Die Arbeit setzt sich mit dem Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Schulleistungen von Schülern unter Anbetracht der PISA-Studien auseinander. In Anlehnung daran wird die PISA-Studie mit ihren allgemeinen Zielen, ihren Kompetenzbereichen sowie den außerhalb des Testbereichs liegenden Fragebögen, die sich sowohl an die Schüler als auch an die Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern richten, vorgestellt.
Anschließend wird der Begriff der Bildungsgerechtigkeit in Zusammenhang mit der PISA- Studie skizziert und bewertet. Damit einhergehend wird der in den PISA-Studien dargestellte sozioökonomische Status der Familien betrachtet und um die Komponente des kulturellen Kapitals nach Pierre Bourdieu erweitert, da dieser mit dem sozioökonomischen Status von Familien zusammenhängt. Im Hauptteil wird der Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Schulleistungen von Schülern anhand der Erhebungen der PISA-Studien analysiert und unter Anbetracht des sozioökonomischen Gradienten bewertet. Unter Anbetracht der daraus resultierenden Ergebnisse werden die Einflussfaktoren des kulturellen Kapitals als weitere Aspekte des sozioökonomischen Status aufgegriffen und in Zusammenhang mit den Schulleistungen der Schüler lokalisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die PISA-Studie
3. Bildungsgerechtigkeit als Herausforderung für Bildungssysteme
3.1. Die Definition von Bildungsgerechtigkeit im Zusammenhang mit PISA
3.2. Der sozioökonomische Status in Zusammenhang mit PISA
3.2.1. Das kulturelle Kapital nach Pierre Bourdieu
3.2.1.1. Das objektivierte kulturelle Kapital
3.2.1.2. Das inkorporierte kulturelle Kapital
3.2.1.3. Das institutionalisierte kulturelle Kapital
4. Der Einfluss des sozioökonomischen Status‘ auf den Bildungserfolg
4.1. Die sozioökonomische Gradiente zur Bestimmung von Leistungsunterschieden
4.2. PISA-Ergebnisse im Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status
4.3. Der Einfluss des kulturellen Kapitals auf den Bildungserfolg
5. Fazit
6. Anhang
6.1. Sozioökonomische Gradiente aus dem Erhebungsjahr 2012
6.2. Sozioökonomische Gradiente aus dem Erhebungsjahr 2015
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Schulleistungen von Schülerinnen und Schülern unter Berücksichtigung der PISA-Studien und analysiert, inwiefern Bildungssysteme den Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit einlösen können.
- Analyse des Einflusses familiärer Lebensverhältnisse auf den schulischen Erfolg.
- Untersuchung der PISA-Studie als Instrument zur Messung von Bildungsgerechtigkeit.
- Erweiterung der sozioökonomischen Perspektive durch das Konzept des kulturellen Kapitals nach Pierre Bourdieu.
- Bewertung des Einflusses des sozioökonomischen Status anhand der statistischen sozioökonomischen Gradiente.
- Diskussion bildungspolitischer Maßnahmen zur Verringerung sozialer Disparitäten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1.2. DAS INKORPORIERTE KULTURELLE KAPITAL
„In inkorporiertem Zustand besteht kulturelles Kapital aus den kulturellen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Individuums, also aus dem, was in der deutschen Sprache Bildung heißt“ (Fuchs-Heinritz und König 2011: 164). Das inkorporierte kulturelle Kapital lässt sich somit weder direkt durch Geld erwerben noch in solches umwandeln. Es kann lediglich durch eigenständige Bemühungen erworben werden und lässt sich folglich auch nicht direkt vererben oder durch eine andere Person ansammeln. Die Währung mit der inkorporiertes kulturelles Kapital erworben werden kann, besteht aus der Zeit, die investiert wird um sich kulturelle Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen (Fuchs-Heinritz und König 2011: 165). Diese Form des kulturellen Kapitals wird stark von der Herkunft eines Menschen beeinflusst. Die Familienerziehung, die Lebensverhältnisse, der damit zusammenhängende Sozialisationsprozess sowie das Aufwachsen in einem bestimmten Milieu spielen eine entscheidende Rolle beim Erlernen bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten. Unter Anbetracht dessen kann das inkorporierte kulturelle Kapital als „eine verschleierte Form erblicher Übertragung von Kapital“ betrachtet werden (Fuchs-Heinritz und König 2011: 165). Damit einhergehend werden in dem inkorporierten kulturellen Kapital Denk- und Verhaltensweisen sowie Wertorientierungen ausgebildet, durch die sich Kinder einen bestimmten Habitus aneignen. „Dieser Habitus, der sich auch als Anspruchshaltung an eine Lebens- und Arbeitswelt äußert, [kann Kindern in Zukunft dabei helfen] (...) eine (...) gesellschaftliche Stellung (...) [zu erhalten]“ (Reich 2013: 209).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert das Recht auf Bildung und führt in die Fragestellung ein, wie der sozioökonomische Status der Familie die schulischen Leistungen und Bildungschancen beeinflusst.
