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Mädchenerziehung im III. Reich

Verwirklichung des Nationalsozialistischen Frauenbildes im Bund Deutscher Mädel

Title: Mädchenerziehung im III. Reich

Intermediate Diploma Thesis , 2005 , 53 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Henneberg (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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In der Gegenwart sind eine Reihe von Tendenzen der Wieder- bzw. Neuauflage von nationalsozialistischem Gedankengut zu registrieren. Verdeutlicht wird das Erstarken des Rechtsextremismus durch den Einzug der NPD in den sächsischen Landtag. Damit ist Rechtsextremismus nicht mehr als Randgruppenproblem abzutun. Aufklärung und Auseinandersetzung mit dem heutigen Erscheinungsbild des Neofaschismus erfordert auch zu verstehen, wie das geistige Vorbild, der Nationalsozialismus, funktionierte, seine Macht- und Staatsstrukturen aufbauen und ein ganzes Volk manipulieren konnte.
Angesichts des erwähnten Wiedererstarkens des Nationalsozialismus fordert Bundespräsident Horst Köhler die verstärkte und offensive Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus. Damit „müssen wir uns vor allem fragen, ob wir unsere jungen Menschen wirklich erreichen, ob Lehrer, Eltern und Journalisten über den Irrweg des Nationalsozialismus wirksam aufklären.“
Die vorliegende Arbeit möchte ich als einen Teil dieser Auseinandersetzung verstehen. „Eine bloße Information über den Nationalsozialismus, so gut die auch gemeint und so notwendig sie auch ist, genügt heute nicht mehr.“ Es gilt also weltanschauliche Inhalte und die Methoden nationalsozialistischer Herrschaftsstrukturen offen zu legen und sich damit auseinanderzusetzen. Das gilt insbesondere für eine in den subjektiven Erinnerungen der Menschen so scheinbar harmlose Erziehungsinstitution wie dem „Bund Deutscher Mädel“.
Wie sich diese subjektiven Erinnerungen heute darstellen, habe ich als Anlage beigefügt. Dazu wurden einige Frauen nach ihren Erinnerungen an den BDM befragt, die heute bereits der Großeltern und Urgroßelterngeneration angehören. Trotz der scheinbar harmlosen und überwiegend positiven Erinnerungen an den BDM passte sich diese Institution perfekt in das nationalsozialistische Erziehungs- und Manipulationsmodell der Jugend ein und trug nicht unwesentlich zur raschen Festigung der nationalsozialistischen Herrschaft und deren Verwurzelung in der Masse der deutschen Jugend bei. Die letztgenannte These werde ich im Verlaufe der vorliegenden Arbeit nachweisen.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nationalsozialistische Weltanschauung als Grundlage des Erziehungsdenkens im III. Reich

2.1. Grundbegriffe nationalsozialistischer Weltanschauung

2.2. NS-Staat als Erziehungsstaat

2.3. Erziehungsziele des Nationalsozialismus

3. Das Bild der Frau im Nationalsozialismus

3.1. Historische Wurzeln

3.2. Frauen als Objekte der Rassezüchtung

3.3. Forderungen an die Mädchenerziehung

4. Zur Umsetzung des nationalsozialistischen Frauenbildes in der Erziehungsarbeit des BDM

4.1. Kurzer geschichtlicher Abriss zur Entstehung des BDM

4.2. Das Selbstverständnis des BDM zur Mädchenerziehung

4.3. Der BDM als Erziehungsinstitution

4.3.1. Organisationsaufbau des BDM

4.3.2. Erziehung in der Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft mit den Organisationsformen Heimabende und Lagererlebnis

4.3.3. Körpererziehung, weltanschauliche Erziehung und Kulturarbeit im BDM

4.3.3.1. Körperliche Ertüchtigung

4.3.3.2. Weltanschauliche Erziehung

4.3.3.3. Kulturarbeit

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des "Bundes Deutscher Mädel" (BDM) als zentrales Instrument der nationalsozialistischen Erziehungsideologie, mit dem Ziel nachzuweisen, wie diese Organisation zur Festigung des NS-Herrschaftssystems und zur Indoktrination des nationalsozialistischen Frauenbildes bei jungen Mädchen beitrug.

  • Nationalsozialistische Weltanschauung und Erziehungsdenken
  • Das nationalsozialistische Frauenbild und die Rolle der Mutter
  • Entwicklung und Organisationsstruktur des BDM
  • Die Methoden der Erziehung in Gemeinschaft, Lager und Heimabend
  • Die Instrumentalisierung von Kulturarbeit und Körperertüchtigung

Auszug aus dem Buch

3.1. Historische Wurzeln

Die Sicht der Nationalsozialisten auf die Frau und auf die Rolle, die sie ihr in der Gesellschaft zusprechen, ist zutiefst vom Rassegedanken geprägt. Ausgehend von der seit Jahrtausenden bestehenden Unterdrückung der Frau durch den Mann sowohl in der Familie, als auch in der Gesellschaft wehrt sich der Nationalsozialismus vehement gegen alle Formen der Frauenbewegung, die in der Frau mehr als nur ein biologisches Wesen sehen. Der Nationalsozialismus konnte auf ein reiches Reservoir von Vorbehalten und Vorurteilen gegenüber einer dem Manne gleichberechtigten Rolle der Frau in der Gesellschaft zurückgreifen. Bereits in wilhelminischer Zeit finden sich zahlreiche rassistische Denkansätze über die Rolle der Frau, die der Nationalsozialismus nur zu übernehmen brauchte. Im Wesentlichen wird schon hier die Rolle der Frau auf ihr biologisches Wesen zurückgeführt, sie als Objekt der Rassezucht degradiert.

