösen: Analyse der offiziellen obrigkeitlichen Kommunikation, insbesondere durch Verordnungen und Avertissements, zur Wiederherstellung der juristischen und sozialen Ordnung.

6. Kommunikation in der Phase der Nachsorge II: Der kulturelle Diskurs: Untersuchung der Rolle gedruckter Berichte und literarischer Formen wie Oden als Instrumente der Herrschaftsinszenierung und -legitimation.

7. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, die zeigen, dass die Katastrophenkommunikation massiv auf die Absicherung der Herrschaftsansprüche der Obrigkeit zielte.

Schlüsselwörter

Bamberg, Überschwemmung 1784, Obrigkeit, Kommunikation, Katastrophenforschung, Franz Ludwig von Erthal, Herrschaftslegitimation, Kulturgeschichte, Absolutismus, Eulogius Schneider, Oden, Krisenkommunikation, Sozialgefüge, Massenmedium, Zensur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Kommunikationsstrategien der Bamberger Obrigkeit gegenüber der Bevölkerung während und nach der Überschwemmung von 1784.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die frühneuzeitliche Katastrophenbewältigung, die Machtinszenierung durch staatliche Organe sowie die Rolle von Medien und kulturellen Diskursen bei der Legitimierung von Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Obrigkeit die Katastrophe nutzte, um ihre eigene Machtstellung durch Organisation, Sinnstiftung und öffentliche Inszenierung zu festigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Untersuchung basiert auf der Analyse zeitgenössischer Quellen (Berichte, Verordnungen, Oden), die mithilfe von Modellen der Cultural Studies und der Katastrophenforschung interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der mündlichen Kommunikation in der Akutphase sowie die Analyse der massenmedialen und kulturellen Nachsorge durch offizielle Dokumente und literarische Texte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Kommunikation, Katastrophe, Herrschaftslegitimation, Inszenierung und der kulturhistorische Kontext des Bamberger Absolutismus.

Welche Rolle spielt Franz Ludwig von Erthal in der Kommunikation?

Erthal fungiert als zentrales symbolisches Oberhaupt, dessen „väterliche Milde“ und fürsorgliche Inszenierung eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des herrschaftlichen Bildes spielten.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Dichters Eulogius Schneider?

Schneider wird als ambivalente Figur beschrieben, die trotz eigener aufklärerischer Neigungen instrumentalisiert wurde und in ihren Oden den obrigkeitlichen Wunsch nach Rühmung und Legitimation widerspiegelte.

Excerpt out of 46 pages  - scroll top

Details

Title
Sachlichkeit und Macht - Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit der Bamberger Obrigkeit nach der Überschwemmung von 1784
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Neuere Geschichte)
Course
Bamberg in der Frühen Neuzeit (WS 2005/6)
Grade
1,0
Author
Christoph Mann (Author)
Publication Year
2006
Pages
46
Catalog Number
V92539
ISBN (eBook)
9783638062084
Language
German
Tags
Sachlichkeit Macht Aspekte Bamberger Obrigkeit Bamberg Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Mann (Author), 2006, Sachlichkeit und Macht - Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit der Bamberger Obrigkeit nach der Überschwemmung von 1784, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92539
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  46  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint