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Die Geburt Christi im Kirchenjahr und Weihnachtliche Traditionen der Gegenwart

Title: Die Geburt Christi im Kirchenjahr und Weihnachtliche Traditionen der Gegenwart

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tina Sommer (Author)

Theology - Systematic Theology
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„Alle Jahre wieder“ beginnt mit dem Monat Dezember die umgangssprachlich schönste Zeit des Jahres. Für die meisten Menschen handelt es sich um die Zeit, wo der triste Winter in neue leuchtende Töne getaucht wird, die frostige Kälte der Herzenswärme weichen muss, Wunschzettel geschrieben werden, Kinderaugen erwatungsvoll blitzen, ein Marathonlauf um Geschenke beginnt, die Händler Rekordumsätze erwarten, Tannenbäume ihren Platz in den Wohnzimmern finden und der süße Duft von Apfel und Zimt durch die Nase zieht.

Diese Aufzählungen scheinen bezüglich der neuzeitlichen Entwicklung charakteristische Attribute der Advents- und Weihnachtszeit geworden zu sein. Die Traditionen haben sich gewandelt. Das Fest der Liebe, der Freude, der Harmonie und der Familie ist heute ein leuchtendes Großereignis der gesamten abendländlichen Festkultur. An dieser Stelle wird vereinzelt theologische Kritik laut, die dem Weihnachtsfest vorwirft sich kommerziellen Dimensionen unterzuordnen und somit seine Bedeutung in einem Profanisierungsprozess einzubüßen. Denn die primäre Bedeutung des Weihnachtsfestes fundiert sich im christlichen Kirchenjahr und soll andächtig die Ankunft der Gnade Gottes beziehungsweise die Menschwerdung Gottes durch die Geburt Jesus zelebrieren.

Diese Hausarbeit wird deshalb versuchen die deutsche Weihnachtszeit in ihren christlichen Ursprüngen, sowie kalendarischen Eckpunkten im Kirchenjahr zu ergründen, dazu deren Brauchtümer und Attribute kontextual zu neuzeitlichen Entwicklungssträngen betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Weihnachtsfest im Kanon einer kulturwissenschaftlichen Festtheorie

1.1 Allgemeine Thesen zur Bedeutung des Festes

1.2 Das Fest – Ein transzendentes/religiöses Phänomen?

2. Biblische Überlieferung der Geburt Jesus – Anlass des Weihnachtsfests

3. Weihnachtsfestkreis im Kirchenjahr

3.1 Christlicher Festkalender

3.1.1 Das Kirchenjahr - Erfahrbare Religionsgeschichte

3.1.2 Verlauf

3.1.3 Weihnachtsfestkreis

3.1.4 Osterfestkreis

3.2. Der elementare Aufbau des Weihnachtsfestkreis im Vergleich

4. Weihnachtszeit – traditionelles Fest für Christen und Nicht-Christen

4.1 Vom Christlichen Fest zum Ereignis für Jedermann

4.2 Traditionen des Advents – Warten und Vorbereiten auf die Ankunft des Herren oder den Weihnachtsmann

4.2.1 Vorbereitungs- und Wartezeit

4.3.2 Dekoratives – Weihnachtslichter, Adventskränze, Tannenbäume

4.4 Die Heilige Nacht und das Hochfest des Herrn – Zeit der Geschenke und des Weihnachtsbraten

4.4.1 Christliche Festtagsordnung

4.4.2 Volkstümliches Brauchtum und familiäre Einigkeit unterm Weihnachtsbaum

4.4.3 Weihnachtsmann versus Christkind

4.5 Das Ausklingen der Weihnachtszeit

5. Suche nach festlicher Transzendenz zwischen Traditionswandel und Konsum

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Weihnachtszeit in ihren christlichen Ursprüngen sowie ihren kalendarischen Eckpunkten im Kirchenjahr. Dabei wird das Ziel verfolgt, die verschiedenen Brauchtümer und Attribute des Festes zu analysieren und diese kontextuell mit neuzeitlichen Entwicklungssträngen und dem Wandel zum Familien- und Konsumfest in Verbindung zu setzen.

