In der folgenden Seminararbeit werden im zweiten Kapitel die Maßnahmen und Wirkungen von Campbells erster Amtszeit analysiert. Im dritten Kapitel geht es dann um die Maßnahmen und Wirkungen von Campbells zweiter Amtszeit. Der Fokus wird in den Kapitel 3.1 und 3.2 auf den Megatrends Klimawandel und Ressourcenknappheit liegen, bevor in Kapitel 3.3 die Frage behandelt wird, ob eine Abwendung der Klimakatastrophe nur ohne oder auch mit Wirtschaftswachstum erreicht werden kann. Anschließend geht es im Kapitel 3.4 um das Thema Steuern, wobei wir uns der Einführung der CO2-Steuer, der Senkung der Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie der Aufkommensneutralität widmen werden. Abschließend werden im vierten Kapitel weitere Möglichkeiten im Kampf gegen den CO2-Ausstoß aufgezeigt, bevor im fünften Kapitel die Conclusio folgt.
2005 wurde Campbell ein weiteres Mal zum Premierminister der kanadischen Provinz British Columbia gewählt, wenngleich sein Rückhalt im Volk aufgrund der bisherigen – teils umweltbelastenden – Maßnahmen geringer geworden war.
2007 verkündete Campbell daher überraschenderweise die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 33% verringern zu wollen, was durch eine Senkung der Emissionen in den Bereichen Industrie, Fahrzeuge und Eigenheime erfolgen sollte.
Im Februar 2008 entschied sich Campbell schließlich zur Einführung einer Kohlendioxidsteuer. Da Menschen naturgemäß negativ auf neue Steuern reagieren, wandte sich Campbell an Umweltgruppen, die die Einführung einer CO2-Steuer befürworteten: Er bat sie das Volk so zu mobilisieren, dass jenes die Einführung einer solchen Steuer gar selbst forderte. Mit der Einführung einer CO2-Steuer auf nahezu alle fossilen Brennstoffe wollte er BC’s Treibhausgasemissionen drastisch verringern. Er dachte, dass die Kohlendioxidsteuer sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft von Vorteil sein würde. Zu Beginn im Jahr 2008 wurde pro Tonne CO2 eine Steuer von $10 eingeführt, die sich jedes Jahr um $5 erhöhte und 2012 mit $30 ihren Endpunkt erreichte. Die schrittweise Erhöhung sollte Unternehmen wie Haushalten Zeit geben, sich anzupassen. Dabei war es Campbell besonders wichtig, dass die Steuer aufkommensneutral ist – sprich, dass alle durch die CO2-Steuer generierten Einnahmen an die Einwohner und Unternehmen von BC in Form einer Einkommens- und Körperschaftssteuersenkung zurückfließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Maßnahmen und Wirkungen in Campbells erster Amtszeit
3 Maßnahmen und Wirkungen in Campbells zweiter Amtszeit
3.1 Megatrend Klimawandel
3.2 Megatrend Ressourcenknappheit
3.3 Die Klimakatastrophe und das Wirtschaftswachstum
3.4 Steuern
3.4.1 Einführung der CO2-Steuer
3.4.2 Senkung der Einkommens- und Körperschaftssteuer
3.4.3 Aufkommensneutralität
4 Weitere Möglichkeiten
5. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und die ökonomischen Auswirkungen der CO2-Steuer in der kanadischen Provinz British Columbia während der Amtszeit von Premierminister Gordon Campbell. Ziel ist es zu analysieren, wie umweltpolitische Maßnahmen durch steuerliche Anreize umgesetzt werden können, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden.
- Analyse der wirtschaftlichen Reformen in British Columbia (2001–2011)
- Die Rolle von Megatrends wie Klimawandel und Ressourcenknappheit
- Ökonomische Analyse der CO2-Steuer und ihrer Lenkungswirkung
- Zusammenhang zwischen Steuersenkungen, Konsumverhalten und Beschäftigung
Auszug aus dem Buch
3.1 Megatrend Klimawandel
Bei der Umwelt handelt es sich um eine gesellschaftliche Ressource, da es um ein Gut geht, das zwar eine konkurrierende Nutzung aufweist, jedoch nicht dem Ausschlussprinzip folgt. Ausschließbarkeit meint die Fähigkeit, jemanden von der Nutzung eines Gutes abzuhalten, während Konkurrenz darauf eingeht, ob ein Nutzer anderen die Nutzungsmöglichkeit nimmt (Mankiw und Taylor 2008, 254f.). Dies führt uns zur Allmendeproblematik, die beschreibt, warum gesellschaftliche Güter stärker ausgebeutet werden, als es wünschenswert ist und warum die Politik eingreifen muss: Die Umwelt ist ein Gut, von der die Menschen – und damit die Bewohner von BC – Kollektiveigentümer sind, was bedeutet, das jeder Bürger ein Nutzungsrecht hat. Mit wachsender Bevölkerung wollen immer mehr Menschen dieses beschränkte Gut nutzen, wodurch sich die Umwelt nicht länger regenerieren kann.
