In dieser Arbeit möchte der Autor zuerst die These von John B. Watsons, nach welcher die behavioristische Psychologie als eine objektive experimentelle Naturwissenschaft das Bewusstsein ablehne, und betreffende Argumente erläutern. Danach führt der Autor eine Gegenthese an, die besagt, dass ohne Psychologie nicht über das Bewusstsein gesprochen werden kann.
Die Idee der allgemeinen Psychologie Watsons für alle Lebewesen, in der er den Einfluss des arrogant-menschlichen Bewusstseins entleeren möchte, ist radikal und einseitig. Man kann dagegen einwenden, dass sich seine Idee nicht von seinem Bewusstsein befreit. Irgendeine Psychologie setzt das Bewusstsein voraus. Daher ist die Psychologie ohne Bewusstsein bloß eine Einheit von Biologie, Physiologie und ähnlichem. Die Psychologie ist keine reine Naturwissenschaft wie die Physik, sondern eine Wissenschaft, die sowohl zur Naturwissenschaft als auch zu Geisteswissenschaft gehört.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die behavioristische Psychologie als eine objektive experimentale Naturwissenschaft ohne Bewusstsein
3 Das Bewusstsein als das legitime Thema der Psychologie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der behavioristischen Psychologie nach John B. Watson auseinander, indem sie dessen Bestreben untersucht, Psychologie als rein objektive, an naturwissenschaftlichen Maßstäben orientierte Disziplin ohne Rückgriff auf das Bewusstsein zu etablieren, und diesem Ansatz ein Plädoyer für die notwendige Berücksichtigung bewusster Phänomene entgegenstellt.
- Die behavioristische Forderung nach objektiver Vorhersehbarkeit und Kontrolle von Verhalten
- Watsons Ablehnung der Introspektion als wissenschaftliche Methode
- Die Gleichsetzung von Mensch und Tier durch eine mechanisch-kausale Betrachtung
- Die philosophische Problematik des Ausschlusses mentaler Phänomene aus der Psychologie
Auszug aus dem Buch
A. Watsons Kritik an die Psychologie des Bewusstseins
Watson begründet seine behavioristische Psychologie, indem er die Psychologie als die Wissenschaft des Bewusstseins (bzw. die menschliche Psychologie) kritisiert, in der das Bewusstsein im Zentrum steht. Am Anfang zeigt er auf, dass die Daten des Verhaltens wegen der Methode der Psychologie des Bewusstseins, der Introspektion, durch welche die mentalen Zustände manipuliert werden können, „no value per se“ hat (Watson 1913, 158). Daher haben diese Daten Bedeutung, nur wenn sie sich auf das Bewusstsein beziehen. Dagegen besteht Watson darauf, dass die Daten des Verhaltens unabhängig vom Bewusstsein seien. Denn sonst würden die Inhalte des Bewusstseins der Tiere durch die Daten des Verhaltens konstruiert (vgl. Watson 1913, 159). Nach Watson ist das die typische anthropologische analogische Interpretation, die annimmt, dass Tiere das gleiche Bewusstsein wie Menschen hätten (vgl. Watson 1913, 160). In der Tat, ob es das Bewusstsein bei Tieren gibt oder nicht, ist fraglich. Daher verursacht diese analogische Interpretation Fehler (vgl. Watson 1913, 160) und die Daten des Verhaltens beziehen sich nicht unbedingt auf das Bewusstsein (mindestens bei Tieren).
„One can assume either the presence or the absence of consciousness anywhere in the phylogenetic scale without affecting the problems of behavior by one jot or one tittle; and without influencing in any way the mode of experimental attack upon them.“ (Watson 1913, 161)
Das Bewusstsein kann das Verhalten keineswegs beeinflussen, das zu vitaler Aktivität gehört und im Experiment beobachtet werden kann, z. B. die Reaktion eines Pantoffeltierchens in verschiedenen Umwelten. Nach Watson gibt es die zwei Schwerpunkte: 1. die analogische Interpretation und 2. das Bewusstsein als das Zentrum des Verhaltens, die die Psychologie des Bewusstseins aufzeigt, eben bei Darwin in seiner Biologie (vgl. Watson 1913, 161). Dagegen missbilligt Watson diese zwei Schwerpunkte ausdrücklich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in Watsons behavioristisches Programm ein, das Psychologie als objektive Naturwissenschaft ohne Introspektion und Bewusstsein definiert, und formuliert die kritische Gegenposition der Arbeit.
2 Die behavioristische Psychologie als eine objektive experimentale Naturwissenschaft ohne Bewusstsein: Hier werden Watsons Kritik an der Introspektion sowie sein Entwurf einer behavioristischen Psychologie, basierend auf Stimulus-Reaktions-Ketten und mechanischer Kausalität, detailliert analysiert.
3 Das Bewusstsein als das legitime Thema der Psychologie: Dieses Kapitel argumentiert gegen die behavioristische Unterordnung der Psychologie unter naturwissenschaftliche Paradigmen und betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein als zentralen Gegenstand der Psychologie zu bewahren.
Schlüsselwörter
Behaviorismus, Psychologie, Bewusstsein, Watson, Introspektion, Naturwissenschaft, Verhalten, Stimulus, Reaktion, Kausalität, Adaptation, Mentale Phänomene, Dualismus, Experiment, Objektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die behavioristische Psychologie nach John B. Watson und deren Versuch, die Psychologie als reine Naturwissenschaft zu definieren, indem sie den Begriff des Bewusstseins eliminiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung der Psychologie von den Naturwissenschaften, die Kritik an der Introspektion als wissenschaftlicher Methode und die Rolle des Bewusstseins in psychologischen Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Watsons behavioristische Thesen darzulegen und diese durch eine Gegenthese herauszufordern, die das Bewusstsein als unverzichtbaren Bestandteil der Psychologie postuliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftstheoretische Analyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit Primärquellen (insb. Watson 1913) und philosophischen Perspektiven basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der behavioristischen Kritik an der Psychologie des Bewusstseins, die Skizzierung des behavioristischen Systems und die abschließende Verteidigung des Bewusstseins als legitimen Gegenstandsbereich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Behaviorismus, Bewusstsein, Introspektion, Verhaltensvorhersage und Naturwissenschaftlichkeit einordnen.
Wie bewertet der Autor das behavioristische Konzept der "analogen Interpretation"?
Der Autor greift Watsons Kritik auf, dass die Übertragung menschlichen Bewusstseins auf Tiere eine fehlerhafte analoge Interpretation sei, beleuchtet jedoch, dass der Behaviorismus dadurch den elementaren Charakter psychologischer Phänomene verliert.
Warum hält der Autor den Behaviorismus für keine reine Psychologie mehr?
Der Autor argumentiert, dass durch den vollständigen Ausschluss von Bewusstsein und mentalen Phänomenen der eigentliche Kernbereich der Psychologie verloren geht, wodurch das Fach zur bloßen biologischen oder physiologischen Disziplin schrumpft.
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- Bing Zhou (Autor), 2018, Die behavioristische Psychologie und die Ablehnung des Bewusstseins, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925588