Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich mit dem Thema Ethischer Dilemmata in der Onkologischen Krankenpflege. Pflegepersonal und medizinisches Personal werden im beruflichen Alltag hinsichtlich einer Entscheidungsfindung an ihre Grenzen geführt.
Für die folgende Hausarbeit wurde die Literatur-Recherche als Methode gewählt. Neben Quellen aus Büchern, e-Books, Monografien, Fachliteratur, Sammelwerken, erfolgte die Recherche auch aus Internetquellen. Erfahrungen aus dem pflegerischen Berufsfeld mit unterschiedlichem Bezug bzw. Arbeitsfeld wie der Demenzbetreuung, oder die Öffentlichkeitsarbeit bei Nonprofitorganisationen, Ambulanter Pflege und Stationärer Krankenpflege, fließen als persönlicher Beitrag zu diesem Thema mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1.Methodik:
2.Einleitung
3. Ethik im Wandel der Zeit.
3.1. Ethisches Umdenken in der Medizin und Pflege
4.Strukturelle Belastung- und Grenzsituationen in der onkologischen Pflege
4.1.Belastende Grenzsituation in der Onkologischen Pflege aus der Sicht der Patienten
4.2. Belastende Grenzsituationen in der Onkologischen Pflege aus der Sicht der Angehörigen
5.Der Wille des entscheidungsfähigen Patienten und seine Behandlungswünsche
5.1. Der Wille des nicht entscheidungsfähigen Patienten
5.2. Fallbeispiel um den Willen eines nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten
5.3.Auswahlkriterien eines Bevollmächtigten in Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
6. Wahrhaftigkeit am Krankenbett
7. Die Ermittlung des mutmaßlichen Patientenwillens
7.1.Der Prozess der Willensermittlung des subjektiven Patientenwohl
8. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht ethische Dilemmata in der onkologischen Krankenpflege mit einem speziellen Fokus auf die Wahrhaftigkeit am Krankenbett sowie die Ermittlung des mutmaßlichen Patientenwillens bei kognitiver Einschränkung. Ziel ist es, die komplexen Spannungsfelder zwischen pflegerischem Handeln, rechtlichen Vorgaben und menschlicher Autonomie unter Berücksichtigung der onkologischen Grenzsituationen zu analysieren.
- Ethische Grundlagen und ihre historische Entwicklung in Medizin und Pflege
- Strukturelle Belastungssituationen für Patienten und Angehörige in der Onkologie
- Rechtliche und ethische Aspekte der Patientenautonomie und Patientenverfügung
- Bedeutung der Wahrhaftigkeit in der professionellen Kommunikation
- Methoden und Prozesse der Willensermittlung bei nicht entscheidungsfähigen Patienten
Auszug aus dem Buch
4.1.Belastende Grenzsituation in der Onkologischen Pflege aus der Sicht der Patienten
Schwere Onkologische Krankheiten mit in fausten Prognosen, extremen Krankheitsverläufe wie zum Beispiel exulzerierten Tumoren, übelriechende Wunden, schweren Nebenwirkungen, palliativen Belastungssituationen, Akzeptanz ökonomische Entscheidungen hinsichtlich „Off Label Studien“, rufen beim Patient eine oft extreme Unsicherheit hervor (vgl. Margulies et al., 2017)
Klinische Therapiestudien stellen schwer kranke Krebspatienten vor eine Entscheidung. Sie erwarten die bestmögliche Therapie, mit der Hoffnung, ein wissenschaftlich überlegendes Konzept zu nutzen. Trotz strenge Genehmigung- und Kontrollverfahren besteht ein Risiko auf Nebenwirkungen. Sorgfältige Aufklärung durch fachkompetente Ärzte ermöglichen eine Risiken-Nutzen-Abwägung. Der Krebskranke Mensch lässt sich zum Teil auf neue Behandlungsstrategien ein. Möglicherweise erhält der Patient durch die Studie individuelle Betreuung, kann unter Umständen davon profitieren. Dies ist oft mit der Hoffnung und dem Bangen einer Heilung oder einem Progress verbunden. (vgl. Emmerich, 2003)
Unwirksame Chemotherapien, Emotionen wie Angst, Furcht, Ungewissheit, also psychische und physische wie auch soziale Belastungsfaktoren potenzieren sich im Procedere des Behandlungsprozesses. Der Patient als Individuum kann oft nicht frei handeln. Informationen durch das Internet, Einflussnahme durch Angehörige, als auch Aufklärungen seitens dem Behandlungsteams, verändern die Sichtweise des Erlebten. (vgl. Margulies et al. 2017)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Methodik: Beschreibung der Literaturrecherche und Einbeziehung eigener beruflicher Erfahrungen als Basis für die Hausarbeit.
