Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll die Interpretation des 5. Kapitels der Benediktsvita stehen.
Unter anderem soll die Intention Gregors des Großen und die Stellung der Passage im
Gesamtwerk untersucht werden. Außerdem wird geprüft, inwiefern Gregor beim Verfassen
dieses Werkes Vorbildern aus der antiken Hagiographie und der Bibel gefolgt ist.
Dazu werden vor allem Pratsch und Theißen zu Rate gezogen, die auf diesem Gebiet sehr
wichtige Arbeiten geschrieben haben. Theißen hat in seiner Arbeit „Urchristliche
Wundergeschichten“ die synoptischen Wundergeschichten systematisiert und dient somit sehr
gut zur Analyse der Wunder in der Benediktsvita. Pratsch hat in „Der hagiographische Topos“
vor allem die mittelbyzantinische Hagiographie analysiert und dient somit zur Einbettung der
Dialoge Gregors in die hagiographische Tradition.
Der Aufbau dieser Arbeit sieht so aus, dass zunächst der textkritische Apparat aufgelöst wird,
worauf die Übersetzung der gewählten Passage folgt. In der dann folgenden Interpretation
wird ein Blick auf die Wundergeschichte in der Gattungstheorie geworfen, ehe der
religionsgeschichtliche Rahmen erläutert wird. Dann folgt die Interpretation der gewählten
Passage und die Einordnung in das gesamte Werk. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die textkritische Ausgabe von de Vogüé,
ebenso die Übersetzung im nächsten Kapitel.
In Zeile 4 entscheidet sich der Editor für die Lesart ex deuexo, die durch die Handschrift H
(Augustodunensis 20, saec. VIII²) und im textkritischen Apparat des Editors m (U. Moricca
ed., Romae 1924) überliefert ist. Die Edition b (Benedictinorum ed., Parisiis 1705) schlägt e
deuexo vor. Die Handschrift G (Sangallensis 213, saec. VIII med) und die Editoren m und r
(R. Mittermüller ed., Ratisbonae 1880 (Liber II)) bevorzugen die Lesart ex diuexo.
In Zeile 11 übernimmt der Editor die Lesart consolatus, die bei m, z (Zachariae testimonia
graeca, saec. VIII, a Benedictinis edita) und im Apparat von b, sowie in den Handschriften G
und H bezeugt ist. Dagegen nennen die Editoren b, m und r zusätzlich die Lesart consolatos,
wobei sich die Edition b für consolans entscheidet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Auflösung des textkritischen Apparats
- Übersetzung
- Interpretation
- Gattungstheorie
- Religionsgeschichtlicher Hintergrund
- Kategorisierung des Wunders
- Interpretation der Textstelle: Wasser aus dem Felsen
- Stilanalyse
- Positionierung des Wunders in der gesamten Vita
- Fazit
- Literaturverzeichnis
- Primärliteratur
- Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit konzentriert sich auf die Interpretation des 5. Kapitels der Benediktsvita und untersucht die Intention Gregors des Großen sowie die Stellung der Passage im Gesamtwerk. Darüber hinaus wird geprüft, inwiefern Gregor beim Verfassen dieses Werkes Vorbildern aus der antiken Hagiographie und der Bibel gefolgt ist.
- Analyse des textkritischen Apparats der Benediktsvita
- Interpretation des Wunders "Wasser aus dem Felsen" im Kontext der Gattungstheorie
- Einordnung des Wunders in den religionsgeschichtlichen Hintergrund
- Untersuchung der Stilmittel und der Positionierung des Wunders in der Vita
- Bewertung der Bedeutung und Wirkung der Wundergeschichte für das zeitgenössische Publikum
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und erläutert die Zielsetzung und den Aufbau. Das Kapitel „Auflösung des textkritischen Apparats“ befasst sich mit der textkritischen Ausgabe der Benediktsvita und analysiert die verschiedenen Lesarten der Textstelle. Die Übersetzung des 5. Kapitels der Benediktsvita stellt den Text für die weitere Interpretation bereit.
Das Kapitel „Interpretation“ beginnt mit einer Analyse der Wundergeschichte im Kontext der Gattungstheorie und des religionsgeschichtlichen Hintergrunds. Es folgt eine Interpretation der Textstelle "Wasser aus dem Felsen" und eine Einordnung des Wunders in die gesamte Vita Benedikts. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Benediktsvita, Gregor der Große, Wundergeschichte, Hagiographie, antike Literatur, Religionsgeschichte, Textkritik, Interpretation, Gattungstheorie, Stilanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Was thematisiert das 5. Kapitel der Benediktsvita?
Es befasst sich mit dem Wunder „Wasser aus dem Felsen“, das Benedikt von Nursia zugeschrieben wird.
Welche Rolle spielt Gregor der Große in diesem Werk?
Gregor der Große ist der Verfasser der Benediktsvita; die Arbeit untersucht seine Intentionen und die literarische Gestaltung des Textes.
Welche Vorbilder nutzte Gregor für die Wundererzählungen?
Gregor orientierte sich an Vorbildern aus der antiken Hagiographie und der Bibel, um die Heiligkeit Benedikts zu untermauern.
Was wird im textkritischen Apparat der Arbeit analysiert?
Es werden verschiedene Lesarten des Textes (z. B. „ex deuexo“ vs. „ex diuexo“) anhand unterschiedlicher Handschriften und Editionen untersucht.
Welche theoretischen Ansätze werden zur Interpretation genutzt?
Die Arbeit nutzt die Gattungstheorie und die Systematisierung urchristlicher Wundergeschichten nach Gerd Theißen.
- Quote paper
- Timo Castens (Author), 2008, Ein Wunder Benedikts von Nursia: Wasser aus dem Felsen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92578