Die Allmendeproblematik beschreibt daher einen Umstand, wonach die Nutzung der gesellschaftlichen Ressource – wie Umwelt – andere Leute in der Nutzung dieser beeinträchtigt. Negative externe Effekte führen zu einer Übernutzung des Gutes. Die Regierung kann dem bloß durch Nutzungsbeschränkungen oder Steuern entgegenwirken (Mankiw und Taylor 2008, 262f.). Die jahrzehntelange Belastung und Übernutzung der Umwelt sowie der fehlende korrigierende Eingriff der Politik, führten schließlich zu dem, was heute unter den Begriffen Klimaerwärmung und Klimawandel diskutiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die politische Ära von Gordon Campbell in British Columbia und die initiale Motivation zur Einführung umweltpolitischer Maßnahmen.
2 Maßnahmen und Wirkungen in Campbells erster Amtszeit: Hier werden die wirtschaftlichen Reformen, insbesondere Steuersenkungen und Privatisierungen, analysiert und ihre Auswirkungen auf das BIP sowie die Arbeitslosenquote bewertet.
3 Maßnahmen und Wirkungen in Campbells zweiter Amtszeit: Dieses Kapitel fokussiert auf die umweltpolitische Neuausrichtung und diskutiert theoretische Konzepte zu Klimawandel, Ressourcenknappheit und steuerlichen Lenkungsinstrumenten.
4 Weitere Möglichkeiten: Es werden alternative Ansätze wie die Sharing Economy und Arbeitszeitverkürzungen zur weiteren Reduktion von Treibhausgasemissionen diskutiert.
5. Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die Wirksamkeit der CO2-Steuer in Verbindung mit einem aufkommensneutralen Steuermodell final beurteilt.
Schlüsselwörter
Klimawandel, CO2-Steuer, British Columbia, Wirtschaftswachstum, Ressourcenknappheit, Fiskalpolitik, Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer, Aufkommensneutralität, Umweltökonomie, Allmendeproblematik, Beschäftigungseffekte, Treibhausgasemissionen, Nachhaltigkeit, Gordon Campbell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung der CO2-Steuer in der kanadischen Provinz British Columbia und bewertet die ökonomischen sowie ökologischen Folgen dieser Maßnahme.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Umweltpolitik, der Fiskalpolitik, der Auswirkungen von Steuersystemen auf das Konsumverhalten und der Frage, wie wirtschaftliches Wachstum mit Klimaschutz vereinbar ist.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Erfolgskriterien und die Wirkungsweise der Steuerreform von Gordon Campbell zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf ihre Aufkommensneutralität und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudienanalyse, die auf ökonomischen Theorien (wie der Konsumfunktion oder dem Okunschen Gesetz) basiert und durch Literaturquellen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse der ersten Amtszeit (Wirtschaftsreformen), eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und der CO2-Steuer in der zweiten Amtszeit sowie eine Diskussion über alternative umweltpolitische Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind CO2-Steuer, British Columbia, Klimawandel, Fiskalpolitik, Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum.
Wie reagierten verschiedene gesellschaftliche Gruppen auf die Steuer?
Es gab Widerstände, insbesondere aus ländlichen Regionen, wo Bewohner aufgrund längerer Arbeitswege stärker belastet wurden, woraufhin die Regierung Anpassungen wie Grundsteuerboni einführte.
Warum wurde das System als aufkommensneutral bezeichnet?
Das System war aufkommensneutral, weil die Einnahmen aus der CO2-Steuer direkt in die Senkung der Einkommens- und Körperschaftssteuern flossen, um die Bürger und Unternehmen finanziell zu entlasten.
Welche Rolle spielt die Wasserkraft in dieser Analyse?
Die Wasserkraft dient als Argument für die relative Unabhängigkeit der Provinz von fossilen Brennstoffen, was British Columbia eine günstigere Ausgangslage für ihre Klimaschutzziele ermöglicht.
- Quote paper
- BSc (WU) M.A. Katharina Feigl (Author), Daniela Kollarits (Author), Lisa Neumüller (Author), Martina Zuber (Author), 2019, Die Geburt der CO2-Steuer in British Columbia. Maßnahmen und Wirkungen in Gordon Campbells Amtszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925406