Kaiser Wilhelm der II. selbst wies darauf hin, „daß die Hauptaufgabe der deutschen Frau nicht auf dem Gebiete des Versammlungs- und Vereinswesens liegt, nicht in dem Erreichen von vermeintlichen Rechten, in denen sie es den Männern gleichtun kann, sondern in der stillen Arbeit im Hause und in der Familie“ Noch deutlicher formuliert es Prof. Max von Gruber in einem Vortrag von 1910, in dem er die Rolle der Frau in die Rassenideologie einbindet. „Vom Standpunkt der Rassenhygiene [...] gibt es auf die Frage nach dem Ziel der Mädchenerziehung nur eine Antwort und die lautet: E h e f r a u u n d F a m i l i e n m u t t e r!“ Das deckt sich mit den Vorstellungen Hitlers, der formuliert „das Ziel der weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein.“ Die Rolle der Frau wird hier zunächst auf ihre biologische Natur beschränkt. Die naturgegebene Tatsache, dass eben nur Frauen Kinder zur Welt bringen können, wird zum Ziel gesellschaftlicher Erziehung erhoben und die Rolle der Frau gleichzeitig auf ihr biologisches Wesen begrenzt. Alles was das Leben in der Gesellschaft sonst noch ausmacht, wie berufliche Tätigkeit, Bildung oder überhaupt Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, sollen nach Möglichkeit von der Frau ferngehalten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Strukturen angesichts heutiger rechtsextremer Tendenzen und stellt die These auf, dass der BDM ein zentraler Bestandteil des NS-Erziehungsmodells war.

2. Nationalsozialistische Weltanschauung als Grundlage des Erziehungsdenkens im III. Reich: Dieses Kapitel definiert die ideologischen Kernbegriffe des Nationalsozialismus wie Rasse und Gemeinschaft und erklärt, wie der NS-Staat als Erziehungsstaat die totale Kontrolle über die Bevölkerung anstrebte.

3. Das Bild der Frau im Nationalsozialismus: Hier werden die historischen Wurzeln des Frauenbildes im Nationalsozialismus sowie die Reduzierung der Frau auf ihre biologische Rolle als Mutter und "Gebärende" dargelegt.

4. Zur Umsetzung des nationalsozialistischen Frauenbildes in der Erziehungsarbeit des BDM: Das umfangreichste Kapitel beschreibt die Geschichte, die Organisationsstruktur und die Methoden (Heimabende, Lager, Kulturarbeit) des BDM bei der Indoktrination junger Mädchen.

5. Resümee: Das Fazit reflektiert die Bedeutung der historischen Aufarbeitung für die pädagogische Arbeit in der Gegenwart und betont die Notwendigkeit, kritisches Denken und selbstständiges Handeln zu fördern.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, BDM, Mädchenerziehung, Rasselehre, Volksgemeinschaft, Frauenbild, Indoktrination, Erziehungsstaat, Mutterschaft, Körperertüchtigung, Weltanschauung, HJ, Lebensborn, NS-Ideologie, pädagogische Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Mädchenerziehung während der Zeit des Nationalsozialismus, wobei der Fokus auf dem Bund Deutscher Mädel (BDM) als Erziehungsinstitution liegt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die nationalsozialistische Weltanschauung, das Frauenbild im NS-Staat, die Rassenideologie sowie die konkrete pädagogische Arbeit und Organisationsstruktur des BDM.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie der BDM das nationalsozialistische Frauenbild in die Tat umsetzte und zur Stabilisierung der NS-Herrschaft beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch die Einbeziehung von Zeitzeugengesprächen, um einen persönlichen Einblick in die Zeit zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den ideologischen Grundlagen, der historischen Entwicklung des BDM, dessen Aufbau und den spezifischen Erziehungspraktiken wie Heimabenden und Lagerveranstaltungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind BDM, Rasselehre, Volksgemeinschaft, Mädchenerziehung und Indoktrination.

Wie wurde der Widerstand gegen die BDM-Ideologie innerhalb der Organisation bewertet?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Führung des BDM eine vollständige Unterordnung unter die Parteilinie verlangte und abweichendes Verhalten oder fehlendes Bekenntnis zum NS-System nicht tolerierte.

Warum spielt das Thema der "sozialen Einsatzbereitschaft" eine Rolle?

Die Erziehung zur sozialen Einsatzbereitschaft diente als Mittel, um Mädchen in den Dienst des politischen Systems zu stellen und deren Handeln stets an den Interessen des NS-Staates auszurichten.

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Details

Title
Mädchenerziehung im III. Reich
Subtitle
Verwirklichung des Nationalsozialistischen Frauenbildes im Bund Deutscher Mädel
College
Martin Luther University  (Philosophische Fakultät III - Erziehungswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Franziska Henneberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
53
Catalog Number
V92574
ISBN (eBook)
9783638065047
ISBN (Book)
9783640099214
Language
German
Tags
Mädchenerziehung Reich Thema Bund deutscher Mädel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Henneberg (Author), 2005, Mädchenerziehung im III. Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92574
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