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Die Grenzen des UN-Menschenrechtsrates

In einer methodischen Perspektive nach Foucaults Ethos der Moderne

Title: Die Grenzen des UN-Menschenrechtsrates

Essay , 2020 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: David Schmucker (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Frei zu Denken ist der Grundpfeiler der kritischen Frage der Aufklärung . Entsprechend ist in Freiheit zu leben als dessen materialisierte Konsequenz zu verstehen.
Menschenrechte beanspruchen diese Freiheit für Jeden. Der UN Menschenrechtsrat gilt weltweit als Sinnbild für allumfassende Normen und grundlegende Rechte für alle Menschen. Ein Verstoß gegen Menschenrecht ist nicht nur mit möglichen Sanktionen verbunden. Es ist ein Angriff auf ein zivilisatorisch geprägtes Menschenbild. Historische Errungenschaften wie die Unantastbarkeit der Würde des Menschen oder die Gleichheit aller Menschen , manifestieren sich im völkerrechtlichen Vertrag der UN Charta.

Seit der Gründung der UN Menschenrechtskommission sind über 70 Jahre vergangen. Trotz stetiger Reformen und sogar der institutionellen Ablösung der Menschenrechtskommission durch den Menschrechtsrat stehen die Menschenrechte auch weiterhin vor enormen Herausforderungen. Empirische Untersuchungen, Reformen und ein theoretischer Diskurs sind bemüht den Themenkomplex der Menschenrechte in Praxis und Theorie den Gegebenheiten ihrer Zeit
anzupassen. In diesem Text soll deutlich gemacht werden, dass die Herausforderungen für allumfassende Menschenrechte besonders Heute vor enormen Widersprüchen stehen.

Der Themenkomplex der Menschenrechte ist sowohl in seiner umfassenden Breite als auch in seiner spezifischen Tiefe von Komplexität geprägt. So soll dieses Essay aufbauend auf Foucaults Ethos der Moderne eine umfassende neue Perspektive vermitteln, um die methodischen Widersprüche in Praxis und Theorie aufzulösen. Betrachtet man nämlich die praktischen Beispiele wird deutlich, dass es moderne und konstante Herausforderungen gibt, die einer methodischen Lösung bedürfen. Auch der theoretische Diskurs scheint zwischen Positionen des Rationalismus und Konstruktivismus festgefahren.

Nach einem kurzen historischen Abriss werden an Beispielen Widersprüche und Herausforderungen von Menschenrechten im Kontext der Moderne reflektiert. Analytisch wird auch auf den methodischen Diskurs zu Menschenrechten eingegangen um einen groben
Überblick des Themenkomplexes zu komplettieren , der letztlich die Grundlage zu folgender Frage schafft:

Wie sind die Grenzen des UN Menschenrechtsrates zu erkennen und wo liegen die Möglichkeiten ihrer Überschreitung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Historischer Kontext

2. Herausforderungen der Moderne

3. Ethos der Moderne

4. Der UN-Menschenrechtsrat im Kontext der kritischen Frage

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die institutionellen und strukturellen Herausforderungen des UN-Menschenrechtsrates im Kontext der Moderne. Ziel ist es, unter Anwendung von Michel Foucaults philosophischem Konzept des „Ethos der Moderne“ eine neue methodische Perspektive zu entwickeln, um die Widersprüche zwischen dem Anspruch auf universelle Menschenrechte und der politisierten Realität sowie den komplexen globalen Rahmenbedingungen (Global Governance) zu beleuchten und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

  • Analyse der institutionellen Politisierung und des „compliance pressure“ im UN-Menschenrechtsrat.
  • Reflektion der Lücke zwischen rechtlicher Ratifizierung und praktischer Umsetzung von Menschenrechten.
  • Einordnung aktueller Herausforderungen wie Digitalisierung, Rassismus und ökonomische Globalisierung.
  • Anwendung des Foucaultschen „Ethos der Moderne“ zur methodischen Grenzbestimmung.
  • Diskussion über die Notwendigkeit eines grundlegenden Umdenkens der Machtstrukturen.

Auszug aus dem Buch

Herausforderungen der Moderne

Im Juni 2018 kündigte die US-Amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley den Austritt der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat an. Sie prangerte an, der Rat sei „eine Jauchegrube der politischen Verkommenheit“. Sie betrachtet die Konfliktbearbeitung und auch verschiedene Mitgliedsstaaten für den Umgang mit grundlegenden Menschenrechten für nicht angemessen. Die Unglaubwürdigkeit und Politisierung der Mitgliedsstaaten des Rates stehen nach wie vor zur Debatte. So sieht auch Mathies Davies, der die inhärenten Politisierungs-Mechanismen des Rates als ‚compliance pressure‘ beschreibt, die Objektivität des Rates, auch nach den Reformen 2006 und 2008, für fraglich. (vgl. Davies 2010: 462) Weiter ist auch die Umsetzung der Menschenrechte ungewiss. Die Ratifizierung von Konventionen ist keine Gewissheit für deren Einhaltung.