2. Die PISA-Studie: Es werden die Ziele, der Aufbau und die Erhebungsmethoden der PISA-Studie sowie die Verwendung der Kompetenzstufen und Hintergrundfragebögen erläutert.
3. Bildungsgerechtigkeit als Herausforderung für Bildungssysteme: Das Kapitel definiert Bildungsgerechtigkeit im PISA-Kontext und führt den sozioökonomischen Hintergrund sowie Bourdieus Kapitaltheorie als Analyseinstrumente ein.
4. Der Einfluss des sozioökonomischen Status‘ auf den Bildungserfolg: Hier wird die statistische Messung mittels der sozioökonomischen Gradiente analysiert und der spezifische Einfluss verschiedener Kapitalformen auf den Bildungserfolg untersucht.
5. Fazit: Die Ergebnisse der PISA-Studien werden zusammengefasst, wobei die Reproduktion sozialer Ungleichheit durch das Bildungssystem hervorgehoben und die Notwendigkeit zielgerichteter politischer Maßnahmen betont wird.
6. Anhang: Der Anhang enthält grafische Darstellungen der sozioökonomischen Gradienten aus den PISA-Erhebungsjahren 2012 und 2015.
Schlüsselwörter
PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, sozioökonomischer Status, kulturelles Kapital, Pierre Bourdieu, Schulleistung, Chancengleichheit, soziale Ungleichheit, Inklusion, Fairness, sozioökonomische Gradiente, ESCS, Sozialisation, Bildungssystem, Bildungsressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status von Familien und dem schulischen Erfolg von Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung internationaler PISA-Daten.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Themen sind Bildungsgerechtigkeit, die Struktur der PISA-Studien, das Konzept des kulturellen Kapitals nach Bourdieu sowie die Auswirkungen familiärer Hintergründe auf Bildungsabschlüsse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern der sozioökonomische Status die Schulleistungen beeinflusst und ob die heutigen Bildungssysteme ihren bildungspolitischen Auftrag zur Gewährleistung von Chancengerechtigkeit erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Ergebnisse der PISA-Studien, insbesondere durch die Interpretation der sozioökonomischen Gradiente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Einfluss des sozioökonomischen Index (ESCS) auf Kompetenzergebnisse, erläutert Bourdieus drei Kapitalformen und diskutiert vier Szenarien zur Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit durch politische Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, sozioökonomischer Status, kulturelles Kapital und soziale Reproduktion charakterisiert.
Was bedeutet das Konzept der „sozioökonomischen Gradiente“ in der PISA-Studie?
Die Gradiente ist eine lineare Funktion, die statistisch visualisiert, wie stark der sozioökonomische Status einer Schülerin oder eines Schülers mit deren erbrachten Schulleistungen korreliert.
Inwiefern beeinflusst das kulturelle Kapital nach Bourdieu den Bildungserfolg?
Kulturelles Kapital (in objektiver, inkorporierter und institutionalisierter Form) bestimmt maßgeblich, welche Ressourcen ein Kind aus dem Elternhaus mitbringt, was den schulischen Anschluss entweder erheblich erleichtert oder erschwert.
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- Filiz Malci (Autor), 2019, Der Einfluss des sozioökonomischen Status auf Schulleistungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925705