  • Kulturwissenschaftliche Festtheorien im Kontext von Weihnachten
  • Biblische Grundlagen der Geburtsgeschichte Jesu
  • Liturgischer Aufbau des Weihnachtsfestkreises im Vergleich zum Osterfestkreis
  • Historische Entwicklung weihnachtlicher Traditionen (Adventskranz, Weihnachtsbaum, Geschenke)
  • Die Transformation vom religiösen Kirchenfest zum weltlichen Familienfest

Auszug aus dem Buch

4.4.3 Weihnachtsmann versus Christkind

In den kindlichen Vorstellungen existiert eine symbolische Gestalt, die die Geschenke verteilt. Wie schon erwähnt, war es bis zum 16. Jahrhundert allein der heilige Nikolaus, der die Geschenke überbrachte. Diese mythisierte Figur war einst Bischof im vierten Jahrhundert und machte sich als ‚Schutzpatron der Kinder’ einen Namen. Doch mit der christlichen Reformierung sollte der katholische Heiligenkult abgeschafft werden und Martin Luther ersetzte den Nikolausbrauch durch das Christkind, welches am 25. Dezember die protestantischen Kinder beschenkt. Die Figur des Chriskindes wird als weiblich, engelsgleiches, freundliches, helles Wesen beschrieben. Wahrscheinlich steht seine Erscheinung metaphorisch für die Christkinder, die am Tag der Jesus Geburt zur Krippe eilten, um das Neugeborene zu beschenken. Lange Zeit zeigten sich die Katholiken von diesem Brauch unberührt und hielten am heiligen Nikolaus fest. Bis Ende des 19. Jahrhunderts auch zu ihnen am Weihnachtstag das Christkind kam.

Um so mehr das Christkind in den katholischen Stuben Einzug hielt, desto weniger wurde seine Bedeutung bei den Protestanten. Scheinbar konnte es der internationalen Konkurrenz durch den Weihnachtsmann nicht Stand halten. In heutiger Zeit zeigt der alte bärtige Mann im roten Umhang und Zipfelmütze keinerlei Attribute christlichen Ursprungs. Aber auch er ist auf den legendären heiligen Nikolaus zurück zu führen. Über die Jahrhunderte hinweg veränderte und festigte er sein stilistisches Erscheinungsbild. Schon im 19. Jahrhundert soll laut Mundpropaganda sein Aussehen, dem heutigen geglichen haben. Eine klare bildliche Darstellung wurde 1931 für eine Coca-Cola- Werbekampagne angefertigt und etablierte sein charakteristisches Aussehen nicht nur in der Konsumwelt, sondern auch als Geschenke Bringer für die Kinder. Das Christkind hingegen ist heute nur noch in streng- katholischen Haushalten zu finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Weihnachtsfest im Kanon einer kulturwissenschaftlichen Festtheorie: Dieses Kapitel erörtert allgemeine Definitionen des Festes als „Moratorium des Alltags“ und betrachtet Weihnachten als ein transzendentes, gemeinschaftsstiftendes Phänomen.

2. Biblische Überlieferung der Geburt Jesus – Anlass des Weihnachtsfests: Hier werden die unterschiedlichen Berichte der Evangelisten Lukas und Matthäus über die Geburt Jesu einander gegenübergestellt.

3. Weihnachtsfestkreis im Kirchenjahr: Das Kapitel erläutert den Aufbau des christlichen Kirchenjahres, den liturgischen Kalender und die Bedeutung der Festkreise.

3.1 Christlicher Festkalender: Eine detaillierte Betrachtung des Kirchenjahres als Erfahrungsraum der Religionsgeschichte und dessen chronologische Strukturierung.

3.1.1 Das Kirchenjahr - Erfahrbare Religionsgeschichte: Darstellung der Bedeutung des Kirchenjahres für das religiöse Bewusstsein.

3.1.2 Verlauf: Beschreibung der zeitlichen Ordnung der liturgischen Festtage und ihrer historischen Herleitung.

3.1.3 Weihnachtsfestkreis: Zusammenfassung der Vorbereitungszeit im Advent bis zum Fest der Erscheinung des Herrn.

3.1.4 Osterfestkreis: Darstellung der Leidensgeschichte Jesu und der zentralen Bedeutung der Auferstehung im Osterfestkreis.

3.2. Der elementare Aufbau des Weihnachtsfestkreis im Vergleich: Ein direkter Vergleich zwischen Weihnachts- und Osterfestkreis hinsichtlich ihrer Strukturen und ihrer religiösen bzw. historischen Fundierung.

4. Weihnachtszeit – traditionelles Fest für Christen und Nicht-Christen: Analyse des Wandels von einem religiösen Kirchenfest hin zu einem allgemein gesellschaftlichen Ereignis.

4.1 Vom Christlichen Fest zum Ereignis für Jedermann: Betrachtung soziologischer Aspekte der Verbreitung weihnachtlicher Traditionen über konfessionelle Grenzen hinweg.