In einer Studie der Florida State University aus dem Jahr 2010 untersuchte Daniel Hill den Einfluss der staatlichen Ratifizierung menschenrechtlicher Verträge auf deren praktische Umsetzung. Es ergab sich ein heterogenes Bild. Die Ratifizierung zum Komitee für Frauenrechte (CEDAW) führte beispielsweise statistisch auch zu einer Verbesserung der Frauenrechte des jeweiligen Staates. Die Ratifizierung des Komitees zur Unterbindung von Folter (CAT) hingegen führte beispielsweise sogar zu einem statistischen Anstieg von Folter der jeweiligen Mitgliedsstaaten. (vgl. Hill 2010: 1170f) Dieser zwei angesprochenen Widersprüche, sowohl die Politisierung als auch die Umsetzung, sind zeitlose institutionelle und strukturelle Herausforderungen, denen sich der Menschenrechtsrat (bzw. die Menschenrechtskommission) seit seiner bzw. ihrer Gründung stellen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

Historischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der UN-Menschenrechtskommission 1946 als Schutz vor Genoziden und deren spätere Ablösung durch den UN-Menschenrechtsrat im Jahr 2006 aufgrund von Kritik an der Politisierung.

Herausforderungen der Moderne: Hier werden aktuelle Probleme wie der Austritt der USA, der „compliance pressure“, die Diskrepanz zwischen Ratifizierung und Umsetzung sowie moderne Phänomene wie Digitalisierung und Globalisierung thematisiert.

Ethos der Moderne: Das Kapitel führt Foucaults philosophisches Konzept basierend auf Kants Aufklärungstheorie ein, um einen reflexiven Rahmen zur Analyse von Grenzen und Freiheit zu schaffen.

Der UN-Menschenrechtsrat im Kontext der kritischen Frage: Dieser Teil überträgt die methodische Perspektive des Ethos der Moderne auf den UN-Menschenrechtsrat, um die bestehenden Machtstrukturen und die Notwendigkeit eines Umdenkens kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

UN-Menschenrechtsrat, Michel Foucault, Ethos der Moderne, Menschenrechte, Politisierung, Compliance Pressure, Global Governance, Aufklärung, kritische Frage, Globalisierung, institutionelle Herausforderungen, Machtstrukturen, Menschenrechtskommission, Menschenrechtsverletzungen, zivilisatorischer Prozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die institutionellen und strukturellen Probleme des UN-Menschenrechtsrates im Licht aktueller globaler Herausforderungen unter Zuhilfenahme philosophischer Methoden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Politisierung multilateraler Institutionen, die Wirksamkeit internationaler Menschenrechtsabkommen und die philosophische Reflexion über Grenzen und Freiheit in der Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Anwendung von Foucaults Ethos der Moderne eine neue methodische Ebene zu eröffnen, die über die rein praktische Analyse hinausgeht und Wege für ein Umdenken der Machtstrukturen aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den philosophisch-soziologischen Ansatz von Michel Foucault, insbesondere das „Ethos der Moderne“, um eine reflexive Perspektive auf den Diskurs und die Praxis der Menschenrechte einzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, aktuelle Herausforderungen wie die Digitalisierung und Globalisierung, theoretische Grundlagen der Moderne sowie die Anwendung der kritischen Frage auf den UN-Menschenrechtsrat diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem UN-Menschenrechtsrat, Michel Foucault, Ethos der Moderne, Politisierung und Global Governance.

Warum wird der Austritt der USA aus dem Menschenrechtsrat als Beispiel gewählt?

Der Austritt dient als konkretes Fallbeispiel für die massiven Glaubwürdigkeits- und Politisierungsprobleme des Rates, die im Kontrast zu seinem Anspruch als Institution für universelle Menschenrechte stehen.

Inwieweit hinterfragt die Arbeit die Wirksamkeit von Konventionen?

Unter Berufung auf Studien wird aufgezeigt, dass die Ratifizierung von Verträgen keineswegs eine garantierte Verbesserung der Menschenrechtslage nach sich zieht, da zwischen rechtlichem Bekenntnis und tatsächlichem Verhalten der Staaten eine große Lücke klafft.

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Details

Title
Die Grenzen des UN-Menschenrechtsrates
Subtitle
In einer methodischen Perspektive nach Foucaults Ethos der Moderne
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Vereinte Nationen
Grade
1,7
Author
David Schmucker (Author)
Publication Year
2020
Pages
8
Catalog Number
V925409
ISBN (eBook)
9783346255037
Language
German
Tags
Vereinte Nationen Menschenrechte UN-Menschrechtsrat Menschenrechtsrat Foucault Ethos der Moderne Grenzen UN Rat der Menschenrechte Philosophie Soziologie Politikwissenschaften Freiheit Denken Sartre Hill Davies Ruggie Kant aufklärung was ist aufklärung Weiss BLM Rassismus Moderne Menschenrecht Recht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Schmucker (Author), 2020, Die Grenzen des UN-Menschenrechtsrates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925409
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