2.Einleitung: Definition des Dilemma-Begriffs und Herleitung der Problemstellung aus der Ökonomisierung und den psychischen Belastungen in der Onkologie.
3. Ethik im Wandel der Zeit.: Historischer Überblick über die Entwicklung ethischer Denkschulen von der Antike bis zur Pflichtethik Kants und dem Utilitarismus.
3.1. Ethisches Umdenken in der Medizin und Pflege: Untersuchung der moralischen Herausforderungen durch moderne Medizintechnologien und der Bedeutung der Patientenwürde.
4.Strukturelle Belastung- und Grenzsituationen in der onkologischen Pflege: Analyse der organisatorischen Anforderungen an onkologische Kliniken und der Auswirkungen von Stress auf die interprofessionelle Zusammenarbeit.
4.1.Belastende Grenzsituation in der Onkologischen Pflege aus der Sicht der Patienten: Betrachtung der Unsicherheiten von Krebspatienten in Bezug auf Therapieentscheidungen und Krankheitsverläufe.
4.2. Belastende Grenzsituationen in der Onkologischen Pflege aus der Sicht der Angehörigen: Untersuchung der hohen Belastungsfaktoren und emotionalen Destabilisierung von Bezugspersonen.
5.Der Wille des entscheidungsfähigen Patienten und seine Behandlungswünsche: Erläuterung der im Grundgesetz verankerten Autonomie und des Rechts auf körperliche Unversehrtheit.
5.1. Der Wille des nicht entscheidungsfähigen Patienten: Diskussion über das Vorgehen bei kognitiver Einschränkung und die Notwendigkeit des Dialogs.
5.2. Fallbeispiel um den Willen eines nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten: Darstellung eines exemplarischen Konfliktfalls zur Illustration der Problematik bei Patientenverfügungen.
5.3.Auswahlkriterien eines Bevollmächtigten in Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Leitfaden für die Wahl einer geeigneten Vertrauensperson unter Berücksichtigung sozialer und fachlicher Kompetenzen.
6. Wahrhaftigkeit am Krankenbett: Philosophische Einordnung und praktische Anwendung der Wahrhaftigkeit in der Kommunikation mit Patienten.
7. Die Ermittlung des mutmaßlichen Patientenwillens: Darstellung rechtlicher Strategien zur Bestimmung des Patientenwohls bei fehlender oder unklarer Verfügung.
7.1.Der Prozess der Willensermittlung des subjektiven Patientenwohl: Beschreibung des Kommunikationsprozesses und der Entscheidungsfindung im multiprofessionellen Team.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die Diskrepanz zwischen idealer ethischer Praxis und der ökonomisch geprägten Realität im Gesundheitswesen.
Schlüsselwörter
Onkologische Pflege, ethisches Dilemma, Patientenautonomie, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Wahrhaftigkeit, Patientenwille, Medizinethik, Gesundheitsökonomie, Kommunikation, Interprofessionalität, Palliativmedizin, Entscheidungsfindung, Ethikkomitee, Würde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit ethischen Konflikten in der onkologischen Krankenpflege, insbesondere im Kontext von Grenzsituationen am Lebensende.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Patientenautonomie, die rechtliche und ethische Bedeutung von Patientenverfügungen sowie die Rolle der Angehörigen und des Behandlungsteams.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie ethische Grundprinzipien in einer ökonomisierten Kliniklandschaft gewahrt und professionelle Entscheidungen bei Patienten getroffen werden können, die nicht mehr selbst sprechen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine strukturierte Literaturrecherche durchgeführt, ergänzt durch Erfahrungen aus dem pflegerischen Berufsfeld.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ethischen Grundlagen, die Analyse von Belastungssituationen für alle Beteiligten und konkrete Ansätze zur Willensermittlung bei kognitiver Einschränkung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Patientenwohl, Wahrhaftigkeit, ethische Grenzsituationen und interprofessionelle Kommunikation beschreiben den Kern der Arbeit.
Warum ist das Fallbeispiel in Kapitel 5.2 wichtig?
Es verdeutlicht, dass selbst bei Vorhandensein einer Patientenverfügung Interpretationsspielräume entstehen können, die das Behandlungsteam und Angehörige emotional stark fordern.
Welche Rolle spielt das Ethikkomitee in der Arbeit?
Es wird als wichtige Ressource zur Unterstützung bei komplexen Entscheidungen und als Möglichkeit zur mediatorischen Gesprächsführung angeführt.
Wie definiert die Autorin Wahrhaftigkeit?
Unter Bezugnahme auf Immanuel Kant wird Wahrhaftigkeit als ethisches Gut verstanden, das als verpflichtende Basis für vertrauensvolle Kommunikation in Krisensituationen dient.
- Quote paper
- B.A. Christine Bauer (Author), 2019, Ethisches Dilemma in der onkologischen Krankenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925415