4.2 Traditionen des Advents – Warten und Vorbereiten auf die Ankunft des Herren oder den Weihnachtsmann: Untersuchung der Ursprünge und des heutigen Verständnisses der Adventszeit.

4.2.1 Vorbereitungs- und Wartezeit: Erörterung der adventlichen Fastentradition im Gegensatz zur heutigen Vorweihnachtshektik.

4.3.2 Dekoratives – Weihnachtslichter, Adventskränze, Tannenbäume: Analyse der Symbolik von Licht, Schmuck und dem Weihnachtsbaum als Lebenssymbol.

4.4 Die Heilige Nacht und das Hochfest des Herrn – Zeit der Geschenke und des Weihnachtsbraten: Fokus auf den 24. und 25. Dezember sowie die unterschiedlichen Gottesdienstformen.

4.4.1 Christliche Festtagsordnung: Erläuterung der liturgischen Festlichkeiten am Heiligen Abend und am Weihnachtstag.

4.4.2 Volkstümliches Brauchtum und familiäre Einigkeit unterm Weihnachtsbaum: Betrachtung sozialer Traditionen wie Familienessen und Schenkbrauch.

4.4.3 Weihnachtsmann versus Christkind: Untersuchung der historischen Ablösung des Nikolaus-Brauchtums durch Christkind und Weihnachtsmann.

4.5 Das Ausklingen der Weihnachtszeit: Kurze Beschreibung der Zeit zwischen den Feiertagen bis zum Fest der Epiphanie.

5. Suche nach festlicher Transzendenz zwischen Traditionswandel und Konsum: Abschließende Reflexion darüber, warum auch säkularisierte Menschen die festliche Atmosphäre suchen und wie sich Traditionen im Konsumzeitalter verändern.

Schlüsselwörter

Weihnachtsfest, Kirchenjahr, Advent, Festtheorie, Transzendenz, Brauchtum, Christkind, Weihnachtsmann, Adventskranz, Weihnachtsbaum, Traditionswandel, Konsumgesellschaft, Religionswissenschaft, Festkalender, Heilige Nacht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Bedeutung des Weihnachtsfestes in Deutschland, wobei insbesondere die christlichen Ursprünge den heutigen, eher kommerziell geprägten Traditionen gegenübergestellt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die kulturwissenschaftliche Festtheorie, der liturgische Aufbau des Weihnachtsfestkreises, die biblische Herleitung und die soziologische Transformation weihnachtlicher Traditionen über die Jahrhunderte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Weihnachtszeit in ihren christlichen Wurzeln zu ergründen und die kontextuelle Verschiebung hin zu modernen, weltlichen Entwicklungssträngen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche und religionsgeschichtliche Analysen, um Feste als anthropologische Universalien sowie deren Wandel in Bestand und Transformation zu dokumentieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kirchenjahres, die Analyse spezifischer Symbole wie den Adventskranz und Weihnachtsbaum sowie den Vergleich zwischen religiösen Riten und volkstümlichen Bräuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen den Weihnachtsfestkreis, Transzendenz, Traditionswandel, christliche Liturgie, Konsumverhalten und die Symbolfiguren Christkind und Weihnachtsmann.

Warum wird der Weihnachtsmann heute oft als „konkurrenzfähig“ gegenüber dem Christkind angesehen?

Die Arbeit erläutert, dass der Weihnachtsmann als weltliche, international vermarktete Figur (unterstützt durch moderne Medien) leichter anschlussfähig für eine Konsumgesellschaft ist als das religiös gebundene, engelsgleiche Christkind.

Welche Rolle spielt der Übergang vom Kirchenfest zum Familienfest?

Dieser Übergang, der im 18. Jahrhundert seinen Anfang nahm, wird als entscheidender Faktor genannt, der das Weihnachtsfest für Nicht-Christen öffnete und die Entstehung volkstümlicher, säkularer Bräuche begünstigte.

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Details

Title
Die Geburt Christi im Kirchenjahr und Weihnachtliche Traditionen der Gegenwart
College
http://www.uni-jena.de/  (Religionswissenschaftliches Institut)
Course
Systematische Religionswissenschaft
Grade
2,0
Author
Tina Sommer (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V92577
ISBN (eBook)
9783638065061
ISBN (Book)
9783638951838
Language
German
Tags
Geburt Christi Kirchenjahr Weihnachtliche Traditionen Gegenwart Systematische Religionswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Sommer (Author), 2006, Die Geburt Christi im Kirchenjahr und Weihnachtliche Traditionen der Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92577
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